1. Literaturschock.de
  2. Forum
    1. Übersicht
  3. Kalender
    1. Termine
    2. Karte
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Seiten
  • Forum
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Literaturschock - Bücherforum
  2. Ich lese gerade ... Bücher - Lesen, diskutieren, rezensieren
  3. Gegenwartsliteratur & Zeitgenössisches aus aller Welt

Heinrich Böll - Ansichten eines Clowns

  • Tina
  • 8. August 2007 um 23:51
  • Zum letzten Beitrag
Bitte achtet auf die aktuelle Regeländerung der Forenregeln (Punkt 7) - KI-Texte werden hier im Forum nicht geduldet und unverzüglich gelöscht!

Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 9.016 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. Oktober 2025 um 17:35) ist von Juva.

  • Tina
    Hardcover-Fetischist
    Beiträge
    7.999
    • 8. August 2007 um 23:51
    • #1

    [size=13pt]Heinrich Böll – Ansichten eines Clowns[/size]

    [kaufen='3423004002'][/kaufen] OA: 1964
    275 Seiten
    ISBN: 3423004002

    Kurzbeschreibung
    Hans Schnier, Berufsclown, erfährt seinen beruflichen und privaten Zerfall und Abstieg, nach dem sich seine Lebensgefährtin Marie von ihm trennt. Aus der Sicht dieses Clowns, wird die Beziehung, die Kirche, die Politik und die Gesellschaft analysiert und eine akribische Ursachenforschung betrieben, allerdings ohne Erfolg.

    Eigene Meinung
    Das Buch handelt von der Liebe und deren Scheitern an inneren und äußeren Einflüssen, denen sich kein Mensch entziehen kann. Nicht immer stimmt das Sprichwort, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Allzu oft ist der einzelne Mensch zu ohnmächtig und unbedeutend um den Fallen, die das Leben stellt auszuweichen und zu entrinnen. Wir sind nicht, auch wenn wir noch so sehr selbst davon überzeugt sind, den äußeren Einflüssen auf unsere Leben gewachsen. Wir scheitern im privaten an falschen Moralvorstellungen, Erwartungshaltungen von Gesellschaft, Familie, Bekannten und Kirche. Ja sogar die Politik macht so manches Mal nicht halt, vor dem kleinen Mann und seiner kleinen Welt, denn irgendwie steht alles in einem Zusammenhang. Wer sich dagegen wert oder anders sein möchte, ja sich heraus nimmt ein selbst denkendes Individuum zu sein, der wird zum Außenseiter und zur Lebensunfähigkeit abgestempelt. Wer nicht opportun ist, der wird mit Verachtung gestraft, gilt als Anarchist und weltfremd. Wir sich anpasst, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse verrät, der ist willkommen in der homogenen und farblosen Masse der Jasager und Selbstverleugner und mittendrin in der Welt der Doppelmoral und Bigotterie. Wenn dann durch solche äußeren Einflüsse der einzige Halt im Leben zerstört wird, dann gibt es nicht mehr viel, für das es noch loht zu arbeiten und zu atmen. Dann kommt die große Leere, an Emotionen, Impulsivität, Individualität und Selbstachtung. Dann wird das Leben zur Farce und der Abstiegt kann so schnell wie der Aufstieg kommen, denn das was das Leben und das Menschsein ausmacht, wird mit Füßen getreten, verspottet und in den Dreck gezogen. Es wird immer Menschen geben, die wissend den mahnenden Finger erheben und andere maßregeln, aber letztendlich sind auch sie Verlierer, denn sie werden wohl nie erfahren was der eigentliche Sinn des Lebens ist. Vertrauen, Freundschaft, Liebe und endlich an einem Ort anzukommen, den man sein zu Hause nennen kann.

    Dieses Buch wird nie an Aktualität verlieren, denn sein Thema ist zeitlos.
    Dies war mein erstes Buch von Heinrich Böll, aber mit Sicherheit nicht mein letztes.

    4ratten

    Tina

    Tina's SUB

    Einmal editiert, zuletzt von tina (23. September 2011 um 00:17)

  • Tammy1982
    TAMKA-Vorstand
    Beiträge
    2.785
    • 9. August 2007 um 09:30
    • #2

    Hallo Tina,

    ich habe das Buch selber noch nicht gelesen, aber ich finde deine Rezension echt total schön. :daumen:
    Vllt. les ich ja doch noch mal das Buch. Hab mich mal an "Billiard um halb zehn" von H. Böll versucht, aber es nie zu Ende gebracht. Ist aber schon ein paar Jahre her...

    Liebe Grüße
    Tammy (die im wirklichen Leben auch "Tina" heißt... :breitgrins:)

    &WCF_AMPERSAND"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden.&WCF_AMPERSAND" (Franz Kafka)

  • creative
    Quidditch-Legende
    Beiträge
    745
    • 9. August 2007 um 19:16
    • #3

    Ich bin bekennender Böll Fan, und "Ansichten eines Clowns" ist mein LIeblingsbuch von ihm. Ich habe es mittlerweile wohl schon 4 mal gelesen, und immer wieder entdecke ich Neues.

    @tina:In Deiner Rezi sprichst Du wohl die Leute in Hans Schniers Umgebung an, oder? V.a. das Thema der "Scheinheiligkeit" spielt eine große Rolle. Böll beobachtet sehr genau und beschreibt die Gesellschaft der Nachkriegszeit mit all ihrer Selbstgerechtigkeit sehr genau. Auch die Politik und die katholische Kirche werden sehr zynisch und kritisch aufs Tablet gebracht.

    Dennoch halte ich es für wichtig, den Charakter des Hans Schnier näher zu beleuchten. Er ist ein liebenswerter Anti-Held, passiv, lethargisch, ehrlich, mit eigenen Vorstellungen von Moral. Oftmals möchte man ihm einen Tritt verabreichen denn ich hatte schon das Gefühl, dass er auch in Selbstmitleid versinkt. Einerseits begehrt er gegen die Gesellschaft auf, zieht zynisch über sie her, andererseits schafft er es aber auch nicht, sich von der Gesellschaft ganz loszusagen. Zu dieser labilen Gemütslage hat sicherlich das Elternhaus beigetragen und v.a. der Tod seiner Schwester hat ihm wohl am ärgsten zugesetzt.

    In jedem Fall ein wunderbares Buch!

    5ratten

    :blume:&nbsp; Herzliche Grüße!&nbsp; :blume: <br />creative

  • Zzzarathustra
    Gast
    • 2. September 2007 um 22:33
    • #4

    Ich habe diese Buch auch gelesen. Faszinierend ist die Hauptperson...welhce schon durchweg konträr zu Geselschaftlichen Zwängen steht. Das Buch ist nicht schlecht...ich halte aber andere Böll Bücher für besser, an Stelle 1 das Ende einer Dienstfahrt...aber auch sehr empfehlenswert sind die gesammelten Erzählungen welche wunderbar den Kriegsalltag wiederspiegeln und sehr Tiefgründig sind...Böll zählt aber als ganzes schon zu den vergessenen Größen Deutscher Literatur...obwohl er sich nirgend wirklich einordnete und einordnen ließ...und oft verkannt wird.

    Momentan befase ich mit Dostojewski....ok an diese Tiefe kommt Böll nicht heran...bin aber echt von Dostojewski begeistert..aber das gehört woanders hin....Böll würde ich eher in die Richtung Völkischer und dem einfachen Menschen verbundenen Schriftsteller verstehen...als welcher er ja auch gesehen werden wollte...er sah sich immer den einfachen Mann von Nebenan verbunden...aus eben welchen Verhältnissen er ja auch stammt.

    Einmal editiert, zuletzt von Zzzarathustra (2. September 2007 um 22:41)

  • sandhofer
    Je nun...
    Beiträge
    10.195
    Bilder
    2
    • 3. September 2007 um 07:22
    • #5

    Na ja ... ich mag Böll nicht unbedingt, und dass er vergessen geht, geschieht ihm bzw. dem Grossteil seines Werkes zu Recht, aber:

    "dem einfachen Menschen verbunden" ist ja ok, nur: "völkisch" heisst dann doch etwas ganz anderes ... ;) Könnte es sein, dass Du "volkstümlich" meintest?

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Zzzarathustra
    Gast
    • 3. September 2007 um 21:09
    • #6

    :redface: ähhm ja wenn Böll aber auch vieles war so war er doch nicht völkische im Sinne des völkischen Beobachters...da hab ich doch die Sprache etwas in die Falsche Richtung verbogen, Danke! Böll war dem Volke verbunden und dem völkischen konträr :zwinker:

  • moosmutzel
    Schüler*in
    Beiträge
    120
    • 7. September 2007 um 03:12
    • #7

    Ich mag Böll und auch die Ansichten. Ich bin sonst kein Fan von deutscher modernenr Literatur und kann mit vielen nichts anfangen: so zB Grass, aber Böll ist wegen seiner Zeitkritik und ungekünstelten Sprache immer Lesenswert.

    &quot;Ganze Literaturen wären nicht, riegelten die Maedchen ihre Türen auf&quot; Kurt Tucholsky

  • Yklamyley
    Bücherjägerin
    Beiträge
    1.243
    • 11. Dezember 2008 um 20:39
    • #8

    Seit langer Zeit habe ich wieder einmal Böll gelesen und bin fasziniert. Wie wenig ändert sich in Wahrheit doch, viele der Charaktere, denen Hans Schnier begegnet, kenne ich auch. Wie gleichbleibend berechtigt ist die Kritik am Katholizismus und an der Religion!
    Ich mag Böll; ich mag seinen Stil, die Art, wie er erzählt, und vor allem mag ich an diesem Buch den Einfall, die Geschichte durch die Telefonate, die Schnier mit den betreffenden Personen führt, zu untermauern. Hans hat eigentlich niemanden mehr, einzig durch das Telefon bleibt er mit der Außenwelt in Kontakt. Sonst ist da nur seine Erinnerung, die immer wieder eine Erinnerung an Marie ist.
    Bölls Kurzgeschichten sind besser, trotzdem gibt es für die "Ansichten" 5ratten

    Auch ungelebtes Leben<br />geht zu Ende<br />- Erich Fried

  • Sookie
    Zeitreisende
    Beiträge
    1.948
    • 3. August 2009 um 18:16
    • #9

    Inhalt:
    Hans Schnier stammt aus einer reichen Familie, wird aber immer mehr zum Außenseiter. Er geht von der Schule ab, ohne Abitur zu haben, läuft mit Marie weg und lebt in einer nicht legalisierten Ehe mit ihr und statt einen "ordentlichen" Beruf zu lernen wird er Clown. Nach sechs Jahren verlässt Marie ihn und heiratet einen Katholiken. Hans kann sich damit nicht "wie ein Mann abfinden" und landet schließlich auf der Straße.

    Meine Meinung:
    Wieder mal eine Schullektüre, die mich sehr positiv überrascht hat. Das hießt eigentlich hatte ich ja die freie Wahl, es sollte nur ein Gesellschaftsroman aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen werden. Darunter konnte ich mir allerdings nichts besonders Vielversprechendes vorstellen. Ich wurde auch noch vor dem Lesen gewarnt, dass das Buch schrecklich langweilig und zäh sei. War es aber gar nicht. Ich muss zugeben, dass es manche Stellen gab, wo ich mich durchgequält habe und das Buch am liebsten weggelegt hätte, aber ich wurde schon nach wenigen Seiten wieder für mein Durchhalten belohnt mit witzigen und/oder interessanten Szenen. Am besten haben mir die Telefonate gefallen, die Hans geführt hat, unter anderem weil sie sehr lustig waren und ich fand es eine tolle Idee, dass Hans die Menschen durchs Telefon riechen konnte (mich würde mal interessieren, wieso? Hat das einen bestimmten Grund?).
    Hans ist ein sehr sympathischer Protagonist, vor allem, weil man einfach Mitleid mit ihm haben muss. Er hat scheinbar niemanden mehr, der sich um ihn kümmert und wird von allen verstoßen. Zwar versinkt er fast in Selbstmitleid, aber er scheut sich auch nicht, den Leuten, die ihn so behandeln, seine Meinung über sie mitzuteilen. Mir hat es auch gut gefallen, dass der Roman in der ersten Person geschrieben ist. So kamen seine Gefühle noch besser herüber und da er ein Clown ist, waren auch viele seiner Kommentare zu Personen oder Ereignisse sehr lustig.
    Trotzdem ist die Geschichte an sich eher deprimierend und traurig, wobei ich aber fand, dass es durch die lustigen Szenen einigermaßen ausgeglichen war.
    Über die Zeit an sich, ich denke der Roman spielt Anfang der 60er, erfährt man nebenbei auch so einiges, größtenteils dreht es sich natürlich um Katholiken und Protestanten und Nichtgläubige, aber Religion war eben damals für die Menschen noch ein viel wichtigerer Bestandteil des Lebens. Und natürlich kommt man nicht daran vorbei, dass damals noch richtig viel geraucht wurde. Es hat mich ziemlich gestört, dass ständig alle geraucht haben, aber das war damals eben so.
    Nach dieser Lektüre bin ich mir sicher, dass ich von Böll noch mehr lesen werde.

    Bewertung:

    3ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:
    Wegen des Endes, das mir nicht gefallen hat und die teilweise sehr zähen Passagen zwischendrin...

    Lg,
    Sookie :winken:

    :kaffee:

  • Kiba
    maulfaul
    Beiträge
    11.024
    Bilder
    7
    • 23. Februar 2020 um 21:26
    • #10

    Ansichten eines Clowns habe ich mir heute vorlesen lassen, und zwar von Böll persönlich. Das gibt es auf Youtube. :)

    Ich habe häufiger herzlich gelacht, mir hat es Spaß gemacht.

    Zitat


    Die Kinder dieser Welt sind nicht nur klüger, sie sind auch menschlicher und großzügiger als die Kinder des Lichts.

    4ratten

    Bücher sind Magie zum Mitnehmen.

  • Sagota
    Booktraveler
    Beiträge
    5.852
    • 23. Februar 2020 um 22:24
    • #11

    Ich kann mich einer Rezensentin nur anschließen: Auch für mich ist "Ansichten eines Clowns" mein Lieblingsbuch von Böll. Ich habe einige Romane von ihm gelesen und mag seine Erzählweise sehr.

    Ich bin auch der Meinung, dass seine Literatur zeitlos ist - und hüte die alten Romane von ihm (Ansichten eines Clowns war das erste von vielen, damals in der Schule Pflichtlektüre, die mir viel brachte, sie zu lesen).

    Schade, dass sandhofer findet, dass es ihm recht geschähe, wenn sein Werk vergessen wird: Ich bin da ganz anderer Meinung. Natürlich muss man ihn in die Nachkriegsliteratur einordnen.

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Avila
    Feministin
    Beiträge
    8.315
    Bilder
    50
    • 22. Juni 2025 um 20:45
    • #12

    Ich fand "Ansichten eines Clows" ziemlich deprimierend. Ich konnte zwar mit vielen Gedankengängen etwas anfangen und auch zustimmen, gerade die Zeilen zur katholischen Kirchekritik. Die Kirche hatte damals ja noch einen ganz anderen Stellenwert. Aber teils war mir das auch alles zu deprimierend und negativ. Insgesamt hätte unser Clown in dieser Geschichte besser in unserer heutigen Zeit gelebt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Böll seiner Zeit voraus war.

    Aber so musste ich Bölls Schreibart auch wieder bewundern, dass er es schafft, sich so sehr mit einer doch recht außergewöhnlichen auseinanderzusetzen. Insgesamt liest sich das Buch auf jeden Fall wieder ähnlich schön wie andere Bölls, auch wenn ich "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" doch wesentlich besser fand.

  • balduin
    Muggel
    Beiträge
    20
    Pronomen
    er etc.
    • 24. Juni 2025 um 10:45
    • #13

    Die Einschätzung, Heinrich Bölls "Ansichten eines Clowns" sei deprimierend, ist absolut nachvollziehbar, denn das Werk taucht tief in die Melancholie Hans Schniers ein.. Bölls scharfe Kritik an der katholischen Kirche und der Gesellschaft seiner Zeit, die du hervorgehoben hast, ist auch heute noch relevant, was seine Weitsicht unterstreicht.

    Vielleicht hätte Hans Schnier in unserer heutigen, säkularisierten Welt tatsächlich weniger Angriffsfläche geboten; doch die Konfrontation mit den damaligen Strukturen verleiht dem Buch seine zeitlose Relevanz und dramatische Tiefe. Dass du trotz der Schwere die Schreibkunst Bölls bewunderst, ist bezeichnend für seine Fähigkeit, komplexe Charaktere überzeugend darzustellen.

    Mir gefällt die Melancholie des Buches, aber das ist halt meine persönliche Déformation mélancolique ...

  • Avila
    Feministin
    Beiträge
    8.315
    Bilder
    50
    • 24. Juni 2025 um 17:21
    • #14
    Zitat von balduin

    Bölls scharfe Kritik an der katholischen Kirche und der Gesellschaft seiner Zeit, die du hervorgehoben hast, ist auch heute noch relevant, was seine Weitsicht unterstreicht.

    Das empfinde ich bei allen Werken von Böll, die ich bisher gelesen habe, so. Das macht ihn für mich so besonders.

  • Juva
    Patronus
    Beiträge
    2.523
    Bilder
    10
    • 30. Oktober 2025 um 17:35
    • #15

    Ich habe "Ansichten eines Clowns" nach Jahren mal wieder gelesen und wurde wieder direkt in die Handlung hineingezogen - das ist schon erstaunlich angesichts der Tatsache, dass Hans Schnier zwar ein sympathischer, aber kein einfacher Protagonist ist. Seine Konflikte mit der Kirche und der Gesellschaft, darunter auch der eigenen Familie, in Kombination mit seiner Erfolglosigkeit und der daraus sowie der Trennung von Marie resultierenden Hoffnungslosigkeit fordern die LeserInnen durchaus heraus. Spannend wird der Roman vor allem durch die Rückblenden, die erklären, woran sich Hans Schnier bei seinen Mitmenschen vor allem stört: nicht nur an ihren Handlungen während der NS-Zeit, sondern vorrangig daran, dass sie nicht bereit sind, sich damit auseinandersetzen und eigene Verantwortung anzuerkennen. Tragisch erscheint dies beispielsweise bezogen auf den Verlust von Hans´ geliebter Schwester, die von der Mutter in den Tod geschickt wurde, was diese aber ignoriert.

    Dieser kritische, teilweise bittere Roman hat seinen LeserInnen auch mehr als 60 Jahre nach seiner Entstehung noch immer Material zum Nachdenken zu bieten. Ein kleines Manko ist die doch recht kontruierte Figur des Hans Schnier, die dadurch manchmal eher wie eine Figur, an der bestimmte Exempel statuiert werden sollen, und dadurch weniger wie ein "echter" Mensch wirkt.

    4ratten


*Affiliate-Weiterleitung

Ungelesene Themen

  • Jennifer Segebrecht - Muttertage

    Kirsten 12. August 2026 um 22:55
  • Was hört ihr gerade?

    Saltanah 12. August 2026 um 21:44
  • Monatsrunde August 2026 - Noblesse Oblige

    Vorleser 12. August 2026 um 20:28
  • Delphine de Vigan - Die Kinder sind Könige

    Vorleser 12. August 2026 um 17:59
  • Caren Benedikt - Schlosshotel Fuschl

    Lerchie 12. August 2026 um 14:51

Letzte Themen

  • Jennifer Segebrecht - Muttertage

    Kirsten 12. August 2026 um 22:55
  • Was hört ihr gerade?

    Saltanah 12. August 2026 um 21:44
  • Monatsrunde August 2026 - Noblesse Oblige

    Vorleser 12. August 2026 um 20:28
  • Delphine de Vigan - Die Kinder sind Könige

    Vorleser 12. August 2026 um 17:59
  • Caren Benedikt - Schlosshotel Fuschl

    Lerchie 12. August 2026 um 14:51

Unterstützen

Unterstütze die Community mit einem kleinen Beitrag für mehr literarische Vielfalt.

Das kostet manchmal viel Geld für sichere Software, technische Ausrüstung, Lizenzen.

Regelmäßige Ausgaben:

Managed Server 37,96 EUR / Monat
Lizenzen 120,00 EUR / Jahr
Layouts, Plugins ca. 50 - 60 EUR / Jahr

Das sind gerundet ca. 50 - 60 EUR pro Monat.

Dein kleiner Beitrag hilft, die Community am Leben zu erhalten. Danke! <3

Wir sind schon mit dabei!

Lieber kein Geld spenden? Dann wirf doch einen Blick in Suses Amazonwunschliste

Spenden-Ziel

85.49%

85.49%(615.5€ von 720€) für das Jahr 2026

Jetzt spenden
  1. Hilfe zum Forum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Kontakt
  4. Impressum
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.23