... 6. Buch ...
6 - The Widow and the Wife
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Kapitel 54
Ich finde es ja herrlich, wie spitz Eliot Celias übertriebenen Mutterstolz aufs Korn nimmt. Kein Wunder, dass Dorothea froh ist, wieder nach Lowick zu gehen, auch wenn man ihr davon abrät.
Irgendwie berührend fand ich die kleine Notiz, die Dorothea in Casaubons Arbeitsanweisungen steckt, ihre Entschuldigung, dass sie es nicht fertigbringt, sein Buch fertigzustellen.
Zitat"Do you not see now that I could not submit my soul to yours, by working hopelessly at wha tI have no belief in?"
Und wieder geistert Will durch ihre Gedanken, sie wünscht ihn sich herbei ... und tatsächlich steht er bald vor der Tür, aber nur, um sich zu verabschieden, weil er zum Studium weggehen wird. Sie schafft es aber natürlich nicht, ihm in irgendeiner Weise ihre Gefühle zu gestehen - teils, weil es ihrem Wesen nicht entspricht, teils sicher auch, weil sie sich ihrem erst kürzlich verstorbenen Mann verpflichtet fühlt - und gibt sich eher spröde und steif, woraufhin Will explodiert.
Ihr hastiger Versuch, ihren Fehler wiedergutzumachen, indem sie ihm das Bild seiner Großmutter schenkt, macht alles nur noch schlimmer - ein trauriger Abschied.
Kapitel 55
Den Anfang des Kapitels fand ich sehr schön:
ZitatIf youth is the season of hope, it is often so only in the sense that our elders are hopeful about us; for no age is so apt as youth to think its emotions, partings, and resolves are the last of their kind.
Ich denke, Celia hat recht, wenn sie zu Dorothea sagt
Zitat"... taking your cap off made you like yourself again in more ways than one. You spoke up just as you used to do ..."
Vielleicht weil sie Ablenkung von Ladislaws Weggang braucht, greift Dorothea ihre Pläne mit den Häusern für die Armen wieder auf. Sie ist sicher der Typ, sich in die Arbeit zu stürzen, wenn sie emotional am Limit ist.
Kapitel 56
Hier zeigt sich sehr schön der ewige Argwohn der breiten Masse, insbesondere der einfacher gestrickten Bevölkerung, gegenüber technischen Neuerungen. Die Bedenken in Sachen Eisenbahn entlocken einem aus heutiger Sicht ein Schmunzeln, aber damals muss das eine enorme Umwälzung gewesen sein, die natürlich auch Ängste und Befürchtungen weckte.
Fred Vincy kommt Caleb Garth zu Hilfe - und entscheidet sich endgültig gegen den Pfarrersberuf und für einen Job bei Garth. Gute Entscheidung. Auch wenn er noch so einiges lernen muss, ordentlich schreiben zum Beispiel.
Die Eltern Vincy sind natürlich gar nicht begeistert - kein Pfarrer, keine standesgemäße Frau ...
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Kapitel 57
Ich bin immer gerne bei den Garths zu Gast. Da ist richtig Leben in der Bude :smile: Wo viele Kinder sind, geht es halt einfach drunter und drüber, im 19. wie im 21. Jahrhundert. Über Ben und Letty musste ich lachen.
In die Wiedersehensfreude der Familie mit Christy, dem Ältesten, der zu Besuch ist, platzt Fred Vincy. Seine Unterhaltung mit Mama Garth verläuft ein wenig holprig, und er fürchtet, sie würde Farebrother als Schwiegersohn bevorzugen (was Mrs. Garth wohl durchaus so beabsichtigt hat).
Mary unterhält sich indessen mit den Farebrother-Damen und verleiht zu deren Entsetzen ihrer Abneigung gegen Kleriker Ausdruck (Farebrother ausgenommen). Ich mag ihren gescheiten Witz sehr gerne.
Bei ihrem Gespräch mit Fred fragte ich mich, ob "make love" damals schon dasselbe bedeutete wie heute. (Mrs. Dalloway, weißt Du das vielleicht?) Es käme mir doch für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich vor, wenn die beiden vor der Ehe intim gewesen wären.
Kapitel 58
Bei den Lydgates gibt es ernstliche Probleme. Die unbelehrbare Rosamond, über alle Maßen beeindruckt von Captain Lydgate, Tertius' hochrangigem (und ziemlich lackaffigem) Cousin, will diesen ihrerseits beeindrucken und erleidet durch einen Sturz beim gemeinsamen Ausritt eine Fehlgeburt.
Dass weder Tertius noch Will den Typen mögen, hat in meinen Augen gar nichts mit Eifersucht zu tun, wie Rosamond glaubt. Der Kerl ist einfach nur aufgeblasen und dämlich.
Sehr hübsch dieses herrlich spitze Zitat:
ZitatCaptain Lydgate's stupidity was delicately scented, carried itself with "style", talked with a good accent and was closely related to Sir Godwin.

Während Rosamond für meine Begriffe recht schnell über die Fehlgeburt hinwegkommt, hat ihr Mann ganz andere Sorgen: im Bestreben, ihr ein angemessenes Heim und zu bieten, hat er sich ordentlich verschuldet, und die Praxis läuft lange nicht so gut wie erhofft - also muss er ihr die missliche Lage gestehen und hoffen, durch den Verkauf einiger Habseligkeiten wieder flüssig zu werden.
Rosamond nimmt die Neuigkeiten natürlich nicht besonders gut auf (vor allem hat sie wohl Angst, ihre Geldprobleme könnten weithin bekannt werden) und wirft ihm noch vor, nicht ihren Vater um Hilfe gebeten zu haben - was für den stolzen Lydgate natürlich überhaupt nicht in Frage kommt.
Immerhin hat sie soviel Anstand, anzubieten, er könne auch ihren Schmuck verkaufen; aber sie verzieht sich lieber zu ihren Eltern, wenn die Sachen abgeholt werden sollen

Kapitel 59
Schon in dem Moment, als Fred Rosamond von Casaubons Testament erzählt hat, war mir klar, dass die die Klappe nicht halten kann und es brühwarm Ladislaw erzählen wird. Und sich dann noch wundert, als der völlig von der Rolle ist. "You ought to be obliged to me for telling you." Aber klar doch.
Kapitel 60
Die Auktion, bei der sich alles, was in Middlemarch Rang und Namen hat, trifft, um das eine oder andere Schnäppchen zu machen, fand ich sehr amüsant beschrieben, fragte mich aber auch, warum Eliot das alles so detailliert schildert.
Nicht, dass es keinen Spaß macht, darüber zu lesen - Trumbull als leutseliger Auktionator ist so lebendig dargestellt, dass ich ihn förmlich hören konnte, ebenso Will Ladislaw, der seinen Auftrag von Mrs. Bulstrode zu erfüllen hat, das Ganze ziemlich widerwillig über sich ergehen lässt und froh ist, als er endlich aus dem Saal flüchten kann.
Und dann kommt der Knaller: Raffles macht sich an Ladislaw heran und spricht ihn auf seine Mutter an, wobei er andeutet zu wissen, warum sie von ihrer Familie davongelaufen ist (so ganz habe ich die Hintergründe da ehrlich gesagt nicht verstanden).
Hach, ich liebe Eliots Beschreibungen:
ZitatThe slim young fellow with his girl's complexion looked like a tiger-cat ready to spring on him.
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Kapitel 61
Hier erfahren wir endlich mehr über Bulstrode, der sich als junger Bankangestellter schon durch einen großen religiösen Eifer ausgezeichnet hat. Durch den Kontakt mit dem reichen Pfandleiher Dunkirk fand er seinen Weg zu größer angelegten Finanzgeschäften, was ja eigentlich nicht wirklich zu seinen religiösen Grundsätzen passt, doch er hat sich das alles irgendwie zurechtgeredet.
Nach Dunkirks Tod hat er dessen Witwe geheiratet, die immer noch auf der Suche nach ihrer davongelaufenen Tochter ist - und ihr verschwiegen, dass er nicht nur weiß, was aus der Tochter geworden ist, sondern auch, dass es einen Enkelsohn gibt, der Anspruch auf sein Erbe hätte. Dass das moralisch höchst zweifelhaft ist, weiß er selbst, doch je länger er sein Wissen verschweigt, umso schwieriger wäre es gewesen, die Wahrheit zu gestehen.
Natürlich hofft er, dass das nie ans Licht kommt, weshalb ihn Raffles' Besuch mit solchem Schrecken erfüllt. Wenn das die Middlemarcher erfahren würden ...
ZitatThe terror of being judged sharpens the memory: it sends an inevitable glare over that long-unvisited past which has been habitually recalled only in gneeral phrases. (...) With memory set smarting like a reopened wound, a man's past is not simply a dead history, an outworn preparation of the present: it is not a repented error shaken loose from the life: it is a still quivering part of himself, bringing shudders and bitter flavours and the tinglings of a merited shame.
Sein schlechtes Gewissen und die Angst ,Raffles könne ihn auffliegen lassen, plagen ihn so, dass er Ladislaw die ganze Chose gesteht und ihm regelmäßige Zahlungen anbietet. Will ist sehr verärgert über die Enthüllungen, aber er lässt sich naturgemäß auch von Bulstrode nicht einfach kaufen und weist den Vorschlag stolz und gekränkt zurück.
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Kapitel 62
Will ist jetzt endgültig entschlossen, Middlemarch zu verlassen, aber nicht, ohne sich nochmals von Dorothea zu verabschieden.
Sir James und Mrs. Cadwallader sind sich unterdessen einig, dass es nicht angeht, wenn Will und Dorothea in Kontakt bleiben, wo Will doch wiederholt alleine bei Rosamond zu Gast war. Also fallen ein paar entsprechende Andeutungen in Dorotheas Beisein. Sie behauptet zwar, ihnen keinen Glauben zu schenken, aber ein Stachel bleibt.
Zufällig trifft sie direkt danach bei ihrem Onkel auf Will, der eine liegengebliebene Zeichenmappe abholen wollte. Er versucht nochmals klarzustellen, dass er sie nie des Geldes wegen hätte heiraten wollen, und wieder schaffen es beide nicht, ihre wahren Gefühle auszusprechen. Will hat nach außen hin mit dem Kapitel Dorothea abgeschlossen, nach allem, was geschehen ist - und ein wenig steht er sich mit seinem Stolz natürlich auch selbst im Weg:
Zitat"I suppose one gets a habit of doing without happiness or hope."
"What I care more for than I can ever care for anything else is absolutely forbidden to me, even if it were within my reach, by my own pride and honour - by everything I respect myself for.":sauer:
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Und weiter geht's mit dem Middlemarch-Marathon.
Gerade gefällt mir das Buch super und auch wenn es ein paar Längen hat, finde ich, dass es insgesamt ein tolles Gesamtkunstwerk ergibt. Es ist irgendwie stimmig, und ich vermute, dass das etwas am symmetrischen Aufbau liegt: Die Kapitel scheinen mir alle gleich lange und auch die Abschnitte kommen laut Kindle-Prozent-Anzeige immer auf eine gleichmäßige Länge. Zusätzlich wird immer mal wieder zwischen den Erzählsträngen gewechselt, so dass Abwechslung reinkommt.
Erstmal zu Valentines Frage: Genau, "make love" hatte damals noch nichts mit Sex zu tun, sondern bezeichnete einfach das Werben um jemanden. Bei Jane Austen kommt das auch recht häufig vor.
Zur Eisenbahn: Das Thema fasziniert mich immer wieder. Ich hab mittlerweile schon die ersten zwei Teile der Verfilmung geschaut und musste direkt schmunzeln, dass diese mit Szenen von Gleißbauarbeiten beginnt und der fortschrittliche Lydgate direkt bedeutungsträchtig feststellt: "The Future!"
Die Eisenbahn hat damals wirklich enorm viel in der Gesellschaft verändert und übrigens auch das Leseverhalten: Es gab an Bahnhöfen Leihbibliotheken, wo man sich ein Buch ausleihen konnte und am Zielbahnhof dann zurückgeben (Der Ursprung der heutigen englischen Buchhandlung W. H. Smith). Die Idee finde ich super. 
Bulstrodes Vergangenheit ist ein ganz schöner Hammer. Was mir sofort durch den Kopf ging, als er Ladislaw doch die Wahrheit gesagt hat, war, dass er das Geld doch super dazu verwenden könnte, um Dorothea doch einen Antrag zu machen. Sie wären von den 500 Pfund zwar nicht so wohlhabend wie gerade, aber Dorothea legt zum Glück ja nicht so viel Wert auf Geld, wie z. B. Rosamond. Lydgate tut mir hier so unendlich leid. Er hat das ganze einfach unterschätzt und sehr traurig fand ich Eliots Bemerkung, dass der Gesichtsausdruck von Lydgate eine unüberbrückbare Distanz zwischen den beiden bringt, die die meisten Frauen mehr verletzt hätte als Ärger und Wut. Sehr schöne, und vermutlich wahre Beobachtung. Ich habe so das Gefühl, dass Rosamonds einziger Antrieb im Leben ist, aus Middlemarch herauszukommen. Deshalb wollte sie wohl keinen Middlemarcher heiraten und legt nun so viel Wert auf Briefverkehr und Besuche bei Lydgates Verwandtschaft.
Freds Entwicklung finde ich beachtlich. Ihm muss tatsächlich sehr viel an Mary Garth liegen. Spannend finde ich hier, dass sowohl die Vincys als auch die Garth jeweils denken, dass ihre Kinder eine bessere Partie machen könnten, wobei die Vincys aber wohl von finanziellen Aspekten geleitet werden und die Garths von moralischen.
Grinsen musste ich bei den Stellen mit Celia und Baby. Ohje... Ich an Dorotheas Stelle würde durchdrehen. Als ob das Kind der Mittelpunkt der Welt wäre... Wobei: Für viele Frauen zu dieser Zeit war es wohl so, denn was gab es denn sonst noch außer die Familie.
Und Dorothea und Will... Ja, was will man sagen. Ich hätte den beiden am liebsten zugerufen, dass sie doch einfach nur reden müssen. Ein blödes Missverständnis, das durch Dorfklatsch entfacht wird, und nun dazu führt, dass beide unglücklich sind. Dorothea hat doch ein bisschen Glück verdient...
Was mir so generell aufgefallen ist: Ich habe im Moment an der Uni ein Seminar über Viktorianische Populärkultur und da behandeln wir gerade Melodramas, wo sich die Handlung von spektakulärer Szene zu spektakulärer Szene hangelt (Melodramas sind auch der Ursprung heutiger Seifenopern). Bei Eliot ist das genau umgedreht. Ich finde es interessant, wie sie Eheschließungen oder auch Rosamonds Fehlgeburt einfach beiläufig erwähnt. Sie scheint genau die Dinge, die in der Gesellschaft und auch im privaten Leben Meilensteine sind nicht so wichtig zu nehmen. Vielleicht will sie sich so ein bisschen von Populärkultur lösen und sich einen Status als ernstzunehmende Autorin erwerben, wobei das mit Roman zu der Zeit sicher nahezu unmöglich war. Ich hab mal gelesen, dass Frauen im 19. Jahrhundert keine Gedichte (was sehr viel höher angesehen war als Romane) schreiben durften und es daher als einzige Möglichkeit gesehen haben, Romane zu schreiben und Gedichte einfließen zu lassen. Habe mich bei manchen der kurzen, anonymen Gedichte zu Kapitelanfang schon gefragt, ob Eliot das vielleicht auch so gemacht hat. Vielleicht sind die Gedichte von ihr? Ich muss mal schauen, ob ich dazu etwas herausfinden kann.
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Erstmal zu Valentines Frage: Genau, "make love" hatte damals noch nichts mit Sex zu tun, sondern bezeichnete einfach das Werben um jemanden. Bei Jane Austen kommt das auch recht häufig vor.Dacht' ich mir doch, dass Du da wieder helfen kannst. Danke!
ZitatDie Eisenbahn hat damals wirklich enorm viel in der Gesellschaft verändert und übrigens auch das Leseverhalten: Es gab an Bahnhöfen Leihbibliotheken, wo man sich ein Buch ausleihen konnte und am Zielbahnhof dann zurückgeben (Der Ursprung der heutigen englischen Buchhandlung W. H. Smith). Die Idee finde ich super.

Hey, das finde ich auch sehr, sehr cool
ZitatIch habe so das Gefühl, dass Rosamonds einziger Antrieb im Leben ist, aus Middlemarch herauszukommen. Deshalb wollte sie wohl keinen Middlemarcher heiraten und legt nun so viel Wert auf Briefverkehr und Besuche bei Lydgates Verwandtschaft.
Aus Middlemarch heraus und auf der gesellschaftlichen Leiter möglichst weit nach oben. Dummes Huhn.
ZitatGrinsen musste ich bei den Stellen mit Celia und Baby. Ohje... Ich an Dorotheas Stelle würde durchdrehen. Als ob das Kind der Mittelpunkt der Welt wäre... Wobei: Für viele Frauen zu dieser Zeit war es wohl so, denn was gab es denn sonst noch außer die Familie.
Richtig. Wobei es von diesen Über-Muttis auch heute noch mehr als genug gibt
ZitatUnd Dorothea und Will... Ja, was will man sagen. Ich hätte den beiden am liebsten zugerufen, dass sie doch einfach nur reden müssen. Ein blödes Missverständnis, das durch Dorfklatsch entfacht wird, und nun dazu führt, dass beide unglücklich sind. Dorothea hat doch ein bisschen Glück verdient...
Das klassische blöde Missverständnis! :sauer:
ZitatIch hab mal gelesen, dass Frauen im 19. Jahrhundert keine Gedichte (was sehr viel höher angesehen war als Romane) schreiben durften und es daher als einzige Möglichkeit gesehen haben, Romane zu schreiben und Gedichte einfließen zu lassen. Habe mich bei manchen der kurzen, anonymen Gedichte zu Kapitelanfang schon gefragt, ob Eliot das vielleicht auch so gemacht hat. Vielleicht sind die Gedichte von ihr? Ich muss mal schauen, ob ich dazu etwas herausfinden kann.
Wenn ich meine Penguin-Clothbound-Ausgabe richtig verstehe, sind die anonymen Texte von ihr.
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Wenn ich meine Penguin-Clothbound-Ausgabe richtig verstehe, sind die anonymen Texte von ihr.
Ah, super, danke. Ich lese auf dem Kindle und da steht das natürlich nicht. Hab auch mal kurz in der Oxford Classics Ausgabe nachgeblättert und so spontan nichts gefunden, aber vermutlich steht es in der Einleitung. In ein paar Wochen hab ich übrigens ne Unistunde zu Middlemarch. Bin schon gespannt auf neue Einblicke und Infos.

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Yup - ich hab's in den Anmerkungen gefunden: "Chapter epigraphs that have no source attached are by George Eliot herself." :smile:
Was ich auch interessant finde: George Eliot selbst war nicht verheiratet und lebte mit einem geschiedenen Mann zusammen.
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Kapitel 54:
Aus sehr persönlichen GRünden hat mich diese Kapitel sehr berührt. Ich sah es direkt vor mir, wie die beiden voreinander standen und keiner in der Lage war, dem anderen seine Gefühle zu nennen, aus Angst sich zu outen und der Berfürchtung, dass der andere nicht so empfindet. Am liebsten hätte ich dies beiden geschüttelt und dann gab es aus lauter Liebesleid noch dieses fürchterliche Missverständnis. :sauer: Ich hoffe so, dass die beiden doch zueinander finden.
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Am liebsten hätte ich dies beiden geschütteltDas ging mir auch so. Ich hab das im Bus gelesen und verziehe dummerweise mein Gesicht immer beim Lesen. Diese Mischung von Agonie und Trauer muss witzig ausgesehen haben.

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Die Szene hat mir auch in der Verfilmung gut gefallen. Wie weit bist Du denn da, Mrs. Dalloway?

Ich sah es direkt vor mir, wie die beiden voreinander standen und keiner in der Lage war, dem anderen seine Gefühle zu nennen, aus Angst sich zu outen und der Berfürchtung, dass der andere nicht so empfindet. Am liebsten hätte ich dies beiden geschüttelt und dann gab es aus lauter Liebesleid noch dieses fürchterliche Missverständnis. :sauer:Da taten sie mir auch beide so wahnsinnig leid und gleichzeitig hätte ich sie am liebsten angebrüllt, doch einfach ehrlich zueinander zu sein.
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Bis Kapitel 57
Ich finde es gut, dass Fred endlich weiß, was er machen möchte und ich kann nur hoffen, dass er es auch durchzieht. Marys Mutter allerdings hätte ich gerne die Meinung gesagt. Diese Anspielung auf Farebrother hat Fred nicht gerade in seinem Weg, welchen er nun gehen möchte, bestärkt. Er sieht nun in dem Geistlichen seinen Rivalen und ich kann nur hoffen, dass sich das wieder legt, denn ich mag den Pfarrer und auch Fred.
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Wie weit bist Du denn da, Mrs. Dalloway?
Erst beim Tod von Casaubon. Die Verfilmung reist mich gerade noch nicht so wirklich mit, aber ich bin generell kein großer Fan von den BBC-Verfilmungen.

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Erst beim Tod von Casaubon. Die Verfilmung reist mich gerade noch nicht so wirklich mit, aber ich bin generell kein großer Fan von den BBC-Verfilmungen.
Och, das macht doch nix. Ich fand die hier insgesamt ziemlich gut, aber das Buch hat mich noch viel mehr gepackt und mich stärker mit den Charakteren mitfühlen lassen. Wobei ich Mary, Casaubon, Will und Dorothea beim Lesen immer in ihrer Filmgestalt vor Augen hatte, die fand ich schon gut besetzt.
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Casaubon fand ich etwas überzeichnet. Der sah immer total vampirig aus, fand ich. Alt muss der Schauspieler sein, das ist ja klar, aber gleich aus nem Schauerroman entsprungen? Dorothea fand ich bisher sehr gut, auch wenn ihre großen Szenen wohl noch kommen, genauso wie bei Will. Rosamond hat mir im Film ganz gut gefallen.
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Ich fand gerade dieses Vampirige gar nicht so schlecht, so wie er Dorothea die Lebensfreude aussaugt und nur grauen Papierstaub hinterlässt ...

Rosamond ist auch gut besetzt, das stimmt.
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So, diesen Teil habe ich nun auch beendet und es zerreißt mir das Herz, wenn ich sehe, wie andere, aber auch Dorothea und Will sich, im Wege stehen, was die Liebe der beiden anbelangt.
Diese Verleumdungskampagne gegen Will finde ich ganz schlimm und egal wie sehr man sich dagegen wehrt, das gesagte bliebt eben doch immer in der Erinnerung hängen. -
Ich hätte zu Beginn des Buch niemals gedacht, dass mir Dorothea so sehr ans Herz wachsen würde (...)Und ich hätte gewettet, dass Du sie am Ende magst
Das ist aber auch schön gemacht in diesem Buch, die Figuren entwickeln sich wirklich. Ich mochte z.B. Fred anfangs nicht so gerne, der mir inzwischen auch sehr lieb geworden ist, so wie er sich um Mary bemüht.Zitatwas ich allerdings von Rosamond nicht behaupten kann. Die geht mir einfach nur tierisch auf den Zeiger, wenn ich das mal so ausdrücken darf.
Mir auch. Ich weiß, ich habe sie in dieser Leserunde wahrscheinlich schon viel zu oft beschimpft, aber sie ist einfach eine blöde Kuh. Das ist genau die Art Vertreterin des weiblichen Geschlechts, die ich so so so so ätzend finde und die an vielen Klischees über Frauen schuld ist
ZitatLydgate hätte ein wesentlich erfüllteres Leben haben können, hätte er sich weiterhin seinem Beruf gewidmet und sich, anstatt zu heiraten eine nette Geliebte an Land gezogen, mit der er wenigsten gemeinsam Spaß hat.

George Eliot selbst hat ja auch nie geheiratet, aber lange Zeit unverheiratet mit einem Mann zusammengelebt
ZitatDiese Verleumdungskampagne gegen Will finde ich ganz schlimm und egal wie sehr man sich dagegen wehrt, das gesagte bliebt eben doch immer in der Erinnerung hängen.
Das tut mir auch so leid. Kein Wort davon ist wahr, aber man sieht, was man sehen will und glaubt nur zu gerne die Gerüchte. Schließlich hat der Knabe ja reichlich seltsames Blut in den Adern, von so einem dahergelaufenen ausländischen Musiker, und einen anständigen Beruf hat er auch nicht
So schade, dass man ihm keine Chance gibt, wo er doch mehr Grips und Charakter hat als so mancher "ehrenwerte" alteingesessene Middlemarcher.