[kaufen='978-3841421517'][/kaufen]
Inhalt:
Wenn jemand stirbt, den du liebst – würdest du den retten, der ihn getötet hat?
Stell dir vor, du konntest fliehen – vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden – eine Liebe, die das System töten wollte.
Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist.
Es wird alles verändern.
Dein Leben.
Deine Liebe.
In den zerklüfteten Schluchten der Canyons hat Cassia nicht nur ihre große Liebe Ky wiedergefunden – sondern auch die Erhebung, eine Untergrundbewegung, die das System stürzen will. Als sich beide der Erhebung anschließen, müssen sie sich jedoch trennen. Ky wird auf einem Stützpunkt in einer Äußeren Provinz zum Piloten ausgebildet und Cassia in die Hauptstadt beordert. Dort trifft sie auf Xander, der als Funktionär für die Gesellschaft arbeitet. Kann sie sich ihm anvertrauen?
Als eine tödliche Seuche ausbricht und die gesamte Bevölkerung zu vernichten droht, muss Cassia eine Entscheidung treffen …
Meine Meinung:
Ich habe das Buch übrigens auf Englisch (Reached) gelesen.
Da mir aufgefallen ist, dass ich doch etwas ausschweifender in meiner Rezension war, hier mal eine Kurzfassung:
Ein schönes Lesevergnügen, dass durch einen einfachen Lesefluss und seinen poetischen Schreibstil überzeugt. Ein Buch, das durchaus mehr Tiefgang und Emotionalität mit sich hätte bringen können. Auch Story technisch eröffnet es keine neuen Horizonte, aber trotzdem ist es für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch eine nette Unterhaltung. Allerdings musste ich mir am Ende auch so einige Fragen stellen, die es mir nun umso schwerer machten, das Buch wirklich festzupinnen und auf einen richtigen Nenner zu bringen.
Und jetzt etwas ausführlicher:
Das Buch ist im typischen Jugendstil auch auf Englisch gut und einfach lesbar, bis auf ein zwei Stellen wo es um den Virus und seine Entwicklungen geht, aber diese Wörter kann man recht einfach aus dem Zusammenhang erschließen. Die Gedichte so wie der allgemeine Stil der Autorin lassen das Werk beinahe poetisch erscheinen was noch durch die einzelnen immer wiederkehrenden Gedichtzeilen unterstrichen wird.
Was ich auch sehr schön fand ist die Frage mit der Cassia konfrontiert wird, ist es wirklich nur Zeitverschwendung ein Liebesgedicht zu schreiben, das wohl tausende vor einem auch schon mal in ähnlicher Weise getan haben oder geht es vielleicht viel mehr um die eigenen Erfahrungen, die eigene Bedeutung und die eigenen Gefühlen die man dort hineinschreibt? Das wofür man es schreibt, oder für wen man es schreibt? Und kann man nicht auch in den eindeutigsten Bildern und Gedichten oder Liedern immer noch irgendwas finden, dass ein bisschen mehr ist?- dass ein bisschen was eigenes hat?
Allgemein plätscherte das Buch die meiste Zeit so vor sich hin, nicht dass es sich gezogen hätte oder das es langweilig wurde- nein eigentlich gar nicht. Es war nicht so unglaublich spannend, dass ich es nicht aus der Hand hätte legen können aber es hat mich doch in seinen so ganz eigenen Bann gezogen. Die meiste Zeit des Buches kam es mir so vor als warte ich noch auf den großen Knall- der Bang- der alles aus den Fugen hebt, der die Welt aus ihren Angeln schleudert und mich vollkommen erschlägt und so bestand das Buch eigentlich nicht aus einer durchgehenden Spannungskurve sondern eher aus einer gigantomanischen Erwartungskurve, die sich dann aber leider gegen Ende wunderbar aufgelöst hat- so wunderbar genauer gesagt- dass ich gar nicht mitbekommen habe wann das Warten zu Ende war und ich das eigentliche Ende der Geschichte an sich lese. Obwohl die Plage wohl das große bedrohende Übel war ist das bei mir irgendwie nie so richtig angekommen (nicht das es an der Plage an sich lag, ich habe auch schon wunderbare Bücher gelesen wo ich nur aufspringen und nach einem Allheilmittel suchen wollte!). Dies war einer der Punkte welcher mich an dem Buch gestört hat, es hat mich zwar etwas berührt durch die Art wie es geschrieben wurde aber eigentlich hatte die Geschichte viel mehr Möglichkeiten gehabt. Möglichkeiten von großen Gefühlen, von Emotionen die einen packen und mitreisen, die einen zum Lachen und Heulen hätten bringen können aber das kam einfach nie so richtig rüber. So war ich mir natürlich der schrecklichen Lage und der Bedrohung klar aber es ist irgendwie an mir vorbei gezogen.
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Selbst als man denken konnte Ky würde es nicht überleben oder als man von Cassias Vater Tod gelesen hat, war das alles irgendwie nur so ein „aha okay“ Gefühl…
Was einerseits ein guter Punkt aber wohl auch zu einem Problem für die Autorin wurde, war die Tatsache, dass es drei Erzählperspektiven gab. Cassia, Ky und Xander erzählen jeweils ihre Sicht. Das gab endlich auch Xander die Chance sich zu entfalten sich von seiner Zweidimensionalität abzuheben. Im ersten Band mochte ich ihn ja gar nicht, was aber daran lag, dass es mal wieder zu einer typischen Dreiecks-Liebes-Drama-Kiste kam und diese nerven mich manchmal echt einfach nur unglaublich. Aber schon ab dem zweiten Band habe ich schnell gemerkt, dass es so was nicht werden würde. Diese Liebesgeschichte war eindeutig immer die von Cassia und Ky und keiner konnte sich da dazwischen drücken. Aber Liebe kann man ja nicht so einfach abstellen nicht? Deshalb hat mir nicht nur Xanders Entwicklung im dritten Band so gut gefallen. Er ist nicht mehr nur der blonde, blauäugige gute Nachbarsjunge, sondern ein Heiler der durch seinen eigenen „Canyon“ gehen musste und am anderen Ende als ein ganz anderer Mann herauskam. Er hat mehr Tiefgang bekommen als irgendwer sonst im Buch. Normalerweise habe ich ja immer so ein Problem mit diesen Heiler Figuren (habe wohl schon zu viele gesehen, die einfach total langweilig und ohne Tiefgang waren…) aber Xander ist mir in diesem Buch richtig ans Herz gewachsen.
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Deshalb war ich auch über sein Ende (oder besser seines und Leis) so froh. Es ist ein happy end seiner eigenen Art, das einen zeigt das nicht nur die große erste Liebe von Ky und Cassia etwas Wunderbares ist sondern auch die zweite Liebe und der Weg zu dieser wunderschön (und holprig) sein kann.
Natürlich gibt es aber auch immer Schwierigkeiten wenn man ein Buch aus drei Sichtweisen schreibt und so tritt die eigentliche Hauptfigur, also Cassia, immer mehr in den Hintergrund des Geschehens, sie kommt mir teilweise wie eine Randfigur in ihrem eigenem Buch vor. Auch die Liebesgeschichte von Cassia und Ky kommt in diesem Buch um einiges kürzer. Wahrscheinlich bin ich es aber auch einfach aus den anderen Jugendbüchern so gewöhnt, dass sich die ganze Welt um die Hauptfigur dreht, dass es mir jetzt im Nachhinein so wie es in Reached ist eigentlich einleuchtender ist. Es gibt ja schließlich noch alle Erwachsenen und dutzende(Hunderte, Millionen) anderer Menschen, warum sollten die also um ein ganz normales Durchschnitts Mädchen großes Aufregen machen. Sie ist hilfreich für ein gutes Ende, sie trägt dazu bei die Plage zu „besiegen“ aber am Ende ist sie nur ein normales Mädchen, wie es wahrscheinlich dutzende andere auch geben könnte.
Im Allgemeinen gibt einem das Buch einige Anstöße zum Nachdenken. Viele Dinge bleiben wie im wahren Leben auch ungreifbar und ungelöst. Der Beginn von der Society wie auch der Rebellion bleiben immer noch im Unklaren. Ich hätte mir gewünscht mehr über den Pilot zu erfahren, andererseits bleibt sich die Autorin dem Charakter des Piloten auch treu. Der Pilot der weder Mann noch Frau sein muss, der nie wirklich greifbar ist. Der Pilot? Welcher genau? Pilot des eigenen Lebens sein, so wie Indie? Oder wie Orker ein Pilot anderer , ein Vorbild für Xander? Jemand dem man folgen kann und der ein Anführer ist wie der Anführer der Rebellion? Oder Ky , der nie jemanden anführen wollte, der immer wieder seinen Weg zu Cassia findet und ihr den Weg zu sich weist, der eben auch einfach nur ein guter Pilot (im Sinne von Fliegen) ist?
Die Archivisten waren ungefähr genauso schwer greifbar wie der Pilot oder auch die Society und die Rebellion. Ist es am Ende nicht sogar egal wer an die Macht kommt, sind die beiden nicht vielleicht sogar ein und dasselbe? Wer wurde manipuliert, wer hat manipuliert? Ein einziges Wirrwarr aus Leben und Handlungen die keinen Sinn haben müssen und auch keinen einleuchtende Erklärung brauchen, die einfach sind was sie sind….
Auch am Ende gibt es noch offene Fragen. Was passiert in der Zukunft? Wer wird gewählt? Macht es überhaupt einen Unterschied ob es Society oder Rebellion ist? Aber auch das macht das Buch für mich nur realistisch greifbarer, weil es wie im echten Leben eben nie Antworten auf alles gibt und ganz sicher nicht auf die Zukunft.
Am Ende bleibt der Gedanke war es nun gut oder schlecht, wenn ich es nur oberflächlich lese so ist das Buch ein einfaches Lesevergnügen aber je mehr Fragen ich mir stelle desto mehr muss ich doch immer weiter nachdenken und grübeln, vielleicht sogar auch über den Sinn des Lebens ![]()
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Oh mein Gott, okay, das war lang aber jetzt habe ich mir mal alles von der Seele geredet. Puh, das tat gut ![]()
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und ich vergebe gerade noch 