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Elizabeth George - Wer die Wahrheit sucht/A Place of Hiding

  • Valentine
  • 21. Dezember 2015 um 09:12
  • Zum letzten Beitrag

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 3.202 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (22. April 2025 um 08:27) ist von Juva.

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    35
    • 21. Dezember 2015 um 09:12
    • #1

    [kaufen='3442462983'][/kaufen] [kaufen='1444738364'][/kaufen]

    Deborah St. James traut ihren Augen kaum, als sie an einem nassen Herbstabend die Tür öffnet und Cherokee Rivers draußen steht. Den Bruder von China, ihrer besten Freundin während ihrer Zeit in den USA, hat sie schon Jahre nicht mehr gesehen. Sein plötzliches Auftauchen ist kein Höflichkeitsbesuch, sondern ein Hilfeschrei. China ist auf Guernsey verhaftet worden und steht unter Mordverdacht. Cherokee macht sich Vorwürfe, denn hätte er sich nicht auf einen dubiosen Auftrag eingelassen und China zum Mitkommen überredet, wären die beiden Geschwister nie auf der Kanalinsel gelandet.

    Deborah und ihr Mann Simon begleiten Cherokee kurz entschlossen nach Guernsey zurück und versuchen, auch mit Hilfe ihrer guten Kontakte zur Polizei - schließlich ist Simon Inspector Thomas Lynleys alter Freund - das Rätsel um den Mord an Guy Brouard zu lösen, den man China zur Last legt. Doch natürlich ist das alles nicht ganz so einfach. Brouard umgibt ein undurchsichtiges Beziehungsgeflecht, und obwohl der wohlhabende Mann auf der Insel als spendefreudiger Wohltäter galt, scheint er auch ein launischer, schwieriger Mensch gewesen zu sein, so dass mehr als eine Person möglicherweise Grund hätten, ihm Böses zu wollen.

    Zwar gehört der Roman zur Lynley/Havers-Serie, Lynley selbst tritt jedoch nur in wenigen Szenen und Havers gar nicht in Erscheinung. Elizabeth George überlässt das Feld hier gänzlich Simon und Deborah, die von Anfang an wichtige Begleitfiguren in der Reihe waren. Das wird sicherlich nicht jedem gefallen, ich fand den Ansatz aber gar nicht so schlecht, mal andere "Ermittler" ins Rennen zu schicken. Dabei muss ich allerdings zugeben, dass Deborah in diesem Buch sogar mich genervt hat, die ich sie in der Vergangenheit meistens verteidigt habe. Sie verhält sich oft mehr als kindisch und schafft es nicht, bei ihrem Mann Berufliches vom Privaten zu trennen. Sein professionell-objektives Verhalten bezieht sie komplett auf sich und empfindet es als Zurückweisung oder gar Verrat - das war mir wirklich etwas "too much" bei einer vermeintlich erwachsenen Frau.

    Der Mordfall Brouard ist hübsch verworren und undurchsichtig, irgendwann erscheint jeder aus dem Umfeld des Toten verdächtig. Zunächst geht es etwas sehr gemächlich zur Sache, doch das Tempo zieht nach und nach an, bis es zu einem aufregenden Showdown kommt. Gut gefallen hat mir, dass die Geschichte Guernseys im Zweiten Weltkrieg rund um deutsche Besetzung und versuchten Widerstand bei diesem Fall eine große Rolle spielt und bis in die Gegenwart hinein ihre Auswirkungen zeigt.

    Die Auflösung hat mich sehr überrascht, wenn auch nicht bis ins Kleinste überzeugt - das eine oder andere Detail hätte da für meine Begriffe gutgetan. Im Vergleich zum Vorgängerband, dessen offenes Ende mich wirklich geärgert hat, sind das aber Peanuts.

    4ratten

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Alice
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    • 16. Januar 2025 um 21:26
    • #2

    (Ich lese die Reihe ja mit großer zeitlicher Verzögerung und schreib mein Fazit mal hier rein - also nicht in den gemeinsamen "Lesethread". Hoffe, das passt so...)

    Ich habe diesen Band in eine SLW-Liste aufgenommen, um nicht nach dem eher zähen Band 11 "hängenzubleiben", wie es ja wohl auch jemandem passiert ist - das immerhin hat dieser Band 12 geschafft, ich werde weiterlesen.

    Valentine ist ja schon gut auf den Inhalt eingegangen - womit ich ein wenig "innerlich diskutiert" habe, ist die enorme Ausführlichkeit, die mit der gestiegenen Seitenzahl einhergeht (Band 11 war seitenmäßig aber noch mal umfangreicher). Einerseits resultiert aus diesem Detailreichtum ein sehr farbiges Bild des Setting und der Charaktere - bei einem Krimi ist es ja auch oft so, dass sich einige solcher Details später oft als durchaus wichtig herausstellen. Seine Grenze erreichte das allerdings bei mir bei der ausführlichen Beschreibung des von der Nachbarin gestifteten Lauch-Hähnchen-Pies nebst dem Verzehrvorgang durch Frank und seinen Vater Graham.. auf solche Passagen hätte ich gut verzichten können.

    Auch die Zahl der Handlungsstränge mit Konfliktpotential war mir eher ein wenig zu hoch - und schade fast, dass sich ein eher weniger eingehend behandelter (jdfalls in meinem Empfinden..) später als der "zielführende" herausstellt und die anderen teilweise ein wenig in der Luft hängen bleiben.

    Mit Adrians Mama und Billy gibt es diesmal zwei wirklich wirkungsvolle "Hassobjekte" - völlig unwahrscheinlich erscheinen sie dabei nicht, aber schon durchaus.. eindimensional.

    Aber das ist Meckerei auf hohem Niveau - das Ganze ist kunstvoll verwoben, trotz der Länge spannend und farbig be- und geschrieben, und ich bin wieder "drin".

    (Ich werd jetzt mal nachsehen gehen, wie sich das mit den Seitenzahlen entwickelt..)

  • Sagota
    Booktraveler
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    • 16. Januar 2025 um 22:32
    • #3
    Zitat von Alice

    Ich habe diesen Band in eine SLW-Liste aufgenommen, um nicht nach dem eher zähen Band 11 "hängenzubleiben", wie es ja wohl auch jemandem passiert ist -

    das könnte ich gewesen sein... ^^

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    • 17. Januar 2025 um 08:53
    • #4

    Ich meine, der hier und der mit dem Geiger seien mit die dicksten Bände gewesen.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Kirsten
    Radbiest
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    • 21. April 2025 um 21:33
    • #5

    In diesem Teil der Reihe tauchen die üblichen Protagonisten kaum auf, nur Thomas Lynley hat einen kurzen Auftritt, als Deborah und Cherokee ihn um Unterstützung bitten. Deborah und Simon sind diejenigen, die in dem Fall ermitteln. Obwohl das auch nur einen kleinen Teil der Handlung einnimmt. Die Autorin konzentriert sich hauptsächlich auf Guys Familie und die Bekannten und die komplizierten Beziehungen untereinander.

    Dabei gibt es zahlreiche Motive und fast ebenso viele potentielle Verdächtige. Und es wird immer deutlicher, dass der Tote kein wirklich sympathischer Mensch war, auch wenn seine Schwester nur gut über ihn spricht. Aber auch sie gibt zumindest vor sich selbst zu, dass ihr Bruder sich nicht immer korrekt verhalten hat.

    Auch an Deborahs Verhalten ist nicht immer korrekt. Sie fühlt sich China gegenüber verpflichtet, weil die in einer schweren Zeit für die da war. Gleichzeitig hat sie das Gefühl, dass Simon ihre Bemühungen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, nicht ernst nimmt. Mehr als einmal gibt es deswegen Streitereien und wegen des Grolls gegenüber ihrem Mann trifft sie oft unüberlegte Entscheidungen.

    Das Verhältnis zwischen den Geschwistern fand ich seltsam und konnte nicht verstehen, warum China mit ihrem Bruder mitgegangen war. Ich hatte auch das Gefühl, dass Deborah beide im rosigen Licht der Vergangenheit sieht und nicht erkennt, wie sehr sie sich seit ihrer Zeit in den USA verändert haben.

    Viel ermittelt wird nicht, das Meiste ergibt sich aus Gesprächen oder Erinnerungen. Oft ist es sogar so, dass Deboras Versuche, die Wahrheit herauszufinden, sie eher davon entfernen, weil sie emotional zu verwickelt ist. Interessant fand ich dagegen, wie die Bewohner von Guernsey Simon und sie wahrgenommen haben. Dieser Blick von außen auf bereits bekannte Charaktere kommt nicht so oft vor. Aber insgesamt gab es mir dieses Mal zu viel persönliches Drama, zu wenig Ermittlungen und eine zu emotionale Deborah.

    3ratten

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Juva
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    • 22. April 2025 um 08:06
    • #6

    Ich habe dieses Buch in den Jahren seit dem Erscheinen der deutschsprachigen Hardcoverausgabe 2004 mindestens viermal angefangen und dann wieder weggelegt, jetzt ist es endlich gelesen, aber wirklich zufrieden bin ich damit nicht.

    Das, was mich direkt von Anfang an gestört hat, zieht sich leider auch durch das ganze Buch: alles ist furchtbar weitschweifig erzählt, erst nach 165 Seiten beginnen die Ermittlungen, weil das Ehepaar St. James und der Bruder der vermeintlichen Täterin erst dann auf Guernsey eintreffen. Bis dahin wird zwar schon ein Teil des Figurenensembles näher vorgestellt, aber wirklich unterhaltsam ist das nicht. Und viele dieser Figuren sind generell recht klischeehaft dargestellt, das habe ich aus anderen Romanen der Autorin deutlich gelungener in Erinnerung: der alte, reiche Mann mit den vielen (jungen) Geliebten, die böse Ex-Frau, der verkorkste Sohn, das treue Dienerehepaar...

    Auch das Verhältnis zwischen Simon und Deborah ist phasenweise sehr merkwürdig, für mich am besten in einer Szene fassbar, in der sie von ihm nicht wie ein Kind behandelt werden will und er ihr antwortet, sie solle sich nicht wie eins benehmen. Aber genauso erscheinen die beiden in weiten Teilen des Romans: sie wie ein trotziges, unvernünftiges Kind, er wie der weise Übervater, der mit Nachsicht reagiert. Das ist alles nicht wirklich neu, und hat man in anderen Romanen der Autorin auch schonmal besser gelesen.

    Das Ende hat mich nicht überzeugt, es erscheint nach all dem Aufwand mit der Figuren- und Motivkonstellation ziemlich banal. Insgesamt ist der Roman aus meiner Sicht zu lang und verliert sich zu sehr in Nebenschauplätzen, das schadet der Spannung durchaus.

    Ich bin froh, mit diesem Teil der Serie nun durch zu sein, denn ich möchte die weiteren Bände auf jeden Fall lesen und hoffe einfach, dass diese wieder etwas spannender sind.

    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Kirsten
    Radbiest
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    • 22. April 2025 um 08:24
    • #7

    Das war wirklich nicht der beste Teil der Reihe. Deborah wird hier eher negativ dargestellt und dieser Eindruck ist bei mir noch lange haften geblieben.

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Juva
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    • 22. April 2025 um 08:27
    • #8

    Ja, so emotional schwankend und teil uneinsichtig wurde sie bisher nicht dargestellt. Und für mich passte gar nicht dazu, dass sie auf der anderen Seite dann andere Menschen erreicht und zu Aussagen bringen kann, wo dies etwa der Polizei nicht gelingt (und Simon in dieser Hinsicht auch total an sie glaubt, während er sonst auch genervt von ihr ist).


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