Manna Francis - Mind Fuck (Administration 1)

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    Auf der Webseite der Autorin findet sich ein Überblick über ihre zahlreichen Werke (von kurzer Kurzgeschichte bis zu mittlerweile 9 Romanen) in der Welt der "Administration", die kürzeren Stücke sind teilweise auch direkt dort lesbar, jeweils mit einem Hinweis versehen, welche Sexspielarten oder Gewaltdarstellungen sie beinhalten. „Mind Fuck“ ist allerdings der Einstieg, man lernt die Hauptfiguren kennen und bekommt einen Eindruck vom Weltaufbau. Dieser gefällt mir ganz gut, ich empfinde die beschriebenen Entwicklungen als prinzipiell glaubwürdig und mir sind keine Unstimmigkeiten aufgefallen. Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob die Autorin wirklich an ihrer Welt liegt oder sie einfach nur die passende Kulisse für das Sexleben ihrer Figuren darstellt.


    Europa ist eine von Lobbyisten gelenkte und Bürokraten geführte Diktatur, Hauptfigur Val Toreth arbeitet für die „Administration“. Er gehört zur Division Investigation and Interrogation, die sich um Kapitalverbrechen inkl. jeglicher Kritik an der Regierung kümmert, auch Folter gehört zum Spektrum der Interrogation-Tätigkeit.


    Bei den Ermittlungen zu einem Todesfall in einer Firma, die gerade eine Art Liege für die perfekte Virtual Reality entwickelt hat, trifft er auf den Chefentwickler und ist von ihm fasziniert. Die Autorin nutzt das Szenario für einige, größtenteils homosexuelle, teilweise in den SM bzw. Bondage-Bereich gehende Sexszenen, die ich aber keinesfalls als störend, sondern gut zur Geschichte passend empfand, von der Menge her mit üblicher Romatic Suspense vergleichbar. Hauptsächlich geht es in „Mind Fuck“ um Macht in jeder ihrer Spielarten und da ist Sex nur ein Teilaspekt. Die Welt der Administration ist gierig, kalt und machthungrig und Menschenleben, vor allem die von denen, die sich kritisch äußern, zählen nicht viel – solange man sich bei seiner Vorgehensweise an die Bürokratie hält und keinem Mächtigeren auf die Füße tritt. Das hat zur Folge, dass es in der Geschichte an netten Menschen mangelt: gut gibt es nicht, nur etwas weniger schlecht… - Das setzt die Autorin aber konsequent um, so dass mir der Roman insgesamt gut gefallen hat.


    „Mind Fuck“ ist (für Leser homosexueller Romane rauerer Spielart) ein ordentlicher Thriller in einer dystopischen Zukunft.


    4ratten

  • Der Titel kam mir sehr bekannt vor, obwohl ich nicht so viel Romane aus diesem Genre lese. Und ich hatte recht, mein Titel kam aus einer ganz anderen Ecke :breitgrins:

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.