Katherine Arden - The Girl in the Tower/Das Mädchen und der Winterkönig

Es gibt 1 Antwort in diesem Thema, welches 968 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • Hallo ihr Lieben!


    Ich bin zurück mit neuen Schwärmerein zu Katherine Arden und ihrer immer noch ausgezeichneten Winternight Serie. Achtung: Ein paar Spoiler zum ersten Teil kann ich nicht vermeiden, also Weiterlesen nur auf eigene Gefahr.


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    Die Winternight Trilogie:
    [list type=decimal]
    [li]The Bear and the Nightingale[/li]
    [li]The Girl in the Tower[/li]
    [li]The Winter of the Witch (August 2018)[/li]
    [/list]


    Inhalt:
    For a young woman in medieval Russia, the choices are stark: marriage or a life in a convent. Vasya will choose a third way: magic...
    The court of the Grand Prince of Moscow is plagued by power struggles and rumours of unrest. Meanwhile bandits roam the countryside, burning the villages and kidnapping its daughters. Setting out to defeat the raiders, the Prince and his trusted companion come across a young man riding a magnificent horse.
    Only Sasha, a priest with a warrior's training, recognises this 'boy' as his younger sister, thought to be dead or a witch by her village. But when Vasya proves herself in battle, riding with remarkable skill and inexplicable power, Sasha realises he must keep her secret as she may be the only way to save the city from threats both human and fantastical...


    Meine Meinung:
    Der zweite Band dieser Trilogie geht da weiter, wo der erste aufgehört hat, allerdings nicht sofort mit unserer bisherigen Heldin, Vasya, sondern mit ihren Geschwistern, die vor vielen Jahren ausgezogen sind um ein eigenes Leben zu beginnen. Olga ist Prinzessin und Mutter, Sasha ist Priester, und beide erleben im Moskau mit, wie das politische Klima in Rus sich verschlechtert. Der Prinz schuldet Abgaben, Banditen zerstören Dörfer und stehlen Mädchen, und es gibt noch immer keinen Thronfolger - doch Olga ist hochschwanger und man hofft auf einen Jungen.


    Vasya reitet underdessen von ihrem Zuhause davon, weg von den Möglichkeiten, die ihr als junge Frau offenstehen: das Kloster oder die Heirat mit irgendeinem Lord, der sie gefangen hält. Für Vasya ist das keine Wahl und sie reitet auf ihrem treuen Pferd Solovey einfach fort. Weil sie schnell merkt, wie viel praktischer und leichter es ist, sich als Mann auszugeben, versteckt sie schon bald ihre langen Haare und trägt Männerkleidung - und schon scheint die Welt sich ihr ein Stückchen weiter zu öffnen. Als sie auf die Gruppe Banditen trifft, die schon länger ihr Unwesen treiben, trifft sie auch ihren Bruder Sasha wieder, der sie trotz Verkleidung erkennt. Auch der Prinz lernt Vasya kennen - als Vasilii Petrovich statt Vasilisa Petrovna - und weil dieser Gefallen an dem cleveren jungen "Mann" findet, muss Vasya ihre Scharade aufrecht erhalten. Was passiert, wenn die Lüge auffliegt, will sie sich gar nicht vorstellen.


    Während das erste Buch sich fast ausschließlich im Wald bzw. Vasyas Dorf abspielt, sehen wir hier mehr von der weiten Welt. Vasyas Ankunft in Moskau ist wie ein Kulturschock, nicht nur für sie, sondern auch für ihre Schwester Olga, welche die Regeln des Hofes mit jedem Atemzug lebt. Auch wenn zwischen den Geschwistern Geheimnisse bestehen, hat man beim Lesen sofort dieses Gefühl von Familie, von totalem Zusammenhalt, egal was kommt. Besonders Vasyas Freundschaft mit ihrer Nichte Marya hat mir gefallen. Die beiden finden einfach sofort zueinander und machen noch einmal deutlicher wie eingeengt ein Leben als Frau sein kann. Nicht einmal einen Fuß vors Haus setzen zu dürfen, wenn man frische Luft schnappen will, weil das den eigenen Ruf schädigt oder die Jungfräulichkeit gefährdet... Auch Vasya lernt immer mehr wie praktisch es ist ein Mann zu sein.


    Doch es geht nicht nur um Wiedersehen und Politik, auch die mythologischen Wesen und Hausgeister des ersten Buches lassen sich wieder blicken. Zwischen Morozko und Vasya herrscht bei jedem Treffen eine derartige Spannung, dass ich die beiden hin und wieder einfach schütteln und anschreien wollte. :breitgrins: Über Morozko selbst erfährt man ein kleines bisschen mehr, ebenso wie über Vasyas eigene Herkunft und ihre Fähigkeit Geister zu sehen, obwohl andere das nicht können. Wirklich erklärt wird nicht viel, aber man bekommt gerade genug Ahnung, dass man das Buch zufrieden zuschlagen kann.


    Insgesamt war dieser Band actionreicher als der Vorgänger, mit Pferderennen, Kämpfen, gefährlichen Situationen (seien es Gespräche am Hof des Prinzen oder ein Messer an der eigenen Kehle) und der Tatsache, dass Vasya ihre wahre Identität verstecken muss - langweilig wurde es jedenfalls nie. Und obwohl Katherine Arden ihre wunderschöne Sprache beibehält, besonders wenn Vasya mit Pferden zu tun hat, hat mir die ländliche Atmosphäre des ersten Bandes ein wenig gefehlt. Das ist aber mein einziges Manko und das lässt sich durch den Handlungsort erklären. Eine Hauptstadt ist nun mal nicht so romantisch wie ein Dörflein im Wald. Ich hoffe, dass der nächste Band wie versprochen im August erscheint, denn ich will unbedingt mehr Abenteuer mit Vasya!


    5ratten

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • HoldenCaulfield

    Hat den Titel des Themas von „Katherine Arden - The Girl in the Tower“ zu „Katherine Arden - The Girl in the Tower/Das Mädchen und der Winterkönig“ geändert.
  • Mittlerweile sind Band 1 und 2 auch in Deutschland erschienen. Meine Rezi bezieht sich auch auf diese Ausgabe :)


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    Inhalt:

    Wasja, die nach den Ereignissen aus Der Bär und die Nachtigall fliehen musste, genießt ihre neuen Freiheit. Mit dem Pferd, das ihr der Winterkönig geschenkt hat, streift sie durch das mittelalterliche Russland. Doch eigentlich möchte sie vor allem endlich ihre Geschwister in Moskau wieder sehen. Als sie auf ihrem Weg dorthin einige Mädchen aus den Händen von Banditen befreit, überschlagen sich die weiteren Ereginisse und Wasja wird als Junge am Hofe des Fürsten in Moskau eingeführt. Von ihren Geschwistern Sascha und Olja gedeckt, ist ihr klar, das sie alles tun muss, um ihre wahre Identität zu verbergen. Doch auch der Winterkönig hat sie nicht vergessen und auch in Moskau warten Gefahren auf sie, mit denen sie nicht gerechnet hätte...


    Meine Meinung:

    Ich liebe Band 1 "Der Bär und die Nachtigall". Und auch "Das Mädchen und der Winterkönig" konnte mich für sich einnehmen, auch wenn ich zugebe, das mir persönlich an ein paar Stellen die Märchenhafte Atmosphäre des Vorgängerbandes gefehlt hat - so kommt dann auch der Abzug zu Stande. Ich habe einfach ein bisschen den Zauber vermisst, der Märchen ja oft inne wohnt.


    Dieser Roman nun ist hm quasi bodenständiger und legt den Fokus auf neue Themen. Das ist auf jedenfall für die eigentliche Handlung spannend, da man nicht nur einen Ortswechsel mit vollzieht, ohne das es gewollt wirkt, sondern auch neue Figuren kennenlernt. Es hat mir gefallen das man so auch einen Blick auf Wasjas Schwester Olga erhascht, wobei ich bei manchen Entwicklungen im späteren Verlauf tatsächlich noch etwas mehr von ihrem Leben in Moskau gewusst hätte. Da wurde mir manches zu sehr nur angedeutet und nicht ganz aus erzählt. Generell fand ich es aber gut, das Wasja in Moskau nicht auf sich alleine gestellt ist. Ihr Bruder Sascha steht hier ja auch sehr im Fokus. Es ist schön das sie nun Familie hat, die ihr wohlgesinnt ist, etwas das man ihr nach den Ereignissen aus Band 1 wirklich sehr gewünscht hat.


    Ich fand es auch total interessant den Fürstenhof und seine Gepflogenheiten näher kennen zu lernen. Normalerweise nervt es mich ja oft, wenn Frauenfiguren sich als Männer verkleiden. Aber hier hat Katherine Arden es geschafft, das Ganze glaubwürdig zu konstruieren. Außerdem hätte Wasja vieles nicht tun können, wenn sie als Frau vor dem Fürst erschienen wäre. Dieser Unterschied zwischen Frauen und Männern in Rus wird dadurch herausgearbeitet und sorgt dafür, das die Handlung ihre Logik nicht verliert.

    Auch ein Widersehen mit der ein oder anderen bereits bekannten Figur darf nicht fehlen, wobei mir der hmm ich sag mal Bösewicht in diesem Band auch gefiel. Es hat Spaß gemacht, ihm zu Misstrauen und abzuwarten, was er wohl wirklich vorhat :lachen: Arden gelingt es meiner Meinung nach immer großartig, die Beweggründe einzelner Charaktere heraus zu arbeiten, sodass auch Figuren die man persönlich sehr mag, auch mal Dinge tun, die man ihnen nicht positiv auslegen kann. Genauso kann man dadurch aber auch Handlungen der Gegenseite verstehen.


    Lange wusste ich nicht genau, was die Autorin in diesem Band erzählen würde, hi und da fand ich tatsächlich das die Handlung ein paar kleine Längen hatte. Aber insgesamt mochte ich die Geschichte wieder sehr gerne und es gefiel mir sehr sehr gut. Vor allem wird gerade hier auch Wasjas Charakter noch mal sehr deutlich, sie möchte sich frei entfalten können und nicht als verheiratete Frau oder Nonne weggesperrt von der Welt leben. Und trotz der ganzen Ereignisse die dann auch die nötige Spannung erzeugen, geht es eben letztendlich im Kern darum: Das man das Recht hat sich die Freiheit zu nehmen selbst zu entscheiden, wer man sein möchte und wie und wo man sein Leben bestreiten will.

    In Wasjas Leben bestimmten normalerweise Männer darüber, welche Rechte Frauen eingeräumt wird. Das Wasja genau das mit ihrem Verhalten hinterfragt, ist die eigentliche Bedrohung. Tatsächlich kann sie mit der Welt der Geister, die sie schon von klein auf kennt, weit besser umgehen, als mit der Gesellschaft in Moskau, die erwartet das sie sich Regelkonform anpasst. Selbst ihre Geschwister sind eigentlich mit ihrer Schwester überfordert.

    Ich bin jetzt erstmal total gespannt auf Band 3, da das Ende wieder eine neue Wendung bereit hält, die für den dritten Band relevant wird.


    4ratten


    Meine Abzüge sind schon sehr im Vergleich zu Band 1 zu betrachten. Das möchte ich hier explizit noch mal betonen!