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Angharad Price - The Life of Rebecca Jones/Das Leben der Rebecca Jones

  • Valentine
  • 13. Oktober 2020 um 12:10
  • Zum letzten Beitrag
Bitte achtet auf die aktuelle Regeländerung der Forenregeln (Punkt 7) - KI-Texte werden hier im Forum nicht geduldet und unverzüglich gelöscht!

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 1.923 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (16. August 2025 um 09:13) ist von illy.

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    35
    • 13. Oktober 2020 um 12:10
    • #1
    [kaufen='9780857387127'][/kaufen][kaufen='9783423280389'][/kaufen]

    Rebecca wird 1905 in Maesglasau in Wales geboren, einem stillen Tal, in dem man von der Landwirtschaft lebt wie in den Jahrhunderten zuvor, weit weg von der industrialisierten Welt.

    In rascher Folge kommen drei weitere Kinder zur Welt, drei Jungen, zwei von ihnen von Geburt an blind. Später folgen noch mehr Geschwister, von denen eines als Baby stirbt und ein weiteres ebenfalls erblindet. Die Behinderung der Brüder entscheidet auch über die weiteren Lebenswege von Rebecca und Bob, dem zweitältesten, denn damit die drei blinden Jungen Schulbildung genießen können, werden sie auf eine kostspielige Schule in England geschickt, so dass kein Geld mehr bleibt, um Rebecca einen längeren Schulbesuch zu ermöglichen und Bob den Traum vom Medizinstudium zu erfüllen. Rebecca muss mit Näharbeiten zum Unterhalt der Familie beitragen und Bob wider Willen den Hof übernehmen.

    Rebecca bleibt zeitlebens in der Gegend, in der sie aufgewachsen ist, und beobachtet im Laufe ihres langen Lebens von ferne, was in der Welt geschieht, während, fast schon ironischerweise, die Brüder ohne Sehvermögen "draußen" herumkommen und es sogar in eine Dokumentation der BBC schaffen. Doch im Gegensatz zu Bob, der zeitlebens mit seinem Schafbauerndasein hadert, macht Rebecca ihren Frieden mit ihrem Schicksal und genießt die kleinen Freuden, die das Leben in Wales ihr bietet, vor allem die Schönheiten der Natur - und die Literatur.

    "The Life of Rebecca Jones" ist ein Buch der ganz leisen, zarten Töne, ein von außen betrachtet gänzlich unspektakuläres Leben ohne Reichtümer, ohne Reisen, böse Zungen würden wohl auch behaupten, ohne irgendwelche nennenswerten Erlebnisse. Doch das liegt ganz im Auge des Betrachters. Es mag für Außenstehende nicht weltbewegend sein, was Rebecca erlebt, aber gilt das nicht für ganz viele Leben? Und bewegt das persönliche Erleben nicht doch die Welt - zumindest die persönliche?

    Mir hat es sehr gut gefallen, in Rebeccas Lebensrealität einzutauchen, insbesondere, weil Angharad Price, die mit diesem wunderschönen Buch ihre eigene Familiengeschichte aufgreift, diese schlichte, karge, von harter Arbeit geprägte Welt und ihre Bewohner liebevoll schildert, aber nicht romantisiert oder idealisiert. Auch die Naturszenen mochte ich sehr. Schön auch, dass das Buch mit einigen historischen Fotos illustriert ist, was den wahren Kern des Romans noch etwas greifbarer werden lässt.

    Die englische Ausgabe enthält zusätzlich noch einen kleinen Sprachführer zur Aussprache walisischer Begriffe und Namen ... was mich allerdings teilweise ganz wuschig gemacht hat, weil ich trotzdem (oder gerade deshalb) ständig gerätselt habe, wie man Bwlch oder Gorfydd nun tatsächlich ausspricht :breitgrins: Das Buch ist übrigens auch im Original auf walisisch und gilt schon als Klassiker der walisischen Literatur, obwohl es noch keine 20 Jahre alt ist.

    4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Sagota
    Booktraveler
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    • 15. Oktober 2020 um 19:23
    • #2

    Mich freut es gerade sehr, Deine Rezi zu lesen - und dass Dir der Roman wohl ebenso gut gefallen hat wie mir.... :)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    35
    • 16. Oktober 2020 um 08:14
    • #3

    :herz:

    Ich glaube, das ist sogar dank Dir auf meiner Leseliste gelandet :bussi: Ich musste mich zunächst ein bisschen einlesen, aber dann war ich ganz hin und weg.

    Und das Ende war der Hammer, oder?

    Spoiler anzeigen


    Ich war fast ein bisschen geschockt, zu lesen, dass Rebecca in Wirklichkeit als Kind gestorben ist, und fand es umso schöner, dass die Autorin ihr hier ein langes alternatives Leben geschrieben hat.

    Ich muss mal noch den Film über die Brüder googeln. Vielleicht findet man den ja noch irgendwo.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Sagota
    Booktraveler
    Beiträge
    5.852
    • 16. Oktober 2020 um 22:37
    • #4

    Ich wusste gar nicht, dass es da einen Film gibt... falls Du den findest, sag' mir doch bitte Bescheid :winken:

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Enid
    Patronus
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    2
    • 6. November 2021 um 06:52
    • #5

    "Das Leben der Rebecca Jones" ist ein richtig tolles Buch, das ich unbedingt empfehle!

    Sehr ruhig und angenehm wird das Leben von Rebecca und ihrer Familie erzählt.

    Ich schließe mich Valentine an, vermeintlich passiert nicht viel, aber dem ist definitiv nicht so. Die Familie ist groß und es gibt viele Schicksalsschläge, also geschieht doch einiges. Die blinden Brüder, die für ihre Ausbildung schon früh die Familie verlassen; die Kinder, die sterben; die Schwägerin, die stirbt; das Versorgen der Eltern: zusätzlich zu den normalen Herausforderungen des damaligen Lebens müssen die Jones' schon mit einigem fertig werden.

    Und obwohl das Leben es nicht immer gut meint mit der Familie, so ist zumindest Rebecca doch zufrieden mit sich und ihrem einfachen und harten Leben.

    Dies wird ergänzt durch die Beschreibungen der Landschaft in Wales und einige Fotos und ergibt ein schönes Gesamtbild.

    Die walisischen Ortsnamen und sonstigen Einstreuungen fand ich ja interessant. Die Sprache klingt spannend, aber das Lesen ist schon eine Herausforderung (als wir in Cardiff waren, haben wir immer von zwei Versionen der Beschilderung gesprochen: Englisch und Buchstabensuppe), zumal das Gesprochen vermutlich wieder völlig anders klingt als es geschrieben wird.

    Zum Ende

    Spoiler anzeigen

    Ich war froh, dass ich vorher nicht zufällig den Nachtrag gesehen hatte oder mich noch daran erinnerte, ihn hier gelesen zu haben. Mich hat das auch schockiert, ich habe dann überlegt, wie die Familiengeschichte ohne Rebecca wohl aussah.

    Auf jeden Fall finde ich es schön, dass sie als "Ausgleich" in diesem Buch ein sehr langes und schönes Leben hat.

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    • 8. November 2021 um 13:49
    • #6

    Schön, dass es Dir auch so gut gefallen hat. Ein sehr besonderes Buch, finde ich.

    Zitat von Enid

    zumal das Gesprochen vermutlich wieder völlig anders klingt als es geschrieben wird.

    In meiner Ausgabe waren einige Aussprachehinweise enthalten, die mir aber auch nicht immer geholfen haben :breitgrins:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Anne
    Gast
    • 8. November 2021 um 14:01
    • #7

    Wie toll, dass ein älterer Beitrag immer mal wieder hervorgeholt wird. Diese Buchvorstellung ist doch tatsächlich an mir vorbeigegangen. Muss ich lesen.

  • illy
    Bücherjunkie
    Beiträge
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    20
    • 16. August 2025 um 09:13
    • #8

    “Das Leben der Rebecca Jones“ umfasst fast ein ganzes Jahrhundert und berichtet, wie in einem abgelegenen Waliser Tal die Moderne einzieht und wie Rebecca ihr Leben führt, als unverheiratete Helferin in der Familie, Pflegerin der Eltern und geliebte Tante, Teil einer zusammenhaltenden Familie.

    Ich hatte mir von dem Buch sehr viel versprochen, aber mir war es an vielen Stellen zu „Poetik-lastig“. Eingefügte Gedichte und die ständige Erwähnung irgendwelcher walisischen Dichter, störten mich, da fand ich die Alltagsbeschreibungen deutlich interessanter. Dazu trugen auch die Bilder bei, die das Ganze noch realistischer machten. Ich war immer wieder besonders fasziniert, wenn in das absolut historische wirkende Setting moderne Einflüsse einströmten, wie die Installation eines Generators oder auch der Besuch eines Fernsehteams. Was ich gerne noch gewusst hätte, warum es eine solche Häufung von Blindheit in der Familie gibt: Genetik, Umwelteinflüsse, … - das lässt sich doch nicht mit Zufall erklären.

    Zu den Spoilern der Vorschreiberinnen: Ja, das hat mich auch eiskalt erwischt.

    Ich hatte mit einem „5-Ratten“-Buch gerechnet, das hat es nicht erreicht.

    4ratten


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