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Mehr Platz der Lyrik

  • b.a.t.
  • 29. September 2022 um 20:38
  • Zum letzten Beitrag

Es gibt 750 Antworten in diesem Thema, welches 68.660 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. Januar 2026 um 18:41) ist von Kiba.

  • Valentine
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    35
    • 7. April 2025 um 18:18
    • #321
    Zitat von Juva

    Manches in diesem Gedicht erinnert mich inhaltlich an Gedichte aus dem Barock, die die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges beschreiben, weil die Entwicklungen ähnlich sind:

    Stimmt, so weit hatte ich gar nicht gedacht. Aber ja, thematisch hat es auch Anklänge an Dichter wie Gryphius.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Alexander90
    Mehrzwecknerd
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    1
    • 7. April 2025 um 18:50
    • #322

    Ein sprachlich sehr schönes Gedicht, aus dem ich vor allem Flucht aus der Heimat - vor Krankheiten, vor dem Nationalsozialismus, vor Krieg - und Sehnsucht nach ihr herauslese. Außerdem die Trauer über etwas Verlorenes - darüber, dass die Heimat sich verändert hat, nie wieder so sein wird wie früher.

    Werdet euch bewusst, dass KI und Sprachmodelle nichts mit Intelligenz zu tun haben, sondern mit Wahrscheinlichkeiten. Ihr erhaltet keine Antwort, die richtig ist, sondern die richtig klingt. Aber kommt bloß nicht auf die Idee, dass da auch nur ein Funke tatsächliches Wissen dahinterstecken würde.

  • b.a.t.
    ...
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    • 7. April 2025 um 19:37
    • #323

    Es geht für michnicht nur um die Flucht vorm Nationalsozialismus, was natürlich kein unwesentlicher Teil des Gedichts ist. Die märkische Heimat (heute Polen), die erste Emigration nach Deutschland, irgendwie war ihr Leben eine Aufeinanderfolge von Emigrationen. Angekommen ist sie nirgends, am ehesten noch Berlin war für mehrere Jahre ein Zufluchtsort. Als sie dort wieder eine Wohnung nach dem 2.WK nehmen wollte, ist sie am Weg in Zürich gestorben.

    Irgendwie symbolisiert das Gedicht das ganze Leben von Mascha Kaleko.

  • Breña
    Abenteurerin
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    • 7. April 2025 um 19:39
    • #324

    Nur kurz:

    Das Stück gefällt mir sehr, es erzeugt starke Emotionen und ich finde es sehr allgemeingültig, auch wenn konkrete Bezüge hergestellt werden.

    Das Reimschema hat mich erst irritiert. Überhaupt, anfangs hat es noch einen etwas saloppen Unterton und dann endet es mit - in meiner Wahrnehmung - melancholischer Traurigkeit. Dieser Gegensatz verstärkt die Wirkung für mich umso mehr.

    Vielen Dank für eure Erkenntnisse und Zusammenhänge! Ich bleibe für den Moment auf der Gefühlsebene und lasse mich später wieder blicken...

    "Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht." J. L. Borges

  • sandhofer
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    • 9. April 2025 um 16:03
    • #325

    So ruhig hier? Dann will ich doch mal ...

    Und gleich mit Folgendem anfangen: Ich würde weder Heine, noch die Romantik, noch Goethe als "ur-deutsch" bezeichnen. Dieser Gedanke (wurde zumindest in der BRD, nämlich in der Adenauer-Zeit) nach dem Zweiten Weltkrieg ganz bewusst in die Köpfe der Deutschen gehämmert. Man brauchte ja irgendetwas Positives, moralisch Einwandfreies, an dem man sich orienteren konnte, wenn schon die unmittelbare Vergangenheit gelinde gesagt, fragwürdig war. (Dies, nebenbei, während man gleichzeitig links und rechts Persilscheine en masse verteilte, weil man glaubte, ohne das Fachwissen hochgradig kompromittierter Leute das Land nicht führen zu können.)

    Heine, wenn man sein Gedicht "Ich hatte einst ein schönes Vaterland" nachliest, das Kaléko ja zitiert, war, was Deutschland betrifft, innerlich zerrissen. Dieses Gedicht stammt aus dem Jahr 1834. Schaut man in seine 10 Jahre späteren "Nachtgedanken", findet man immer noch diese Zerrissenheit: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, // dann bin ich um den Schlaf gebracht [...]". Nicht aber, weil der Ur-Deutsche Heimweh hätte, sondern er möchte gerne seine Mutter nach 12 Jahren noch einmal sehen. So geht das über viele Strophen. Dann aber "Gottlob! Durch meine Fenster bricht // Französisch heitres Tageslicht; // es kommt mein Weib, schön wie der Morgen // und lächelt fort die deutschen Sorgen."

    Romantik: Es gab patriotische, ja nationalistische Romantiker, genauso wie es katholische gab. Aber 'die Romantik' ist komplexer.

    Und dass die Nazis Goethe nicht mochten, ist eigentlich selbstverständlich. Noch Jahre, nachdem die deutschen Länder das Joch Napoleons wieder abgeschüttelt hatten, paradierte Goethe mit dessen Orden durch die Welt. Goethe hat nicht nur den Begriff 'Weltliteratur' erfunden, er war auch ein Weltbürger. (Selbst wenn der Kollege Wieland viel mehr mit dem Begriff hausieren ging.)

    Um auf Kaléko zurückzukommen: Auch sie ist zerrissen. Sie ist sich dessen bewusst, dass Heimat oft nur ein Begriff ist für einen Ort, an dem man glücklich gewesen ist. Oft (weil Kinder mehr Veranlagung zum Glücklich-Sein haben) ist das der Ort, an dem man die Kindheit verbracht hat. Kaléko hat Sehnsucht nach einem Ort, wo sie glücklich sein könnte. Die Orte aus ihrer Vergangenheit kommen aber nicht mehr in Frage. Die Orte ihrer Gegenwart auch nicht.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Juva
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    • 9. April 2025 um 19:13
    • #326
    Zitat von sandhofer

    Und gleich mit Folgendem anfangen: Ich würde weder Heine, noch die Romantik, noch Goethe als "ur-deutsch" bezeichnen. Dieser Gedanke (wurde zumindest in der BRD, nämlich in der Adenauer-Zeit) nach dem Zweiten Weltkrieg ganz bewusst in die Köpfe der Deutschen gehämmert. Man brauchte ja irgendetwas Positives, moralisch Einwandfreies, an dem man sich orienteren konnte, wenn schon die unmittelbare Vergangenheit gelinde gesagt, fragwürdig war. (Dies, nebenbei, während man gleichzeitig links und rechts Persilscheine en masse verteilte, weil man glaubte, ohne das Fachwissen hochgradig kompromittierter Leute das Land nicht führen zu können.)


    Da möchte ich in Bezug auf die Romantik widersprechen - gerade weil sie in einer Zeit entsteht, in der zunächst die Hoffnung auf einen Nationalstaat der Deutschen besteht, gefolgt von der Enttäuschung, dass auf dem Wiener Kongress anstelle eines Nationalstaats, den sich viele Deutsche damals gewünscht haben, der eher lose (und dabei sehr für die Freiheits- und Demokratiebewegung sehr restriktive) Deutsche Bund entsteht, spielt da schon an vielen Stellen der nationale Gedanke mit hinein. Und dass Jena und Berlin Zentren der Frühromantik (und das nicht nur für Deutschland, sondern für Europa) waren, kann man beispielsweise bei Andrea Wulf (in "Fabelhafte Rebellen") nachlesen, da muss man nicht mal Rüdiger Safranski mit "Romantik. Eine deutsche Affäre" bemühen.

  • sandhofer
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    • 9. April 2025 um 20:12
    • #327
    Zitat von Juva

    dass Jena und Berlin Zentren der Frühromantik (und das nicht nur für Deutschland, sondern für Europa) waren

    Ja. Waren sie. Und ja: Nicht nur für Deutschland sondern für Europa. Deswegen sge ich ja: Wenn sie Ur-Deutsche und Nationalisten gewesen wären, hätten sie genau das nicht sein können. Arndt, Körner und Jahn schenke ich Dir, das waren Ausreisser, nicht die Norm. Ausserdem kamen alle diese nach Napoleon. (Genau wie der Wiener Kongress); aber zu der Zeit war die Romantik praktisch vorbei.

    Zitat von Juva

    kann man beispielsweise bei Andrea Wulf (in "Fabelhafte Rebellen") nachlesen,

    Dieses Buch von Wulf kenne ich nicht. Ich habe ihr Buch über Alexander von Humboldt gelesen, wo sie auch schon versucht, dem Weltreisenden und Weltbürger Humboldt eine "Heimat" zu geben. Sie muss dann sogar zugeben, dass das nicht möglich ist. Im Übrigen war mir ihr Buch zu oberflächlich und ich habe beschlossen, nichts mehr von ihr zu lesen.

    Zitat von Juva

    da muss man nicht mal Rüdiger Safranski mit "Romantik. Eine deutsche Affäre" bemühen.

    Besser das ist. ;)

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Online
    thomas_b
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    • 10. April 2025 um 09:55
    • #328
    Zitat von sandhofer
    Zitat von Juva

    da muss man nicht mal Rüdiger Safranski mit "Romantik. Eine deutsche Affäre" bemühen.

    Besser das ist. ;)

    Warum? ChatGPT zeichnet ein sehr differenziertes Bild über seinen Text und wie er darin die Romantik beleuchtet:

    Spoiler anzeigen

    Rüdiger Safranski ist ein renommierter deutscher Philosoph und Schriftsteller, der sich in seinem Buch "Romantik. Eine deutsche Affäre" ausführlich mit der Romantik auseinandersetzt. Im Gegensatz zu Andrea Wulf, die die Romantik als eine breitere kulturelle Bewegung betrachtet, konzentriert sich Safranski stärker auf die spezifische deutsche Ausprägung der Romantik und deren Einfluss auf die deutsche Kultur und Geisteshaltung.

    Safranski untersucht, wie die Romantik sich in Deutschland entwickelte und wie sie mit den nationalen und politischen Bedürfnissen der Zeit verwoben wurde. Er analysiert die Philosophie und Literatur der Romantiker und geht darauf ein, wie die Romantik den deutschen Idealismus und das Streben nach einer nationalen Identität beeinflusst hat. Dabei beleuchtet er sowohl die positiven Aspekte der Romantik als auch ihre Gefahren, insbesondere die Neigung zur Verklärung und die ideologische Instrumentalisierung romantischer Ideen.

    Ein großer Teil seines Werkes beschäftigt sich mit zentralen Figuren der deutschen Romantik, wie etwa Friedrich Schlegel, Novalis, Heinrich von Kleist und E.T.A. Hoffmann. Safranski zeigt, wie ihre Werke und Ideen sowohl zur kulturellen Blütezeit als auch zur Suche nach einer deutschen Identität beitrugen.

    Safranski thematisiert allerdings auch kritisch, wie romantische Vorstellungen später politisch adaptiert und radikalisiert werden konnten, was letztlich bis in die nationalistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts reicht. Er beschreibt die Romantik als eine komplexe und ambivalente Bewegung, die ihre Rolle in der Schaffung eines nationalen Bewusstseins spielte, und gleichzeitig die menschliche Vorstellungskraft und künstlerische Freiheit beförderte.

    Insgesamt bietet Safranskis Werk eine tiefgehende Analyse der deutschen Romantik und ihrer Affinität zur deutschen Kultur und Geschichte, und regt an, sowohl die Errungenschaften als auch die problematischen Aspekte der romantischen Bewegung zu reflektieren.

  • sandhofer
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    • 10. April 2025 um 10:02
    • #329

    Safranski ist ein Dampfplauderer.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Alice
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    • 10. April 2025 um 10:38
    • #330

    Bei einer aktuellen Recherche kam ich mit "zu-Fuß-googlen" schnell auf die richtige Antwort, während ChatGPT (auf wie üblich sehr eloquente Art) falsch lag und das dann (kurz und unauffällig) auch sofort zugab. Ich wäre (zur Zeit) noch seeeehr vorsichtig, diese App als reine "Informationsquelle" zu benutzen - sie steckt wohl noch tief "in der Ausbildung", auch wenn sie sehr gefällig zu formulieren weiß. X/

    Ich persönlich würde Wikipedia , das diese Phase hinter sich hat, immer entschieden vorziehen, wenn es "etwas Schnelles" sein soll.

  • sandhofer
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    • 10. April 2025 um 10:57
    • #331

    Um aber nochmals aufs Gedicht zurück zu kommen:

    Es ist doch sehr interessant, wie Kaléko von Anfang an Heines "Vaterland" keineswegs mit "Deutschland" identifiziert, sondern mit der viel engeren Heimat (nicht im Sinn der kitschigen Heimatfilme): dem Rhein, dem märkischen Sand. Ja, selbst der Begriff "Vaterland" wird gestrichen: "Das frass die Pest, das ist im Sturm zerstoben."

    Einer der typischen Vorwürfe der Juden gemacht wurde und wird, ist ja, dass sie - selbst mit Pass - das Land ihres Passes eben nicht als Vaterland ansehen würden. Und wenn sie das Wort "Sturm" verwendet für einen der Täter, der das Vaterland zerstört hat, erlaube ich mir, dabei auch an die SA zu denken, die "Sturmabteilung". Genau die, die ihnen vorwarfen, ohne Heimat zu sein, haben sie zu Heimatlosen gemacht ...

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

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    • 10. April 2025 um 11:23
    • #332
    Zitat von Alice

    Bei einer aktuellen Recherche kam ich mit "zu-Fuß-googlen" schnell auf die richtige Antwort, während ChatGPT (auf wie üblich sehr eloquente Art) falsch lag und das dann (kurz und unauffällig) auch sofort zugab.

    Warum sollte Google grundsätzlich bessere Antworten liefern als ChatGPT? Beide verwenden prinzipiell die gleichen Quellen. Bei ChatGPT kommt es auch darauf an, welches Modell man auswählt. In meiner Firma werden beispielsweise 10 verschiedene Modelle angeboten, die man verwenden kann und mehr oder weniger Blödsinn produzieren. Die Diskussion darüber gehört aber nicht hier her, sondern in einen eigenen Thread.

    Zumal ChatGPT deutlich komplexere Aufgaben lösen kann, zu denen Google nicht in der Lage ist (z.B. Texte zusammenfassen)

    Einmal editiert, zuletzt von thomas_b (10. April 2025 um 11:28)

  • Valentine
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    • 10. April 2025 um 12:51
    • #333
    Zitat von sandhofer

    Und wenn sie das Wort "Sturm" verwendet für einen der Täter, der das Vaterland zerstört hat, erlaube ich mir, dabei auch an die SA zu denken, die "Sturmabteilung".

    Sehr gute Beobachtung, daran hatte ich gar nicht gedacht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Wortwahl kein Zufall ist.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • b.a.t.
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    • 10. April 2025 um 13:29
    • #334

    Die "Kraft durch Freude" deutet ja auch auf den Sturm durch die SA hin, Die Nazi-Organisation mit dem Ziel "Volkszusammengehörigkeit" zu fördern oder generieren hat ja einfache Menschen manipuliert, damit sie in der Spur blieben.

    Die Dichtung und die ideale wurden durch sie zerstört.

    Wortgewaltige Entgegnung dem unsagbaren Grauen.

  • Valentine
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    • 10. April 2025 um 13:38
    • #335
    Zitat von b.a.t.

    Wortgewaltige Entgegnung dem unsagbaren Grauen.

    Sehr schön gesagt.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Alice
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    • 10. April 2025 um 16:35
    • #336
    Zitat von thomas_b
    Zitat von Alice

    Bei einer aktuellen Recherche kam ich mit "zu-Fuß-googlen" schnell auf die richtige Antwort, während ChatGPT (auf wie üblich sehr eloquente Art) falsch lag und das dann (kurz und unauffällig) auch sofort zugab.

    Warum sollte Google grundsätzlich bessere Antworten liefern als ChatGPT?

    Weil ich mit Google meine Quelle(n) sehen und passend aussuchen kann thomas_b .

  • b.a.t.
    ...
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    • 11. April 2025 um 21:27
    • #337

    So liebe Lyrik-Affine,

    wieder Freitag.

    Wer will das Gedicht für nächste Woche präsentieren?

    Bitte mutig sein und melden :)

  • b.a.t.
    ...
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    • 13. April 2025 um 18:45
    • #338

    Da sich niemand gemeldet hat, werde ich später am Abend ein Gedicht posten :)

  • b.a.t.
    ...
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    • 13. April 2025 um 20:18
    • #339

    Ingeborg Bachmann - Die gestundete Zeit

    Es kommen härtere Tage.

    Die auf Widerruf gestundete Zeit

    wird sichtbarer am Horizont.

    Bald musst du den Schuh schnüren

    und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.

    Denn die Eingeweide der Fische

    sind kalt geworden im Wind.

    Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.

    Dein Blick spurt im Nebel:

    die auf Widerruf gestundete Zeit

    wird sichtbar am Horizont.

    Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,

    er steigt um ihr wehendes Haar,

    er fällt ihr ins Wort,

    er befiehlt ihr zu schweigen,

    er findet sie sterblich

    und willig dem Abschied

    nach jeder Umarmung.

    Sieh dich nicht um.

    Schnür deinen Schuh.

    Jag die Hunde zurück.

    Wirf die Fische ins Meer.

    Lösch die Lupinen!

    Es kommen härtere Tage.

    aus

    Bachmann, Ingeborg; Sämtliche Gedichte. 14.Aufl., München: Piper, 2023, S. 47

    sorry hatte beim abtippen . statt !

    Einmal editiert, zuletzt von b.a.t. (14. April 2025 um 14:17)

  • b.a.t.
    ...
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    • 13. April 2025 um 20:19
    • #340

    Passend dazu ist mir ein Foto eingefallen, das ich letztes Jahr im Urlaub in Andorra gemacht habe.


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