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  • b.a.t.
  • 29. September 2022 um 20:38
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Es gibt 767 Antworten in diesem Thema, welches 105.497 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. Juli 2026 um 17:02) ist von Alice.

  • sandhofer
    Je nun...
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    • 31. August 2025 um 16:48
    • #581

    Persönlich finde ich Dorothy Parker ja nicht sehr aufheiternd. Sie ist äusserst scharfzüngig, das stimmt. So verteidigt sie auch immer die Sache der Frauen. Gleichzeitig beschreibt sie aber auch immer eine letzten Endes nicht oder nur in einer literarischen Pointe aufhebbare Abhängigkeit des Weibchens vom Männchen. Zeitbedingt? Sicher. Persönlich bedingt? Wohl auch. Aber das spielt letzten Endes für mich keine Rolle. Ihre Gedichte stimmen mich bei aller Satire letzten Endes immer ein wenig traurig.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • thomas_b
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    du / er
    • 1. September 2025 um 11:36
    • #582

    Zu meiner Aufheiterung kann dieses Gedicht nun wahrlich nicht beitragen. Die Sprecherin verzeiht allerlei negative Aussagen zu Liebe, Stolz, Traurigkeit und Mut und bleibt dennoch an der Seite des Geliebten. Sobald er jedoch die poetische Kompetenz kritisieren würde (But say my verses do not scan), wird sie ihn sofort verlassen. Damit geht dieses Gedicht der Frage nach, was der Autorin wirklich wichtig ist in ihrem Leben, ihre künstlerische Schaffenskraft ist dabei unangreifbar. Fügt Parker nun eine allgemeine Wahrheit über das Künstlertum hinzu? Ich habe damit so meine Probleme. Kritik am Schaffen eines Künstlers gehört immer dazu. Eine solche Kritik untersagt auch nicht das künstlerische Schaffen an sich. Würde man dies tun, wäre das Gedicht radikaler und würde die Lebensnotwendigkeit eines solchen Schaffens ausdrücken. So bleibt dieser Schluss ein wenig blass und ich höre da eine gewisse Verletztheit aus ihren Worten, da schon leiseste Kritik an ihren Versen zur Beendigung einer Beziehung führt. Nun kann man das als Übertreibung lesen, dann klänge das Ende schon anders. Als Nicht-Muttersprachler fällt mir das jedoch schwer zu beurteilen, ob sie auf dieser Ebene schreibt. Offensichtlich ist das für mich nicht.

  • sandhofer
    Je nun...
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    • 1. September 2025 um 13:59
    • #583
    Zitat von thomas_b

    Fügt Parker nun eine allgemeine Wahrheit über das Künstlertum hinzu?

    Ich bin fast zu 100% sicher, dass sie sich da über sich selbst lustig macht. Sie hielt tatsächlich wenig von sich als Mensch bzw. Charakter, oder auch als Liebhaberin. Aber als Dichterin liess sie nichts auf sich kommen.

    Zitat von thomas_b

    So bleibt dieser Schluss ein wenig blass und ich höre da eine gewisse Verletztheit aus ihren Worten,

    Parker war bei aller grossen Klappe, die sie führte, wohl wirklich ungeheuer verletztlich.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • thomas_b
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    du / er
    • 1. September 2025 um 14:42
    • #584

    Danke für den Hinweis. Da ich ihr weiteres Werk nicht kenne, und auch ihre Biografie nicht, steht der Text erst mal singulär da. Aber offenbar passt dann mein erstes Gefühl ganz gut zu ihr als Mensch.

  • b.a.t.
    ...
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    • 6. September 2025 um 00:28
    • #585

    mit Dorothy Parker habe ich mich noch nicht intensiv beschäftigt. ich finde aber schon, dass sie in diesem Gedicht schwarzen Humor rüberbringt. Für mich wirkt das fast wie eine Gebrauchsanweisung. Mach was ich dir sage, was mir gefällt und du wirst nicht ausgetauscht :) Kann ja auch ein Beziehungskonzept sein, wenn auch ein etwas einseigiges. Who am I to judge ;) Wer meldet sich für das nächste Gedicht?

  • Sagota
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    • 6. September 2025 um 00:38
    • #586

    Wenn ich bis Sonntag Zeit habe, suche ich gerne was raus:

    Eine Frage hab' ich noch: Muss es in Gedichtform sein oder darf es auch Prosa sein? (mir schwebt da evtl. was Bestimmtes vor; ich hab' zwei Kladden voller Gedichte... - und Prosatexten, kurzen)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • b.a.t.
    ...
    Beiträge
    2.212
    • 6. September 2025 um 00:39
    • #587

    Gerne Sagota a aber ja bitte etwas lyrisches, wie der thread Titel ja verrät :)

  • Sagota
    Booktraveler
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    5.849
    • 7. September 2025 um 01:24
    • #588

    okay - ich versuche, etwas zu finden aus meiner gesammelten 'Auswahl';)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Sagota
    Booktraveler
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    • 7. September 2025 um 23:10
    • #589

    So, ich habe mich jetzt für dieses entschieden

    (sorry, schon reichlich spät - der Spätsommer und das herrliche Wetter & auch die Mondfinsternis sind schuld :saint:)

    Wir, die Verwunschenen

    bleiben auf dem Teppich

    - es sei denn,

    er fliegt -

    Flucht

    aus der Enge -

    Zuflucht

    In der Weite der hohen Träume -

    So reden wir

    im Flug

    dreisinnig -

    kugeln

    die Gedanken

    schillernd

    wie Glasmurmeln

    hin und her

    und kennen

    die Alltagssprache

    nicht -

    wir staunen

    wir stottern

    wir weinen

    aus unseren Pupillen

    ranken

    versunkene Welten

    ans Licht

    (Renate Hoppe)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

    Einmal editiert, zuletzt von Sagota (7. September 2025 um 23:24)

  • Sagota
    Booktraveler
    Beiträge
    5.849
    • 7. September 2025 um 23:12
    • #590

    Und noch was ganz Kurzes (zur Erheiterung ;))

    "Entspannen Sie sich.

    Das ist wahrscheinlich das Beste, was Sie zur Rettung der Welt beitragen können."

    (Fred Luks, Ökonom und Nachhaltigkeitsexperte)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Katjaja
    Bibliotaph
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    • 8. September 2025 um 03:59
    • #591

    Also, SO wird da ein Schuh draus:

    Wir, die Verwunschenen, bleiben auf dem Teppich - es sei denn, er fliegt. Flucht aus der Enge. Zuflucht in der Weite der hohen Träume. So reden wir im Flug. Dreisinnig kugeln die Gedanken, schillernd wie Glasmurmeln, hin und her und kennen die Alltagssprache nicht. Wir staunen, wir stottern, wir weinen. Aus unseren Pupillen ranken versunkene Welten ans Licht.

    Ich verstehe irgendwie nicht, warum wilde Zeilenumbrüche da ein Gedicht draus machen sollten. Und Sinn ergibt es für mich auch nicht.

    Ich bin ein Lyrikbanause.

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  • sandhofer
    Je nun...
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    • 8. September 2025 um 06:30
    • #592
    Zitat von Katjaja

    Ich verstehe irgendwie nicht, warum wilde Zeilenumbrüche da ein Gedicht draus machen sollten.

    Weil die Zeilenumbrüche uns jedes Mal beim Lesen zu einem kleinen Halt zwingen und somit zum Nachdenken? Nehmen wir das Beispiel "So reden wir // im Flug // dreisinnig -// kugeln // die Gedanken." Anders als in Deiner Umschrift steht zwischen "Flug" und "dreisinnig" auch kein Punkt. Der Gedankestrich weist das Wort im Gegenteil dem ersten Satzteil zu. Damit erstreckt sich das Wort "dreisinnig" in beide Richtungen im Satz: "Wir reden dreisinnig" und "Dreisinnig kugeln die Gedanken". Erstes bedeutet (zum Beispiel), dass unsere Rede (und damit auch dieses Gedicht) mehr als einen Sinn haben wird. Zweites weist darauf hin, dass wir auf dem fliegenden Teppich in alle drei Dimensionen reisen können, unsere Gedanken so wirklich sich frei bewegen. (Hinzu kommt dann das Glatte, Unfassbare der Kugel - und somit unserer Gedanken.) ;)

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Katjaja
    Bibliotaph
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    • 8. September 2025 um 06:44
    • #593

    Danke sandhofer

    Ich Banause habe jetzt eine kleine Ahnung :)

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  • Sagota
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    • 8. September 2025 um 22:39
    • #594

    Ich weiß heute nicht mehr, wo ich dieses Gedicht her habe bzw. in eine meiner Kladden eingetragen habe.

    Wie sandhofer sehe ich das auch (und ich hab mich da an die Vorlage gehalten), dass die Zeilenumbrüche und Gedankenstriche eben Raum lassen sollen für's Nachdenken über die Zeilen.

    Mir spiegeln sie wieder, dass die (fortwährenden Gedanken, die in jedem Kopf "rumkreiseln") eben wirklich in verschiedene Richtungen führen können; einige führen den Kopf und damit den Menschen von sich weg und andere zu sich selbst hin. In seinen inneren Kern sozusagen. Daher weist mich das Gedicht darauf hin (so verstehe ich es), auf meine Gedanken aufzupassen. Den positiven den Vorzug zu geben und negative ziehen zu lassen.... - oder auch über wirklich wichtige Sachen sehr viel nachzudenken (sie von allen Seiten zu beleuchten).

    Den letzten Teil des Gedichts finde ich von daher schön, weil ich darin all die gespeicherten Erinnerungen sehe, die ans "Licht" wollen - und unser Sein/Leben beeinflussen.

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Sagota
    Booktraveler
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    5.849
    • 8. September 2025 um 22:42
    • #595
    Zitat von Katjaja

    Ich bin ein Lyrikbanause.

    Bist du sicher nicht; aber nicht jedes Gedicht "spricht zu einem". Ich sehe heute auch etwas anderes darin als damals, als ich es aufschrieb.

    Neben den Zeilenumbrüchen waren Striche und Kugeln aufgemalt, die ich tatsächlich auch mit übertragen habe. Vermutlich hat auch die (passende) Kombination von Text und Illustration mir gefallen ;)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • thomas_b
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    du / er
    • 8. September 2025 um 23:11
    • #596

    Wer ist Renate Hoppe?

  • Sagota
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    5.849
    • 8. September 2025 um 23:46
    • #597

    thomas_b

    Leider weiß ich nicht mehr, wo ich "Wir Verwunschenen" gefunden habe - meine Recherche eben hat auch nix gebracht .... :schulterzuck:

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • thomas_b
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    du / er
    • 8. September 2025 um 23:49
    • #598

    Danke, wir haben ja nun eine Woche Zeit, diese Frau zu finden. Ansonsten schreiben wir eine Fahndung aus.

  • HoldenCaulfield
    Feministin
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    35.344
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    26
    • 9. September 2025 um 22:42
    • #599

    Ich fand auch das die Zeilenumbrüche die Bewegung mit machen, die meiner Meinung die Gedanken hier nehmen. Also man springt ja auch gern mal in Gedanken hin und her. In meinem Kopf beobachte ich sie manchmal wie eine Forschende und gehe um sie herum. So hab ich auch das Gedicht wahrgenommen, also als sich bewegende Gedanken die in Kreativität umschlagen können z.B.

    SUB und Neuzugänge

    Seltsam im Nebel zu wandern... (Hesse)

  • b.a.t.
    ...
    Beiträge
    2.212
    • 14. September 2025 um 14:29
    • #600

    Ich glaube HoldenCaulfield wollte ein Gedicht teieln.


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