Emily Ratajkowski - My body

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    Seit ihren Durchbruch mit Anfang zwanzig kann Emily Ratajkowski auf eine steile Karriere zurückblicken. Sie ist Fotomodell, Schauspielerin und Unternehmerin. Aber für viele ist sie nicht die erfolgreiche Frau, sondern hauptsächlich Gesicht und Körper, die man zu Geld machen kann. In einer Sammlung von Essays erzählt die Frau hinter dem Gesicht ihre Geschichte.


    Ich kannte weder Namen noch Geschichte, aber ich kannte ihr Gesicht. Das war 2013 in einem sehr bekannten Video zu sehen und damals habe ich mich gewundert, wie die Frauen in diesem Video mitmachen konnten. Ich fand schon das Anschauen unangenehm und habe mir überlegt, wie unangenehm die Arbeit daran gewesen sein muss. Tatsächlich schildert Emily Ratajkowski diese Arbeit zu großen Teilen als positiv. Die Frauen fühlten sich vor der Kamera wohl. Für sie war es eine selbstbewusste Präsentation von sich. Allerdings änderte sich das mit dem Auftreten des Sängers, der zu viel Alkohol trank und irgendwann übergriffig wurde. Das wurde zwar mit hochgezogenen Augenbrauen beobachtet, aber wirklich eingegriffen wurde nicht.


    Emily Ratajkowski erzählt von vielen solcher Episoden. Sie hat keine Probleme damit, wie sie sich präsentieren soll und hat Spaß bei ihrer Arbeit. Aber oft kommt es auch zu einer Situation, in der sie sich plötzlich nicht mehr wohlfühlt. Ob es eine Bemerkung oder eine Geste ist, die die Stimmung kippen lassen: sie erkennt immer wieder, dass sie nicht so wahrgenommen wird, wie sie eigentlich ist.


    Dabei beginnt ihre Erzählung durchaus positiv: mit den ersten Erfolgen als Fotomodell kann sie sich kleine Dinge leisten, die für sie großen Luxus bedeuten. Die sind für sie wichtiger als berühmt zu werden. Auf der anderen Seite machte es ihr aber auch nichts aus, erkannt zu werden. Die Stimmung in den Essays ändern sich allerdings. Später klingt sie abgeklärter, Emily fallen immer mehr Dinge auf, die ihr unangenehm sind, die sie aber auch nicht ändern kann. Auch in ihrem Privatleben erkennt sie, dass sie nicht mehr der Mensch ist, sondern das, was von ihr präsentiert wird. Sie hat das Gefühl, als ob ihr Körper ihr nicht mehr gehört, dass sie ihn nicht mehr kontrollieren kann. dass er ihr nicht mehr gehört.


    Es gibt viele Andeutungen in den Essays, aber nur wenig wird konkret ausgesprochen. Und genau das wirft bei mir die Frage auf, was alles passiert ist, über das sie nicht schreiben kann.

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße

    Kirsten

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Danke für deine interessante Rezi, Kirsten .

    Mir sind sowohl Name und Gesicht ein Begriff seit besagtem Musikvideo 2013 (ich habe sie damals gegooglet). Finde es spannend, dass sie nicht auf dem Cover des Buches abgebildet ist. Hätte sich sicher besser verkauft, aber andererseits passt es so natürlich auch zum Inhalt.