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Alina Bronsky - Pi mal Daumen

  • Ele95
  • 14. August 2024 um 18:32
  • Zum letzten Beitrag

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 1.302 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. März 2025 um 17:51) ist von Juva.

  • Ele95
    Hauself
    Beiträge
    164
    • 14. August 2024 um 18:32
    • #1

    Mathematikstudenten

    Pi mal Daumen, Roman von Alina Bronski, EBook, ‎ Kiepenheuer & Witsch eBook.

    Es ist nie zu spät, sich seine Wünsche zu erfüllen.

    In einem Hörsaal der mathematischen Fakultät treffen zwei denkbar verschiedene Kommilitonen aufeinander. Oscar, 16, mit Adelstitel, aus reichem Hause, menschenscheu mit sozialen Defiziten, ein mathematisches Wunderkind. Und Moni Kosinski, drei Enkel, verschiedene Nebenjobs, mütterlicher Typ, eine „Kümmerin“, beliebt bei Mitstudenten und Professoren. Sie ist fest entschlossen sich den Traum vom späten Mathematikstudium zu erfüllen.
    28 Kapitel mit Titelbeschreibungen der Leser weiß sofort, was im folgenden Kapitel auf ihn zukommt. Sehr informativ und auflockernd auf den ersten Seiten die Skizze von Monis Stammbaum. Alina Bronsky schreibt pointiert, präzise und unterschwellig humorvoll, dazu sehr flüssig, ich habe das Buch am Stück gelesen, die Geschichte erscheint aus der Sicht von Oscar, in der Ich-Form. Die Erklärungen der mit Fußnoten markierten Begriffe kann man im Anhang finden.
    Diese extremen Gegensätze zwischen Oscar und Moni machten die Lektüre so reizvoll, anfangs kann Moni von Oskars Wissen profitieren, aber auch sie gibt zurück, sie kümmert sich, mehr als seine Eltern, respektiert seine Eigenheiten. Ich vermute, dass es sich bei ihm um eine Form von Neurodivergenz handelt. Doch gemeinsam sind sie ein tolles Team. Oscar schafft es auch, dass Moni sich von ihren familiären Pflichten soweit befreien kann, dass das Studium ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit erhält.
    Alina Bronsky kann sich tolle Figuren ausdenken, schräge, besondere Typen, die sie auch hervorragend beschreibt und charakterisiert. Jeden, auch die Nebenfiguren, konnte ich mir hervorragend vorstellen. Es gelingt ihr wirklich gut ihre Charaktere lebendig darzustellen. Ihr Handeln ist authentisch, zu jedem Zeitpunkt war der Plot klar verständlich. Spannend fand ich, dahinterzukommen was Moni und Professor Johannsen, sowie Moni und Professor Herbst verbindet, die Auflösung hat mich überrascht, da habe ich in eine andere Richtung gedacht. Meine Lieblingsfigur ist Moni, mit den bunten Klamotten den hochhackigen Schuhen und den blondierten Haaren, sie hat eine großartige Entwicklung gemacht, was für eine spannende Frau, so eine Mama hätte jeder gerne.
    Auch diesmal wieder, ein offenes Ende. Die Identität von Mr. Brown hat mich überrascht, das wäre nicht nötig gewesen. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Die hier angeführten mathematischen Inhalte, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir das Fachwissen, sollte aber auch nicht Gegenstand zur Beurteilung des Buches sein, es ist ein Roman kein Fachbuch.
    Wieder einmal hat mich Alina Bronsky überrascht und auch überzeugt. Eine Empfehlung an alle Fans und die, die unterhaltsame Komödien mit einem Augenzwinkern mögen.

    4,5 Sterne.

    [kaufen='978-3462004250'][/kaufen]

  • Lilli33
    Vollblutleserin
    Beiträge
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    8
    • 17. August 2024 um 20:02
    • #2

    Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (15. August 2024)

    ISBN-13: 978-3462004250

    Preis: 24,00 €

    auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

    Was für eine geniale Tragikomödie

    Inhalt:

    Endlich darf Oscar, knapp siebzehn und hochbegabt, sein Mathematikstudium beginnen. Davon hat er schon als kleiner Junge geträumt. Und natürlich hat er sich die Uni ausgesucht, an der sein größtes Idol einen Lehrstuhl innehat. Zunächst fühlt er sich von seiner Kommilitonin Moni, 53, gestört. Sie schleppt immer alles Mögliche mit sich herum, Einkaufstaschen, Brotboxen oder auch mal ihren Enkel, auf den sie aufpasst. Sie wird von allen belächelt und keiner traut ihr das Studium zu. Doch nach und nach entwickelt sich zwischen Oscar und Moni eine wunderbare Freundschaft, die beiden durchs Leben hilft.

    Meine Meinung:

    Alina Bronsky ist ja bekannt für ihre berührenden, tief schürfenden Romane. Aber mit ihrem neuesten Werk übertrifft sie sich selbst. Ich wusste nie, ob ich lachen oder weinen sollte ob der Lebensprobleme von Oscar und Moni. Es wirkt alles so absurd und gleichzeitig so nachvollziehbar.

    Mathematik bedeutet für Oscar einfach alles. Freunde hat er nie gehabt und auch die Familie ist ihm vordergründig nicht so wichtig. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein arroganter, reicher Schnösel, entpuppt sich aber dann doch als Junge mit Herz, auch wenn er das selbst nie zugeben würde.

    Mit Moni verhält es genau anders herum. Sie ist eine bodenständige, erfahrene Frau mit einem großen Herzen, die sich um alle kümmert - nur nicht um sich selbst. Wie sie ausgerechnet auf die Idee kommt, mit 53 Jahren Mathematik zu studieren? Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Es lohnt sich auf jeden Fall.

    Erzählt wird die Geschichte aus Oscars Perspektive in der ersten Person. Dies mag mit dazu beitragen, dass man ihn trotz all seiner Fehler mag. Denn durch den Einblick in seine Gedanken und Gefühle wird einem klar, dass er eigentlich gar nichts dafür kann, dass er so ist, wie er nun mal ist, und dass er es bei aller Überheblichkeit gar nicht böse meint. Gefangen in seinen selbst auferlegten strengen Regularien und seinem Tunneldenken steht er sich auf dem Weg zu seinem Glück selbst im Weg. Da ist es gut, dass Moni es schafft, ihn ein bisschen aufzubrechen.

    Auch wenn sich die Story um Mathematik dreht, muss man kein Mathegenie sein, um sie genießen zu können. Diesen Roman möchte ich allen Menschen ans Herz legen, weil er so viele verschiedene Facetten aufweist, dass jede*r etwas für sich daraus mitnehmen kann.

    ★★★★★

    Bingo: 0 (23)
    SLW: 07/20
    Serienchallenge: 3 (1)
    Reading around the World Challenge: 17

    Liebe Grüße, Lilli

  • Juva
    Patronus
    Beiträge
    2.425
    Bilder
    10
    • 24. März 2025 um 17:51
    • #3

    Bei Alina Bronskys Romanen bin ich immer wieder begeistert, wie sie es schafft, ihre ProtagonistInnen lebensnah und echt darzustellen, auch wenn diese eben nicht nur positive Seiten haben. Trotzdem stehen die positiven Dinge im Vordergrund, das ist auch bei der Beziehung zwischen Oscar und Moni so.

    Schon als sie sich kennenlernen ist Oscar genervt von Moni, er steht ihrer ganzen Person und ihre Eigenheiten verständnislos und unempathisch gegenüber, zumal er mit seinen 16 Jahren noch viel zu jung ist, viel über andere Menschen zu wissen, und ihm diese eigentlich auch herzlich egal sind, er plant nur seine mathematische Karriere. Aber schließlich schleicht sich Moni doch in sein Herz - nicht nur damit, dass sie ihn liebevoll umsorgt, sondern auch indem sie ihn immer wieder verblüfft, sodass er beginnt, sich für sie und ihr Leben zu interessieren, wodurch er automatisch aus seinem Schneckenhaus gerissen und in die Gesellschaft anderer Menschen gebracht wird - egal ob in eine Lerngruppe an der Uni oder in Monis reichlich chaotische Großfamilie.

    Das alles ist so liebevoll geschildert, dass ich dem Ich-Erzähler Oscar gerne auf seinem Weg durch die Untiefen des menschlichen Zusammenseins gefolgt bin, zumal insbesondere seine Schwierigkeiten damit oft sehr witzig beschrieben werden. Zwischen Monis Unterschicht-Familie (die gar nicht so dumm ist, wie sie sich selbst sehen möchte) und Oscars hochadliger Herkunft klaffen Welten, aber trotzdem werden beide Seiten liebevoll und nie abwertend beschrieben. Der Autorin gelingt das Kunststück, dass man als LeserIn beide Seiten verstehen und in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren kann. Zur Spannung des Romans trägt natürlich die Frage bei, warum Moni sich mit 53 Jahren, drei Jobs und drei Enkeln eigentlich noch das Mathematikstudium zumutet - nach und nach wird sie beantwortet.

    Ich kann "Pi mal Daumen" auch für Nicht-Mathematik-Interessierte uneingeschränkt empfehlen, mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen.

    5ratten


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