[kaufen='978-0241419328'][/kaufen]
Sagt, was es tut! Helen Castor, eine britische Historikerin und Autorin ("She-Wolves") erzählt die parallele Geschichte der beiden Cousins, Richard II und Henry IV. Es beginnt mit keiner herzerfrischenden Freundschaft der beiden gleichaltrigen, aber grundverschiedenen Knaben und endet mit dem Tod Henrys IV, nach problematischer und krisengeplagter Herrschaft.
Ein fantastisches Buch. Liest man ja oft bei Sachbücherbeschreibungen, dass sie sich wie Romane lesen. Das tat dieses Buch hier tatsächlich. Klar hilft es, dass die Geschichte wie üblich die allerbesten Geschichten schreibt, aber es ist schon auch der Autorin geschuldet, dies so zu Papier zu bringen.
Was mir speziell gefallen hat, ist dass Castor diese Geschichte streng chronologisch erzählt, da gibt es kein Mäandern in Unterthemen, sondern wir steuern geradlinig auf den Untergang zu, den doppelten, wenn man so will, denn auch Henry IV hat die Krone kein Glück gebracht. Und England? Es hat einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen, aber hatte Henry eine andere Wahl? Auch das fand ich schön, Castor gibt uns die Hintergründe, urteilen müssen wir schon selber und es gibt auch kein Nachher-ist-man-immer-klüger-Orakeln von ihr. Das überlässt sie ebenfalls uns.
Stattdessen arbeitet sie schön heraus. warum Richard und Henry sich so unterschiedlich entwickelt haben, weil sie auch komplett anders erzogen wurden. Kann man Richard also dafür verurteilen, zu was er geworden ist? Wäre Henry ein erfolgreicherer König gewesen, hätte er Richard legal beerbt? Ich mag das, denn in der Form ist mir das bislang nicht untergekommen.
Ergänzt wird das Buch durch Karten, Stammbäume (man verflucht nicht nur einmal die Ehefreudigkeit von Richards Mutter und Henrys Vater!) und sogar ein Personenregister.
"Hier gönne ich mir das Hardcover." Keine Reue!
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PS: Ja, ich bin ein Gablé-Opfer, Ich habe mich einst in "Das Lächeln der Fortuna" rettunglos in Henry IV und Vater John of Gaunt verliebt, aber später durch Biographien erlesen, dass die historischen Herren vielleicht nicht ganz so reizend, aber mindestens so interessant waren. Anderen mit dem gleichen schönen Problem sei Castor wärmstens ans Herz gelegt, aber natürlich jedem, der sich für diesen Part der Geschichte interessiert.