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Hape Kerkeling - Gebt mir etwas Zeit

  • Lerchie
  • 9. November 2024 um 15:42
  • Zum letzten Beitrag
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Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 1.295 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (13. August 2026 um 22:57) ist von Sagota.

  • Lerchie
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    Beiträge
    2.010
    • 9. November 2024 um 15:42
    • #1

    [kaufen='3492058000'][/kaufen]


    Ahnenforschung

    Der Autor setzt in diesem Buch Etappen seines Lebens fort. Außerdem taucht er tief in die Geschichte seiner Vorfahren ein. Er erzählt von seiner Kindheit in den Siebzigern, den Glanzzeiten der TV-Unterhaltung und von dem Goldenen Zeitalter der Niederlande. Er erzählt von den Anfängen seiner Fernsehkarriere und geht zurück bis in die Frühzeit der Kerkelings im Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Er verwebt Erinnerungen mit Ahnenforschung und entdeckt ein großes Geheimnis seiner Oma Bertha.


    Meine Meinung

    Auch wenn sich das Buch einigermaßen leicht und flüssig lesen ließ, (ich habe es auf meine Weise gelesen), fand ich die Zeitsprünge doch irgendwie störend. Auf der einen Seite Hapes eigenes Leben und dann plötzlich Ahnenforschung und das 17. Jahrhundert. Was mich störte war, dass man keinen Bezug nehmen konnte auf das Leben der Vorfahren. Ich habe schon öfter Bücher gelesen, die auf zwei Zeitebenen spielen, doch dann bezieht sich die heutige bzw. neuere Ebene auf die Vergangenheit. Gut, man erfährt, wer seine Ahnen waren und wie sie gelebt haben, das ist durchaus interessant, jedoch verliert man, zumindest ich, durch die Unterbrechung zu leicht den Faden. Für mich waren das zwei Geschichten sprich zwei Bücher, die in eines vermischt wurden und ich habe es mir dadurch einfacher gemacht, dass ich zuerst die Kapitel aus Hapes Leben und dann die Geschichte der Vorfahren gelesen habe. Wobei mir am besten Berthas Geschichte gefallen hat, die schon fast ein drittes Buch darstellt. Ob es den heute Betroffenen auch gefällt? Ich glaube Hapes Geschichte, denn so was kommt wohl öfter vor als wir denken. Was, das muss der Leser selbst lesen. Hätte ich die Kapitel gelesen, wie sie im Buch erscheinen, hätte das Buch höchstens drei Sterne bekommen, denn das war mir zu durcheinander bezüglich der Zeitebenen. Insgesamt hat mir das Buch, da ich es chronologisch gelesen habe trotz der genannten Mängel, gut gefallen und ich vergebe noch vier Sterne und empfehle es allen die Hape mögen. 4ratten

    Liebe Grüße

    Lerchie

    ____________________________

    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • illy
    Bücherjunkie
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    20
    • 21. September 2025 um 10:57
    • #2

    Die erzwungene Auszeit während der Corona-Pandemie nutzte Hape Kerkeling für Ahnenforschung inkl. DNA-Analysen. Als Ergebnis davon ist dieses Buch entstanden.

    „Gebt mir etwas Zeit“ besteht größtenteils aus drei sich abwechselnden Strängen, zwischen die sich aktuelle Kommentare mischen. Da ist zum einen (sehr ausführlich) ein Vorfahr aus dem 17. Jahrhundert, dessen Leben er nacherzählt, anhand dessen er auch ein wenig den damaligen Alltag in den Niederlanden schildert und auch auf religiöse Konflikte, gesellschaftli8che Entwicklungen etc. eingeht. Der zweite Vorfahren-Strang konzentriert sich auf seine Großmutter, deren Vater unbekannt ist und zu dem er aufgrund von DNA-Analysen seine Schlüsse zieht und sich eine „Kennenlerngeschichte“ ausdenkt. Der dritte Strang konzentriert sich auf Hape selbst, seine ersten Schritte als Fernsehstar und (wichtigr!) seine erste große Liebe zu einem niederländischen Mann.

    Das Ganze wirkt ziemlich zerfasert und zusammenhanglos. Lerchie hat in ihrer Rezension oben geschrieben, dass sie einfach die Stränge als separate Geschichten hintereinander weggelesen ha, womit man das Problem natürlich umgehen kann. Allerdings fehlt dann irgendwie der Kerkeling-Zusammenhang und für sich alleine stehend sind die Ahnengeschichten nun mal auch nichts Besonderes.

    Für mich ist das aufgrund der Struktur ein typisches „Klo-Buch“, welches man problemlos nach jedem Kapitel unterbrechen und liegen lassen kann.

    Die eigenen Lebensabschnitte von Hape Kerkeling hingegen waren für sich interessant und wirkten glaubwürdig wiedergegeben und nicht geschönt, hier hört man seine Stimme heraus.
    Eine „echte“ Biographie wäre vielleicht ein besseres Buch geworden.

    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    35
    • 11. August 2026 um 16:40
    • #3

    Schon als kleiner Junge fühlte sich Hape Kerkeling in Amsterdam ungewöhnlich wohl und erinnert sich an verzweifeltes Weinen bei der Abreise, und auch als Erwachsenen zog es ihn immer wieder dorthin und er verbrachte dort prägende Zeiten als junger Mann. Als der interessierte Ahnenforscher Jahrzehnte später mit Hilfe einer DNA-Analyse seinen Vorfahren nachspürt, schließt sich gewissermaßen ein Kreis, denn die Kerkelings haben ihre Wurzeln in wohlhabenden Amsterdamer Kaufmannshäusern. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die seine Spurensuche mit sich bringt. Seine geliebte Oma Bertha, die ihn nach dem frühen Tod seiner Mutter großgezogen hat, sprach nie über ihre Herkunft, nur als sie schon alt und in die Demenz abgeglitten war, erzählte sie Dinge, die man für wirres Gefasel hielt - doch je mehr Hape ihrer Abstammung nachgeht, umso spannendere Dinge zeichnen sich ab.

    Hape schätze ich als klugen, warmherzigen und humorvollen Erzähler seiner eigenen Lebensgeschichten schon seit seinem Überraschungserfolg "Ich bin dann mal weg", der so witzig wie tiefsinnig sein kann und sich mit einem gesunden Maß an Selbstironie betrachtet. Hier verbindet er seine Leidenschaft für Ahnenforschung mit einem Rückblick auf seine frühen Erwachsenenjahre mit den ersten TV-Erfolgen (und Rückschlägen) und auf seine erste große Liebe Duncan. Beides fiel in eine Zeit, in der es noch nicht selbstverständlich war, als Schwuler im Fernsehen aufzutreten (man legte ihm sogar nahe, sich eine Alibifreundin zu suchen) und in der die homosexuelle Community wegen der HIV-Epidemie permanent in Ängsten lebte.

    Zwischen die autobiographischen Kapitel sind immer wieder Szenen eingestreut, die sich unter Hapes Vorfahren in Amsterdam und in Marienbad abgespielt haben könnten. Wie nahe an der Wahrheit sich diese bewegen, ist schwer zu sagen, aber der historische Hintergrund ist detailgetreu gezeichnet und es liest sich durchaus glaubwürdig. Man lernt sogar noch das eine oder andere über das Kaufmannswesen im 17. Jahrhundert und über religiöse Konflikte, etwa dass katholische und mennonitische Gottesdienste bei Strafe verboten waren und nur im Untergrund durchgeführt werden konnten.

    Diese Mischung aus persönlichen Erinnerungen, Spurensuche in der Familiengeschichte und einem spekulativen Blick in die Vergangenheit hat mir ausgesprochen gut gefallen. Wie belastbar der illustre Stammbaum der Oma tatsächlich ist, kann ich schlecht einschätzen, doch die Indizien im Buch sprechen durchaus dafür und es ist zumindest nicht gänzlich unplausibel, wer der Uropa gewesen sein könnte. Ich mag auch Hapes Lebenseinstellung und Art zu erzählen. Trotz des lockeren Grundtons und vieler witziger Momente lässt er schwierige Themen nicht aus und hat mich an manchen Stellen fast zu Tränen gerührt, als es um sehr dunkle Momente in seinem damals noch sehr jungen Leben geht. Für die Schwulenfeindlichkeit und Diskriminierung, die in den 80ern an der Tagesordnung war, findet er deutliche Worte und auch einige Szenen aus der Vergangenheit kann man als Plädoyer für Toleranz lesen.

    Eine interessante persönliche Spurensuche mit berührenden Einblicken in Hapes eigenes Leben und ein bisschen unterhaltsamem Geschichtsunterricht.

    4ratten

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Sagota
    Booktraveler
    Beiträge
    5.889
    • 13. August 2026 um 22:57
    • #4

    "Jetzt wissen wir Bescheid, (ihr) Schätzeleins" :D

    (meine Lieblingsfigur - der Horst Schlämmer)

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)


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