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Liz Moore - The God of the Woods/Der Gott des Waldes

  • HoldenCaulfield
  • 31. Dezember 2024 um 20:39
  • Zum letzten Beitrag
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Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 2.671 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. Juli 2026 um 08:49) ist von Kirsten.

  • HoldenCaulfield
    Feministin
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    26
    • 31. Dezember 2024 um 20:39
    • #1

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    Titel: The God in the Woods

    Autorin: Liz Moore

    Allgemein:

    448 S.; The Borough Press, 2024

    (Februar 2025 kommt das Ganze auf dt. heraus)

    Zitat von Dt. Ausgabe Amazon

    Inhalt:

    [.,,]

    Es ist August 1975, ein Sommer, der das Leben vieler Menschen in den Adirondack Mountains für immer verändern wird. Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje im Sommercamp liegt, beginnt eine panische und groß angelegte Suche nach der 13-Jährigen. Das Verschwinden einer Jugendlichen im Naturreservat ist unter allen Umständen eine Katastrophe, aber Barbara ist keine gewöhnliche Camperin: Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Und sie ist die Schwester von Bear, dem Jungen, der seit 14 Jahren vermisst wird. Kann das Zufall sein? Was wissen die anderen Kinder im Camp über Barbaras Verschwinden, und was verheimlichen die Angestellten, die im Schatten der Van Laars ihr Dasein fristen? Was hat der aus dem Gefängnis entflohene «Schlitzer» mit all dem zu tun und welche Geheimnisse hütet die Familie selbst?

    Meine Meinung:

    Im ersten Moment wirkten Liz Moores Bücher vom Plot her immer wie Kriminalromane. Das sind sie aber meiner Meinung nach nicht. Der Plot konzentriert sich viel mehr auf die Hintergründe die zu dem Tag führen, an dem Barbara verschwindet.

    Es ist eher ein Familienroman, der einige Geheimnisse offenbart. Alle Figuren haben etwas zu verbergen, seien es kleinere, für Teenager typische Dinge, die verbergen sollen wie sie sich wirklich fühlen, oder solche die Erwachsene Verbergen wollen um ihr Gesicht in der Gesellschaft zu wahren.

    Die Handlung spielt nicht ohne Grund in den 70er Jahren (und Teilweise auch früher). Einiges im Plot würde mit moderner Technik nicht mehr funktionieren.

    In mancherlei Hinsicht fand ich den Plot sehr interessant, Vor allem Barbaras Beweggründe, Hier hätte ich auch gerne noch mehr erfahren, ich fand schade das sich Liz Moore lieber auf andere Figuren konzentriert hat. Trotzdem waren auch hier einige Hintergründe und Verwicklungen so mit einander verknüpft, dass es mich interessiert hat, was dahinter steckt.

    Dabei arbeitet Moore auch heraus, welche gesellschaftlichen Strukturen zu den Ereignissen beigetragen haben. Das Machtgefüge der Familien untereinander spielt dabei eine entscheidende Rolle. An mancher Stelle hätte ich mir aber ehrlicherweise ein paar Kürzungen gewünscht, da ich manches etwas unnötig fand.

    Die Auflösung war an mancher Stelle leider arg vorhersehbar, das fand ich insofern schade, weil das für mich einen Teil des Reizes der Handlung kaputt gemacht hat. Gleichzeitig legt die Autorin so oder so ihren Fokus lieber auf ihre Figuren. Es ist wie gesagt eben kein Krimi, sondern eher die Frage, was treibt Menschen zu Handlungen, die dafür sorgen das andere verletzt werden, es ihnen aber egal ist, dass das unweigerlich passieren wird. Und wer hat die Möglichkeit diese Menschen je zur Rechenschaft zu ziehen?

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    SUB und Neuzugänge

    Seltsam im Nebel zu wandern... (Hesse)

  • Valentine
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    • 15. März 2026 um 16:35
    • #2

    Seit Jahrzehnten gibt es auf dem weitläufigen, von dichten Wäldern gesäumten Land der Familie Van Laar im Sommer ein Ferienlager für Kinder und Jugendliche, mit Holzhütten, kleinem Bachlauf und viel Platz für Outdoor- und Survival-Aktivitäten. Doch im Sommer 1975 gerät die Camp-Idylle aus den Fugen, als Betreuerin Louise mit Erschrecken feststellt, dass eins der Betten ihrer Schützlinge am Morgen leer ist. Ausgerechnet Barbara Van Laar ist verschwunden, die Tochter der Gründerfamilie, und das zu einer Zeit, in der man munkelt, dass ein berüchtigter Serienmörder aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und in der Gegend herumschleicht.

    Barbaras Mutter Alice ist verständlicherweise völlig außer sich, umso mehr, als die Suche nach dem Mädchen fruchtlos bleibt. Nicht nur bei Alice weckt das Verschwinden der rebellischen Dreizehnjährigen Erinnerungen an ihr erstes Kind, ihren liebevoll Bear genannten Sohn, der viele Jahre zuvor ebenfalls spurlos verschwunden ist. Sein Schicksal wurde nie aufgeklärt und Alice versank immer mehr in einem Sumpf aus Depressionen und Medikamenten, aus dem sie sich nie ganz befreien konnte.

    Aus wechselnden Perspektiven beleuchtet Liz Moore Barbaras Verschwinden, die Suchaktionen und polizeilichen Ermittlungen und die Wellen, die die Sache in den Leben von Alice, Louise, einer jungen Polizistin und der Campdirektorin TJ schlägt und führt uns zwischendurch immer wieder zurück in die Vergangenheit, zur Gründung des Camps, zu Alices Vorgeschichte und zu den Umständen, unter denen Bear von der Bildfläche verschwand.

    Ich würde das Buch nicht in erster Linie als Krimi einsortieren, weil die Ermittlungen nur ein Teil des Ganzen sind, doch es mangelt ganz sicher nicht an Spannung. Tiefe seelische Abgründe und familiäre Verstrickungen werden mindestens genauso fesselnd geschildert wie die Polizeiarbeit und die letzten 100 Seiten bis zur für mich überraschenden Auflösung habe ich ziemlich atemlos verschlungen.

    Die Kluft zwischen der dekadenten Oberschicht, die im Haupthaus verschwenderische Partys feiert, und den „einfachen Leuten“, die im Haus und im Camp arbeiten und von den Van Laars nicht unbedingt gut behandelt werden, ist vielleicht etwas arg plakativ dargestellt, aber das bleibt mein einziger kleiner Kritikpunkt an diesem ansonsten wirklich mitreißenden und vielschichtigen Buch.

    4ratten

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • HoldenCaulfield
    Feministin
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    • 15. März 2026 um 18:36
    • #3

    Valentine Ich muss tatsächlich öfter mal an den Roman denken. Vor allem auch an die Athmosphäre. Und anscheinend mag ich Romane die in Feriencamps spielen. :lachen:

    SUB und Neuzugänge

    Seltsam im Nebel zu wandern... (Hesse)

  • Valentine
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    • 16. März 2026 um 08:48
    • #4

    Ja, die Atmosphäre ist wirklich großartig, förmlich mit den Händen zu greifen. Und ein Ferienlagerbuch habe ich schon ewig nicht mehr gelesen, der Aspekt gefiel mir auch sehr.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Alice
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    • 16. März 2026 um 12:26
    • #5

    Mir haben ja beide Bücher von Liz Moore ganz besonders gut gefallen (ich erinnere mich, dass die Meinungen bei Long Bright River gespalten waren..) - und gerade habe ich gesehen, dass es seit Februar ein neues (*) Buch von ihr gibt:

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    Das kommt gleich mal auf meine Merkliste.

    *Warnung (Nachtrag): Es handelt sich nicht um ein neues Buch, habe ich inzwischen sondern es wurde lediglich "wiederaufgelegt". (Manchmal ist das... gefährlich - aber mir wahrscheinlich das Risiko wert.)

    2 Mal editiert, zuletzt von Alice (16. März 2026 um 12:33)

  • JaneEyre
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    3
    • 16. März 2026 um 12:35
    • #6

    Sind beide sehr weit oben auf meiner Liste.

    Liebe Grüße JaneEyre

    Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück.

    Theodor Fontane

  • Kirsten
    Radbiest
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    • 16. April 2026 um 10:28
    • #7

    Das Verschwinden von Barbara Van Laar aus dem Sommercamp reißt bei der Familie alte Wunden auf, weil es die Erinnerungen an ihren Bruder Bear wieder wach werden lässt. Der Bruder, den sie nie kannte, weil er vor ihrer Geburt ebenfalls spurlos verschwunden ist.

    Für Louise, die für Barbara verantwortlich war, ist die alte Geschichte nicht wichtig. Sie sieht sich plötzlich im Zentrum der Ermittlungen, weil Spuren bewusst in ihre Richtung gelegt werden und Menschen, denen sie vertraut hat, plötzlich lügen.

    Sie wird zum Sündenbock gemacht. Genau das ist auch bei Bears Verschwinden passiert. Die mächtige Familie schiebt die Schuld von sich und ihren ebenfalls mächtigen Freunden von sich weg und einem anderen in die Schuhe. Auf mich hat es so gewirkt, als ob die Furcht vor einem Skandal größer ist als die Suche nach der Wahrheit.

    Liz Moore erzählt eine Geschichte, in der der schöne Schein unbedingt gewahrt werden muss. In der das Glück der Familienmitglieder, zuerst das von Alice und später das von ihrer Tochter, keine Rolle spielt. Ich fand den Umgang der Familie mit den offensichtlichen Problemen von Alice und Barbara furchtbar, denn man ist nicht damit umgegangen, sondern hat sie ignoriert.

    Der Gegenpol zu den Van Laars ist die Ermittlerin Judyta Luptack. Sie ist die erste weibliche Ermittlerin im Staat und muss sich nicht nur gegen Vorurteile und Diskriminierung ihrer männlichen Kollegen behaupten, sondern auch gegen den Druck ihrer konservativen Familie. Aber sie lässt sich davon nicht einschüchtern, auch wenn sie manchmal überfordert ist.

    Der Roman ist gut durchdacht. Mir hat gefallen, dass nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Charaktere, die eher am Rand standen, detailliert beschrieben waren. Das hat die Geschichte kompakt, aber nie langweilig gemacht. Im Gegenteil: für mich hätte sie noch mehr Seiten haben können.
    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • JaneEyre
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    • 17. April 2026 um 10:08
    • #8

    Muss ich mir dringend baldmöglichst zulegen

    Liebe Grüße JaneEyre

    Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück.

    Theodor Fontane

  • Mine_Bue
    Quidditch-Legende
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    445
    • 7. Juli 2026 um 20:28
    • #9

    Mit „Der Gott des Waldes“ hat Liz Moore ein eigenständiges Werk geschrieben, indem die wohlhabende Familie Van Laar und dessen Schicksalsschläge im Mittelpunkt stehen.


    Klappentext:

    Es ist August 1975, ein Sommer, der das Leben vieler Menschen in den Adirondack Mountains für immer verändern wird. Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje im Sommercamp liegt, beginnt eine panische und groß angelegte Suche nach der 13-Jährigen. Das Verschwinden einer Jugendlichen im Naturreservat ist unter allen Umständen eine Katastrophe, aber Barbara ist keine gewöhnliche Camperin: Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Und sie ist die Schwester von Bear, dem Jungen, der seit 14 Jahren vermisst wird. Kann das Zufall sein? Was wissen die anderen Kinder im Camp über Barbaras Verschwinden, und was verheimlichen die Angestellten, die im Schatten der Van Laars ihr Dasein fristen? Was hat der aus dem Gefängnis entflohene «Schlitzer» mit all dem zu tun und welche Geheimnisse hütet die Familie selbst?


    Dieser Roman wird als literarischer Thriller der Spitzenklasse beworben und auch der Klappentext klang in meinen Ohren vielversprechend. Ich hatte keine besonderen Erwartungen oder Anforderungen an dieses Buch, bin unvorbelastet in die Geschichte eingedrungen. Und ich wurde dabei auf positive Art überrascht, solch ein Werk hatte ich nicht erwartet.

    Der Schreibstil von Moore ist angenehm und lässt sich flüssig lesen. Die Autorin schafft es, dass die Seiten nur so dahinfliegen und man als Leser gar nicht merkt, wie man immer tiefer in die Handlung eindringt. Gekonnt wird hier auch eine dichte und überzeugende Atmosphäre erschaffen. Der Wald mit all seinen Facetten wird hier meisterhaft in Szene gesetzt. Er hat etwas bedrohliches und gefährliches, kann aber auch gleichzeitig Schutz versprechen und hilfreich sein. Mir persönlich hat es gefallen, wie mit den Örtlichkeiten gespielt wird und die Vielseitigkeit gekonnt in Szene gesetzt wird. Die Geschichte wird in mehreren Zeitsträngen und auch aus mehreren Perspektiven erzählt. Dies klingt zunächst verwirrend und etwas überwältigend. Aber Moore schafft es hier meisterhaft, dass der Leser dabei den Überblick behält. Der Gegenwartstrang spielt im Sommer 1975. Wir befinden uns in einem Feriencamp in den Wäldern, hier können vermögende Eltern ihre Kinder abgeben, sodass sie in diesem Camp noch gewisse Fähigkeiten lernen können und dabei ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. In der Gegenwart ist Barbara Van Laar im Mittelpunkt. Sie ist die dreizehnjährige Tochter von den reichen Besitzern des Gebietes, auf dem das Feriencamp steht. Zu Beginn des Buches verschwindet Barbara aus diesem Feriencamp. Während ihr Vermisstenfall thematisiert wird, erlangt der Leser immer tiefere Einblicke in die Familie und die Zustände, welche das Mädchen innerhalb dieser ertragen musste.

    Der Vergangenheitsstrang spielt im Wesentlichen im Jahre 1961. In dieser Zeit ist Peter Van Laar im Zentrum der Handlung. Dieser ist der Bruder von Barbara und verschwindet ebenfalls aus mysteriöse Weise. Seine Suche wird organisiert und dabei läuft nicht gerade alles optimal, ein paar Fehler werden gemacht und manchmal fragt man sich, ob diese mit Absicht geschehen sind. Bis zur Gegenwart wurde Peter, genannt Bear, nicht gefunden. Und bis zum aktuellen Zeitpunkt beschäftigt sein Verschwinden die Leute aus der Gegend. Hängt sein Verschwinden mit dem von Barbara zusammen?

    Die Story wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum Beispiel kommt eine Camp- Betreuerin Louise zu Wort, die tiefer in dem Familiendrama drinsteckt, als man zunächst vermutet. Aber auch aus der Sicht von einer jungen Polizistin namens Judyta wird erzählt. Diese muss sich in der Männerdomäne behaupten, ihre Kollegen sind hauptsächlich Männer mit Vorurteilen gegenüber ihren Fähigkeiten. Oder die Mutter der beiden vermissten Kinder namens Alice steht hier im Zentrum, auch aus ihrer Perspektiven bekommt man Einblicke in die Handlung. Dies sind nur ein paar Beispiele für die Perspektiven. Dadurch bekommt man einen vielseitigen Einblick in die Handlung, viele Facetten ergeben dabei ein Gesamtbild. Mir persönlich hat dies gut gefallen, durch diese Vielseitigkeit erkennt man die Vielschichtigkeit der Geschichte und kann gewisse Strukturen besser durchdringen. Moore erschafft dadurch eine dichte Geschichte, immer mehr Details werden aufgedeckt und mit jeder Seite erkennt man mehr Abgründe der Familie, was in dieser leider alles falsch gelaufen ist. Dabei entwickelt sich der anfängliche Thriller immer mehr in eine Gesellschaftsanalyse. Die sozialen und auch die emotionalen Verwerfungen werden thematisiert. Nicht nur von der oberen Gesellschaft, wobei diese eindeutig im Vordergrund steht. Auch die unteren Schichten werden in den Fokus gerückt und die Probleme thematisiert. Mir hat diese Tiefgründigkeit zugesagt. Ich hatte einen packenden Thriller erwartet – dabei habe ich ein Buch mit Tiefgang und packender Geschichte bekommen. Dabei werden die einzelnen Perspektiven und auch Zeitstränge gekonnt miteinander verwoben, sodass am Ende ein gelungenes Gesamtbild entsteht.

    Überzeugen konnte mich auch die Charaktertiefe von vielen Persönlichkeiten. Jeder scheint seine eigene Vergangenheit zu haben, seine Beweggründe sind nachvollziehbar. Nicht nur die Protagonisten wirken hier authentisch, auch die Charaktere am Rande haben Tiefgang, sodass die Geschichte noch plastischer wirkt. Ich hatte das Gefühl, einen True- Crime- Thriller zu lesen, jede Seite hätte tatsächlich so passiert sein können. Wer hier jedoch einen Pageturner im klassischen Sinne erwartet, der wird wohl leider enttäuscht werden. Dennoch hat sich meiner Meinung nach eine Sogwirkung aufgebaut. Ich wollte einfach wissen, wie all dies zusammenhängt und habe nur ungern das Buch zur Seite gelegt.

    Auch die Auflösung konnte mich überzeugen- Für mich war dieser Roman spannend bis zur letzten Seite. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und wollte wissen, wie all diese persönlichen Schicksale miteinander verwoben sind.


    Insgesamt konnte mich die Autorin Liz Moore mit ihrem Roman „Der Gott des Waldes“ begeistern. Ich habe viel mehr in diesem Werk aufgefunden, als ich zunächst erwartet hätte. Die Art des Erzählens konnte mich hier vollständig überzeugen und auch die Handlung hat eine Sogwirkung bei mir ausgelöst. Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus::tipp:

  • Bluebell
    Bibliothekar*in
    Beiträge
    2.191
    • 23. Juli 2026 um 00:10
    • #10

    Ja, ich geb's zu - dieses Buch kam zu mir, weil ich irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es Barack Obama auf seiner Sommerleseliste hatte (womit ja sogar der Umschlagtext wirbt, was mich normalerweise eher abschreckt ^^ ).

    Jedenfalls war es gut investierte Lesezeit. Es handelt sich um einen wohldurchdachten, atmosphärisch dichten Roman, der sich zwar stark ans Krimi-/Thriller-Genre anlehnt, aber sich auch auf weiteren Ebenen lesen lässt. Die beschriebenen Familiendynamiken, die all den Ereignissen zugrundeliegen, erzeugen zwar keine adrenalingeschwängerte Spannung, aber ziehen einen als Leser*in dennoch in ihren Bann und haben mich auch abseits der aktiven Lesezeit beschäftigt.

    Ich konnte mir auch lange keinen Reim auf das zeitlich so weit auseinanderliegende Verschwinden der Geschwister machen, finde die Auflösung aber durchaus gelungen und nicht unplausibel.

    Um nicht nur Dinge wiederzukäuen, die weiter oben schon andere geschrieben haben, möchte ich nur noch ein paar Assoziationen erwähnen, die mir an verschiedenen Stellen des Romans kamen. Gewisse Elemente und Kapitel erinnern - teils gewollt, nehme ich an - an "Twin Peaks", Stephen Kings "Das Mädchen", "Das Schweigen der Lämmer" und last, not least sogar "Ronja Räubertochter". :S

    4ratten

  • Kirsten
    Radbiest
    Beiträge
    30.205
    Bilder
    1
    • 23. Juli 2026 um 18:41
    • #11
    Zitat von Bluebell

    Ja, ich geb's zu - dieses Buch kam zu mir, weil ich irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es Barack Obama auf seiner Sommerleseliste hatte (womit ja sogar der Umschlagtext wirbt, was mich normalerweise eher abschreckt ^^ ).

    Das muss nichts Schlechtes sein. Ich habe mir mal eine Leseliste gebastelt mit Büchern, die er gelesen hatte und die meisten darauf haben mir gefallen.

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Bluebell
    Bibliothekar*in
    Beiträge
    2.191
    • 23. Juli 2026 um 18:58
    • #12
    Zitat von Kirsten
    Zitat von Bluebell

    Ja, ich geb's zu - dieses Buch kam zu mir, weil ich irgendwo aufgeschnappt hatte, dass es Barack Obama auf seiner Sommerleseliste hatte (womit ja sogar der Umschlagtext wirbt, was mich normalerweise eher abschreckt ^^ ).

    Das muss nichts Schlechtes sein. Ich habe mir mal eine Leseliste gebastelt mit Büchern, die er gelesen hatte und die meisten darauf haben mir gefallen.

    Oh, ich wollte damit keineswegs sagen, dass mich Obama abschreckt (im Gegenteil), sondern generell diese blickfangartig platzierten Empfehlungen oder begeisterten Zitate von bekannten Namen auf dem Umschlag.

    Wärst du geneigt, die Liste mir oder gleich dem Forum zur Verfügung zu stellen? 😉 Vielleicht unter "Literarisches Labern und Quasseln" oder so.... nur falls du mal Zeit und Muße hast.

  • Kirsten
    Radbiest
    Beiträge
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    1
    • 23. Juli 2026 um 23:16
    • #13

    Guckst du hier. Die Links zu den gelesenen Büchern passen seit dem letzten Umzug nicht mehr, aber die Titel kann man erkennen.

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Valentine
    Mermaid Librarian
    Beiträge
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    35
    • 24. Juli 2026 um 08:43
    • #14

    Es gibt ja immer wieder neue Leseliste von Mr. Obama - hier sind alle seit 2019 zusammengestellt.

    Und ja, der Mann hat einen guten Büchergeschmack!

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Kirsten
    Radbiest
    Beiträge
    30.205
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    1
    • 24. Juli 2026 um 08:49
    • #15

    Es ist vor allem eine gute Mischung, das gefällt mir.

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.


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