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Kurz zusammengefasst geht es in dem Buch um einen an Demenz erkrankten alten Mann, den Bademeister, der Schritt für Schritt abbaut und dem unausweichlichen Tod entgegen lebt. Unterstützt wird er dabei von Ewa seiner polnischen 24 Stunden Pflegerin und Linda einer lebensmüden Teenagerin, die sich dem Bademeister Hubert annähert und versucht ihm den Alltag zu erleichtern. Linda wurde von der Tochter, genannt der Nachtfalter, engagiert, damit Ewa ein paar Stunden frei nehmen kann.
Linda ist eher eine Außenseiterin, die mit ihrer alleinerziehenden Mutter im Selben Mehrparteienhaus wohnt wie Hubert. Sie hat einen Freund, Kevin, der sich vor allem mit dem Klimawandel, den Umweltschäden und der dazugehörigen Ignoranz der Menschen auseinandersetzt.
Der Grund, warum mich das Buch interessiert hat war, dass es einen großen Hype darum gab und viele 'Verlage sich darum gebuhlt hatten, es zu veröffentlichen.
Nach der Lektüre bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits verstehe ich, wieso die Verlage das Buch unbedingt veröffentlichen wollten. Es geht um brisante Themen, vor allem um Demenzerkrankungen denen viele potenzielle Leser:innen auch im Alltag begegnen. Viele haben im engeren Umfeld Menschen, die auch daran leiden. Somit ist der Bezugspunkt für viele gegeben und das Buch lässt sich gut verkaufen.
Literarisch bin ich nicht so sehr davon überzeugt. Die Persönlichkeiten werden oft nur schablonenhaft gezeichnet. Mir fehlt die Auseinandersetzung mit den Nebenfiguren. Die Sprache ist sehr einfach. Die Erzählperspektive aus der Sicht von Linda schwankt manchmal. Einerseits ist sie ein 15-jähriges Mädchen, das versucht schulische und persönliche Probleme zu bewältigen, andererseits macht sie Aussagen, die ihr eigentlich nicht entsprechen. Da kommt dann das medizinische und berufliche Wissen der Autorin durch (sie ist eigentl. geriatrische Krankenpflegerin).
Mich hat auch etwas gestört, dass vieles explizit erklärt wurde, Es bleibt wenig Spielraum für Interpretation, das Buch liefert alle Antworten ohne den Leser:innen viel Spielraum für eigenen Gedanken und Auslegungen zu lassen.
Wie sich die Geschichte zwischen Kevin und Linda entwickelt war schon sehr früh absehbar, in dieser Beziehung fehlte Linda aber jeglicher Weitblick, den sie in der Beziehung zum Bademeister sehr wohl hat.
Mein Fazit: Kann man lesen, muss aber nicht unbedingt sein. Die Thematiken im Buch hätten sehr viel Potenzial, das leider nicht ausgeschöfpt wurde. Es wird auch versucht etwas auf die Tränendrüse der Leser:innen zu drücken, was natürlich verkaufsfördernd ist, wenn man darauf reinfällt.