[kaufen='978-3-98721-338-0'][/kaufen]
Ich habe vom Autorenteam bereits zwei einzeln erschienene Comics namens "Adoption" gelesen (und hier rezensiert), außer dem grundlegenden Titelthema haben die Geschichten aber nichts miteinander zu tun, so dass ich diesem hier (im Original ein Zweibänder, ich habe aber keine Lücke bemerkt) einen eigenen Thread gönne.
Leseprobe auf der Verlagsseite.
Die Kinder von Gaëlle und Romain sind praktisch erwachsen und aus dem Haus, nun wollen sie etwas gutes tun, ihrem Leben einen weiteren Sinn geben... Sie wollen ein Kind aufnehmen, adoptieren, und ihm eine Chance auf ein glückliches Leben geben. Sie sind überglücklich als Wajdi bei ihnen einzieht. Der ist 10 Jahre alt, stammt aus dem Jemen, seine Mutter und Schwester sind auf der gemeinsamen Flucht umgekommen und spricht kein Wort französisch.
Puh, schon von Beginn an wird klar, dass Gaëlle und Romain äußerst blauäugig an die Adoption herangegangen sind. Dass ein Kind mit dieser Vergangenheit nicht direkt "funktioniert" und sich perfekt einfügt, sondern traumatische Erfahrungen gemacht hat, die sein Verhalten prägen und dass die fehlende gemeinsame Sprache ein weiteres Problem darstellt, haben sie so ziemlich vollständig ignoriert. Als es dann nicht so klappt wie erwartet, sehen sie in den Verzögerungen beim Papierkram der Adoption schon die Chance, die ganze Aktion abzubrechen. Das war der Moment, wo ich den Comic erst mal wütend zugeklappt habe und tief durchatmen musste, bevor ich weitergelesen habe.
Emotional hat der Comic mich also schon mal gut abgeholt, inhaltlich zeigt er insgesamt ganz gut verschiedene Perspektiven einer solchen Adoption auf und zeichnerisch gefiel er mir auch sehr gut. Eine sehr zufriedenstellende Lektüre, mit nur etwas zu rosarotem Ende für das wahre Leben.
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