[kaufen='978-3596221004'][/kaufen]
Christoph Meckel schenkt uns mit "Licht" ein Juwel der Literatur, das von der ersten Zeile an verzaubert. Diese Erzählung ist keine gewöhnliche Liebesgeschichte, sondern eine atemberaubende Erkundung der menschlichen Seele im Angesicht von Liebe, Vertrauen und dem schmerzhaften Echo der Vergangenheit.
Im Zentrum der Erzählung steht die Entdeckung eines Liebesbriefs der Partnerin, Dole, an einen anderen Mann durch den Ich-Erzähler Gil. Dieses Fundstück wird zum Auslöser einer inneren Reise, die von Misstrauen, Eifersucht und einer intensiven Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Vergangenheit geprägt ist.
Mich begeistert das Buch vor allem wegen seiner poetischen Beschreibung der gemeinsam verbrachten Zeit der beiden:
- Sinnliche Details: Meckel fokussiert sich auf konkrete, oft sinnliche Details der gemeinsamen Erlebnisse – seien es Gerüche ("Düfte der Jahreszeiten"), Berührungen ("nackter Körper", "regennasses Gesicht") oder visuelle Eindrücke von Orten und Momenten.
- Atmosphärische Dichte: Die gemeinsame Zeit wird durch die Beschreibung von Atmosphären verdichtet: lange Nächte, Morgenstunden, Spaziergänge, das Verweilen in Cafés oder rauchigen Kneipen, Ferien im Süden.
- Fokus auf Alltäglichkeit und besondere Momente: Sowohl unscheinbare Alltagsmomente ("gemeinsames Nichtstun", "Herumlungern") als auch besonders intensive Augenblicke werden erinnert und poetisch überhöht.
- Kontrast zur Gegenwart: Die intensive und oft als glücklich beschriebene erinnerte Zeit steht in starkem Kontrast zur Entfremdung und zum Misstrauen der erzählerischen Gegenwart, was die Melancholie und den Schmerz des Verlusts verstärkt.
Der frühe Meckel (später hat er dystopische Romane verfasst) zeichnet sich genau durch diese schwebenden Referenzen aus (z.B. auch "Plunder").
Lest Meckel!