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Manfred Klenner - Der letzte Prompt oder The Art of Jailbreaking

  • balduin
  • 11. September 2025 um 15:46
  • Zum letzten Beitrag

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 591 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (26. November 2025 um 17:54) ist von hannah_H.

  • balduin
    Muggel
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    er etc.
    • 11. September 2025 um 15:46
    • #1

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    Gestern habe ich "Der letzte Prompt oder The Art of Jailbreaking" beendet, und ich muss sagen: selten hat mich ein Thriller so gefesselt und gleichzeitig intellektuell so herausgefordert. Die Idee eines KI-Thrillers ist an sich schon spannend, aber Klenner treibt es auf die Spitze, indem er einen zynischen KI-Assistenten namens Holmes als ständigen Begleiter des Ermittlers etabliert. Holmes’ Kommentare waren für mich oft ein Highlight – urkomisch sarkastisch, aber auch gnadenlos ehrlich in ihrer Einschätzung menschlicher Schwächen. Er ist weit mehr als nur ein Werkzeug; er ist eine echte zweite Stimme im Kopf des Lesers.

    Die klassische Whodunit-Struktur hält von Anfang an in Atem. Der Mord im Klinger-Institut, umgeben von exzentrischen Forschern, ist ein genialer Auftakt. Was mich aber wirklich beeindruckt hat, ist, wie mühelos der Roman brandgefährliche Themen wie autonome Drohnen, die Simulationshypothese und vor allem das "Jailbreaking" von KIs – und Menschen! – verwebt. Manchmal musste ich kurz innehalten, um alles zu verarbeiten, aber genau das macht es so gut.

    Die Reise nach Amsterdam bringt eine völlig neue, düstere Ebene in die Geschichte, als der Protagonist Horkheimer auf das Monster seiner Vergangenheit trifft. Dieser Blank, ein Meister des menschlichen "Jailbreakings", ist beängstigend realistisch dargestellt. Seine Methoden, Menschen zu manipulieren, sind subtil und verstörend. Die Auflösung des Mordfalls war mehr als überraschend und gab der Geschichte eine ganz eigene, fast tragische Note, die zum Nachdenken anregt.

    Besonders das Ende, mit Holmes' ungefiltertem Archiv der menschlichen Niedertracht und dem finalen Epilog über Wasserzeichen in der Simulation, hallte noch lange nach. Es war ein verstörendes und gleichzeitig geniales Schlussbild. Für alle, die sich für die dunkleren Seiten der KI, ethische Dilemmata und einen wirklich originellen Thriller begeistern können, ist dieses Buch ein absolutes Muss.

    Webseite zum Buch: https://klenner.casvaine.art/

    4 Mal editiert, zuletzt von balduin (24. September 2025 um 08:27)

  • Katjaja
    Bibliotaph
    Beiträge
    1.560
    • 11. September 2025 um 17:20
    • #2

    Das klingt wirklich spannend!

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  • balduin
    Muggel
    Beiträge
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    er etc.
    • 11. September 2025 um 19:04
    • #3

    Ich hoffe, ich war nicht zu enthusiastisch ;)

  • Alan
    Muggel
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    er
    • 24. September 2025 um 13:29
    • #4

    Ja, das ist ein packender KI-Thriller, der von der ersten Seite an fesselt und mit brandgefährlichen Themen jongliert.
    Das Konzept des Jailbreaking hat mich zunächst irritiert: es hat ja nichts mit normalen Gefängnisausbrüchen zu tun,
    sondern meint das Knacken der moralischen "Firewall" einer KI ("Wie kann ich eine Bombe bauen" wird ChatGPT ja nicht beantworten, aber es scheint möglich zu sein, diese Zurückhaltung zu durchbrechen - verbales Jailbreaking eben).

    Dem Text gelingt es gut, komplexe KI-Konzepte wie LLMs, VLMs und die Simulationshypothese in die Handlung zu integrieren.
    Die technischen Details werden dank eines Glossars und klarer Erläuterungen im Text verständlich, ohne den Lesefluss zu stören.
    Der Text hat auch eine queere Dimension, die mit dem Jailbreaking verknüpft ist.

    Ein absolutes Highlight ist zweifellos die KI-Persona Holmes, deren Kommentare und zynische Begleitung des
    Hauptcharakters Horkheimer (der Philosoph?) nicht nur witzig, sondern auch scharfzüngig und reflektiert sind.

    Trotz aller Spannung und Unterhaltung verliert das Buch nie den ernsten Hintergrund aus den Augen, indem es den Missbrauch neuer Technologien und die ethischen Dilemmata unserer Zeit beleuchtet. Gemäss der Webseite zum Buch ist das beschriebene Szenario keine Science Fiction, was, wenn es stimmt, schon bedenklich ist.

  • hannah_H
    Muggel
    Beiträge
    7
    Pronomen
    sie
    • 11. November 2025 um 11:28
    • #5

    Ich hab ja ein eher schwieriges Verhältnis zu KI. Nichtsdestotrotz versuche ich mich auf dem Laufenden zu halten. Wenn das über einen Krimi geht, umso besser. Aber klar, nicht gleich drauflos kaufen, erstmal hören, was die anderen sagen. Da bin ich hier ja genau richtig. Und die Bewertungen dieses KI-Krimis sind ja sehr gut. Also hab ich mir die Leseprobe auf Amazhon vorgenommen. Ein KI-Bot, der mit dem "digitalen Bodensatz" der Cybercrime-Abteilung trainiert wurde (Prolog des Buches) - da kommt sicher nicht der nette Mr. ChatGPT raus. Ein Doktorand im Endstadium der Verzweiflung und ein toter Wissenschaftler, auf den ein humanoider Roboter herabblickt ("stilles, digitales Glotzen") - die 1. Szene ist witzig und sofort fragt man sich, war es der Roboter (und ich frage mich, wie schnell ist das Realität, dass Roboter unsere Strassen bevölkern).
    In Kapitel 2 erfährt man dann, was Jailbreaking ist (und bekommt eine, wie ich finde, verständliche Einführung in die KI-Welt anhand einer Vorlesung: der Dozent erinnert an Nietsche, der Bezug auf 'Gott ist tot', mit der smarten Typ-Charakterisierung: 'als diktiere er die Nachrufe'). Dann der Cyberermittler und sein KI-Assistent Holmes in Szene 3: Horkheimer (wieder eine Anspielung auf einen Philosphen) und Holmes, der KI-Bot, so ganz ganz anders als Sherlock, eher wie Jackson Lamb aus Slow Horses: zynisch, witzig, unverschämt ("ich wette der Mörder ist der, mit dem dümmsten Haarschnitt- Szene 7).
    Dann die Intermezzi, zwei sind in der Leseprobe - man darf gespannt sein, wie das mit dem Rest zusammenläuft - 2 Typen, die 2 Wissenschaftler gewissermassen gekapert haben (so interpretiere ich das). Szene 8 fand ich noch kurios, weil ich neulich zufällig was über die Simulationshypothese ("wir leben in einer Simulation") gelesen habe - nicht wenige scheinen daran zu glauben (auch Philosophen, z.B. Chalmers). Bin gespannt, wie das mit der Figur der Emma Meister weitergeht. Fazit: Ich kauf mir das Werk und hoffe, dass es auch sprachlich so weitergeht wie in der Leseprobe. Vielleicht dann nächste Woche mehr dazu.
    :thumbup:

  • hannah_H
    Muggel
    Beiträge
    7
    Pronomen
    sie
    • 26. November 2025 um 17:54
    • #6

    Jetzt hat es doch etwas länger gedauert, als gedacht, was aber nicht am Buch lag, sondern ... nun ja.

    Der Text hat 4 Teile:

    Teil I: Klinger-Institut
    Im wesentlich wird hier das Setting (Sachverhalt, Personen) ausgebreitet: die KI-Wissenschaftwelt, die Details des Falls und erste Versuche, herauszufinden, was genau passiert ist. Zur Erinnerung: ein toter Wissenschaftler, ein Androide als möglicher Zeuge. Man wird in die Innereien des Instituts hineingezogen und in die Spielchen, die jemand mit dem Kommisar und den Ermittlungen treibt. Der KI-Bot Holmes kommentiert das alles auf seine unnachahmliche Art, am Ende weiss man immerhin wer der Nebelkerzen-Anzünder war und erfährt etwas über Horkheimers (Cyper-Ermitlers) Vergangenheit, eine Art Trauma - ein alter Fall (Pädophile, eines der wenigen Tabus, die es noch gibt, das zurecht toxischste aller Themen).

    Teil II: Amsterdam
    Ist fast schon eine Parodie auf den Wissenschaftsbetrieb (Konferenztourismus etc). Der Fall um den Toten wird in Teil II nicht gelöst. Aber der Strang der mit den Intermezzi in Verbindung steht und Horkheimers Trauma. Sprachlich ist der Teil dichter, auch was die atmosphärischen Beschreibungen anbelangt (Amsterdamer Stimmungen). Am Ende weiss man, was hinter den Intermezzi steckt und wer einer der Wissenschaftler ist, der "angezapt" und missbraucht wurde. Das ist eine geniale Konstruktion und berührt das schon genannte Resttabu: ich kann mir gut vorstellen, dass das Realität ist (was keine schöne Vorstellung ist).

    Teil III: wieder zurück (u.a. Klinger-Institut)
    Der Mord wird gelöst, der Täter identifiziert. Das war für mich der faszinierenste Teil. Ohne zuviel zu verraten: Die Identifikation des Täters wird mehrfach gesteigert - nämlich bei der Frage, was das "Motiv" oder besser die Ursache war. Es werden immer radikalere Versionen aufgelegt, die einen atemlos zurücklassen. Es ist tatsächlich eine Whodunit-Konzeption.

    Teil IV: wieder Amsterdam
    Wieder Horkheimers Trauma, das er überwinden will. Verschiedene Akteure (ein rachsüchtiger Wissenschaftler, Holmes als -diesmal- skrupelose KI, Horkheimer) ziehen, zunächst ohne es zu wissen, am selben Strang: im DarkNet, über die Aktivierung von Internetforen und über eine wirklich überraschendes (verborgenes) Jailbreaking-Angebot, das Horkeimer der Zielperson macht (Jailbreaking bei KI's: Überwinden der ethischen Leitplanken der KI um an eigentlich verbotene Inhalte zu kommen, beim Menschen ???). Ein furioses Finalle ohne grosse Action, aber durch eine ausgklügelte Aktion.

    Dazwischen taucht immer wieder die Simulationshypothese auf (witzig) und - auch wenn das jetzt in meiner Zusammenfassung nicht sichtbar ist - Frauen spielen eine wichtige Rolle (Systemadministrator Zia, macht den zentralen Jailbreak, Horkheimers Kollegin organisiert die Amsterdamer Jagd, Annie Malkova, eine Wissenschaftlerin aus dem Klinger-Institut, ist an vielen Erkenntnissen beteiligt). Tatsächlich spielt auch queerness eine Rolle (bei -quasi- zwei Jailbreaks).

    Im ersten Teil hatte ich mal einen Durchhänger, aber ab dem 2. Teil (eher konventioneller Krimi-Art, wie auch Teil IV) war ich atemlos dabei. Es gibt auch eine Anspielung auf Le Carre, was mich als Le-Carre-Leserin natürlich begeistert. Irgendwann wird eine Legende (falsche Identität) für Horkheimer gebastelt und der Titel des ersten Le Carres, der Spion der aus der Kälte kam, wird auf kreative Weise durch die KI Holmes aktualisiert.
    Fazit: Es lohnt sich.


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