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Gestern habe ich "Der letzte Prompt oder The Art of Jailbreaking" beendet, und ich muss sagen: selten hat mich ein Thriller so gefesselt und gleichzeitig intellektuell so herausgefordert. Die Idee eines KI-Thrillers ist an sich schon spannend, aber Klenner treibt es auf die Spitze, indem er einen zynischen KI-Assistenten namens Holmes als ständigen Begleiter des Ermittlers etabliert. Holmes’ Kommentare waren für mich oft ein Highlight – urkomisch sarkastisch, aber auch gnadenlos ehrlich in ihrer Einschätzung menschlicher Schwächen. Er ist weit mehr als nur ein Werkzeug; er ist eine echte zweite Stimme im Kopf des Lesers.
Die klassische Whodunit-Struktur hält von Anfang an in Atem. Der Mord im Klinger-Institut, umgeben von exzentrischen Forschern, ist ein genialer Auftakt. Was mich aber wirklich beeindruckt hat, ist, wie mühelos der Roman brandgefährliche Themen wie autonome Drohnen, die Simulationshypothese und vor allem das "Jailbreaking" von KIs – und Menschen! – verwebt. Manchmal musste ich kurz innehalten, um alles zu verarbeiten, aber genau das macht es so gut.
Die Reise nach Amsterdam bringt eine völlig neue, düstere Ebene in die Geschichte, als der Protagonist Horkheimer auf das Monster seiner Vergangenheit trifft. Dieser Blank, ein Meister des menschlichen "Jailbreakings", ist beängstigend realistisch dargestellt. Seine Methoden, Menschen zu manipulieren, sind subtil und verstörend. Die Auflösung des Mordfalls war mehr als überraschend und gab der Geschichte eine ganz eigene, fast tragische Note, die zum Nachdenken anregt.
Besonders das Ende, mit Holmes' ungefiltertem Archiv der menschlichen Niedertracht und dem finalen Epilog über Wasserzeichen in der Simulation, hallte noch lange nach. Es war ein verstörendes und gleichzeitig geniales Schlussbild. Für alle, die sich für die dunkleren Seiten der KI, ethische Dilemmata und einen wirklich originellen Thriller begeistern können, ist dieses Buch ein absolutes Muss.
Webseite zum Buch: https://klenner.casvaine.art/