Jessica Berger Gross - Hazel sagt Nein
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Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben
„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ihres eigenen Lebens hat sie in diesem Buch verarbeitet. Es ist aber bei Weitem kein autobiografischer Roman.
Der Anfang des Romans gefiel mir ausnehmend gut. Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat. Wie vor den Kopf gestoßen, sagt Hazel das einzig Richtige: Nein! Damit will sie es eigentlich bewenden lassen, doch die Szene lässt sie in Gedanken nicht los, und so vertraut sie sich ihrer Mutter Claire an. Diese ist entsetzt und telefoniert sofort mit Hazels Vater Gus. Der kleine Bruder Wolf bekommt sowieso immer alles mit. Und so kommt die Lawine ins Rollen. Die Sache wird publik gemacht. Für Familie Greenberg Blum beginnt eine Zeit der Anfeindungen, denn White streitet alles ab und schiebt den Schwarzen Peter Hazel zu. Da er ein angesehenes Gemeindemitglied ist, sind viele der Bewohner auf seiner Seite.
Jessica Berger Gross erzählt diese unfassbare Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Alle Familienmitglieder kommen fast gleichermaßen zu Wort und wir dürfen miterleben, wie das Geschehen ihre jeweilige kleine Welt beeinträchtigt.
Die einzelnen Charaktere gefielen mir recht gut. Sie sind alle ungewöhnlich, haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ganz viele liebenswürdige Seiten. Auf eine gewisse Weise mochte ich jede der Figuren sehr gerne, wobei die Szenen mit Wolf regelmäßig am witzigsten waren. Dieser Witz war auch sehr positiv, sonst wäre die Story zu negativ ausgefallen. Dabei ist der Autorin die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz gut gelungen.
Der Schreibstil war leider nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich empfand ihn mit seinen relativ kurzen Sätzen als zu einfach. Ein paar mehr Emotionen hätte ich mir auch gewünscht. Gerade Hazel als die Hauptbetroffene erschien mir oft zu abgeklärt.
Trotzdem fand ich diesen Roman absolut lesenswert, wenn auch durchaus noch Luft nach oben ist.
★★★★☆