Gleich von Beginn an war ich wieder in der Proustschen Welt gefangen.
Seine Ängste und Unzulänglichkeiten beschreibt er, schweift vom Thema ab, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und genau das macht das Lesevergnügen aus, weil eigentlich nichts langweilig ist.
Er sitzt am Fenster und beobachtet wie Mr. de Charlus sich mit einem Liebhaber in der Werkstatt triff, geht sogar hinunter und beobachtet die beiden ganz aus der Nähe. Spannend wie der homosexuelle Proust, sich die Geschehnisse herleitet und auf Sodomie kommt. Irgendwie erinnert es mich ein bisschen an das Fenster zum Hof, wo ein körperlich eingeschränkter Mann am Fenster sitzt und alles beobachtet, was sich vor seiner Nase abspielt. Der Hitchcock Thrill fehlt allerdings :).
Der Ich-Erzähler ist nach wie vor in den höchsten adeligen Kreisen unterwegs, aber auch dort fühlt er sich nicht so ganz zugehörig. Es ist immer wichtig, den richtigen Menschen vorgestellt zu werden. Ihm fehlt ein souveränes Auftreten.
Ich habe mir die 765 Seiten so eingeteilt, dass ich bis Ende des Monats fertig werden kann. Schneller geht natürlich immer.