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Verlagsinfo:
Georgia in den Nachwehen des Amerikanischen Bürgerkrieges: Prentiss und Landry, zwei aus der Sklaverei befreite, versehrte Brüder, verdingen sich auf der Farm eines liberalen Ehepaares. Allmählich entwickelt sich zwischen den vieren eine zarte, bis dahin undenkbare Freundschaft - mit Argusaugen beobachtet von den konservativen Einwohnern des nahen Städtchens Old Ox. Währenddessen entspinnt sich eine verbotene Romanze zwischen zwei heimgekehrten Soldaten, die sich heimlich in den Wäldern treffen. Als ihr Geheimnis entdeckt wird, schließt sich der Kreis zwischen ihnen, den beiden ehemaligen Sklaven und den aufgebrachten Bürgern auf grausame Weise - und alles stürzt in finsterstes Chaos.
Meine Meinung:
Diese Geschichte spielt in einem Setting, mit dem ich literarisch bisher kaum Berührungspunkte hatte. Der Bürgerkrieg, den bekanntermaßen die Nordstaaten gewonnen haben, ist gerade zu Ende, und in den Südstaaten scheint man noch etwas konsterniert ob der neuen Verhältnisse. Dass es plötzlich keine Sklaven mehr geben soll, scheint sowohl die weiße wie auch zum Teil die schwarze Bevölkerung noch etwas zu überfordern, und man versucht, sich entsprechend zu positionieren und seinen Platz in der neuen Ordnung zu finden.
Nathan Harris nimmt sich Zeit, um seine Figuren einzuführen. Die Charakterisierung erfolgt langsam, was der Geschichte gut tut und dem Roman genug Raum gibt, um sich zu entwickeln.
Etwas Schweres, Unheilvolles schwebt – wenn auch zunächst noch nicht allzu vordergründig – von Anfang an über den Geschehnissen, aber mit dem Fortschreiten der Handlung steigert es sich Schritt für Schritt zu einer höchst bedrohlichen Atmosphäre, und wie der Klappentext bereits andeutet, eskalieren die Ereignisse schließlich und setzen einen Dominoeffekt bis hin zur Katastrophe in Gang.
Man fragt sich beim Lesen unwillkürlich, wie es soweit kommen konnte - was waren die Kipppunkte, wann bzw. durch wen hätte die Kaskade unterbrochen werden können - oder war das Verhängnis unausweichlich?
Fallweise mag es erscheinen, als ob die eine oder andere Figur zu modern denkt. Allerdings ist es so, dass es damals bestimmt auch schon in den Südstaaten die einen oder anderen fortschrittlicher eingestellten Menschen gegeben haben muss, wenn die Nordstaaten schon so viel weiter waren. Und wie es um die Mentalität der breiten Masse bestellt war, arbeitet Nathan Harris ja ohnehin gut heraus.
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich ursprünglich auf dieses Buch gekommen bin, da es thematisch eigentlich nicht so sehr in mein Beuteschema fällt. Aber die Lektüre hat mir auf jeden Fall sehr gefallen. Es handelt sich um das Debüt des jungen Autors, welches gleich einmal für den Booker Prize nominiert wurde, und ich werde ihn auf jeden Fall im Auge behalten.
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