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Richard "Löwenherz" und seine Mannen sind nach dem Kreuzzug auf dem Rückweg aus dem Heiligen Land, und die Rückkehr gestaltet sich schwierig. Nicht nur, dass der eigentlich angedachte Weg nicht passierbar ist, weil in Feindeshand - sie werden von einem schweren Sturm heimgesucht und schließlich wird Richard, statt mit Glanz und Gloria nach England heimzukehren, im Auftrag des österreichischen Herzogs entführt und festgesetzt. Leopold von Österreich scheint selbst das Dekret des Papstes, dass Kreuzzügler unter besonderem Schutz stehen und in Ruhe zu lassen sind, wenig zu interessieren, für ihn zählt viel mehr, sich mit dem deutschen Kaiser gut zu stellen, der genauso wie Philipp von Frankreich dem berühmten Löwenherz am liebsten den Garaus machen will.
Mehr oder minder machtlos schmort Richard auf einer österreichischen Burg, während für seine Freilassung ein horrendes Lösegeld verlangt wird. Seine Verbündeten, allen voran seine Mutter Eleanor, setzen alles daran, Lösegeld und Geiseln aufzutreiben und Richard wieder freizubekommen, doch mehrmals wird die Freilassung versprochen und dann wieder verschoben, bis Richard auf der deutschen Burg Trifels landet, aus deren berüchtigten Kerkern kaum jemand zurückgekehrt ist ... und Richards Bruder John aka Johann Ohneland macht sich Hoffnungen, den lästigen Bruder endlich loszuwerden und den Thron zu gewinnen.
Im letzten Band ihrer Plantagenet-Reihe rückt Penman nochmals Richard Löwenherz in den Vordergrund und folgt seinem Lebensweg von der unheilvollen Rückreise aus dem Nahen Osten bis zu seinem Tod (und etwas darüber hinaus). Die historischen Eckdaten mögen bekannt sein, doch das tut der Spannung überhaupt keinen Abbruch, so wunderbar füllt die Autorin die Figuren und Geschehnisse mit Leben, macht die oft mythisch überhöhte Gestalt des Löwenherz menschlich und nahbar und umgibt ihre Hauptfigur mit zahlreichen wundervollen Nebendarstellern und - auf keinen Fall zu vergessen - Nebendarstellerinnen. Besondere Erwähnung verdienen natürlich Richards Schwester Joanna und seine unverwüstliche Mutter Eleanor, die inzwischen schon hoch in den Siebzigern ist und noch genauso viel Biss hat wie in jüngeren Jahren.
Die tatsächlichen historischen Ereignisse zwischen Frankreich, England, dem deutschen Reich und diversen anderen Königreichen und Fürstentümern bilden einen komplexen Rahmen für die Haupthandlung. Penman beherrscht die Kunst, auch diese potentiell trockenen Passagen spannend zu gestalten, auch wenn einem manchmal der Kopf schwirrt von den zahlreichen Namen, Daten und Fakten und das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches gute Dienste leistet, um die vielen historisch belegten Namen auseinanderzuhalten. Zentral bleibt doch bei aller Politik das Menschliche, und gerade deshalb mag ich die Bücher von Penman so gerne. Ein würdiger Abschluss der Reihe!
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