Leslie Li - Bittersweet
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Aus dem amazon-Text:
Bittersweet is a compelling first novel about love, war, family and one woman's life of great hardship and even greater triumph.
From the last days of the warlords to the tragedy of Tiananmen Square, it is in essence the 100-year odyssey of Bittersweet, a headstrong peasant woman who rises from poverty and endures abandonment, patriarchy, and revolution as the wife of the second most powerful man in China. This gripping story was inspired by the lives of the author's grandfather, the first democratically elected Vice President of China and subsequently acting president, and her grandmother, a woman you won't soon forget.
Leseeindruck:
Ich habe dieses Buch als Ergänzung zu den beiden "Wilde Schwäne" - Büchern der zeitgenössischen Autorin Jung Chang gelesen und gesehen. Obwohl es auch in diesem Roman (mit realen Hintergrund) sowohl um chinesisches Privatleben als auch um Politik geht, sind die Situationen und Blickwinkel sehr verschieden: Im Buch von Leslie Li findet man vor allem im ersten Teil viele Beschreibungen eines relativ "normalen" ungestörten Landlebens in der Zeit vor etwa 100 Jahren - dieses Leben ist ziemlich hart, aber bietet in dem festgefügten Gerüst von moralischen Regeln und Traditionen relative Sicherheiten innerhalb der Familien (das allerdings weitgehend auf Kosten der Frauen..). Die Eheschließung der Protagonistin mit einem aufstrebenden Angehörigen des Militärs bringt dann immer mehr die Politik ins Spiel - im letzten Teil auf immer höherer Ebene.. Parallel dazu muss sich die Protagonistin mit der Zweitehe ihres Mannes in einem großstädtischen Milieu abfinden, das immer wieder von westlichen Einflüssen berührt wird. Das Schicksal der Großfamilie samt zeitweiligem amerikanischem Exil wird bis zum Tod von "General Li" und dem 100. Geburtstag von dessen "Erstfrau" Bittersweet beschrieben.
Gefehlt hat mir an diesem Roman, der einem vor allem viele Züge der chinesischen "Mentalität" auch emotional nachvollziebar nahebringt, ein abschließendes Kapitel, das Romanhandlung und realen Hintergrund gegeneinander aufschlüsselt. Mein Eindruck war, dass ein Gutteil der Handlung auf realen Begebenheiten beruht, aber es wäre schön, wenn man sich dabei sicherer sein könnte.