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Verlagsinfo:
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.
»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.
Meine Meinung:
Unlängst hatte ich das Glück, Elias Hirschl bei einer Lesung erleben zu dürfen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt erst ungefähr ein Viertel des Buches gelesen, aber ich ahnte schon, was Hirschl bei der anschließenden Fragerunde bestätigte – der Veröffentlichung dieses Werks ging ein sehr langer Entstehungsprozess voraus, er sprach von brutto etwa zehn Jahren (und das, obwohl er noch so jung ist – Jahrgang 1994).
Es fällt mir etwas schwer, die Handlung wiederzugeben – der Beginn wird ja oben beschrieben, allerdings treten Franziska Denk und Otto Mandl mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund. Es geht dann mehr um ihr geistiges Erbe, ihre Nachfolger und wie sich ihre Ideen sukzessive verselbstständigen.
Das Buch strotzt dermaßen vor witzigen und skurrilen Einfällen, dass ich immer wieder an Terry Pratchett und seine Scheibenwelt denken musste, obwohl das Setting hier natürlich sehr wohl auf unserer Erde angesiedelt ist (wenn sich auch immer mehr eine parallele Realität entwickelt). Viele Kapitel habe ich mit einem durchgehenden Schmunzeln auf den Lippen gelesen, und auch bei der Lesung gab es einige Lacher.
Mir hat die Lektüre großteils gut gefallen, allerdings würde ich sie wahrscheinlich nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich glaube, man muss schon einen gewissen Hang zu Gedankenexperimenten haben und eine gewisse Freude an logischen und linguistischen Spielereien, um das Buch richtig genießen zu können.
Man merkt, dass Hirschl nicht nur schriftstellerisch talentiert, sondern auch ganz schön phantasiebegabt ist und Spaß daran hat, seine Einfälle auszuarbeiten und bis ins Absurde fortzuspinnen (im doppelten Wortsinn
). Manches Mal lässt er sich für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu sehr davontragen, aber das sei ihm verziehen, weil er einfach so eine coole Socke ist und mir auch scheint, dass er dieses Buch erst in zweiter Linie für ein Lesepublikum geschrieben hat und zu allererst wohl einfach mal dieses Ideenfeuerwerk aus seinem Hirn zu Papier bringen wollte.
Ich könnte jetzt noch auf konkrete Episoden näher eingehen, aber das würde den Rahmen sprengen – als kleine Anregung möchte ich nur hierlassen, dass sich das Buch meiner Meinung nach ausgezeichnet für eine Leserunde eignen würde, weil es sehr viel bietet, über das man sich während des Lesens austauschen könnte.
Vielleicht nur noch das – der Titel lässt verschiedene Deutungsmöglichkeiten zu, die offensichtlichste bezieht sich aber auf die im Buch erwähnte Möbiusschleife als mathematische Figur. Dieses Motiv zieht sich (als eines von mehreren) durch die Geschichte, die auch selbst in gewisser Weise „möbiusbandartig“ aufgebaut ist.
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