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1910 in Wien - Im Stadtpalais der Steinhäusels herrscht so kurz vor Weihnachten große Betriebsamkeit. Wie die Familientradition es bestimmt, sollen heute alle Steinhäusels für die Dauer der Feiertage im Stadtpalais eintreffen, damit zusammen Weihnachten gefeiert werden kann.
Als die Familie dann endlich am Abend gemeinsam zu Abend isst, bricht das Familienoberhaupt nach dem Genuss von Powidltascherl zusammen. Er ist sofort tot und alle geben der Köchin die Schuld. Sie muss Herrn Steinhäusel mit den Powidltascherl vergiftet haben.
Obwohl es sich bei diesem Roman um einen Krimi handelt, verbreitet er doch sehr starke Weihnachtsstimmung.
Das liegt vor allem an der Köchin der Steinhäusels, denn die kocht und backt ohne Unterlass eine österreichische Köstlichkeit nach der anderen. Da kriegt nicht nur der arme Kommissar Zack ständig Appetit.
Sehr gut beschrieben fand ich den Klassenunterschied der damaligen Zeit.
Oben im Palais, die reichen Steinhäusels die sich durchgehend bedienen lassen und unten, da schuften die Dienstboten, die jeden spontanen Wunsch erfüllen müssen.
Nicht immer wird das Personal nett behandelt, und es ist den Herrschaften egal, ob sie die Mehrarbeit durch die Feiertage überhaupt schaffen, oder nicht.
Es ist interessant zu sehen, wie die Dynamik sich unter den Dienstboten ändert, als der Dienstherr plötzlich verstirbt. Auf einmal ist nicht mehr jeder Arbeitsplatz oder jede Position selbstverständlich.
Durch den Kommissar Felix Zack hat der Leser die Möglichkeit, die Innenstadt von Wien zur Kaiserzeit und im Weihnachtsglanz zu bewundern. Der wird nämlich öfter mal von den reichen Bürgern zur Aufklärung kleinerer Straftaten in die Innenstadt gerufen.
Gleichzeitig sieht er sich gezwungen, sich um einen kleinen Streuner zu kümmern, der ihm ständig nachläuft. Dieser kleine Nebenpart passte gut zur allgemeinen Weihnachtsatmosphäre.
Den Mordfall selbst fand ich spannend. Es gibt eine Reihe Verdächtiger und als Leser, kann man gut miträtseln.
Meinen eigenen Verdächtigen musste ich mehrmals auswechseln.
Das wird garantiert nicht mein letzter Maly gewesen sein.