Beiträge von finsbury

    Hilary Mantels abschließender Roman aus der Thomas Cromwell-Trilogie "Spiegel und Licht", im Original "The Mirror and the Light" behandelt die Zeitspanne zwischen Anne Boleyns Hinrichtung 1536 und der von Thomas Cromwell selbst im Sommer 1540.


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    In dieser Zeit erlebt Thomas Cromwell als Lordsiegelbewahrer und Kanzler Heinrichs des Achten seine größte Machtentfaltung und weltliche Erhöhung hin zum Ritter des Hosenbandordens und eines Earls of Essex bis zum recht plötzlichen Absturz, weil die von ihm mit eingefädelte Ehe mit Anna von Kleve Henry nicht erfreute und Cromwells Feinde im inneren Zirkel des Königs diesen Missgriff nutzten, um ihn durch eine politische Intrige zu Fall zu bringen.

    Der dickste Roman der Trilogie mit 1080 Seiten hat durchaus einige Längen. Eine Fülle von Begegnungen wird dem Leser vorgeführt, und die Entwicklung des Geschehens im Dialog gestaltet sich genauso meisterhaft wie in den anderen Bänden. Zusätzlich gibt es längere Rückblenden und Begegnungen mit Verstorbenen, die wohl Cromwells Charakter entwickeln und vertiefen sollen, zum Teil aber ein wenig undurchsichtig erscheinen.


    Das Bild eines ungemein energiereichen Mannes bleibt, der seine Moral für seinen Monarchen sehr ausdehnen musste, dafür von vielen Dämonen verfolgt wurde, was er durch ununterbrochene Arbeit betäubte, ein Mann, der sich durchaus in seinen Privilegien sonnte und sich durch Henrys Zuwendungen und die Säkularisierung der Klöster sehr bereicherte, aber doch immer wieder sein Handeln überdachte und am Ende sehr darauf bedacht war, seine Familie und engsten Freunde und Mitarbeiter davor zu schützen, mit ihm gerissen zu werden. Also eine zutiefst menschliche Gestalt, die einem daher nähergeht als eine abgehobene Lichtgestalt.


    Von vielen seiner Zeitgenossen und auch den Späteren wurde er wohl als ein Sympathisant der Reformation angesehen. Sein letztes Bekenntnis auf dem Schafott zum katholischen Glauben, womit er wohl aber eher den der von Henry gegründeten anglikanischen Glauben der Hochkirche meinte, die zwar Papst , Mönchtum und Heiligenverehrung ablehnt, ansonsten aber an den Riten des katholischen Gottesdienstes festhält, zeigt aber, dass es ihm weniger um den Glauben ging als um Loyalität, zunächst zum Kardinal Wolsey, nach dessen Tod zum König. Dabei verursachte er viel Leid, reformierte aber auch das Land und schuf die Grundlagen für den späteren Aufstieg Englands unter Henrys Tochter Elizabeth der Ersten zur weltumspannenden Handels- und Seemacht.


    Wie oben geschrieben, ca. 300 Seiten weniger durch Kürzung einiger weniger bedeutsamer Nebenhandlungen, Reflexionen und Rückblenden hätten nicht geschadet, ansonsten ein würdiger Abschluss einer grandiosen Trilogie! Kein Vergleich mit den meisten anderen historischen Romanen ,sondern wirklich gelungene Literatur mit Anspruch, die trotzdem zu lesen Spaß macht und über weite Strecken auch sehr spannend ist.

    Im Moment geht nur die leichte Kost, aber das räumt wenigstens ein bisschen schneller:

    4. Herbst

    c. Herbst ist oft auch Herbstblues: Lies ein Buch, in dem jemand unter einer Depression, einer psychischen Krankheit leidet oder dem es sonst psychisch nicht gut geht.

    Melinda Mullet: Ein Whisky auf den Tod
    In diesem vierten Krimi aus der Whisky- Reihe um Abigail Logan geht es um einen Mord im Frauenhaus. Nun kann man ja wirklich sagen, dass es Frauen, die in ein Frauenhaus gehen müssen, psychisch nicht gut geht, zumindest in der Anfangszeit. Und das trifft auch auf mehrere Bewohnerinnen dieser Edinburgher Einrichtung zu.

    Dank der "Sumpflochsaga" von Halo Summer kann ich weitere 3 Merkmale bedienen:

    1a Cover, das Wintergefühle weckt: Band 4: Mondpapier und Silberschwert
         

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    3a Erscheinungsdatum im Frühling: Band 2: Dunkelherzen und Sternenstaub

    19.04.2019 für die Druckausgabe
    15c verwandte Protagonisten mit gemeinsamem Anfangsbuchstaben: Band 3: Nixengold und Finsterblau
    Erdenkind Nummer 2 Gerald und seine Tante Geraldine

    Hab heute morgen noch mit "Feenlicht und Krötenzauber" von Halo Summer angefangen. Hab das schon ewig auf dem Reader und finsbury hat ich daran erinnert.

    Ich finde die Reihe auch ganz nett, allerdings zunehmend mit zuviel Teenie-Romantik. Aber ansonsten ist es ein bisschen wie Harry Potter mit umgekehrtem Geschlechter-Anteil, natürlich nicht auf dem gleichen Niveau, aber sehr fantasievoll. Die Schulsituation, die ständige Bedrohung, die Auserwähltheit der Protagonistinnen, das erinnert schon sehr daran.
    Ich habe inzwischen vier Bände gelesen, die spannend bleiben, nur wird der Anteil an Liebesgeschichten jetzt immer höher. Das muss man mögen.

    2 b. Lies ein Buch, aus dessen Autorennamen ( Vor und Nachname) das Wort "Sommer" gepuzzelt werden kann ( jeder Buchstabe nur 1x verwenden) ist mit

        
    Halo Summer: Sumpflochsaga 1: Feenlicht und Krötenzauber

    erledigt.

    Ha! Danke für en Tipp, genau das Buch liegt bei mir auch schon ziemlch lang auf dem SuB und die Kategorie "Sommer" hab ich auch noch nicht.

    Ist auch ganz nett zu lesen.

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    Der Krimi erschien neu in diesem Jahr und ist womöglich der erste einer Reihe. Sein Autor, Eberhard Michaely, ist erst seit einiger Zeit dem Bücherschreiben verfallen, eigentlich Jazzmusiker und arbeitet außerdem in Hamburg in Hamburg als Busfahrer. Daher bekommt er auch viele Inspirationen für seine Krimis, auch die Vorlage für Frau Helbing ist ihm dort über den Weg gelaufen.

    Zum Inhalt:

    Frau Helbing ist Fleischereifachverkäuferin in Rente, ihren Gatten Hermann, mit dem sie eine Metzgerei im Hamburger Grindelviertel betrieb, bedeckt nun schon seit vielen Jahren der Torf. So hat Frau Helbing Zeit für die schönen DInge des Lebens, zu denen vorallem die Lektüre von Krimis und ebensolche im Fernsehen zu schauen gehören. Mit ihrem derart kriminalistisch geschulten Verstand vermutet sie gleich ein Verbrechen, als sie die Leiche ihres netten Nachbarn, des über ihr wohnenden Fagottisten Herrn von Pohl entdeckt. MIt Glück, Kombinationsvermögen und der Unterstützung ihrer Freunde und Bekannten kommt sie dem Mörder auf die Spur.


    Meine Meinung:

    Ein nett geschriebener und sauber aufgelöster Cosy-Krimi mit sympathischen Personen. Ein wenig mehr ironische Spitzen wären wünschenswert gewesen.

    Mit Martin Walker: Revanche (Bruno 10) habe ich die DIY-Liste "Und immer geht das Morden weiter - Krimifortsetzungen" beendet.

    Von meiner Inselliste mit historischen Romanen, die auf den britischen Inseln spielen, habe ich leider erst einen Roman geschafft, bin aber am zweiten (Hilary Mantel: Spiegel und Licht) dran. Das kann aber dauern: ein Tausendseiten-Werk! Unwahrscheinlich, dass ich da die ganze Liste schaffe, denn es sind noch ein paar Öschis dabei.

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    Auch im zehnten Band der Reihe "Bruno - Chef de Police" wird mit den gleichen Zutaten gekocht. Der Fall selbst spielt dabei nur eine Nebenrolle und lässt immer genug Zeit für Ausritte, Begegnungen mit attraktiven Frauen, Brunos alte Liebe Isabelle, Streicheleinheiten für Basset Balzac und insbesondere natürlich für ausführliche Gastereien und Zechereien.

    Worum geht es diesmal? Eine Frau stürzt von einem Felsen, auf dem die Kreuzfahrerburg Commarque thront. Ein merkwürdiges Graffito aus zunächst unverständlichen Zeichen hat sie vorher an der Burgmauer angebracht. Und daran heftet sich nun eine wilde Story von einem arabischen Testament, das die islamischen Ansprüche auf Jerusalem fragwürdig erscheinen lässt und einen möglichen Terroranschlag auf eine Institution im Périgord, vielleicht ein internationales Pfadfinderlager oder vielleicht sogar die Welterbe-Höhle Lascaux.

    Während des Hochzeitsempfangs von alten Freunden Brunos spitzt sich die Lage zu ... .

    Alles kalter Kaffee, passte nur gerade gut in meine Lesethemen, weil ich mit der Kreuzzugszeit befasst bin, und die schön beschriebene Landschaft des Périgords half dann doch manchmal durch die letzte regenreiche Woche. Aber Bruno ist echt abgenudelt, was aber nicht heißt, dass ich nicht wieder die zwei Folgebände hier liegen habe, einmal aus Geschenkgründen und den dazwischenliegenden aus zwanghaftem Komplettierungszwang :schulterzuck:.

    Für Kniffel 19: "Lies ein Buch, das in einem Land am Meer handelt", habe ich den

         GEO-Epoche Band 59: Die Zeit der Kreuzritter eingesetzt.

    Das Heilige Land liegt am Mittelmeer und die ganzen anderen Kreuzfahrerstaaten des 11. bis 13. Jahrhunderts ebenso, denn sie bildeten sich immer um Transport- und Handelshäfen der jetzigen israelischen, libanesischen und syrischen Küstenregion.
    Die Europäer jener Zeit nannten ihre Besitzungen dort auch "Outremer", also, auf der anderen Seite des (Mittel)meeres.


    Eine Rezi für diesen Band spare ich mir. Er ist wie immer gut geschrieben und sehr informativ, ragt aber nicht durch etwas Besonderes aus den anderen Bänden des Magazins heraus.
         

    Tja, eigentlich wollte ich das folgende Buch zum Beenden der ersten Challenge verwenden und es bei Vier unterbringen. Aber da steht, dass auf S.44 vier Namen, nicht vier unterschiedliche Namen erwähnt werden müssen, und die werden dann zu oft erwähnt.

    Also: Kniffel
    13. Lies ein Buch, in dem jemand nachts telefoniert ( 22 bis 6 Uhr oder explizit erwähnt wird, dass nachts telefoniert wird)

       
      Sven Stricker: Sörensen hat Angst 08/21

    Der Kommissar wird um auf S. 327 nachts um drei Uhr vom Handy aus dem Schlaf gerissen und zu einem wichtigen Zeugen gerufen.

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    Dieser eher ungewöhnliche Krimi aus dem Jahr 2016 entführt uns in die fiktive Stadt Katenbüll in Schleswig-Holstein, nicht weit entfernt von der dänischen Grenze.

    KHK Sörensen (seinen Vornamen will er in dem Krimi nicht preisgeben) leidet unter einer Angststörung, hat darob Frau und Tochter verloren und sich nun von Hamburg ins beschauliche Städtchen Katenbüll versetzen lassen, um dem aufregenden und angsttreibenden Leben als Ermittler in der Großstadt zu entgehen. Leider hat er Pech. Bereits unmittelbar nach seiner Ankunft liegt ein Toter im Pferdestall, auch noch der Bürgermeister der Stadt.

    Sörensen ermittelt mit seinen Kolleg*innen Jennifer und Malte, die ihn nicht gerade mit offenen Armen aufnehmen, aber in kurzer Zeit lernen, seine Qualitäten zu schätzen. Sörensens Art, mit seinen an- und abschwellenden Angstzuständen umzugehen, machen ihn zu einem herausfordernden Gesprächspartner, führen aber auch zu überraschenden Einsichten. Bald gibt es drei Leichen in Katenbüll, die Fleischindustrie, aber auch kleine Jungs scheinen etwas mit dem Fall zu tun zu haben, und ein Hund namens Cord wird für den KHK zum Begleiter im verregneten Nordfriesland.


    Die Hauptfigur ist sperrig und nicht von der gewöhnlichen Art, aber schon ein Sympathieträger, wenn man sich eingelesen hat. Auch die Nebenfiguren sind gut besetzt und mit interessanten Eigenschaften und Lebensumständen ausgestattet. Daneben spielen Wetter, aber auch ein paar gute Einsichten zum Verhalten von Menschen in Gruppen eine größere Rolle.

    Ich würde mich freuen, wenn es nicht nur bei diesem Band bliebe. Empfehlenswert!

    Puh, das hat lange gedauert!! 820 zum Teil etwas zähe Seiten lang!


    21c. Lies ein Buch, indem ein grosser Zufall eine schicksalhafte Begegnung wird.

        Tilman Röhrig: Wie ein Lamm unter Löwen 08/21


    Der Bettlerjunge Tile trifft zufällig in Breisach auf den Jungen Staufer Friedrich den Zweiten, der ihm eine Feder mit einem seiner RInge abkauft. Diese besondere Erfahrung führt dazu, dass Tile eine besondere Zuneigung zu Friedrich fasst und sich sein weiteres Schicksal eng mit dem des späteren Kaisers verbindet .

    Jetzt brauche ich nur noch ein Buch für die erste Runde :daumen:.

    Nach 17 Jahren auf dem SUB hat es der Roman nun geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erringen und gelesen zu werden. Den Inhalt spare ich mir, da oben schon ausführlich dargestellt.
    Im Gegensatz zu einigen meiner Vorschreiberinnen finde ich nicht, dass die Personen zu unpersönlich dargestellt werden. Schon die Mutter Friedrichs, Konstanze, wird durchaus mit Wärme und Empathie geschildert.

    Es gefällt mir auch, dass die historischen Personen, insbesondere Friedrich, in der Vielfalt ihrer Persönlichkeit geschildert werden und es kein klares Gut und Böse gibt. Das ist gerade bei dem Staufer Friedrich II, der - wie sein Großvater Friedrich I "Barbarossa" - ja gerade im 19. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein von vielen überschwänglich als eine Art nationales Vorbild gesehen wurde, im Sinne des hier auch als Kapitelüberschrift angeführten "stupor mundi", sehr angenehm neutral.
    Dennoch finde ich, dass der Roman einige Längen hat, insbesondere das letzte Kapitel über den zurückkehrenden Kaiser halte ich für überflüssig. Natürlich erhält Tile dadurch eine große Bedeutung und es menschelt merklich mehr, aber diese ganze Geschichte mit den Wiedergängern Friedrichs wirkt aufgesetzt, wie ein künstlerisches Hilfsmittel, um die historischen Ereignisse noch ein bisschen weiter erzählen zu können. Und genau hier wird es dann auch ziemlich falsch, weil Röhrig historische Personen wie Rudolf von Habsburg und den Kölner Erzbischof in diese Wiedergänger-Geschichte auf eine Art eingebunden hat, die sich nach meinen Recherchen mit den historischen Ereignissen nur schwer verbinden lässt.
    Was ich daneben noch vermisst habe, ist ein Nachwort, das sauber das Fabulierte vom Historischen trennt und vielleicht auch darüber Aufklärung gibt, warum sich der Autor gerade die ausgewählten historischen Personen und Ereignisse vorgenommen hat. illy, du schreibst im Eingangsbeitrag, dass du dich nicht richtig unterhalten gefühlt hast, weil das Buch vielleicht zu realistisch war. Das hat mir eigentlich gerade gut gefallen, weil ich historische Romane, die die die realen Personen zu sehr verändern, damit sie in einen spannenden Plot passen, nicht mag. Aber es kommt natürlich immer auf die eigenen Leseerwartungen an.
    Das war mein erster Roman von Röhrig, drei liegen noch auf Halde. Der hier besprochene hat mich nur zum Teil angeregt, mir diese schneller vorzunehmen. Dennoch habe ich einiges aus dem Roman gelernt, und er hat mich dazu gebracht, noch ein bisschen mehr über die dargestellte Epoche zu lesen.