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Tommie Goerz' „Im Schnee“ ist eine eindringliche, fast schüchterne Einladung in eine Welt, die im stillen Verlöschen begriffen ist. In diesem grossartigen Stück Prosa begegnet der Leser dem fiktiven Austhal im Fichtelgebirge – einem Ort, wo die Zeit stillzustehen scheint, nur um unaufhaltsam zu verglühen.
Goerz zeichnet mit fein gesponnener, unaufgeregter Sprache das Porträt eines Dorfes, in dem ungeschriebene Regeln und eine tiefe, fast stoische Akzeptanz des Schicksals herrschen. Die Alten sterben zuverlässig weg, die Jungen fliehen, und doch hält sich ein archaisches Gefüge, dessen melancholische Schönheit sich im Schweigen und in rituellen Handlungen offenbart. Der Tod ist hier keine Katastrophe, sondern eine dumme Tatsache, die man hinnimmt, fast wie eine Nebensache.
Der Autor fungiert als stummer, staunender Beobachter, der ohne falsches Pathos das Leben und Sterben dieser Menschen einfängt. Man verweilt in Momenten, in denen das Leben nur aufblitzt, bevor es sich wieder in die verstaubten Ecken einer unbedeutenden Gegenwart zurückzieht. „Im Schnee“ ist kein Heimatroman, sondern ein nachdenklicher, zarter Abschied von einem auslaufenden Lebensmodell, ein Requiem für eine Welt, die sich gegen das Fremde abschottet, bis der Himmel längst ohne Licht*ist und nur der Schnee, wie das Schweigen, die Welt leise macht. Eine poetisch aufrichtige Lektüre. Stationen: Der Tod. Die Wacht. Der Tag. Im Schnee. Das Grab.
Ein starkes Buch. Ein schönes Buch.