Ich bin im Moment draussen, sorry.
Beiträge von sandhofer
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Einer der Lieblingstexte von Mark Twain ...
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Elmiger habe ich gerade gelesen. Pynchon ist auf meiner virtuellen Liste. Everett gibt's aktuell bei der Büchergilde und werde ich mir noch dieses Jahr bestellen. 3 von 10. Nicht schlecht.
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oder eine Wodkasorte
Vodka Stalinskaya ... hm ... das könnte es sein. Wenn Bruder Stalin lügt = wenn Schwesterchen Wodka dich nicht mehr vor der Verzweiflung retten und in den Morgen tragen kann ... könnte sein. Der ironische Haken dabei: Bei einem Menschen aus dem Osten der Republik denkt man automatisch an den Diktator und geht in die Irre ... Gefällt mir.
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Den Sozialismus, sie spricht ja Stalin somit ist klar über welches System sie spricht.
Ja, dieser Stalin irritiert auch mich. Der ganze Rest passt bestens auf die Stimmung hinter der Bühne vor oder nach einem Konzert. Und die Autorin scheint, nach dem, was ich über sie gelesen habe, stark mit der aktuellen Musikszene verbandelt zu sein. Aber dieser Stalin? Vielleicht ein roter Hering? Ironie? Purste Publikumsverarsche?
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b.a.t. : An was für ein "altes System" denkst Du?
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Der Bruder Stalin irritiert mich auch. Aber an die DDR glaube ich nicht. Die Autorin hat die DDR nie bewusst erlebt. Wenn, dann ist das hier Hören-Sagen. Sie ist ja Musikjournalistin, und ich vermute, dass das hier eher Schnipsel sind aus einem Gespräch mit einer Musikerin. Die erste Zeile könnte sehr wohl sein, was man nach einem Konzert in der Erschöpfungseuphorie und weil man wirklich Hunger hat, so in sich hineinstopft, weil es gerade herumsteht.
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Die große Leere im Kopf einer Musikerin nach einem Konzert? - Keine Ahnung; es macht nicht "klick!" bei mir ...

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KI-Zusammenfassung:
[...] Der ungarische Autor wurde für sein visionäres Werk ausgezeichnet, das oft das Groteske und Apokalyptische mit der Bestätigung der Kunst verbindet.
for his compelling and visionary oeuvre that, in the midst of apocalyptic terror, reaffirms the power of art
Nicht ganz das Gleiche, oder?
Und ja, der erste Satz erinnert in seiner Konstruktion und in seinem Inhalt, der Wichtiges mit komplett Nebensächlichem verbindet, ohne letzteres zu begründen, an Zusammenfassungen, wie sie meine SuS Anfang Gymnasium jeweils ablieferten.
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Schönes Winterbild!
In so einem Winterbild ist Robert Walser gestorben. Auf einem seiner vielen langen Spaziergänge, an einem Herzinfarkt.
Das gibt dir, ach, eine Ruh’, eine Weite,
Ja ...
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Der junge Poet, der sich schon fast als eine Art Landstreicher darstellt, eine Stellung einnimmt ausserhalb der (bürgerlichen) Gesellschaft und der Poesie frönt. Ein häufig vorkommendes, im Grunde genommen noch romantisches Bild, das uns Rimbaud hier vorhält. Das einzige, das daran der Wahrheit entspricht: Rimbaud war ein junger Mann. Tatsächlich hat er als 19-Jähriger, wenn ich mich recht erinnere, mit der Dichtung aufgehört.
Die Form des Gedichts, nebenbei, natürlich nicht nur französischer Klassizismus sondern auch Baudelaires "Les fleurs du mal".
Und dann zum Schluss dieses seltsame Bild, wie er einen Fuss ans Herz hält - die Liebe des lyrischen Ich zum Wanderleben? Seltsam ist das Bild allemal.
So, und jetzt dürfen auch noch andere.

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Gern geschehen. Musste sein. Ich habe bei Rimbaud immer wieder feststellen müssen, dass die Übersetzungen ins Deutsche eine um einiges gehobenere Sprachebene verwenden als Rimbaud, der mit wenigen ausgenommenen Wörtern Alltagsfranzösisch verwendet. Der Mantel "wurde" (devenait: ganz normales Imperfekt) zum Beispiel in der zweiten Zeile "idealisch" - auf Deutsch: "ward" er "ein feingesponnenen Ding". Ist halt das Problem, wenn man Verse im selben Vermaß wiedergeben will. Aber der Mantel Rimbauds wird eben nicht zu einem Ding sondern löst sich auf ...
Im Übrigen schon mal interessant die Diskrepanz zwischen Inhalt und Form. Inhaltlich der Traum einen jungen Mannes, der ausbrechen will. Formal strengster französischer Klassizismus: ein Sonett in Alexandrinern.
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Moment bitte ...
Ma Bohème
Arthur Rimbaud
Je m’en allais, les poings dans mes poches crevées ;
Mon paletot aussi devenait idéal ;
J’allais sous le ciel, Muse ! et j’étais ton féal ;
Oh ! là ! là ! que d’amours splendides j’ai rêvées !Mon unique culotte avait un large trou.
– Petit-Poucet rêveur, j’égrenais dans ma course
Des rimes. Mon auberge était à la Grande-Ourse.
– Mes étoiles au ciel avaient un doux frou-frouEt je les écoutais, assis au bord des routes,
Ces bons soirs de septembre où je sentais des gouttes
De rosée à mon front, comme un vin de vigueur ;Où, rimant au milieu des ombres fantastiques,
Comme des lyres, je tirais les élastiques
De mes souliers blessés, un pied près de mon coeur !Arthur Rimbaud, Cahier de Douai (1870)
So. Später mehr...
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Großonkel Charles-Amédée Kohler
Dessen Schokolade-Fabrik ging dann doch in der NPCK auf, sagt die Autorin darüber auch etwas? (Nestlé-Peter-Cailler-Kohler ... heute als Konzern nur unterm ersten Namen bekannt, und die Schokolade nur unter Cailler ...)
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er spricht Gluten
Mein erster Gedanke: Wieso leidet er an Zöliakie? Mein zweiter: Ach sooo, Betonung auf der ersten Silbe.
Ansonsten verstehe ich den metaphysischen Mischmasch, den Octavio hier anstellt, nicht. Ist das alles wirklich richtig übersetzt? Ich finde im Netz nichts, was das Original sein könnte ... Und übers Formale kann ich auch nichts sagen, weil: Übersetzung.

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Ich habe seinerzeit in einem Buchladen in Calw eine kleine Biographie über sie gekauft und auch ein Referat zu ihr in Literaturgeschichte gehalten 😅
Oh ... kannst Du uns dann verraten, warum sie mal mit einem und mal mit zwei 'r' geschrieben wird? Ich habe bei meinen - zugegeben flüchtigen - Recherchen nichts dazu gefunden.
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Nun ja - "die Günderode", wie sie genannt wurde, ist sicherlich weder eine Mayröcker noch eine Bachmann. Aber ich finde ihren Versuch hier, wissenschaftliche und technische Erkenntnisse mit Gefühlen und Stimmungen zu verbinden, ganz interessant. (Und sooo schlimm finde ich ihre Verse nun auch nicht ...
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Vielen Dank für Eure Herzchen, das ist lieb. Aber ein paar Worte zum Gedicht wären mir lieber ...

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Der Luftschiffer
Gefahren bin ich in schwankendem Kahne
Auf dem blaulichen Ozeane,
Der die leuchtenden Sterne umfließt,
Habe die himmlischen Mächte begrüßt.War, in ihrer Betrachtung versunken,
Habe den ewigen Äther getrunken,
Habe dem Irdischen ganz mich entwandt,
Droben die Schriften der Sterne erkannt
Und in ihrem Kreisen und Drehen
Bildlich den heiligen Rhythmus gesehen,
Der gewaltig auch jeglichen Klang
Reißt zu des Wohllauts wogendem Drang.Aber ach! es ziehet mich hernieder,
Nebel überschleiert meinen Blick,
Und der Erde Grenzen seh' ich wieder,
Wolken treiben mich zurück.Wehe! Das Gesetz der Schwere
Es behauptet nur sein Recht,
Keiner darf sich ihm entziehen
Von dem irdischen Geschlecht.Karoline von Günderrode (1780-1806)