Na ja, es gibt genügend positive Rezensionen, aber meins war es einfach nicht.
Beiträge von Lilli33
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Lionel Shriver - Die Letzten werden die Ersten sein
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* Werbe/Affiliate-LinksViel Lärm um nichts
In der Regel finde ich die Romane von Lionel Shriver absolut stark. Leider konnte mich „Die Letzten werden die Ersten sein“ nicht begeistern. Die Autorin nimmt hier den Fitnesswahn aufs Korn und beschäftigt sich zudem mit dem Älterwerden samt körperlichem Verfall. Es hätte eine tiefgründige und/oder lustige Geschichte werden können. Tatsächlich fand ich es über weite Strecken etwas langweilig. Die Gesellschaft wird zwar treffend beschrieben, aber das wirkt oft recht banal und brachte mir kaum neue Erkenntnisse. Der detailreiche Schreibstil bläht die wenige Handlung auf, mehr Spaß bringt er nicht.
Alles in allem ein Buch, das man lesen, auf das man aber auch gerne verzichten kann.
★★★☆☆
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Als Winzer lebt man gefährlich
Dies ist schon das 8. Buch in der Reihe Weinstraßen-Krimis von Markus Guthmann. Ich kenne die vorherigen leider nicht, kam aber auch ohne Vorkenntnisse super zurecht.
Ein tödlicher Unfall in einer Weinpresse, der eigentlich gar nicht hätte passieren dürfen, lässt die Alarmglocken von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft läuten. Wenn man dann noch bedenkt, dass erst wenige Monate zuvor schon mal ein Winzer durch einen Unfall ums Leben kam, kann man schon fast sicher sein, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zuging. Und so ermitteln der Kriminalkommissar Steiner und der Oberstaatsanwalt Röder wegen Mordverdachts. Als dann auch noch Röders Freund, der Winzer Hellinger, unter Verdacht gerät, teuren Wein zu fälschen, muss Röder sich auch noch darum kümmern, diesen Verdacht zu entkräften. Das ist gar nicht so einfach, da Röder wegen Befangenheit nicht ermitteln darf.
Mir hat dieser Weinstraßenkrimi recht gut gefallen. Er birgt viel Lokalkolorit, zieht sich über weite Teile der pfälzischen Weinstraße und lebt von der entsprechenden Atmosphäre. Mir ist die Gegend gut bekannt und so konnte ich vieles auch problemlos einordnen. Auch die Pfälzer an sich kenne ich gut, und ja, sie sind genauso wie hier dargestellt samt ihrem Dialekt, der hier auch oft zum Vorschein kommt.

Der Krimi ist einigermaßen spannend, auch teilweise überraschend, dann aber auch wieder ein bisschen vorhersehbar. Er macht auf jeden Fall Lust darauf, auch die vorherigen Bände zu lesen.
Die Reihe:
1. Weinstraßenmord
2. Weinstraßenmarathon
3. Weinstraßenrallye
4. Weinstraßenabsturz
5. Weinstraßengold
6. Weinstraßenrache
7. Weinstraßenhölle
8. Weinstraßenbetrug★★★★☆
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Anette Huesmann - Blau-weiß-tot
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* Werbe/Affiliate-LinksSpannender Mannheim-Krimi mit vielen Wendungen
Chris Peters arbeitet im Sicherheitsteam der SAP-Arena in Mannheim. Obwohl ihr Instinkt ihr sagt, dass eine Besucherin des Eishockeyspiels nicht ganz koscher ist, kann sie nicht verhindern, dass ebendiese den Starspieler der Adler Mannheim mitten im Spiel erschießt. Die Täterin wird festgenommen; für die Polizei ist der Fall damit erledigt. Doch Chris bohrt weiter auf der Suche nach einem Motiv. Ihre Ermittlungen führen sie kreuz und quer durch Mannheim. Schließlich fühlt sich jemand von ihr auf den Schlips getreten. Es wird gefährlich …
Anette Huesmann hat mich mit diesem Regionalkrimi positiv überrascht. Die Handlung ist ziemlich komplex und wenig vorhersehbar. Das Ganze ist schön spannend aufgebaut und auch die Charaktere konnten mich überzeugen.
Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, geht die Autorin stark auf die Örtlichkeiten ein, erzählt von historischen Dingen und entwirft so ein authentisches Bild der Quadrate-Stadt. Da ich selbst jahrelang in Mannheim gewohnt habe, konnte ich die Strecken, die Chris zurücklegt, gut nachverfolgen. Für Ortsfremde könnten es einen Tick zu viele Stadtteil- und Straßennamen sein.
Eigentlich hat mich nur eins wirklich gestört: Chris besucht viele verschiedene Menschen und stellt sich immer wieder mit denselben Worten vor, wer sie ist, wo sie arbeitet, warum sie da ist. Das mag für ihre verschiedenen Gesprächspartner in Ordnung sein, für mich war es zu viel Wiederholung.
★★★★☆
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Arne Dahl/Jonas Moström - Doppelspiel
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* Werbe/Affiliate-LinksEnttäuschend
Ich habe von Arne Dahl und Jonas Moström bereits einige Bücher gelesen und für gut bis sehr gut befunden. Von diesem Gemeinschaftswerk hatte ich nun mindestens etwas ähnlich Gutes erwartet. Leider wurde ich herb enttäuscht.
Es beginnt zunächst ganz spannend mit dem Krimi-Autor Tom Borg, der nach seinem letzten Riesenerfolg eine schwere Schreibblockade hat. Lediglich die erste Idee für das neue Buch ist in seinem Kopf bzw. Rechner: ein Mord in einem Jacuzzi. Als genau dies in der Wirklichkeit eintritt und Tom unmittelbarer Zeuge ist, wird es verquer. Obwohl Tom unschuldig ist, flieht er und wird von der Polizei gejagt. Das führt im weiteren Verlauf immer wieder zu spannenden Szenen. Im Großen und Ganzen ist die Handlung aber ziemlich abstrus und realitätsfern. Die Figuren sind absolut überzeichnet und unglaubwürdig oder klischeebehaftet. Während ich die ersten beiden Drittel dieses Kriminalromans noch einigermaßen genießen konnte, konnte mich das letzte Drittel mit der Auflösung überhaupt nicht überzeugen, da sie dermaßen an den Haaren herbeigezogen ist. Ich möchte gar nicht näher darauf eingehen, sonst müsste ich spoilern.
„Doppelspiel“ ist der Auftakt einer Trilogie. Die Handlung des 1. Bandes hat zwar einen Abschluss, der aber ziemlich unbefriedigend ist. Eventuell können es die Folgebände noch richten. Mir persönlich ist die Lust daran aber vergangen. Ich schwanke zwischen 2 und 3 Sternen, runde mal wohlwollend auf, da mich ein Teil des Buches doch gut unterhalten konnte.
★★★☆☆
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Ganz nett zu lesen
Marlene Buchholz ist nur noch einen Schritt von ihrem Ziel entfernt: Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns zu werden. Die Workaholic hat viel zum bisherigen Erfolg des Unternehmens beigetragen, doch Mitarbeiterführung ist nicht gerade ihre Kernkompetenz. Deshalb wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar nach Brandenburg geschickt, wo sie sich zunächst gar nicht, dann widerwillig auf neue Sichtweisen einlässt.
Die Ankündigung des Buchs als „rasend komischer und tief berührender Roman“ empfinde ich als viel zu hoch gehängt. Damit werden unrealistische Erwartungen geschürt, die in meinem Fall nicht erfüllt wurden. Ich habe von Maxim Leo schon weit Besseres gelesen, Komischeres und Berührenderes.
Die Entwicklung der Marlene Buchholz und auch die des Akademie-Leiters Alex Grow in „Einatmen. Ausatmen.“ hat mich zwar ein wenig berührt, doch da wäre noch einiges mehr möglich gewesen. Doch bei vielen Themen kratzt der Roman nur an der Oberfläche. Es wird alles schnell abgehandelt, schließlich dauert das Seminar nur zwei Wochen. Husch, husch rast Maxim Leo durch zig aktuelle Themen und lässt auch den Figuren nicht viel Zeit, sich um einhundertachtzig Grad zu drehen. Das ist alles andere als glaubwürdig, aber wenigstens ein bisschen komisch.
Am besten haben mir die Dialoge zwischen Marlene und Alex gefallen. Marlene, bei der alles auf Fakten und Logik fußt, die Gefühle wegschließt und meint, dann keine zu haben; auf der anderen Seite Alex, der Guru für Persönlichkeitsentwicklung, der schon lange nicht mehr von seinen eigenen Methoden überzeugt ist. Hier prallen Welten aufeinander und das ließ mich dann doch immer wieder schmunzeln.
+
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Außer der Stranger Times-Reihe habe ich nur noch Ursula und das V-Team gelesen. Das fand ich auch klasse, schräg und witzig.
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Atmosphärisch dicht
Nordseeinsel Neuwerk, August 1995. Während eines Schullandheimaufenthalts verschwinden die Teenager Isa und Janosch. Nach Tagen wird Isa gefunden, so traumatisiert, dass sie kein Wort spricht. Was mit Janosch geschah, bleibt ungelöst.
Dreißig Jahre später treffen verschiedene Personen auf Neuwerk aufeinander. Manche kennen sich von früher, andere sind sich bis dahin fremd, doch alle haben irgendwie mit dem Fall von damals zu tun. Ihr Zusammentreffen ist kein Zufall …
Der Anfang dieses Buches ist einfach großartig. Es hat mich sofort gepackt und ich fand mich auf der kleinen Nordseeinsel wieder, die ich zwar nicht in Wirklichkeit kenne, aber nach dieser Lektüre zu kennen glaube, so lebensecht wird sie und ihre Bewohner beschrieben.
Die Ereignisse werden so intensiv und atmosphärisch geschildert, dass man meint, mittendrin dabei zu sein. Nicht nur die ungeklärten Vorkommnisse in der Vergangenheit, sondern auch solche in der Gegenwart lassen einen hin und wieder zusammenzucken. Ein Übriges tut ein fürchterlicher Orkan, der das Fortkommen auf und von der Insel unmöglich macht.
Aus wechselnden Perspektiven und in zwei Zeitebenen (1995 und 2025) setzt sich nach und nach ein komplexes Bild der ganzen Handlung zusammen. Man kann dabei sehr gut miträtseln, wer und was hinter der ganzen Geschichte steckt. Einiges habe ich dabei schon früh vermutet, anderes konnte mich überraschen. Aber leider erschien mir die Auflösung zu konstruiert und unwahrscheinlich. Da spielen schon ziemlich viele Zufälle und nicht nachvollziehbares Handeln mit.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch aufgrund seiner vielen spannenden Elemente und der lebendigen Erzählweise gut gefallen.
★★★★☆
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Denis Scheck konnte ich noch nie ernst nehmen. Unsere Ansichten und Geschmäcker sind einfach zu verschieden.
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Kristof Magnusson - Die Reise ans Ende der Geschichte
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* Werbe/Affiliate-LinksDas war nicht meins
Das Ende des Kalten Krieges muss gefeiert werden. Zu diesem Anlass trifft man sich im Garten der Botschaft der Russischen Föderation in Rom. Der alternde Doppelagent Dieter Germeshausen, der unter den neuen Umständen um seine Lebensgrundlage fürchtet, hat einen letzten Plan, bevor er sich zurückziehen will. Doch dazu braucht er den jungen Dichter Jakob Dreiser, der im Gegensatz zu Germeshausen gut mit Worten umgehen kann. Gemeinsam reisen sie nach Kasachstan, damit Germeshausen das große Geld scheffeln kann. Doch Jakob Dreiser ist von seiner neuen Spionagetätigkeit so begeistert, dass er Germeshausens Anweisungen spontan in den Wind schlägt und auf eigene Faust handelt …
Von Kristof Magnusson habe ich bereits „Das war ich nicht“ gelesen, und das gefiel mir um Längen besser. Mit „Die Reise ans Ende der Geschichte“ konnte ich leider nicht viel anfangen. So witzig wie im Klappentext versprochen, fand ich das Buch bei Weitem nicht. Die Charaktere sind slapstickartig überzeichnet, dabei aber erstaunlich eindimensional und nichtssagend bis unglaubwürdig.
Nach einem spannenden Anfang, wo Germeshausen einen Giftanschlag erleidet, geht es erst mal recht gemächlich in der Vergangenheit weiter. Über Seiten wird die Party im Garten der russischen Botschaft beschrieben, ohne dass etwas Wesentliches geschieht. Ganz langsam werden hier Germeshausen und Dreiser zusammengeführt. Das hätte für meinen Geschmack ruhig etwas schneller passieren dürfen. Und die Story zieht sich auch danach in die Länge. Erst gegen Ende kommt dann etwas Tempo und auch Spannung auf. Und dann ist plötzlich Schluss, ohne dass die Geschichte ans Ende gekommen wäre - zumindest empfinde ich es so.
Sprachlich ist der Roman sehr in Ordnung, auch die Idee ist toll. Doch leider schaffte der Autor es nicht, mir die Figuren nahe zu bringen.
★★★☆☆
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Wann spielt das Buch denn?
In der heutigen Zeit finde ich das auch ganz schön konstruiert. In früheren Jahrzehnten könnte ich es mir sogar ansatzweise vorstellen.
Es spielt tatsächlich in der Gegenwart.
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Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat.
Ist das nicht komplett unrealistisch? Also nicht, dass es Annäherungsversuche von Direktoren an Schülerinnen gibt, aber dieser Ablauf...?
Ich hoffe doch sehr, dass das unrealistisch ist

Aber eben durchaus möglich.
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Jessica Berger Gross - Hazel sagt Nein
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* Werbe/Affiliate-LinksLesenswert, wenn auch mit Luft nach oben
„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ihres eigenen Lebens hat sie in diesem Buch verarbeitet. Es ist aber bei Weitem kein autobiografischer Roman.
Der Anfang des Romans gefiel mir ausnehmend gut. Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat. Wie vor den Kopf gestoßen, sagt Hazel das einzig Richtige: Nein! Damit will sie es eigentlich bewenden lassen, doch die Szene lässt sie in Gedanken nicht los, und so vertraut sie sich ihrer Mutter Claire an. Diese ist entsetzt und telefoniert sofort mit Hazels Vater Gus. Der kleine Bruder Wolf bekommt sowieso immer alles mit. Und so kommt die Lawine ins Rollen. Die Sache wird publik gemacht. Für Familie Greenberg Blum beginnt eine Zeit der Anfeindungen, denn White streitet alles ab und schiebt den Schwarzen Peter Hazel zu. Da er ein angesehenes Gemeindemitglied ist, sind viele der Bewohner auf seiner Seite.
Jessica Berger Gross erzählt diese unfassbare Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Alle Familienmitglieder kommen fast gleichermaßen zu Wort und wir dürfen miterleben, wie das Geschehen ihre jeweilige kleine Welt beeinträchtigt.
Die einzelnen Charaktere gefielen mir recht gut. Sie sind alle ungewöhnlich, haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ganz viele liebenswürdige Seiten. Auf eine gewisse Weise mochte ich jede der Figuren sehr gerne, wobei die Szenen mit Wolf regelmäßig am witzigsten waren. Dieser Witz war auch sehr positiv, sonst wäre die Story zu negativ ausgefallen. Dabei ist der Autorin die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz gut gelungen.
Der Schreibstil war leider nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich empfand ihn mit seinen relativ kurzen Sätzen als zu einfach. Ein paar mehr Emotionen hätte ich mir auch gewünscht. Gerade Hazel als die Hauptbetroffene erschien mir oft zu abgeklärt.
Trotzdem fand ich diesen Roman absolut lesenswert, wenn auch durchaus noch Luft nach oben ist.
★★★★☆
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Magdalena Gammel - Tale of Sun and Night
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* Werbe/Affiliate-LinksMehr „Tell“ als „Show“
Der Anfang dieses Debüts der jungen deutschen Autorin Magdalena Gammel hat mich richtig begeistert. Man wird gleich mitten in die Handlung geworfen, lernt die Sklavin Lio kennen, die fünf Jahre lang zur Assassinin ausgebildet wurde und nun ihren ersten Auftrag ausführen soll. Lio ist eine mysteriöse Figur, kann sie sich doch an nichts erinnern, was vor ihrer Versklavung liegt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand diesen Charakter echt stark. Ihr rebellischer Geist gefiel mir sehr gut und auch der Sarkasmus, den sie versprüht. Witz und Sarkasmus, vor allem in den verschiedenen Dialogen, gibt es hier viel. Das lässt sich sehr vergnüglich lesen.
Der Anfang war also ziemlich stark, es wurde mir dann aber bald zu viel. Lio macht sich mit einer Gruppe auf eine Reise, und diese zieht sich schier endlos hin. Die einzelnen Orte und Ereignisse, die unterwegs liegen, fühlten sich für mich sehr austauschbar an. Alles wird detailliert beschrieben, aber nur weniges trägt zum Fortgang der Haupthandlung bei. Natürlich gibt es auch die ein oder andere spannende (Kampf-) Szene, aber insgesamt fand ich den Mittelteil doch ziemlich zäh. Ich musste mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen.
Gegen Ende passieren dann wieder wesentliche Dinge, und zwar Schlag auf Schlag. Im Showdown wird einiges geklärt, doch am Schluss bleiben die Lesenden mit einem Cliffhanger zurück.
An Fantasie mangelt es Magdalena Gammel auf jeden Fall nicht. Die Welt, in die sie uns führt, ist voller seltsamer Wesen und voller Magie. Dabei hätte ich gerade in Bezug auf die Magie gerne noch weitere Erklärungen gehabt.
Alle Bände der Reihe im Loomlight-Verlag:
1. Tale of Sun and Night
2. Memories of Stars and Dust (Herbst 2026)
3. Echos of Shadow and Light (Frühjahr 2027)★★★☆☆
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Rachel Greenlaw - The Ordeals
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* Werbe/Affiliate-LinksMagie, Romantik und tödliche Gefahren
Sophia DeWinter ist als Kind einen magischen Vertrag mit ihrem Onkel, dem Sammler, eingegangen. Mittels eines Armbands zwingt er sie, in seinem Einflussbereich zu bleiben. Doch Sophia hat es satt, immer wieder seine Aufträge ausführen zu müssen, denn sie erkennt das Böse daran. Ihre einzige Chance, dem Sammler zu entkommen, ist die Aufnahme an der Killmarth Akademie, einer Elite-Akademie für magisch Begabte. Doch die vier Ordeals, die Aufnahmeprüfungen, sind für manche Anwärter tödlich - nur die Besten kommen durch. Gerade dieser Punkt hat sich mir leider nicht erschlossen. Man hätte diese Prüfungen auch anders gestalten können, ohne reihenweise die Leute sterben zu lassen, viele davon äußerst grausam. Hier ist unnötig viel Gewalt im Spiel, auf die ich gerne verzichtet hätte.
Der Schreibstil von Rachel Greenlaw ist sehr flüssig und ziemlich mitreißend. Manche Figuren hätten ein kleines bisschen mehr Tiefe vertragen, aber im Großen und Ganzen fand ich die Charaktere und das World-Building recht gelungen.
Sophia wirkt von Anfang an sympathisch und vor allem sehr tough. Die emotionale Kälte des Sammlers hat sie nicht gebrochen, sondern gestärkt. Man kann sehr gut mit der jungen Frau mitfühlen und hofft für sie, dass sie in Killmarth aufgenommen wird, um endlich ein freies Leben führen zu können. Doch ist es das wirklich, ein freies Leben? Die Akademie birgt ihre eigenen Geheimnisse. Nach und nach kommt Sophia einigen davon auf die Spur. Und was sie hier herausfindet, lässt einem die Haare zu Berge stehen, so schrecklich sind die Aussichten.
Die Handlung entwickelt sich langsam, aber konsequent. Neben einer glaubwürdigen Romanze gibt es sehr viele unheimlich spannende Szenen und überraschende Wendungen. Man weiß nie, wem von den Mitbewerbern man trauen kann und wen man besser im Auge behalten sollte. Erschwert wird dies dadurch, dass es sich unter anderem um Illusionisten und Maskierer handelt, deren Wirken schwer zu durchschauen ist. Nichts ist tatsächlich so, wie es scheint.
„The Ordeals“ ist der Auftaktband der Killmarth-Reihe. Das Buch erschien im Januar 2026 bei Klett-Cotta. Übersetzt wurde es von Kerstin Fricke.
★★★★☆
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Ruth Ware - Woman in Suite 11
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* Werbe/Affiliate-LinksEine unglaublich naive Protagonistin
„The Woman in Suite 11“ ist der 2. Band mit der britischen Reisejournalistin Laura (Lo) Blacklock. Es wird immer wieder auf die Ereignisse und Personen aus Band 1, „The Woman in Cabin 10“, angespielt, sodass es von Vorteil ist, diesen zu kennen. Andererseits ist es ganz gut, wenn man nicht - wie ich - die Bücher direkt hintereinander liest, da Ruth Ware zur Auffrischung des Gedächtnisses doch sehr viel wiederholt, was für mich dann langweilig war.
Vieles ist vorhersehbar, einiges aber auch überraschend. Es gibt einige spannende Szenen, aber auch viel Gejammer von Lauras Seite. Und die Protagonistin benimmt sich unerträglich naiv. Das ist schon unglaubwürdig nach allem, was sie bereits erlebt hat. Ich konnte viele Handlungsweisen nicht wirklich nachvollziehen. Einmal beklagt sie sich, dass ihre Lügen ihr zum Verhängnis werden, dann ist es wieder ihre permanente Ehrlichkeit. Ja, was denn nun?
Der Schreibstil ist gut, das Buch lässt sich flüssig lesen und kann über weite Strecken auch gut unterhalten. Von einem Highlight ist es aber weit entfernt, zu sehr wirkt es wie ein Abklatsch des ersten Teils, auch wenn es in einem ganz anderen Umfeld spielt.
Das Buch erschien im Dezember 2025 bei dtv. Es wurde von Susanne Goga-Klinkenberg ins Deutsche übersetzt.
★★★☆☆
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Brooke Fast - To Cage a Wild Bird
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* Werbe/Affiliate-LinksUnterhaltsam, spannend, aber kaum originell
„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial.
Am Schreibstil gibt es wenig auszusetzen. Die Story erscheint lebendig und dynamisch und lässt sich flüssig lesen. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch recht spannend und unterhaltsam. Es ist aber nichts für zartbesaitete Gemüter, da ziemlich abartige, gewaltlastige Szenen vorkommen. Dabei hat sich mir nicht wirklich erschlossen, wo diese Gewalt herkommt. Sie ist bei einer breiten Bevölkerungsschicht einfach so da aus Lust an Gewalt.
Die Handlung ist ziemlich geradlinig. Kaum stellen sich der Protagonistin Raven Hindernisse in den Weg, sind sie auch schon beiseite geräumt und sie kann ihren Weg weitergehen. Selbst wenn Raven an irgendwelchen Personen zweifelt, ist für die Lesenden doch klar, auf welcher Seite diese stehen. Große Überraschungen gibt es daher nicht, nur ein paar kleine.
Der Kern der Handlung erinnert stark an „Die Tribute von Panem“ und zum Teil auch an andere dystopische Reihen. Da mir die Tribute aber super gefallen haben, fand ich das hier nicht so schlimm.

„To Cage a Wild Bird“ ist der Auftakt der Divided Fates-Reihe. Das Ende empfinde ich trotz Cliffhanger als so abgeschlossen, dass man es einfach stehenlassen könnte, lässt mich aber auch gespannt auf Band 2 warten.
Da der positive Eindruck bei mir überwiegt, gebe ich wohlwollende 4 Sterne.
★★★★☆
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Lisa Ridzén - Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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* Werbe/Affiliate-LinksLeben und Tod
Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.
Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.
In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.
Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!).
★★★★☆
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Tolle Fortsetzung
„Die schwarze Zitadelle“ ist der 2. Teil der AnidA-Trilogie, der nahtlos und ohne Rückblicke an „Anidas Prophezeiung“ anschließt. Es ist daher sinnlos, einen Teil für sich lesen zu wollen. Die 3 Teile ergeben nur zusammen eine sinnvolle Geschichte.
Im Vorgängerband ist für meinen Geschmack zu wenig passiert. „Die schwarze Zitadelle“ macht das allerdings wieder wett. In diesem Teil kommt die Handlung richtig gut und auch actionreich voran. Wie ich es von Susanne Gerdom kenne, ist nichts, wie es scheint. Man muss wirklich jede Person, jede Begebenheit, jeden Satz in Frage stellen und darf nichts als gegeben hinnehmen. Die überraschende Wendung kommt garantiert!
Ich habe hier erfahren, warum es nicht einfach Anida-Trilogie heißt, sondern AnidA, habe mich über das Volk der Grennach amüsiert und über das Wesen von Jinqx gerätselt. Alles in allem eine sehr kurzweilige Lektüre. Allerdings war mir der Zeitsprung am Ende zu heftig, auch wenn er gerechtfertigt ist. Ich aber fühlte mich dadurch irgendwie abgehängt, was gerade am Schluss eines Buches nicht so schön ist.
Die AnidA-Trilogie:
1. Anidas Prophezeiung
2. Die schwarze Zitadelle
3. Das Herz der Welt★★★★☆
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C. K. McDonnell - Ring the Bells
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* Werbe/Affiliate-LinksWieder ein herrliches Lesevergnügen
Inhalt:
Fieberhaft arbeiten die Mitglieder der Redaktion der Stranger Times an der Weihnachtsausgabe und es sieht so aus, als könnte die Zeitung endlich mal pünktlich in den Druck gehen und die Redaktionsmitglieder Grace zuliebe eine kleine Weihnachtsfeier abhalten. Doch dann kommt es natürlich ganz anders. Der Abend ist gelaufen, und dank einer unfreiwilligen Beschwörung gerät das Weihnachtsfest und sogar die ganze Menschheit in Gefahr.
Meine Meinung:
Schon der Prolog ist klasse gemacht. Einerseits werden hier noch einmal grob die wichtigsten Ereignisse und Personen aus den vorherigen Bänden erwähnt, andererseits wird eine erwartungsvolle Atmosphäre geschaffen, die mich geradezu auf die kommende Handlung hin fiebern ließ. Sicherlich macht das Lesen mehr Spaß, wenn man die Vorgängerbände kennt, denn es tummeln sich hier so viele verschiedene Personen und Gruppierungen, dass man sonst leicht den Überblick verlieren und viele Details gar nicht einordnen kann.
Caimh McDonnell lässt auch im fünften Band seiner fantastischen Reihe um die Wochenzeitung für Übersinnliches „The Stranger Times“ in Manchester jede Menge skurrile Ereignisse und witzige Dialoge auf die Leserschaft los - ein richtiges Feuerwerk, das von Anfang bis Ende gute Laune macht, trotz einiger eingestreuter ernster Elemente.
Neben dem altbekannten Personal werden neue Charaktere eingeführt, zum Beispiel der vierzehnjährige Clint, der sich als Redaktionsschreck erweist, auch wenn Grace in ihm den guten Jungen sehen will. Oder der alte Gott Zalas, der sich eine Anhängerschaft sucht. Manny bekommt dieses Mal seine eigene Geschichte, die ich sehr berührend fand. Und an Banecroft lernen wir eine ganz neue Seite kennen.
Die Stimmung ist leicht weihnachtlich, aber keine Angst, auch Weihnachtshasser kommen auf ihre Kosten.

Mit seiner kunterbunten, vielfältigen Handlung und dem genialen Humor, der genau auf meiner Linie liegt, empfand ich „Ring The Bells“ als einen der besten Bände dieser Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.
Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire
5. Ring The Bells★★★★★