Wann spielt das Buch denn?
In der heutigen Zeit finde ich das auch ganz schön konstruiert. In früheren Jahrzehnten könnte ich es mir sogar ansatzweise vorstellen.
Es spielt tatsächlich in der Gegenwart.
Wann spielt das Buch denn?
In der heutigen Zeit finde ich das auch ganz schön konstruiert. In früheren Jahrzehnten könnte ich es mir sogar ansatzweise vorstellen.
Es spielt tatsächlich in der Gegenwart.
Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat.
Ist das nicht komplett unrealistisch? Also nicht, dass es Annäherungsversuche von Direktoren an Schülerinnen gibt, aber dieser Ablauf...?
Ich hoffe doch sehr, dass das unrealistisch ist ![]()
Aber eben durchaus möglich.
Jessica Berger Gross - Hazel sagt Nein
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Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben
„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ihres eigenen Lebens hat sie in diesem Buch verarbeitet. Es ist aber bei Weitem kein autobiografischer Roman.
Der Anfang des Romans gefiel mir ausnehmend gut. Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat. Wie vor den Kopf gestoßen, sagt Hazel das einzig Richtige: Nein! Damit will sie es eigentlich bewenden lassen, doch die Szene lässt sie in Gedanken nicht los, und so vertraut sie sich ihrer Mutter Claire an. Diese ist entsetzt und telefoniert sofort mit Hazels Vater Gus. Der kleine Bruder Wolf bekommt sowieso immer alles mit. Und so kommt die Lawine ins Rollen. Die Sache wird publik gemacht. Für Familie Greenberg Blum beginnt eine Zeit der Anfeindungen, denn White streitet alles ab und schiebt den Schwarzen Peter Hazel zu. Da er ein angesehenes Gemeindemitglied ist, sind viele der Bewohner auf seiner Seite.
Jessica Berger Gross erzählt diese unfassbare Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Alle Familienmitglieder kommen fast gleichermaßen zu Wort und wir dürfen miterleben, wie das Geschehen ihre jeweilige kleine Welt beeinträchtigt.
Die einzelnen Charaktere gefielen mir recht gut. Sie sind alle ungewöhnlich, haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ganz viele liebenswürdige Seiten. Auf eine gewisse Weise mochte ich jede der Figuren sehr gerne, wobei die Szenen mit Wolf regelmäßig am witzigsten waren. Dieser Witz war auch sehr positiv, sonst wäre die Story zu negativ ausgefallen. Dabei ist der Autorin die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz gut gelungen.
Der Schreibstil war leider nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich empfand ihn mit seinen relativ kurzen Sätzen als zu einfach. Ein paar mehr Emotionen hätte ich mir auch gewünscht. Gerade Hazel als die Hauptbetroffene erschien mir oft zu abgeklärt.
Trotzdem fand ich diesen Roman absolut lesenswert, wenn auch durchaus noch Luft nach oben ist.
★★★★☆
Magdalena Gammel - Tale of Sun and Night
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Mehr „Tell“ als „Show“
Der Anfang dieses Debüts der jungen deutschen Autorin Magdalena Gammel hat mich richtig begeistert. Man wird gleich mitten in die Handlung geworfen, lernt die Sklavin Lio kennen, die fünf Jahre lang zur Assassinin ausgebildet wurde und nun ihren ersten Auftrag ausführen soll. Lio ist eine mysteriöse Figur, kann sie sich doch an nichts erinnern, was vor ihrer Versklavung liegt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand diesen Charakter echt stark. Ihr rebellischer Geist gefiel mir sehr gut und auch der Sarkasmus, den sie versprüht. Witz und Sarkasmus, vor allem in den verschiedenen Dialogen, gibt es hier viel. Das lässt sich sehr vergnüglich lesen.
Der Anfang war also ziemlich stark, es wurde mir dann aber bald zu viel. Lio macht sich mit einer Gruppe auf eine Reise, und diese zieht sich schier endlos hin. Die einzelnen Orte und Ereignisse, die unterwegs liegen, fühlten sich für mich sehr austauschbar an. Alles wird detailliert beschrieben, aber nur weniges trägt zum Fortgang der Haupthandlung bei. Natürlich gibt es auch die ein oder andere spannende (Kampf-) Szene, aber insgesamt fand ich den Mittelteil doch ziemlich zäh. Ich musste mich immer wieder zum Weiterlesen zwingen.
Gegen Ende passieren dann wieder wesentliche Dinge, und zwar Schlag auf Schlag. Im Showdown wird einiges geklärt, doch am Schluss bleiben die Lesenden mit einem Cliffhanger zurück.
An Fantasie mangelt es Magdalena Gammel auf jeden Fall nicht. Die Welt, in die sie uns führt, ist voller seltsamer Wesen und voller Magie. Dabei hätte ich gerade in Bezug auf die Magie gerne noch weitere Erklärungen gehabt.
Alle Bände der Reihe im Loomlight-Verlag:
1. Tale of Sun and Night
2. Memories of Stars and Dust (Herbst 2026)
3. Echos of Shadow and Light (Frühjahr 2027)
★★★☆☆
Rachel Greenlaw - The Ordeals
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Magie, Romantik und tödliche Gefahren
Sophia DeWinter ist als Kind einen magischen Vertrag mit ihrem Onkel, dem Sammler, eingegangen. Mittels eines Armbands zwingt er sie, in seinem Einflussbereich zu bleiben. Doch Sophia hat es satt, immer wieder seine Aufträge ausführen zu müssen, denn sie erkennt das Böse daran. Ihre einzige Chance, dem Sammler zu entkommen, ist die Aufnahme an der Killmarth Akademie, einer Elite-Akademie für magisch Begabte. Doch die vier Ordeals, die Aufnahmeprüfungen, sind für manche Anwärter tödlich - nur die Besten kommen durch. Gerade dieser Punkt hat sich mir leider nicht erschlossen. Man hätte diese Prüfungen auch anders gestalten können, ohne reihenweise die Leute sterben zu lassen, viele davon äußerst grausam. Hier ist unnötig viel Gewalt im Spiel, auf die ich gerne verzichtet hätte.
Der Schreibstil von Rachel Greenlaw ist sehr flüssig und ziemlich mitreißend. Manche Figuren hätten ein kleines bisschen mehr Tiefe vertragen, aber im Großen und Ganzen fand ich die Charaktere und das World-Building recht gelungen.
Sophia wirkt von Anfang an sympathisch und vor allem sehr tough. Die emotionale Kälte des Sammlers hat sie nicht gebrochen, sondern gestärkt. Man kann sehr gut mit der jungen Frau mitfühlen und hofft für sie, dass sie in Killmarth aufgenommen wird, um endlich ein freies Leben führen zu können. Doch ist es das wirklich, ein freies Leben? Die Akademie birgt ihre eigenen Geheimnisse. Nach und nach kommt Sophia einigen davon auf die Spur. Und was sie hier herausfindet, lässt einem die Haare zu Berge stehen, so schrecklich sind die Aussichten.
Die Handlung entwickelt sich langsam, aber konsequent. Neben einer glaubwürdigen Romanze gibt es sehr viele unheimlich spannende Szenen und überraschende Wendungen. Man weiß nie, wem von den Mitbewerbern man trauen kann und wen man besser im Auge behalten sollte. Erschwert wird dies dadurch, dass es sich unter anderem um Illusionisten und Maskierer handelt, deren Wirken schwer zu durchschauen ist. Nichts ist tatsächlich so, wie es scheint.
„The Ordeals“ ist der Auftaktband der Killmarth-Reihe. Das Buch erschien im Januar 2026 bei Klett-Cotta. Übersetzt wurde es von Kerstin Fricke.
★★★★☆
Ruth Ware - Woman in Suite 11
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Eine unglaublich naive Protagonistin
„The Woman in Suite 11“ ist der 2. Band mit der britischen Reisejournalistin Laura (Lo) Blacklock. Es wird immer wieder auf die Ereignisse und Personen aus Band 1, „The Woman in Cabin 10“, angespielt, sodass es von Vorteil ist, diesen zu kennen. Andererseits ist es ganz gut, wenn man nicht - wie ich - die Bücher direkt hintereinander liest, da Ruth Ware zur Auffrischung des Gedächtnisses doch sehr viel wiederholt, was für mich dann langweilig war.
Vieles ist vorhersehbar, einiges aber auch überraschend. Es gibt einige spannende Szenen, aber auch viel Gejammer von Lauras Seite. Und die Protagonistin benimmt sich unerträglich naiv. Das ist schon unglaubwürdig nach allem, was sie bereits erlebt hat. Ich konnte viele Handlungsweisen nicht wirklich nachvollziehen. Einmal beklagt sie sich, dass ihre Lügen ihr zum Verhängnis werden, dann ist es wieder ihre permanente Ehrlichkeit. Ja, was denn nun?
Der Schreibstil ist gut, das Buch lässt sich flüssig lesen und kann über weite Strecken auch gut unterhalten. Von einem Highlight ist es aber weit entfernt, zu sehr wirkt es wie ein Abklatsch des ersten Teils, auch wenn es in einem ganz anderen Umfeld spielt.
Das Buch erschien im Dezember 2025 bei dtv. Es wurde von Susanne Goga-Klinkenberg ins Deutsche übersetzt.
★★★☆☆
Brooke Fast - To Cage a Wild Bird
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Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell
„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial.
Am Schreibstil gibt es wenig auszusetzen. Die Story erscheint lebendig und dynamisch und lässt sich flüssig lesen. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch recht spannend und unterhaltsam. Es ist aber nichts für zartbesaitete Gemüter, da ziemlich abartige, gewaltlastige Szenen vorkommen. Dabei hat sich mir nicht wirklich erschlossen, wo diese Gewalt herkommt. Sie ist bei einer breiten Bevölkerungsschicht einfach so da aus Lust an Gewalt.
Die Handlung ist ziemlich geradlinig. Kaum stellen sich der Protagonistin Raven Hindernisse in den Weg, sind sie auch schon beiseite geräumt und sie kann ihren Weg weitergehen. Selbst wenn Raven an irgendwelchen Personen zweifelt, ist für die Lesenden doch klar, auf welcher Seite diese stehen. Große Überraschungen gibt es daher nicht, nur ein paar kleine.
Der Kern der Handlung erinnert stark an „Die Tribute von Panem“ und zum Teil auch an andere dystopische Reihen. Da mir die Tribute aber super gefallen haben, fand ich das hier nicht so schlimm. ![]()
„To Cage a Wild Bird“ ist der Auftakt der Divided Fates-Reihe. Das Ende empfinde ich trotz Cliffhanger als so abgeschlossen, dass man es einfach stehenlassen könnte, lässt mich aber auch gespannt auf Band 2 warten.
Da der positive Eindruck bei mir überwiegt, gebe ich wohlwollende 4 Sterne.
★★★★☆
Lisa Ridzén - Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Leben und Tod
Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.
Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.
In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.
Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!).
★★★★☆
Tolle Fortsetzung
„Die schwarze Zitadelle“ ist der 2. Teil der AnidA-Trilogie, der nahtlos und ohne Rückblicke an „Anidas Prophezeiung“ anschließt. Es ist daher sinnlos, einen Teil für sich lesen zu wollen. Die 3 Teile ergeben nur zusammen eine sinnvolle Geschichte.
Im Vorgängerband ist für meinen Geschmack zu wenig passiert. „Die schwarze Zitadelle“ macht das allerdings wieder wett. In diesem Teil kommt die Handlung richtig gut und auch actionreich voran. Wie ich es von Susanne Gerdom kenne, ist nichts, wie es scheint. Man muss wirklich jede Person, jede Begebenheit, jeden Satz in Frage stellen und darf nichts als gegeben hinnehmen. Die überraschende Wendung kommt garantiert!
Ich habe hier erfahren, warum es nicht einfach Anida-Trilogie heißt, sondern AnidA, habe mich über das Volk der Grennach amüsiert und über das Wesen von Jinqx gerätselt. Alles in allem eine sehr kurzweilige Lektüre. Allerdings war mir der Zeitsprung am Ende zu heftig, auch wenn er gerechtfertigt ist. Ich aber fühlte mich dadurch irgendwie abgehängt, was gerade am Schluss eines Buches nicht so schön ist.
Die AnidA-Trilogie:
1. Anidas Prophezeiung
2. Die schwarze Zitadelle
3. Das Herz der Welt
★★★★☆
C. K. McDonnell - Ring the Bells
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Wieder ein herrliches Lesevergnügen
Inhalt:
Fieberhaft arbeiten die Mitglieder der Redaktion der Stranger Times an der Weihnachtsausgabe und es sieht so aus, als könnte die Zeitung endlich mal pünktlich in den Druck gehen und die Redaktionsmitglieder Grace zuliebe eine kleine Weihnachtsfeier abhalten. Doch dann kommt es natürlich ganz anders. Der Abend ist gelaufen, und dank einer unfreiwilligen Beschwörung gerät das Weihnachtsfest und sogar die ganze Menschheit in Gefahr.
Meine Meinung:
Schon der Prolog ist klasse gemacht. Einerseits werden hier noch einmal grob die wichtigsten Ereignisse und Personen aus den vorherigen Bänden erwähnt, andererseits wird eine erwartungsvolle Atmosphäre geschaffen, die mich geradezu auf die kommende Handlung hin fiebern ließ. Sicherlich macht das Lesen mehr Spaß, wenn man die Vorgängerbände kennt, denn es tummeln sich hier so viele verschiedene Personen und Gruppierungen, dass man sonst leicht den Überblick verlieren und viele Details gar nicht einordnen kann.
Caimh McDonnell lässt auch im fünften Band seiner fantastischen Reihe um die Wochenzeitung für Übersinnliches „The Stranger Times“ in Manchester jede Menge skurrile Ereignisse und witzige Dialoge auf die Leserschaft los - ein richtiges Feuerwerk, das von Anfang bis Ende gute Laune macht, trotz einiger eingestreuter ernster Elemente.
Neben dem altbekannten Personal werden neue Charaktere eingeführt, zum Beispiel der vierzehnjährige Clint, der sich als Redaktionsschreck erweist, auch wenn Grace in ihm den guten Jungen sehen will. Oder der alte Gott Zalas, der sich eine Anhängerschaft sucht. Manny bekommt dieses Mal seine eigene Geschichte, die ich sehr berührend fand. Und an Banecroft lernen wir eine ganz neue Seite kennen.
Die Stimmung ist leicht weihnachtlich, aber keine Angst, auch Weihnachtshasser kommen auf ihre Kosten. ![]()
Mit seiner kunterbunten, vielfältigen Handlung und dem genialen Humor, der genau auf meiner Linie liegt, empfand ich „Ring The Bells“ als einen der besten Bände dieser Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.
Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire
5. Ring The Bells
★★★★★
Allerdings ist dieses Buch nicht ganz so leicht.
Da die Freundin der Autorin tatsächlich von ihrem Mann umgebracht worden ist, kann sie hier nicht so leicht erzählen.
Jasmin Schreiber - Da, wo ich dich sehen kann
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Mehr als eine traurige Geschichte
Inhalt:
Frank Kopmann drangsaliert seine junge Frau Emma psychisch und physisch - bis er sie eines Tages umbringt. Damit stürzt die ganze Welt der neunjährigen Tochter Maja in sich zusammen. Sie muss von Hamburg ins weit entfernte Glauberg zu Emmas Eltern ziehen, die sie kaum kennt. Auch Majas Patentante, Emmas beste Freundin Liv, lebt dort in der Nähe. Die drei Erwachsenen bemühen sich um das traumatisierte Mädchen, kommen dabei aber mit ihrer eigenen Trauer und ihren Schuldgefühlen nicht wirklich klar.
Meine Meinung:
Wie gewohnt konnte mich Jasmin Schreiber auch mit ihrem neuesten Werk begeistern. Das schwere Thema liegt ihr persönlich am Herzen; das spürt man in jeder Zeile. Zunächst empfand ich den Schreibstil als relativ distanziert und war sehr froh darüber. Mich tiefer in die Geschichte hineinziehen zu lassen, wäre mir nicht gut bekommen, denke ich. Gegen Ende wird es doch noch sehr emotional, was an dieser Stelle dann aber auch gut ist. Eingestreute Zeitungsartikel, Gerichtsurteile und Ähnliches lassen den Roman sehr realistisch erscheinen.
Die Charaktere, vor allem Liv und Maja, aber auch Emma, die wir in Rückblenden näher kennenlernen, sind tiefgründig ausgearbeitet und offenbaren von Seite zu Seite immer mehr ihrer Facetten. Sowohl die Hauptfiguren wie auch die diversen Nebenfiguren wirken authentisch und realitätsnah. Als Astrophysikerin erzählt Liv Maja viel über die Sterne. Dies war durchaus auch für mich lehrreich.
In kurzen Kapiteln mit wechselnden Perspektiven (Liv, Maja, Brigitte, Per) begleiten wir die Hinterbliebenen in ihrer Trauer. Alle fühlen sich dabei auch irgendwie schuldig an Emmas Tod. Hätten sie ihn verhindern können, wenn sie an irgendeiner Stelle genauer hingeschaut, mehr nachgefragt, anders reagiert hätten? In drei schwarz hinterlegten Kapiteln, die eine alternative Realität aufzeigen, erfahren wir, was eventuell möglich gewesen wäre. Doch Brigittes Therapeutin bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt:
Zitat»Wenn eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet wird, ist niemand schuld, Brigitte. Niemand außer dem Mann, der die Tat begeht.«
Die Autorin untermauert ihren literarischen Aufruf an die Gesellschaft, Femizide zu stoppen, mit Zahlen und Fakten. Für Betroffene und Angehörige sind im Anhang diverse Telefonnummern und Webseiten aufgeführt, wo man Hilfe bekommen kann.
Fazit:
Ein sehr berührender und bedrückender Roman, der stark an der leider grausamen Realität orientiert ist. Absolut lesenswert und wichtig!
★★★★★
Richard Ford - Die Lage des Landes
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Herausgeber: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Seitenzahl: 688 Seiten
Originaltitel: The Lay of the Land
Übersetzung: Frank Heibert
Langweilig
Im Nachhinein frage ich mich, warum ich dieses Buch überhaupt gelesen habe. Die vorherigen Bände der Frank Bascombe-Tetralogie sowie andere Romane des Autors sind bei mir schon einige Jahre her und nicht mehr allzu sehr in Erinnerung. So habe ich nun feststellen müssen, dass meine Bewertungen damals auch nicht bei allen euphorisch ausgefallen sind. Glücklicherweise waren die Romane aber nicht so dick wie dieser hier.
Über 680 Seiten, deren Quintessenz man gut und gerne in 200 hätte packen können, waren kein Lesevergnügen für mich. Ich habe mich von Seite zu Seite gehangelt, immer in der Hoffnung, dass mal endlich ein bisschen Spannung oder interessanter Inhalt aufkommt, aber nein!
Richard Ford schwadroniert (aus Sicht seines Protagonisten Frank Bascombe) über seine Frauen, seine Kinder, das Leben im Allgemeinen, Immobilienverkäufe und Prostatakrebs und bildet so die Lage des Landes ab. Dabei springt er hin und her, vor und zurück, reißt dieses an, denkt über jenes nach. Aber bei allem fehlte mir die Tiefe oder eine neue Erkenntnis, die mich irgendwie weiterbringen würde.
Die Tetralogie:
1. Sportreporter
2. Unanbhängigkeitstag
3. Die Lage des Landes
4. Frank
★★☆☆☆
Spannende Verfolgungsjagd
Alexa wird ungewollt Zeugin eines Mordes. Sie flieht in ihrem Auto, muss aber bald schon zu Fuß weiter - in einer Gegend, in der sie sich nicht auskennt, der Mörder schon. Und er wird nicht aufgeben, bis er die Zeugin erledigt hat, dessen ist sich Alexa sicher.
Ich bin eigentlich nicht unbedingt Fan von Kurzgeschichten, egal welcher Gattung. Aber dieser Kurzthriller hat es in sich. Natürlich kann man keine hoch komplexe Handlung erwarten. Aber wie viel Spannung auf diesen wenigen Seiten liegt, hat mich positiv überrascht. Ich habe praktisch eine Stunde lang den Atem angehalten, während ich an Alexas Seite durchs Unterholz geprescht bin. Die Verfolgungsjagd wird so plastisch und drastisch beschrieben, dass quasi ein Film vor dem inneren Auge abläuft.
Und es gibt nicht nur am Ende eine überraschende Wendung, sondern auch schon vorher die ein oder andere. Mir war das Ganze nur etwas zu unrealistisch-reißerisch, aber als kleines Lesehäppchen zwischendurch durchaus zu empfehlen.
★★★★☆
Oliver Moros - Rosenblut
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Spannender Kurzthriller
Inhalt:
Der jungen, aber äußerst erfolgreichen Kriminalkommissarin Helene Edel kommt sofort ein Ritualmord in den Sinn, als sie die Leiche der Studentin Christina sieht. Schon bald wird wieder eine junge Frau ermordet - der Modus operandi passt. Widerwillig besucht Helene Edel den Psychologen Felix Stein im Gefängnis, wo er wegen Mordes an seiner Verlobten einsitzt. Er ist eine Koryphäe …
Meine Meinung:
„Rosenblut“ ist der kurze Auftaktband zu einer bisher 15-bändigen Reihe von Oliver Moros (2 weitere Bände in Planung).
„Oliver Moros ist das Pseudonym eines Autorenduos, bestehend aus dem Bestsellerautor L.C. Frey und einem Berliner Autor aus dem beruflichen Umfeld von Straftätern und den verschiedensten Aspekten psychischer Störungen.“ (Quelle: amazon.de)
Dass einer der Autoren beruflich mit psychischen Störungen zu tun hat, lässt sich beim Lesen gut erkennen. Gerade die diesbezüglichen Aspekte wirken gut fundiert und glaubwürdig.
Der Thriller lässt sich in kürzester Zeit lesen. Man möchte ihn auch gar nicht aus der Hand legen, weil er wirklich richtig spannend ist. Einiges kommt völlig überraschend, aber einiges ist auch vorhersehbar. Mit ein paar Seiten mehr hätte man hier die Handlung noch etwas undurchsichtiger ausbauen können. Für einen ersten Eindruck von der Reihe ist es aber wirklich gut gelungen. Und die weiteren Bände haben dann auch etwa doppelt so viele Seiten.
★★★★☆
Nicola Förg - Wütende Wölfe
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Beginnt langsam, dreht dann aber auf
Inhalt:
Irmi Mangold brauchte einfach mal eine Pause von ihrem Job, von ihrem gewohnten Leben. In einem Sabbatical arbeitet sie zusammen mit der ehemaligen Landrätin Luise und dem Wissenschaftler Tobi auf einer Alm. Die Arbeit ist hart, aber die Natur entschädigt für vieles - bis die Kühe eine Wanderin fast zu Tode trampeln und ein Mann in einer Wolfsfalle stirbt. Da kann Irmi nicht aus ihrer Haut und muss einfach zusammen mit den Kolleg*innen in Garmisch ermitteln.
Meine Meinung:
„Wütende Wölfe“ ist bereits Band 10 der Reihe um die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl, die in Garmisch-Partenkirchen zu Hause sind. Für mich war es der erste Band dieser Reihe. Man kann ihn ganz problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.
Wie der Titel schon vermuten lässt, sind Wölfe und ihre Wiederansiedlung in diesem Kriminalroman ein Thema. Dieses wird mehr oder weniger objektiv dargestellt. Allerdings waren es mir für einen Roman dann sogar etwas zu viele Zahlen und Fakten. So empfand ich den Anfang des Buches als etwas zu trocken und langsam. Auch das Kennenlernen von Irmi, Luise und Tobi hätte gerne etwas kürzer ausfallen dürfen.
Doch mit dem ersten Toten kommt dann auch richtig Spannung auf. Von da an konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung lädt zum Miträtseln ein und ist einigermaßen komplex. Man kann wirklich nicht leicht erahnen, wie alles zusammenhängt und wer hinter den Unglücken steckt. Immer wieder gibt es neue überraschende Infos für die Leserschaft, die Stück für Stück zur Aufklärung führen. Am Ende bleiben keine Fragen offen und alles ist logisch enthüllt.
★★★★☆
Viel zu verworren
Inhalt:
Familie Hardcastle hat zu einem Ball nach Blackheath geladen. Der Abend endet in einer Katastrophe, den die Tochter des Hauses, Evelyn kommt zu Tode. Aiden Bishop soll den Mord aufklären. Dazu wacht er immer wieder in einem anderen Körper auf und erlebt denselben Tag mit anderen Augen.
Meine Meinung:
Ich bin wirklich froh, dass dies nicht das erste Buch von Stuart Turton war, das ich gelesen habe. Denn sonst hätte ich garantiert kein weiteres in die Hand genommen, was sehr schade gewesen wäre, denn die später erschienen haben mir durchaus gut gefallen.
Die Idee dieses Romans ist zwar nicht schlecht, aber die Umsetzung konnte mich gar nicht begeistern. Die Handlung ist viel zu verworren, um ihr entspannt folgen zu können.
Dadurch dass immer wieder derselbe Tag beschrieben ist mit denselben Ereignissen, nur eben aus einer anderen Perspektive, kommt schnell Langeweile auf und es zieht sich wie Kaugummi. Erst im letzten Drittel (von immerhin gut 600 Seiten) werden immer mehr Geheimnisse aufgedeckt und es kommt Spannung auf.
Mehr als einmal war ich kurz davor abzubrechen. Ich habe mich zum Durchhalten gezwungen, aber jetzt bin ich froh, dass ich es geschafft habe.
★★☆☆☆
Zwei Kriminalfälle und jede Menge Einzelkämpfer
Inhalt:
Polizist Bernhard Krammer wird auf österreichischer Seite zu einem seltsamen Fund in einer Baugrube gerufen: In einem präparierten Dachs ist Babykleidung versteckt. Ob dies auf ein Verbrechen hinweist, muss Krammer erst herausfinden.
Auf deutscher Seite erholt sich Krammers Tochter Alexa von einer Schussverletzung, als ihr ehemaliger Kollege Jan sie aufsucht. Sie beide haben wohl vor einiger Zeit den Falschen gefasst. Es gibt neue Hinweise, und so machen sich Alexa im Krankenstand und Jan im Urlaub auf ins Gebirge, um den Richtigen zu finden.
Meine Meinung:
Ich kenne die beiden vorherigen Bände leider nicht, und so hatte ich des Öfteren das Gefühl, dass mir Infos fehlten. Die früheren Fälle sind anscheinend zum Teil noch nicht abgeschlossen und spielen auch hier in den 3. Fall hinein, der dann übrigens auch wieder mit einem Cliffhanger endet und nicht ganz abgeschlossen ist.
Zunächst empfand ich das Buch als recht spannend und locker geschrieben. Mein Kopfkino sprang sofort an. Das liebe ich. Leider war ich dann aber bald enttäuscht, als ich merkte, dass ich hier zwei komplett unabhängige Kriminalfälle vor mir habe, in denen parallel ermittelt wird - Krammer in Österreich, Alexa in Deutschland. Wo ist hier das angekündigte „Ermittlerteam Bernhard Krammer und Alexa Jahn“? Zudem gab es auch speziell im Mittelteil dann doch einige Längen, wo beide Stories auf der Stelle traten. Erst gegen Ende wurde es dann wieder richtig spannend, allerdings auch nur, weil sich die Ermittler selten dämlich anstellen und absolut unverantwortlich handeln.
So war dieser Band für mich leider kein guter Einstieg in die Reihe.
Die Reihe:
1. Der Tod in ihren Augen
2. Ihr Schrei in der Nacht
3. In der Stille des Waldes
4. In den Tiefen der Schuld
5. Ihre Spur in den Flammen
6. Ihr Grab in den Fluten (ET Januar 2026)
★★★☆☆
Irving steht auch bei mir an erster Stelle, wenn es um Lieblingsautoren geht, aber "Der letzte Sessellift" war echt nichts. Ich habe mich durch die ganzen öden 1088 Seiten gequält.
Das Buch war als "Irvings letzter langer Roman" bezeichnet. "Queen Esther" hat ja nur 416 Seiten, ist also eher kurz für einen Irving ![]()
Sophie Bonnet - Provenzalische Schuld
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Kulinarische und spannende Unterhaltung
Inhalt:
Pierre Durand und seine Freundin Charlotte haben ein paar Tage Urlaub geplant, doch dann kommt alles ganz anders. Nanette, die Frau des Bürgermeisters Arnaud Rozier, ist nach einem Streit mit ihrem Mann verschwunden. Als man Rozier verdächtigt, ihr etwas angetan zu haben, bittet er Pierre verzweifelt, Nanette zu finden. Pierres Ermittlungen führen ihn in die Haute Provence, wo er dummerweise keine Befugnisse hat. Doch es liegt der Verdacht nahe, dass Nanettes Verschwinden mit den kürzlich dort geschehenen Morden an zwei Frauen zusammenhängt, und Pierre lässt sich das Ermitteln natürlich nicht nehmen.
Meine Meinung:
Dies ist Band 5 der Reihe um Pierre Durand, man braucht aber keine Vorkenntnisse. Zwar spielt das Privatleben des Polizisten eine große Rolle und entwickelt sich über die Bände natürlich weiter, aber alles, was man wissen muss, wird noch einmal wiederholt.
Zwischen den vielen Problemen in Liebesdingen und den verschiedenen provenzalischen Gerichten (Rezepte im Anhang) kommt der Kriminalfall zunächst fast ein bisschen zu kurz. Doch dann nehmen die Ermittlungen Fahrt auf, die Rückkehr der Wölfe wird ebenso thematisiert wie die Selbstbestimmung der Frau, und die Handlung kommt richtig gut voran. Die Spannung wird immer mehr gesteigert und erreicht kurz vor dem Ende ihren Höhepunkt.
Das Buch ist weder sprachlich noch inhaltlich außergewöhnlich, lässt sich aber gut lesen und sorgt für ein paar Stunden angenehme Unterhaltung mit etwas Urlaubsfeeling.
Die Reihe:
1. Provenzalische Verwicklungen
2. Provenzalische Geheimnisse
3. Provenzalische Intrige
4. Provenzalisches Feuer
5. Provenzalische Schuld
6. Provenzalischer Rosenkrieg
7. Provenzalischer Stolz
8. Provenzalischer Sturm
9. Provenzalische Täuschung
10. Provenzalische Flut
11. Provenzalisches Licht
★★★★☆