Michael Blume - Verschwörungsmythen

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 1.049 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

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    Das Cover des Buches ist ausgezeichnet gemacht, die Augen in (fast) 3D-Optik und die Farbgebung, die hier am Bildschirm nicht ansatzweise dem Original entspricht.

    Die Schwachstellen von Verschwörungsmythen will der Autor hier aufdecken und die Ursachen für diese darlegen. Dies gelingt dem Autor, der im übrigen Religionswissenschaftler ist, allerdings nicht. Denn der Klappentext verspricht mehr als der Autor halten kann. Denn dieser geht zwar den Ursachen nach, aber eben aus der Sicht eines Religionswissenschaftlers. Daher geht es auch nicht um Verschwörungstheorien im Ganzen, sondern hauptsächlich über Antisemitismus (und ein bisschen IS). Doch nicht alle "Verschwörungen" basieren auf diesem Thema, ja nur ein Bruchteil.

    Zudem predigt er, dass es "Verschwörungsmythen" sind und keine "Verschwörungstheorien", denn es gebe ja keine Beweise, Indizien oder physische Anhaltspunkte für solches. Dem kann ich nur widersprechen, denn bei vielen "Verschwörungstheorien" gibt es mehr Indizien dafür, als dagegen. Und ich glaube nicht an viele Verschwörungstheorien. Und wenn dann ein Religionswissenschaftler mit der Bibel als "Nachweis" fungiert, kann ich nur fragen, wo sind die Beweise für den Wahrheitsgehalt der Bibel?

    So macht der Autor genau das, was er den "Verschwörungstheoretikern" vorwirft bzw. ihnen allgemein vorgeworfen wird - nur Teilaspekte zu sehen.

    Das Buch ist verständlich geschrieben und hat auch interessante Stellen, die aber definitiv das Thema verfehlen.

    Der Quellennachweis ist ausführlich und gut gestaltet; das Schriftbild sehr groß, wie bei einem Kinderbuch.

    Fazit: Leider das Thema verfehlt - der Titel und der Klappentext hätte sich eher auf den Antisemitismus beziehen sollen. Daher war es eine Enttäuschung. 2,5 von 5 Sternen.

  • Finde ich spannend, das Du finest das er das Thema verfehlt hat. Finde ich nämlich nicht.

    Übrigens schreibt hier Blume auch deshalb über den Antisemitismus, weil er Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden Württemberg ist, das hat sicher auch seinen Blickwinkel beeinflusst.


    Gibt mir aber gerne erstmal Argumente, weshalb Du findest, das Verschwörungsmythen nicht mehr als das sind?


    Weshalb diese übrigens für die Religionswissenschaft interessant sind, hat auch damit zu tun, das Religionswissenschaft sich nicht mit dem Wahrheitsgehalt von Religion(en) beschäftigt, sondern letztendlich mit Diskursen, rund um Relgion(en), aber auch mit Phänomenen die Religionsanalog funktionieren. Z.B. Verschwörungsmythen, die wiederum Identitätsstiftend für bestimmte Gruppen funktionieren.

  • Finde ich spannend, das Du finest das er das Thema verfehlt hat. Finde ich nämlich nicht.

    Übrigens schreibt hier Blume auch deshalb über den Antisemitismus, weil er Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden Württemberg ist, das hat sicher auch seinen Blickwinkel beeinflusst.

    Das mit dem Antisemitismusbeauftragten war mir klar, das wusste ich. Genauso, dass er Religionswissenschaftler ist. ABer deshalb hat nicht jede Verschwörungstheorie etwas damit zu tun. Beispiele: Mondlandung, Lady Di, Kennedy, 9/11, ...

    Und darum hätte ich mir in dem Buch einfach was anderes gewünscht. Das Buch hätte ja dicker sein können, dann hätte man beides gut einbringen können.


    EDIT: Zitat und Text auseinanderklamüsert. LG, Saltanah

  • Verschwörungsmythen sind immer auch Identitätsstiftend im Kern, egal ob das offensichtlich ist oder nicht. Identitätsstiftend heißt manchmal auch einfach nur, in Abgrenzung zu einer anderen Meinung zu stehen.


    Ich denke Blume ging es in seinem Buch auch vor allem darum, aufzuzeigen, das das bestimmte Verschwörungsmythen dazu benutzt werden (können), um eben Antisemitismus und Rassismus zu zementieren. Sein Konzept lässt sich dabei meiner Meinung nach sehr wohl auf deine Beispiele übertragen.

    Aber so richtig hast Du meine Frage eigentlich nicht beantwortet. Weshalb findest Du, das deine Beispiele nichts damit zu tun haben? :)

  • Verschwörungsmythen sind immer auch Identitätsstiftend im Kern, egal ob das offensichtlich ist oder nicht. Identitätsstiftend heißt manchmal auch einfach nur, in Abgrenzung zu einer anderen Meinung zu stehen.


    Ich denke Blume ging es in seinem Buch auch vor allem darum, aufzuzeigen, das das bestimmte Verschwörungsmythen dazu benutzt werden (können), um eben Antisemitismus und Rassismus zu zementieren. Sein Konzept lässt sich dabei meiner Meinung nach sehr wohl auf deine Beispiele übertragen.

    Aber so richtig hast Du meine Frage eigentlich nicht beantwortet. Weshalb findest Du, das deine Beispiele nichts damit zu tun haben? :)

    Ja irgendwie hat alles mit allem zu tun - aber dies ist ja auch schon eine Verschwörungstheorie