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  1. Literaturschock - Bücherforum
  2. Igela

Beiträge von Igela

  • Michael Tsokos - Mit kalter Hand

    • Igela
    • 1. Oktober 2025 um 17:15

    Wie ein Lehrbuch der Rechtsmedizin!

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    Die rechtsmedizinische Abteilung des BKA Berlin bekommt einen noch nie dagewesenen Auftrag auf den Tisch. Die Einheit für Extremdelikte muss einen Fall aufklären, in dem der Täter Pferde tötet.

    Der Leiter des rechtsmedizinischen Institutes, Paul Herzfeld, und seine Stellvertreterin Doktor Sabine Yao unterstützen Profiler Milan Hasanovic.

    Gleichzeitig wird von einer Spaziergängerin und ihrem Hund ein menschlicher Fuss in einem Wald entdeckt. Zudem wird in Charlottenburg ein Mann aufgehängt in seiner Wohnung aufgefunden.


    Dieser Band beginnt kurz nach den Ereignissen des vorderen Bandes "Mit kaltem Kalkül" und ist in Sachen Spannung leider eher mau. Schon den vorderen Band fand ich wenig fesselnd und spannend. Bedauerlicherweise kann ich auch hier nicht von spannenden Lesestunden sprechen.

    Die Geschichte startet zwar relativ Thriller gerecht mit dem Fund eines toten Mannes in seinem Wohnzimmer. Dabei wird aber der Tatort so akribisch beschrieben, dass ich zwischenzeitlich den Faden verloren habe. Es wimmelt nur so von Beschreibungen von Seilwinden, Knoten, Handschellen und Schlaufen und das über mehrere Seiten. Langatmiger geht nimmer, habe ich mir gedacht.

    Da habe ich mich getäuscht.

    Es wird noch schleppender. Viele Fallberichte der Rechtsmedizin mit Ausdrücken wie " positioneller Asphyxie" oder Zuckerstoffwechselentgleisung" muten einem Lehrbuch der Rechtsmedizin an. Der Autor, der selbst Rechtsmediziner ist, vergisst komplett seine Leser, die nicht auf jeder Seite mehrere Ausdrücke per Google erfragen wollen. Es wird sehr spezifisch und ich habe oft die beschriebenen Autopsien grob überlesen.

    Irgendwann geht es nach dem Einstieg nur noch um die Pferdemorde. Wenig glaubhaft war für mich, dass fundierte und best ausgebildete Leute vom BKA, hoch dotierte Rechtsmediziner und Profiler in der sogenannten Soko Ross die Taten an Pferden ermitteln. Zumal Doktor Sabine Yao offenherzig darauf hinweist, dass sie von der rechtsmedizinischen Untersuchung an Tieren keine Ahnung hat.

    Nebenbei läuft zwar noch ein Fund eines menschlichen Fusses, der untersucht und ermittelt werden muss. Das brachte dann doch noch ein wenig Krimigefühle ins Spiel. Leider zu wenig, damit ich hier eine positive Sternenvergabe machen kann.

    Einen allfälligen nächsten Band aus dem Autopsie-Saal mit Sabine Yao in der Hauptrolle werde ich mir sparen.

    2ratten

  • Linus Geschke - Der Trailer

    • Igela
    • 29. September 2025 um 16:36

    Guter Auftakt!

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    Ein paar Nächte auf dem Campingplatz Dinkerbloem in Melmedy scheinen Lisa Martin ein guter Plan zu sein. Die 21-Jährige ist auf der Durchreise in den Ardennen und checkt an einem Freitagabend ein. Das war 2011!

    Heute gilt die Touristin als ungelöster Vermisstenfall, denn sie verschwand spurlos. Nun, 15 Jahre später, stellt Kommissarin Frieda Stahnkeden ungelösten Fall in den Mittelpunkt ihres True-Crime-Podcasts. Friedas Plan geht auf, denn ein damaliger Zeuge, der sich damals nicht geäussert hat, ruft sie an. Wout Meertens hat keinerlei Interesse mit der Polizei zusammenzuarbeiten, denn schliesslich nimmt er es mit dem Gesetz nicht immer so genau. Er willigt jedoch ein, zu erzählen, was er weiss.

    Der Start in die Geschichte ist geheimnisvoll und verstörend. Lisa Martin, die spätere Vermisste, erlebt die erste Nacht auf dem Campingplatz in den Ardennen und hat Todesangst. Wovor, bleibt noch offen und wird häppchenweise in der Geschichte offenbart.

    Damit hatte mich der Autor am Wickel und ich wollte unbedingt wissen, was die junge Frau so in Angst und Schrecken versetzt hat. Das benötigt allerdings einen breiten Blick, denn die Struktur der Geschichte ist breit gefächert. Ich empfand es als eine Herausforderung den Fokus auf die Entführungssache nicht zu verlieren. Es gibt mehrere Erzählstränge mit etlichen Figuren, die zuerst nicht viel miteinander zu tun haben.

    Da ist natürlich Kommissarin Frieda Stahnke, die gerade von der Kripo Hamburg suspendiert wurde. Diese Freistellung ist ein fester Bestandteil ihrer Einführung und spielt im weiteren Geschehen ab und zu eine untergeordnete Rolle. Sicher ist, dass die Kommissarin damit Zeit hat, ohne Druck zu ermitteln.

    Eine weitere Hauptrolle hat der Kleinkriminelle Wout Meertens inne. Er ist arrogant und hat ein Frauenbild, das mich oft rasend gemacht hat. Ihm zur Seite steht Tayfun, der als Boxer auch gleich die Beschützerrolle einnimmt. Die Dialoge zwischen den beiden Buddys fand ich witzig.

    Kathinka, Freelancerin und Wouts Untermieterin, macht das Trio komplett. Bei Kathinkas Figur bin ich einmal gestolpert, denn eine Nebenfigur heisst Katharina. So viele Frauennamen gibt es, aber der Autor wählt zwei ähnliche: Katharina und Kathinka.

    Dieser Band ist der Auftakt einer Trilogie. Da die Sache rund um Lisa Martin abgeschlossen wurde, frage ich mich, was denn da noch alles kommt von diesem Horror-Campingplatz. Gespannt bin ich allemal!

    4ratten

  • Ingrid Noll

    • Igela
    • 29. September 2025 um 14:54

    Ich kenne zwei Bücher von Ingrid Noll. Tea Time und Gruss aus der Küche. Und beide haben mir nur so semi gefallen. Nun habe ich mit der Autorin vorläufig abgeschlossen...

  • Jan Costin Wagner - Eden

    • Igela
    • 27. September 2025 um 14:12

    Hat mich berührt!

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    Nach dem Konzert, das Sängerin Ariana La Vaga vor ausverkauftem Haus gibt, explodiert im Eingangsbereich der Stuttgart Arena ein Sprengsatz. Unter den Toten ist auch Sofie Stenger, die das Konzertticket von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte.

    Am 22 Mai um 22.47 Uhr geht die Welt für Kerstin und Markus unter, denn ihr einziges Kind, die 12-jährige Sofie stirbt. Unter die Traurigkeit mischt sich auch Entsetzen. Denn ihr Unglück, der Verlust der geliebten Tochter, wird politisch ausgeschlachtet. Markus nimmt Kontakt mit der Familie des Täters auf, da die positive Lebenseinstellung ein grosses Merkmal von Sofie war.


    Jan Costin Wagner hat mich mit seinem Roman "Eden" berührt.

    Bis ins Innerste!

    Der Verlust ihrer Tochter und die Tragödie erschüttern Markus und Kerstin, Sofies Eltern. Ihnen wird auch die Zukunft mit ihrem einzigen Kind geraubt. Auf einen Schlag ist da nichts mehr, nur noch Leere. Erinnerungen an den lebenslustigen Teenager ist alles, was zurückbleibt. Sofie ist 12 Jahre alt, als sie getötet wird.

    Aus der Sicht der verschiedensten Figuren liest man, wie sich das Leben weiterentwickelt nach dem Anschlag. Vater Markus kommt zu Wort, Mutter Kerstin, Sofies Tante Isabel und ihre Cousine Lotte, die auch am Konzert waren und Tobias, ein Freund von Sofie. Und auch der Selbstmordattentäter bekommt seine Kapitel. Seine Gedanken mit krudem Stolz erzählt, konnte ich fast nicht ertragen.

    Obwohl der Unglücksabend nur vage angedeutet wird, kann man sich ausmalen, was geschehen ist. Ich hatte Gänsehaut und es hat mich betroffen gemacht. Natürlich auch mit dem Wissen im Hinterkopf, dass genau solche Anschläge in der realen Welt geschehen. Immer wieder!

    Der Schreibstil empfand ich als stakkatoartig, jedoch ausdrucksstark. Kurz und bündig erzählt der Autor, was geschieht. Gefühle werden eher nüchtern beschrieben. Und trotzdem liest man zwischen den Zeilen, wie gross die Trauer und Verzweiflung ist.

    Sehr gut ausgearbeitet hat der Autor die unterschiedlichen Arten und Ebenen des Trauerprozesses. Markus zum Beispiel geht an die Öffentlichkeit. Er nimmt Kontakt zu der Familie des Attentäters auf und versucht mit seiner ganz eigenen Auffassung den Tod der geliebten Tochter zu verarbeiten. Für Kerstin hingegen ist die Wut ein Ventil. Wut, die sich gegen ihren Mann richtet, der die Überraschung, den Konzertbesuch für Sofie organisiert hat. Die Geschichte zeigt deutlich, wie unterschiedlich Trauerprozesse verlaufen und wie jeder Mensch anders trauert.

    5ratten

    :tipp:

  • Hakan Nesser - Eines jungen Mannes Reise in die Nacht

    • Igela
    • 26. September 2025 um 17:41

    Nachvollziehbare Ermittlungen!

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    Allan Fremling ist Sportlehrer an der Kvarnbo-Schule in Kymlinge und hält sich als ehemaliger Mehrkämpfer an einen strengen Ernährungsplan. Die Pizzabestellung, die er spätnachts tätigt, ist gegen seine Gewohnheiten. Noch bevor Allen Fremling die bestellte Pizza essen kann, ist er tot.

    Kommissar Lars Borgsen, der als Erster am Tatort ist, übernimmt die Leitung in dem Fall, der sich als Mord herausstellt.

    Eine zweite Tat ruft aber dann Kommissar Gunnar Barbarotti und seine Partnerin Eva Backmann auf den Plan. Wo ist die Verbindung der Morde?


    Dieses Buch ist ja schon der neunte Band der Barbarotti Reihe von Hakan Nesser. Ich bin der lebende Beweis, dass man nicht alle Bände kennen muss, um folgen zu können. Vorwissen ist meiner Meinung nach nicht nötig.

    Wieder, wie auch schon bei Band acht, steht auf dem Cover "Roman". Erneut finde ich, dieses Buch sollte als Krimi deklariert werden. Denn wir bekommen es nicht nur mit Mord und Totschlag zu tun, sondern ein Ermittlungsteam macht das, was in Krimis getan wird: es ermittelt.

    Hakan Nesser präsentiert seinen Lesern detailliert den Täter. Tatsächlich wird auf etlichen Seiten eine Art Charakterstudie betrieben, die psychologisch greift und ausgereift ist. Kapitel 8 bis 11 sind ausschliesslich dem Täter gewidmet.

    Ist ein Krimi, in dem den Lesern der Täter von Beginn weg bekannt ist, weniger spannend? Ich finde nicht, denn so kann man die Ermittlungen noch besser nachvollziehen und es macht einfach Spass den Ermittlern zuzulesen. Oft entwickelt sich durch das Wissen, das man Barbarotti und Co voraus hat, einen ganz besonderen Reiz. Vor allem, wenn die Polizei dem Täter sehr nahe kommt ...ohne es zu ahnen.

    Mich hat der Autor einmal mehr abholen können. Er versteht es hervorragend die Spannung zu halten. Auch wenn die Handlung sich oft etliche Seiten lang nur einer Figur widmet und die Ermittlungen dadurch hinten anstehen müssen. Hakan Nesser entführt zum Beispiel seine Leser in eine ausführliche Einführung des Kriminalbeamten Lars Borgsen, der jedoch in der folgenden Handlung eher zur Nebenfigur wird.

    Die Protagonisten bekommen sehr viele Buchseiten, das ergibt oft Geschichten in der Geschichte. Stets schafft Nesser einen Bezug zur Haupthandlung, manchmal mit einer verblüffenden Verbindung. Die Geschichte wird chronologisch geführt, zeitlich von Mitte Mai bis Ende August, was wohltuend ist neben den etlichen Nebengeschichten.

    Nesser lässt ab und zu seine persönliche Meinung zu den Herrschern unserer (realen) Welt einfliessen. Da bekommt so mancher Politiker sein Fett weg. Sehr ironisch und mit Recht sehr kritisch geht Nesser auf diese mächtigen Männer der heutigen Welt ein.

    5ratten

  • Schweizer Buchpreis 2025

    • Igela
    • 25. September 2025 um 08:04

    Ich denke Lazar gewinnt!

  • Lisa Kirsch - Querbeet ins Glück

    • Igela
    • 21. September 2025 um 14:04

    Zwischen Garten und Karriere!

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    Maddie ist überglücklich eine Hauptrolle als Musicaldarstellerin erobert zu haben. Dazu lebt sie seit einiger Zeit in Berlin - Neukölln und fühlt sich ganz schön einsam. Als sich ihre Vermieterin verletzt und nicht mehr um ihren Garten kümmern kann, springt Maddie ein. Die junge Frau verspricht das Grundstück in der städtischen Kleingartenkolonie zu versorgen. Maddie ist begeistert wie locker die Gartenfreunde miteinander umgehen und findet nicht nur in der Gartengemeinschaft Freunde, sondern auch Freude an der Gartenarbeit. Einzig Mo, der mit seinem kleinen Sohn Elvis auch ein Grundstück bewirtschaftet, kann sie nicht recht einschätzen. Mehr und mehr nimmt der Garten und die Gemeinschaft dort ihre Zeit in Anspruch. Zeit, die Maddie nicht hat, denn ihre Karriere muss vorgehen.


    Ich habe mich hervorragend unterhalten mit Maddie und der Gartengemeinschaft dort mitten in Berlin. Gartenarbeiten und Hühnerpflege, Freundschaft und der Spagat zwischen dem fordernden Beruf als Musicaldarstellerin und dem Glück mit den Händen in frischer Erde zu graben, lassen in Maddie die verschiedensten Gefühle aufleben. Eine Prise Liebe würzt die Geschichte zusätzlich.

    Die Figur Maddie ist sehr authentisch und man bekommt als Leser ihre Gefühle, Zweifel und Glücksmomente hautnah mit. Da die Autorin Maddie in Ich Perspektive erzählen lässt, kommt einem die Protagonisten sehr nah. Maddie muss immerzu abwägen, was ihr wichtig ist, wem und was sie wieviel Platz in ihrem Leben und ihrem Herzen einräumt.

    Ich bin absolut kein Gartenprofi, mag jedoch die Arbeiten darin. Humorvoll und oft mit einem Augenzwinkern beschreibt Lisa Kirsch das Gärtnern abwechslungsreich und unterhaltsam. Ich habe vieles erfahren, dass ich nicht wusste.

    Auch Themen wie Artenschutz und biologische Vielfalt bekommen Platz. Die Gartenkolonie wird nach einem überzeugendem Konzept geführt und die ökologische Seite der Gartenarbeit ist wichtig. Ohne Pestizide und künstlichem Dünger nimmt man halt in Kauf, dass der Blumenkohl kleiner ist als im Laden.

    Lisa Kirsch hat auch ernstere Themen eingeflochten und dies tiefgründig. Ich habe mich nicht nur bestens unterhalten mit "Querbeet ins Glück", sondern wurde auch emotional angesprochen mit den Figuren aus der Gartenkolonie mit ihren eigenen kleinen und grossen Sorgen.

    5ratten

  • Alexandra Benedict - Mord im Christmas Express

    • Igela
    • 18. September 2025 um 11:26

    ...kein Vergleich...

    Obwohl überall im Land starke Schneefälle gemeldet werden, fährt der Nachtzug von London nach Fort William.

    Mit zwei Stunden Verspätung reisen achtzehn Passagiere und das Zugpersonal durch die Highlands. Mit an Bord ist Rosalind Parker, frühpensionierte Detective Sergeant. Sie ist auf dem Weg, um ihrer Tochter bei der Geburt des Enkelkindes beizustehen. Was als private Reise gedacht war, wandelt sich für Rosalind "Roz" Parker zu einer beruflichen Aufgabe. Schon am ersten Abend ist eine Mitreisende tot und Roz muss unbedingt den Mörder ausfindig machen, bevor noch eine weitere Straftat geschieht.


    Es dauert und dauert, bis ein Mord geschieht. Bis da liegt der Fokus vor allem auf der toxischen Beziehung zwischen dem Promipaar, das ebenfalls im Nachtzug mitfährt. Auch das Leben im Zug bekommt viel Raum. Seltsamerweise feiern die Anwesenden eine Party mit Ratespielen und Musik im Bistro des Zuges. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der im Nachtzug in einem Zweier oder Familienabteil unterwegs ist, sich abends mit seinen Mitreisenden bei Spiel, Alkohol und Musik vergnügt. Das empfand ich dann schon weit hergeholt.

    Der Vergleich mit "Mord im Orientexpress", der auf dem Klappentext angedeutet wird, hinkt. Bei weitem kommt "Mord im Christmas Express" nicht an das berühmte Werk von Agatha Christie heran. Dazu ist die Ermittlerin zu wenig charismatisch und die Ermittlungen zu wenig clever.

    Das Cover soll jedoch genau das suggerieren und wurde auf "alt" getrimmt. Da in der Geschichte eine Influencerin, sowie Handys eine wichtige Rolle spielen, passt das Cover meiner Meinung nach nicht zum Inhalt. Die kriminellen Energien sind die der Gegenwart. Misshandlung ist ein zentrales Thema und wird detailliert beschrieben.

    "Ein Weihnachtskrimi, wie Agatha Christie in heute schreiben würde. Spannend, skurril und zeitgemäss". Mit diesem Zusatz wurde das Buch vermarktet. Dass wir damit weit von Agatha Christie weg sind, habe ich ja schon ausgeführt. Spannend war es, vor allem, als der ersten Leiche noch andere folgten. Skurril? Etwas seltsam war die Auflösung und vor allem sehr konstruiert. Nur das Wort zeitgemäss trifft voll ins Schwarze, denn von Instagram und Tiktok, mit Influencern oder Followern, fand man die Kanäle der Gegenwart.

    Die Geschichte von Alexandra Benedict ist ein solider Krimi, der vor Weihnachten handelt und unterhaltsam ist.

  • Haylen Beck - Ohne Spur

    • Igela
    • 15. September 2025 um 16:21

    ...und weg sind sie...

    Audra Kinnley hat genug von ihrem kontrollsüchtigen und gewalttätigen Ehemann Patrick. Sie lädt ihre Kinder, den 10-jährigen Sean und die 6 Jahre alte Louise, ins Auto und flieht von ihrem Wohnort New York nach Arizona.

    In Silver Water wird die kleine Familie von der Polizei angehalten. Ihr Kofferraum wird kontrolliert und Audra wegen Drogenbesitz festgenommen. Sean und Louise werden von einer Polizeibeamtin abgeholt und verschwinden spurlos. Der örtliche Sheriff behauptet, Audra sei alleine im Auto gewesen und habe ihre Kinder nicht dabeigehabt. Audra wird verhaftet, da sie verdächtigt wird ihre Kinder umgebracht zu haben.


    Die Autorin Ruth Ware verspricht auf dem Klappentext "unerträgliche Spannung". Die Geschichte rund um Audra und ihre Kinder ist zwar fesselnd, aber nicht so, dass es unerträglich spannend wird. Dazu war dieser Psychothriller zu vorhersehbar. Man weiss zum Beispiel von Beginn weg, wer die Guten und wer die Bösen sind und was mit den Kindern geschehen ist. Die Figuren bewegten sich in den eng gesteckten Grenzen ihrer Charakterisierung.

    Noch besser hätte mir gefallen, wenn die Frage und die Unsicherheit nach dem Verbleib von Sean und Louise bei deren Mutter ausgeprägter ausgearbeitet worden wäre. Das hätte doch noch eine Spur Spannung mehr ergeben. So sieht man als Leser einfach zu bis sich die Figuren zu der Auflösung bewegen, von der man durch das ganze Buch weiss, wie sie aussehen wird.

    Vor allem die Rückblicke auf Audras Vergangenheit sind Psychothriller pur. Ihr Mann Patrick hat ein schwerwiegendes psychisches Problem und das lässt er an seiner Frau aus.

    Audra finde ich überzeugend. Sie auf der Flucht mit zwei Kindern, die plötzlich nicht mehr da sind. Verständlich, dass sie fast durchdreht. Ihre Verzweiflung ist hervorragend geschrieben.

    "Ohne Spur" ist der Debütroman von Stuart Nevilles, der unter dem Pseudonym Haylen Beck schreibt. Ich habe vom Autor schon "Lost you" gelesen, das mir eine Spur besser gefallen hatte.

    Dieser Thriller rüttelt stark an den Gefühlen seiner Leser. Ich war zum Beispiel empört über die Ungerechtigkeit, der Audra ausgesetzt ist. Aber auch geschockt über das schonungslose Geschäft der Bösen.

    4ratten

  • Isabel Bogdan - Der Pfau

    • Igela
    • 13. September 2025 um 17:42

    Wenn der Pfau blau sieht...

    Ein verlängertes Wochenende in den schottischen Highlands: Die als Teambuildings Massnahme geplanten Tage bringen einer Gruppe Bankern aus London mehr Zwist als Zusammenhalt.

    Die Gruppe aus dem Management einer Privatbank hat sich auf dem Anwesen von Lord und Lady McIntosh eingemietet.

    Auf dem Grundstück leben auch die freiheitsliebenden Pfaue und einer davon fühlt sich von der Farbe Blau magisch angezogen. So sehr, dass er aggressiv wird.


    Isabel Bogdan mag wohl keine direkte Rede und so hat sie die Geschichte wie eine Erzählung gestaltet. Das minimiert automatisch die Gefühle der Figuren und damit werden sie auf Distanz zum Leser gesetzt.

    Teilweise blitzen heitere und humorvolle, fast sarkastische Details hervor. Diese haben mich oft schmunzeln lassen. Doch um "ein kolossales Vergnügen" wie auf der Rückseite des Buches angekündigt, handelt es sich nicht. Vielleicht ist aber auch mein Humor anders. Ironie hingegen habe ich gefunden. Wenn ich nur daran denke, wie die Teambuilding Massnahme der Gruppe von der Autorin kommentiert wird.

    Teamentwicklung, Zusammenhalt und Gemeinschaftsarbeit an eigentlich freien Wochenenden, wird hier fast humoristisch dargestellt. Das an freien Tagen, an denen man anderes zu tun hätte oder machen möchte, als mit denselben Leuten zusammen zu sitzen, mit denen man schon die ganze Woche zwangshalber verbringt.

    Die angeheuerte Dame, die als Teambuildings-Coach arbeitet, versucht mit allerlei Kindergartenprogramm die Gruppe zu vereinen. Die Teilnehmer sind mehr oder weniger engagiert bei der Sache. Schön hätte ich es gefunden, wenn ihre Persönlichkeiten etwas prägnanter ausgearbeitet worden wären. Aber eben, vielleicht ist das auch dem eher sachlichen Schreibstil geschuldet.

    Die Verkettung verschiedener Ereignisse, in denen fast immer der zuerst verrückt gewordene Pfau mitmischt, ist vergnüglich zu lesen. Es kommt eines zum anderen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

    4ratten

  • Kelly Mullen - Die Einladung. Mord nur für geladene Gäste

    • Igela
    • 12. September 2025 um 08:36

    Miss Marple - Feeling

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    Die Einladung, die die 76-jährige Rosemary "Mimi" McLaine von ihrer Nachbarin erhält, bringt sie ganz schön durcheinander. Jane Irland ist reich, exzentrisch und lebt in Mimis Nachbarschaft, auf Mackinac Island. Mimi will zuerst absagen, denn sie hat keine Lust auf die Einladung. Doch dann entdeckt sie einen mit Schreibmaschine geschriebenen und beigelegten Brief. Nun hat sie keine Wahl mehr, denn Jane hat Mimi in der Hand. Clever wie Mimi ist, nimmt sie ihre Enkelin Addie mit zu der Einladung, die eine Auktion von bekannten Gemälden einschliesst.

    Obwohl ein Schneesturm aufzieht, sind weitere sieben Personen Janes Einladung gefolgt. Wie Mimi auch nicht freiwillig, sondern unter Druck der Gastgeberin.

    Noch vor dem Ende des Abends erklingt ein Schrei durch die alten Gemäuer und die Gastgeberin wird tot aufgefunden. Mimi und Addie sind überzeugt, dass der Mörder unter den Gästen ist. Jede und jeder hat ein Motiv Jane umzubringen!


    Dieser Krimi erinnert mich sehr an das Brettspiel Cluedo. Mehrere Personen halten sich in einem weitläufigen, alten Gebäude auf und plötzlich ist einer tot. Wer war zum Zeitpunkt des Mordes wo, wer hat was gesehen, mit welcher Tatwaffe wurde getötet und wer hat ein Motiv für den Mord?

    Abbie und Mimi haben ganz schön viel zu tun und müssen sich vorsehen, denn der Mörder ist mitten unter ihnen und könnte auch sie als Ziel für den nächsten Mord wählen. Ein Schneesturm, der sie buchstäblich in dem Anwesen gefangen hält, sorgt für den zusätzlichen Adrenalinkick.

    Very British geht es zu und her und ganz viel Miss Marple - Feeling bietet dieser Krimi. Schneesturm, Stromausfall, ein Mörder...die Autorin lässt nicht aus. Ein Setting und ein Plot, die zwar nicht so neu sind, aber einmal mehr für Unterhaltung sorgen.

    Neu war für mich hingegen die Besetzung des Ermittlerteams. Grossmutter Mimi und Enkelin Addie, die versuchen herauszufinden was geschehen ist. Bei Mimi hatte ich ständig Miss Marple, in der Person von Margaret Rutherford, im Kopf. Ich fand sie nicht nur interessant sondern auch sehr clever. Allerdings hätte sie bei mir noch mehr punkten können, wenn ihr Witz etwas ausgefeilter gewesen wäre. Manchmal kamen mir ihre Sprüche etwas zu plumb daher. Ebenso clever und ihr ebenbürtig ist ihre Enkelin Addie, die als Game Designerin arbeitet und im Job und der Liebe spezielle Sorgen hat.

    Die Autorin hat es geschafft nach einem gemütlichen und atmosphärischen Start den Spannungsbogen durchgehend zu halten. Mir hat dabei auch dieser gemächliche Start in die Geschichte gefallen. Die Einführung in die Insel Mackinac Island war wie eine kuschelige Decke, die man in Erwartung von fesselnden Lesestunden um sich legt.

    Da etliche Figuren an der Handlung beteiligt sind, wurden von ihnen prägnante Zeichnungen mit den wichtigsten Merkmalen in den Buchklappen vorne und hinten eingefügt. Oft musste ich bei den Kapitelüberschriften schmunzeln. Diese umreissen grob, was im folgenden Kapitel geschieht.


    4ratten

  • M. W. Craven - Der Gourmet

    • Igela
    • 10. September 2025 um 11:26

    Sarkastisch-humorvoll!

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    Sternekoch Jared Keaton hat vor sechs Jahren seine Tochter Elisabeth umgebracht und sitzt seither im Gefängnis. Die Leiche seines Opfers wurde nie gefunden, er konnte jedoch trotzdem von Detective Sergeant Washington Poe überführt werden.

    Was damals als gelöst galt, scheint jetzt in einem anderen Licht. Denn auf dem Polizeirevier in Cumbria meldet sich eine junge Frau, die behauptet Elisabeth Keaton zu sein. Eine DNA Analyse bestätigt ihre Identität und DI Poe muss sich und der Welt eingestehen, dass er damals wohl eine Fehleinschätzung vorgenommen hat.

    Auf den ersten Seiten von diesem Krimi könnte man glatt zum Vegetarier werden. Es beginnt nämlich grausig mit einer französischen Delikatesse. Da die Geschichte im Umfeld der Sterneküche handelt und der Täter ein prominenter Chefkoch ist, bleibt es nicht bei der einen Beschreibung von zubereiteten Speisen. Tatsächlich haben der Inhaftierte und seine Tochter ein Gourmetrestaurant betrieben.

    Ansonsten empfand ich den Start eher zäh. Denn die ersten drei, vier Kapitel waren verwirrend, da die Handlung hin und her springt. So grausig wie die Story beginnt, so eklig endet sie. Und diesmal geht es nicht um Delikatessen. Sie endet nachvollziehbar, wenn auch etwas weit hergeholt.

    Eine Herausforderung war für mich zuerst der Schreibstil. M.W.Craven schreibt zwar sarkastisch-humorvoll, aber manchmal auch ganz schön verwinkelt und behäbig. Man hätte vieles kürzer und prägnanter ausdrücken können. Der Plot ist nicht so gehaltvoll. Mit den vielen nebensächlichen Details hat der Autor jedoch sehr viel aufgewertet und aufgepeppt.

    Ein echtes Highlight sind die Figuren. DI Washington Poe, dessen grosse Liebe, Hund Edgar, immer irgendwie mit von der Partie ist, übt seinen Beruf mit Fingerspitzengefühl und Können aus. Er pflegt einen freundschaftlichen Umgang mit seiner Analystin Tilly, sowie seiner Vorgesetzten. Diese Analystin, die er beizieht, übertrifft ihn jedoch bei weitem. Tilly Bradshaw sorgte bei mir für einige Lacher, sie ist urkomisch mit ihrer sozialen Unbeholfenheit, jedoch ein technisches und mathematisches Genie. Sie ist ein echtes Juwel und hätte ruhig mehr Platz bekommen dürfen.

    "Der Gourmet" ist das zweite Buch von Washington Poe und seinem Team. Das erste Buch "Der Zögling" möchte ich jetzt unbedingt noch nachholen.

    4ratten

  • Kaisu Tuokko - Gerächt sein sollst du

    • Igela
    • 6. September 2025 um 18:04

    Düsterer Krimi

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    Ein Ehepaar auf einem Segeltörn entdeckt im Meer eine Leiche. Der Tote liegt bei den Kanuunakallio-Klippen und ist der anwesenden Polizeibeamtin bekannt, denn der Küstenort ist klein und jeder kennt jeden. Auch der Tote, der 17-jährige Jonas Snellman, lebte mit seiner Mutter in Kristinestad.

    Kriminalkommissar Mats Bergholm nimmt die Ermittlungen auf und trifft auf eine Mauer des Schweigens. Mehr Glück hat eine alte Bekannte von ihm.

    Die Journalistin Eevi Manner, die bei der örtlichen Zeitung arbeitet, gibt ihre Ergebnisse an die Polizei weiter. Gemeinsam hoffen sie zu erfahren, ob der Jugendliche Selbstmord verübt hat oder ermordet wurde.


    Dieser Krimi ist düster, wie es skandinavische Krimis oft so an sich haben. Der Tod eines 17-Jährigen ist ja schon mal unheimlich, die Hintergründe des Todes entsetzlich. Die Themen digitale Kriminalität und soziale Medien ist der Altersgruppe des Opfers angepasst und auch Mobbing bekommt ein starkes Gewicht. Diese Hintergründe sind erschütternd und authentisch in die Krimihandlung verstrickt.

    Zwei ermittelnde Protagonisten, Mats Bergholm von der Polizei und die Journalistin Eevi Manner, drehen jeden Stein um. Diese Ermittlungen sind logisch aufgebaut. Die beiden, die in der Jugendzeit ein Paar waren, flirten öfters zusammen, was ich nun nicht so passend fand. Denn einerseits kämpft Eevi mit ihrem Freund Mirek gegen die Kinderlosigkeit an und andererseits säuselt sie mitten in der Aufklärung eines Verbrechens lieber mit ihrer alten Jugendliebe Mats Bergholm.

    Kaisu Tuokko versteht es gut Spannung aufzubauen. Immer mehr Zeugen tauchen auf, drehen die Krimigeschichte und lassen vor allem den Toten in einem anderen Licht erscheinen. Kaisu Tuokko hat aber auch etliches an Nebenhandlung eingebaut, gerade die Kinderlosigkeit von Eevi Manner bekommt oft viel Raum, was mir manchmal die Spannung am Krimifall nahm.

    Als Serienauftakt ist "Gerächt sollst du sein" okay, ich hoffe auf weniger "Kinderwunsch" und mehr "Krimi" beim nächsten Teil.

    4ratten

  • Freida McFadden - Der Lehrer

    • Igela
    • 4. September 2025 um 16:40

    Strudel der Manipulation.

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    Evie und Nathaniel Bennett arbeiten als Lehrer an der Casheam-High School. Evie als Mathematiklehrerin, Nate unterrichtet Englisch und betreut die Lyrikzeitung.

    Evie stöhnt auf, als sie sieht, wer zu Beginn des neuen Schuljahres in ihrer Klasse sitzen wird. Die sechzehnjährige Addie Severson war im letzten Schuljahr in einen Skandal verwickelt. Die Schülerin lügt und betrügt und ihr kann man nicht trauen. Evie ahnt, dass sie mit dem Teenager Schwierigkeiten bekommen wird. Die Ahnungen bestätigen sich und schon bald kommt Addie ihr unheimlich nah. So nah, dass auch Evies Privatleben tangiert wird.


    Freida McFadden hat nach ihrer Housemaid Serie nun einen Thriller geschrieben, der sich hauptsächlich im schulischen Umfeld abspielt. Im ersten Drittel des Buches, ausgenommen dem Prolog, geht es ruhig zu und her. Mobbing am Schauplatz, der Casheam High School, ist das Höchste an Nervenkitzel. Die komplexe und teilweise toxische Beziehung von Evie und Nate bekommt sehr viel Raum, was mich zu Beginn etwas irritiert hat. Diese ausgedehnten Passagen machen aber nach der Beendigung des Buches Sinn.

    Doch zuerst startet diese Geschichte mit einem Appetithäppchen, dem Prolog. Jemand begräbt eine Leiche und man weiss nicht, wer tot ist, wer gräbt und ob der Grabende auch gemordet hat. Wie gesagt, geht es danach eher ruhig zu und her.

    Nach einem Drittel des Buches dann ein Paukenschlag. Die Autorin streut mit einem Satz etwas aus Addies Vergangenheit ein, das mich wortwörtlich elektrisiert hat.

    "Der Lehrer. Will er dir helfen oder will er deinen Tod?" ist eines dieser Bücher, in denen man sich fast durchwegs fragt, wer mit falschen Karten spielt. Tatsächlich findet man sich als Leser plötzlich in einem Strudel der Manipulationen und sachte schleichen sich Thrillerelemente in die Geschichte.

    Die Struktur der Story zeigt die Sichtweise von Evie, Nate und Addie. Dabei wird klar gezeigt, dass nicht immer etwas so abläuft, wie der andere es wahrnimmt. Die Autorin legt hier den Daumen drauf und dies hervorragend. Freida McFadden zeigt hier auch ihre Stärke für brillante Charakterisierung. Die Figuren sind teilweise gewollt (?) ambivalent beschrieben.

    Nach einem verhaltenen ersten Drittel entwickelte sich die Erzählung zu einem Buch, das ich kaum mehr aus der Hand legen konnte. Freidda McFadden ist eine Meisterin der Plot-Twists und der durchdachten Plots.


    5ratten

  • James Patterson - Todesahnung

    • Igela
    • 2. September 2025 um 10:30

    Mystery!

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    Ihre Leidenschaft gehört eindeutig der Fotografie: Kristin Burns möchte als Fotografin durchstarten. Da dies nicht klappt, wie sie sich erträumt, verdient sie ihren Lebensunterhalt in New York als Kindermädchen bei einer reichen Familie. Die Hausherrin löst allerlei Stress bei Kristin aus, denn sie ist eiskalt und hochnäsig.

    Auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle fährt Kristin beim Hotel Falcon vorbei. Dort hat sich wohl kurz zuvor Schreckliches ereignet, denn vier Leichensäcke werden aus dem Hotel getragen. Kristin, die sofort auf den Auslöser ihrer Kamera drückt, weicht entsetzt zurück. Denn ein Leichensack öffnet sich und eine Hand erscheint aus dem Inneren.


    Ich überlege hin und her, ob diese Geschichte nun ein Thriller ist oder eher in die Mystery - Abteilung gehört. Der Rutsch in übersinnliche Sphären hat es mir nicht einfach gemacht, dranzubleiben. Irgendwann habe ich mir gesagt, dass ich mich halt einfach mal darauf einlasse. Nach Beendigung des Buches bleibe ich leicht staunend zurück, wie einfach der Autor es sich mit der Auflösung gemacht hat.

    Kristin, die etwas naive und unbedarfte Fotografin, sieht durch die Linse ihrer Kamera Tote. Einmal sieht sie ihren Vater, der 12 Jahre zuvor verstorben ist. Ein anderes Mal öffnet sich der Reissverschluss des Leichensacks, in dem offensichtlich eine Tote liegen sollte. Diese Verstorbenen warnen sie auch mal vor einem Ereignis und sprechen mit ihr. Dazu hört sie ab und zu Musik in ihrem Kopf, die ansonsten keiner wahrnimmt oder sie riecht als einzige Brandgeruch. Sehr oft wusste ich nicht, ob Kristin träumt, sich etwas einbildet oder die Fantasie einfach mit ihr durchgeht. Mich hat vor allem bei der Stange gehalten, zu erfahren, weshalb Kristin Tote sieht oder schreiend aus Träumen aufwacht. Was plagt diese junge Frau?

    James Patterson schreibt in einem eher simplen Schreibstil, in dem ab und zu humorvolle Töne durchdrücken. Etwas, was mir gut gefallen hat, war dieser manchmal versteckte Witz.


    3ratten

  • Claire Cooper - Elevator

    • Igela
    • 31. August 2025 um 19:39

    Verwirrend

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    Ein wichtiges Meeting im Bürokomplex von der Firma Pearl Associates, an dem Cerys teilnehmen muss, steht bevor. Sie meldet sich an und nimmt den Fahrstuhl in die 26. Etage. Mit ihr im Fahrstuhl fährt eine ihr unbekannte Frau mit.

    Der Fahrstuhl bleibt mit einem Ruck stehen und die beiden Frauen versuchen, um Hilfe zu rufen. Weder der Empfang ihrer Handys noch der Notrufknopf funktioniert. Um sich die Zeit zu vertreiben und die aufkommende Panik zu unterdrücken, beginnen sie sich zu unterhalten. Dabei vertraut Cherys Schicksalsgenossin Maeve ihr einiges über ihre Vergangenheit an.

    Der Prolog startet als hervorragender Einstieg in die Geschichte. In Ich Perspektive erzählt eine Figur kurz und eindringlich.

    Was danach kam, hat mich oft verwirrt. Denn die Autorin hat einen Aufbau gewählt, der absolut chaotisch ist. Sie springt kapitelweise durch Raum und Zeit, dies einmal mit Cerys und das andere Mal mit Maeve im Mittelpunkt.

    Vor allem die Vergangenheit beider Protagonistinnen hat für die Geschichte ein starkes Gewicht. Diese wird aber leider nicht chronologisch, sondern bunt durcheinander erzählt. So liest man zum Beispiel in einem Kapitel was Maeve vor 17 Jahren in Bristol erlebte, gefolgt von einem Kapitel "London vor 9 Monaten". Dieses Kapitel wird wieder abgelöst von "Bristol, Maeve vor 17 Jahren". Das war mir zu viel hin und her und irgendwann konnte ich der Handlung in der Vergangenheit nur schleppend folgen.

    Garniert wird das Ganze mit Kapiteln in der Gegenwart, in dem die Frauen feststecken und sich Anekdoten aus ihrer Vergangenheit erzählen. Bedauerlicherweise hat die Autorin es auch versäumt die Protagonistinnen prägender und deutlicher zu charakterisieren und so habe ich sie oft verwechselt. Ich denke diese mangelnden Merkmale in den Charakterisierungen sind wohl auch dem Schreibstil von Claire Cooper geschuldet. Dieser ist generell einfach gehalten und emotionsarm.

    Ich fand diesen Thriller über weite Teile zäh, langatmig und verwirrend. Bis der Zusammenhang der beiden Frauen dort im Lift offen gelegt wird, hat mich wenigstens diese Frage bei der Stange gehalten. Hier habe ich Spannung empfunden.

    3ratten

  • Jodi Picoult - Die Wahrheit meines Vaters

    • Igela
    • 27. August 2025 um 19:10

    Vaterliebe!

    Delia Hopkins steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Verlobten Eric, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Die beiden sind als Nachbarn aufgewachsen und nun Eltern einer kleinen Tochter. Eric, der mit einer alkoholkranken Mutter gross geworden ist, hat Delia immer um die Beziehung zu ihrem Vater Andrew beneidet.

    Nach dem Tod seiner Frau hat Andrew Delia alleine gross gezogen und Vater und Tochter haben eine enge Beziehung. Als ihr Vater verhaftet wird, tauchen verschüttete Erinnerungen bei Delia auf. Nach und nach ziehen Zweifel an ihrer Vergangenheit auf und Risse ziehen sich durch die Vater-Tochter Beziehung.


    Die Autorin hat von Beginn weg Spannung aufgebaut. Sehr schnell kommt etwas aus Delias und Andrews Vergangenheit ins Spiel, das mich gefesselt hat. Jodi Picoult hat mit einem Ereignis in Delias früher Kindheit regelrecht eine Bombe platzen lassen.

    In wechselnden Kapiteln kommen Delia, ihr Vater Andrew, ihr Verlobter Eric, sowie ihre bester Freund Fitz zu Wort. Und dann sind da auch noch die wenigen Kapitel, in denen eine Figur aus Delias Vergangenheit erzählt. Ihre Identität verrate ich hier nicht, um potenziellen Lesern nicht die Ueberraschung zu verderben.

    Alkohol und die davon abhängige Sucht ist ein Schwerpunkt der Geschichte. Die Autorin zeigt eindrücklich, wie Kinder von alkoholabhängigen Eltern es schwer haben in ihrer Kindheit. Diese Seite fand ich schon sehr schockierend und bedrückend.

    Weitere Passagen, die im Gefängnis handeln, waren ebenso beklemmend aber leider auch aufgeblasen und thematisch weit weg von der Hauptgeschichte. Zusätzlich gibt es bedauerlicherweise auch längere Passagen, in denen es um Rituale, Geisterheilung und Hokuspokus geht. Diese Seite in der Gestalt von Ruthann, die Delia kennenlernt. Schade, denn diese Passagen haben die Geschichte künstlich aufgeplustert und nicht ganz zur restlichen Handlung gepasst.

    Die Autorin zündet nicht nur die erwähnte Bombe zu Beginn der Geschichte, sondern auch noch eine fast ganz am Ende. Für mich überraschend hat die Story dann eine wichtige Botschaft mitgegteilt. Es gibt immer mehr als eine Wahrheit, je nachdem aus welcher Sichtweise man das Geschehene betrachtet.


    4ratten

  • Marcus Pfister - Der Regenbogenfisch in Gefahr

    • Igela
    • 26. August 2025 um 10:45

    Zu abstraktes Thema

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    Eigentlich könnten der Regenbogenfisch und seine Freunde zufrieden und glücklich im Lebensraum Meer leben.

    Doch ein Schiff mit seinem grossen Fischernetz stört diese Idylle. Auch der Regenbogenfisch und seine Freunde werden gefangen.

    Wie können sie sich retten?


    Die Regenbogenfisch-Bücher von Marcus Pfister haben, zumindest bei uns, Kultstatus.

    In diesem neuen Band war die Idee, kindgerecht den Eingriff des Menschen in die Natur und die Folgen für die Umwelt zu thematisieren. Die Ueberfischung der Meere wird dazu als zentrales Thema integriert. Meiner Meinung nach ein zu abstraktes Thema für Kinder in der Zielgruppe ab vier Jahren. Da hätten sich andere Themen, wie zum Beispiel die Plastikverschmutzung der Meere, weitaus besser geeignet. Denn dagegen können Kinder direkt etwas beitragen. Beim Problem der Ueberfischung hingegen bleiben sie aussen vor. Ich zumindest kann mir nicht vorstellen, wie kleine Kinder da was beitragen können.

    Damit komme ich direkt zu meinem nächsten Kritikpunkt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn dem Buch eine kindgerechte Erklärung zum Thema nicht nachhaltige Fischerei beigelegt worden wäre. Das Thema Zusammenhalt und wie man gemeinsam etwas erreichen kann, wird jedoch sehr gut und anschaulich verdeutlicht.

    Der Text ist kindgerecht, kurz gehalten und eignet sich sehr gut zum Vorlesen. Gestört hat mich, wie der Autor zweimal einen Fisch auf seine äusserlichen Merkmale reduziert. "Der kleine Blaue" ist meiner Meinung nach eine unglückliche Wahl und suggeriert, dass es okay ist, andere nach ihrem Aussehen zu benennen.

    Die Illustrationen sind wie immer wunderschön gestaltet. Die farbigen Glitzerschuppen mittlerweile ein Konzept, das nicht nur ganz kleine Kinder anzieht und zum Berühren verführt, sondern auch überzeugt. Seiten, in denen die Bedrohung durch das Schiff und das Fangnetz deutlich wird, sind farblich wunderbar abgehoben von den anderen Seiten.

    3ratten

  • Johanna Mo - Dämmersee

    • Igela
    • 25. August 2025 um 13:39

    Fünfter und letzter Teil

    Hanna Duncker ist noch in Elternzeit, doch ein Anruf lässt sie früher als gedacht an ihren Arbeitsplatz bei der Polizei auf Oelland zurückkehren. Ihr ehemaliger Vorgesetzter wurde am Strand gefunden.

    Ove Hultmark wurde ermordet und niemand kann verstehen, wer ihm, der seine Zeit seit der Pensionierung der Vogelbeobachtung widmete, dies angetan hat. Seine Frau Brigitte steht ebenso vor einem Rätsel, wie seine ehemaligen Kollegen.


    Dies ist also nun der letzte Teil der Reihe auf Oelland von Johanna Mo. Zugleich ist es auch ein sehr persönlicher Fall für die sympathische Polizistin Hanna Duncker. Sie hatte sich mit ihrem Chef Ove sehr gut verstanden und genoss, wie die neue Chefin ihr sofort unter die Nase reibt, einige Privilegien. Daher geht es manchmal etwas gefühlvoll zu in den Ermittlungen rund um den Mord an Ove.

    Da ich die vorderen Bände gelesen habe, kann ich nicht abschätzen, ob Vorwissen notwendig ist. Ich denke aber, dass man sicher gerade die Andeutungen über Hannahs Vergangenheit besser einordnen kann, wenn man die Vorgänger kennt. Zumal die Verbrechen, in denen Hanna und ihre Familie involviert waren, wieder eine tragende Rolle spielen.

    Es dauert etwas, bis sich bei den Ermittlungen erste Spuren ergeben. Spuren, die für die Ermittler dezent und leise eingestreut werden. Im Gegensatz dazu sind wir Leser in der komfortablen Lage in den Kapiteln "Der letzte Tag" mitzuverfolgen, was der ermordete Ove vor der Tat so erlebt und gedacht hat.

    Johanna Mo hätte ruhig einige Handlungsbeschreibungen straffen können. Das hätte mehr Tempo in die Geschichte gebracht und damit wäre sie fesselnder geworden. Gerade die Teile, in denen sich der Verstorbene und seine Frau um Enkeltochter Penny kümmern, hätte man knapper erzählen können. Ansonsten ein guter Abschluss der Reihe.


    4ratten

  • Sarah Goodwin - Die Yacht

    • Igela
    • 20. August 2025 um 15:26

    Temporeich!

    In diesem Jahr lädt Libby ihre Clique für die Silvesterparty auf eine Yacht ein. Die Freunde kennen sich teilweise seit dem Studium und der Jahreswechsel ist immer die Gelegenheit wie zu Studienzeiten zusammen Party zu machen.

    Hannah, die nicht wie ihre Freundinnen Libby und Maggie, reich und berühmt wurde, fährt an den Hafen von Ventimiglia, wo die protzige Yacht stationiert ist. Hannah ist von Beginn weg das fünfte Rad am Wagen und sie fühlt sich in der exklusiven Umgebung nicht wohl. Als Hannah auch noch hört, wie Libby eine abfällige Bemerkung zu ihrer Freundschaft macht, beschliesst sie am nächsten Morgen abzureisen.

    Doch dazu kommt es nicht mehr, denn am nächsten Morgen treibt die Yacht auf dem offenen Meer. Ohne Internetverbindung, Handyempfang, Vorräte und Elektrizität. Als auch noch einer der Partygänger vermisst wird, wird jeder verdächtigt, die Freunde in diese Situation gebracht zu haben.


    Ein Ort, von dem es kein Entkommen gibt und plötzlich jemand verschwindet. Solche Thriller gibt es etliche und die Idee ist nicht ganz neu. Für mich neu war, dass sich dieser Ort auf einer luxuriösen Yacht auf dem Meer befindet.

    Die Freunde Libby, Maggie, Hannah und Harry, die sich seit Studienzeiten kennen und Olly und Leon, die Partner von Maggie und Libby, wollen zusammen Silvester feiern. Wie jedes Jahr organisiert und bezahlt Libby die Party und damit fängt das Desaster schon einmal an. Denn die finanziellen Möglichkeiten sind ungleich verteilt und das geben die beiden Freundinnen Hannah immer wieder zu spüren. Ab und zu artet das in einen Zickenkrieg aus, der nur getoppt wird von der Arroganz Ollys und der Bösartigkeit von Leon.

    Ich war froh, dass die sympathischste Figur, Hannah, durchwegs in Ich Perspektive erzählt. Denn zumindest die zwei Pärchen waren manchmal nur schwer zu ertragen. Offen oder versteckt getuschelte Beleidigungen, Arroganz und Frustrationen brechen hervor und zielen meist auf Hannah. Wer solche Freunde hat, braucht eigentlich keine Feinde. Und dann fehlt plötzlich einer der Clique und die Aggression steigt auf ein höheres Level.

    Sarah Goodwin hat nicht nur diese nervenaufreibenden Auseinandersetzungen, sondern auch den Kampf gegen die Kälte, den Hunger und das Meer mit seinen Gefahren, eindrücklich beschrieben.

    Die Handlung, die von sechs Figuren bestritten wird und sich zum grössten Teil auf dieser Yacht abspielt, ist temporeich und voller Emotionen. Was als Silvesterparty an einem speziellen Ort begonnen hat, entwickelt sich zur Katastrophe. Ich möchte besonders das Ende der Geschichte hervorheben. Da hat die Autorin Mut bewiesen und die Story unkonventionell enden lassen.

    4ratten


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