Beiträge von Igela

    Stacy Willingham - Das siebte Mädchen


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    Nicht nach Schema!


    Chloe ist 12 Jahre alt, als ihr geliebter Vater gesteht, sechs Mädchen ermordet zu haben. Lena, Robin, Margaret, Jill, Carrie und Susan waren Teenager als sie von einem Tag auf den anderen verschwanden und sterben mussten. Ihre Leichen wurden jedoch nie gefunden, Chloes Vater schweigt beharrlich.


    20 Jahre später hat Chloe sich ihr Leben aufgebaut in Baton rouge und arbeitet als Psychologin mit eigener Praxis. Als sie ihre Hochzeit mit ihrem Verlobten Daniel plant, geschieht, was niemand für möglich gehalten hat. Wieder verschwinden junge Mädchen, dabei sitzt Chloes Vater doch im Hochsicherheitsgefängnis.





    Der Plot ist so konzipiert, dass für einmal nicht das übliche Schema bedient wird. Nicht die Opfer und der Täter stehen im Mittelpunkt, sondern die Familie des Täters.


    Chloe muss seit 20 Jahren damit leben, dass ihr einst geliebter Vater ein kaltblütiger Serientäter ist. Sie, wie auch ihr Bruder Cooper, sind tief traumatisiert und man begreift sehr schnell, dass die beiden auch Opfer sind. Ich empfand diese Seite der Geschichte sehr gut ausgearbeitet und anschaulich.


    Jetzt kommt in der Gegenwart dazu, dass wieder junge Mädchen verschwinden und ein Nachahmungstäter sein Unwesen treibt. Das warf bei mir viele Fragen auf und ich war sehr gefesselt. Immer wieder habe ich Figuren verdächtigt, habe auch einige mit einem guten Motiv bedacht … um dann bei der Auflösung fassungslos dazusitzen. Denn diese Auflösung habe ich nicht kommen sehen. Ich mag es sehr, wenn ich am Ende eines Thrillers überrascht werde und das ist in «Das siebte Mädchen» definitiv der Fall gewesen.


    Sehr schnell habe ich mit Chloe mitgefühlt, denn sehr schnell war klar, dass sie etwas Dunkles, Schweres seit Jahren mit sich schleppt. Sehr intensiv ist auch die Beziehung zwischen Chloe und Cooper beschrieben. Die beiden verbindet ein düsteres Band, das seinen Ursprung in der Kindheit hat.


    Dieses Buch ist das Erstlingswerk der Autorin und ab und zu fehlte es mir an Struktur. Oft wechselt die Handlung zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Dies zudem meist mitten in einem Kapitel und ohne Ankündigung oder Deklaration. Das hat bedeutet, dass ich oft ein, zwei Sätze lesen musste, um zu erfassen zu können, wo in der Geschichte Chloe gerade steckt. In der Vergangenheit, als 12- oder 17-Jährige oder in der Gegenwart als erwachsene Frau.


    Chloe empfand ich als spannende Figur. Sie versucht irgendwie mit ihrem Trauma zu leben und ein erfülltes Leben zu leben. Dabei neigt sie zu Suchtverhalten und geht nicht immer den korrekten Weg um an ihre Suchtmittel zu gelangen. Ich habe das absolut verstanden in ihrer Situation und diese Schwäche machte sie für mich greifbar und auch sympathisch.


    4ratten

    Igela du stehst zum beispiel auf seite 1 an stelle 20.

    Dh ich quatsche am 20 häufigsten. :/

    Nun ist meine Neugier geweckt....wer ist die Forumsquasseltante/ onkel....


    Edit: Aber da sind die Mitglieder mit allgemein am meisten Beiträgen. Dh da kann jemand vor 4 Jahren noch sehr aktiv gewesen sein mit zig Tausenden Einträgen und jemand, der sich seit einem halben Jahr aktiv beteiligt, hat nur Tausend Einträge...ist ja kein Hinweis, dass ein User momantan aktiv ist...?

    Oder anders gesagt: Da ist ein User auf der ersten Seite, dessen letzte Aktivität war im November 2015...

    A.K. Turner - Wer mit den Toten spricht


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    Auch der 2. Teilüberzeugt!


    Cassie Raven arbeitet als Sektionsassistentin und hat es mit den verschiedensten Todesursachen zu tun. Da ist zum Beispiel der 15-jährige Bradley, der offensichtlich Selbstmord begangen hat. Seine Eltern sind fassungslos, denn ihr Sohn hat nie Selbstmordabsichten geäussert. Oder der 32 Jahre alte, vor Kraft und Gesundheit strotzende, Mann, der eines Nachts einfach zusammenbricht und stirbt.


    Doch auch in Cassies Privatleben dreht sich einiges um den Tod. Sie erfährt von ihrer geliebten Grossmutter, die sie auch aufgezogen hat, dass ihr Vater Callum lebt. Ihr ganzes Leben lang bekam Cassie zu hören, dass ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Das war eine Notlüge ihrer Grossmutter, denn ihr Vater sass im Gefängnis wegen Mordes an ihrer Mutter.




    Im ersten Band habe ich in meiner Rezension geschrieben, dass ich einer der Ersten sein werde, die sich diesen zweiten Teil kauft. Genauso ist es nun gekommen, diese Fortsetzung musste einfach sein. Und das, obwohl ich eigentlich keine Reihen mag.


    Wie auch der erste Teil rund um die sympathische Sektionsassistentin Cassie Raven, hat mich auch dieser zweite Teil überzeugt und begeistert.


    Das liegt sicher an der Figur Cassie. Sie ist sehr überzeugend charakterisiert, durchdacht und sehr interessant. Cassie lebt für ihren Beruf und hat eine seltene Begabung. Die Autorin hat eine Kommunikation mit ihren Kunden, den Leichen in der Pathologie, auf den Leib geschrieben und Cassie hält Zwiesprache mit ihnen. Ich nenne es Intuition. Cassie «spürt», was die Menschen vor ihr auf dem Tisch vor ihrem Tod durchgemacht haben. Dadurch untersucht sie Dinge an den Körpern, die andere Pathologen aussen vor lassen.


    Soweit ich das beurteilen kann, sind die Untersuchungen stimmig und authentisch beschrieben. Auf jeden Fall so, dass auch medizinische Laien durchblicken. Was gruselig tönt, ist nicht so. Denn die Autorin hat ein Mittel gefunden, diese Untersuchungen sachlich zu beschreiben. So empfand ich diese Details der Rechtsmedizin als spannend und interessant. Ich staune, wie auch im ersten Teil, auch hier wieder über die hervorragenden Recherchen. Denn die Autorin schreibt über die Arbeit in der Rechtsmedizin so, als ob sie ebenfalls schon in der Pathologie gearbeitet hat.


    Nun ist Cassie also nicht nur beruflich, sondern auch privat gefordert. Sie erfährt, dass ihr Vater des Mordes an ihrer Mutter verurteilt und im Gefängnis sass. Was damals, als sie 4 Jahre alt war, genau geschehen ist, versucht sie mit der Hilfe von der Polizistin Phyllida Flyte zu entschlüsseln. Auch Flyde ist eine alte Bekannte aus dem ersten Teil der Reihe. Flyde und Raven sind nur sehr gegensätzlich, sie helfen einander auch in ihren privaten Ermittlungen. Denn nicht nur Cassie hat mit dem Tod ihrer Mutter einiges an Altlasten, sondern auch Phyllida mit dem Tod ihrer neugeborenen Tochter. Die amouröse Note zwischen den beiden Frauen, hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen. Denn die Handlung ist auch so lebendig und abwechslungsreich genug.


    5ratten

    :tipp:

    Der erste SuB Abbau Monat hier wieder im Forum! Danke Anne für die Leitung "drüben". Auch dir Merci, Kirsten dass du weitermachst.

    Ich bin im September kläglich gescheitert mit meinem SuB Abbau. Nun gehts ran, denn ich will ja zumindest den SLW erfolgreich beenden und so viele Monate bleiben da nicht mehr. Deshalb wie gehabt 5 Bücher von mir!

    Ueberzeugende Ermittlungen!

    In Karlstad, in der Nähe von Stockholm, legt Frida Palmgreen ihre Tochter in ihren Kinderwagen vor dem Haus. Als sie kurze Zeit später nach Beatrice sieht, ist das 9 Monate alte Kind verschwunden. Die herbeigerufenen Ermittler drehen jeden Stein um, doch Beatrice bleibt wie vom Erdboden verschluckt.


    Kriminalkommissarin Charlie Lager von der NOA weiss keinen Rat, denn je länger die Kleine verschwunden bleibt, desto mehr sinken die Chancen, sie lebend zu finden.




    Die Entführung eines Babys ist wohl eine Tat, die niemanden kaltlässt. Doch bis es zu der Entführungsgeschichte kommt, lässt die Autorin die Handlung gemächlich angehen. Die ersten 50 Seiten handeln rund um das Leben der Ermittlerin Charlie Lager, die einige persönliche Probleme und Altlasten mit sich schleppt.


    So dauerte es zum Beispiel bei mir eine Weile, bis ich begriffen hatte, dass sie bei der Polizei arbeitet und nicht die kriminelle Linie in diesem Krimi bedient. Dafür hat sie mich bei den Ermittlungen rund um die Entführung des Babys rundum überzeugt. Charlie Lager ermittelt mit viel Scharfsinn, Gespür und Verstand. Schicht für Schicht deckt sie Lügen und Heimlichkeiten auf und nimmt von den Eltern des Babys, bis zu Freunden, Verwandten und dem Personal der Palmgreens alle in die Mangel.


    Parallel zu der Arbeit rund um die Ermittlungen werden immer wieder zwei komplett unterschiedliche Erzählstränge eingeflochten. Ein Strang handelt in einem Heim. Diesen fand ich sehr fesselnd, konnte ihn jedoch bis buchstäblich zum Schluss des Buches nicht mit der Hauptgeschichte in Verbindung setzen. Im dritten Erzählstrang erfährt man sehr kurze Sequenzen aus der Sicht des Täters, die mir die Haare haben zu Berge stehen lassen.


    Obwohl ich die ersten beiden Fälle rund um diese brillante Kommissarin nicht kenne, hatte ich keinerlei Verständigungsprobleme. Im Gegenteil. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn in den ersten beiden Fällen Charlies Leben auch so problembeladen thematisiert wurde, dies dann etwas viel sein könnte. Alkoholexzesse, Psychopharmaka, die Pille danach, nachdem sie wieder einmal einen Mann aufgabelt und nach Hause nimmt und eine Kindheit, die man wohl nur als traurig und trostlos beschreiben kann. Lina Bengtsdotter lässt bei ihrer Protagonistin zwar nichts aus, trotzdem habe ich diese bedrückende Charakterisierung nicht als störend empfunden.


    Die Autorin hat einen tollen Schreibstil. Mit wenigen und prägnanten Worten beschreibt sie Gefühle der Figuren, örtliche Details und Handlung flüssig. Einzig in der Wahl der Namen hätte sie etwas innovativer sein dürfen. Die Hauptkommissarin heisst Charlie, ihr Chef Challe und eine wichtige Nebenfigur Charlotte.


    5ratten

    Andreas Winkelmann - Der Gesang des Blutes


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    Mastery oder Thriller?



    Tom und Kristin träumen von einem Haus auf dem Land und entdecken ein passendes Objekt in Althausen. Architekt Tom Merbold sieht viel Potenzial in dem alten Haus. Doch seiner Frau Kristin ist das Haus, vor allem der Keller des Hauses, unheimlich. Tom zuliebe willigt sie ein nach Althausen zu ziehen und sie kaufen das Objekt und bauen um.


    Das Glück auf dem Land währt nicht lange, denn Tom wird getötet und Kristin ist allein mit der 4-jährigen Lisa. Genau in dem Haus, das ihr Angst macht. Immer wieder geistern Albträume durch ihre Nächte. Sie träumt von dem Scherenschleifer, der genau in ihrem Haus vor Jahren eine Frau getötet haben soll. Als ihre Mutter einen Unfall erleidet, fleht sie Kristin an, sofort auszuziehen.



    Der Spannungsbogen ist von Beginn her hoch. Denn als Leser liest man, wie Nachbarn über die drohende Katastrophe reden, die sich im Haus ereignen wird. In genau dem Haus, indem sich die kleine Familie gerade einrichtet, den Umbau plant und die Zukunft farbig anmalt.


    Dann stirbt Tom und rund um seinen Tod wird eine Geschichte gewoben, die in Perspektivwechseln mündet. Die Trauer von Kristin und der kleinen Lisa ist greifbar und wird sehr gut zum Leser transportiert. Dan wandelt sich die Geschichte und neue Figuren kommen ins Spiel. Diese Perspektivwechsel, weg von Kristin und ihrem Umfeld, bedingen konzentriertes Lesen. Denn auf einen Schlag werden etliche Figuren eingebaut, die keine Vorgeschichte haben, sondern einfach ihre Geschichte von sich und rund um Toms Tod erzählen.


    «Der Gesang des Blutes» ist eine Mischung aus Thriller, Fantasy und Schicksalsroman. Es geistert und spukt ganz schön durch die Räume und den Keller des alten Hauses.


    Ich war mir nie sicher, was Kristins Träume, Einbildung und Angst vor den alten Geschichten, die ihr die Nachbarn erzählen, geschuldet ist und was sich in der Realität genauso abspielt, wie es beschrieben wird.


    Schade fand ich, dass Andreas Winkelmann nicht den Mut gehabt hat, bei der Auflösung Stellung zu nehmen. Thriller oder Mystery? Er mogelt sich da einfach heraus, indem er den Lesern diese Antwort schuldig bleibt. Andererseits lässt der Autor viel Raum für eigene Gedanken, wie die mystische Seite in die Handlung passt. Damit bewerte ich diese Idee als gelungen für mich und honoriere sie dementsprechend.


    5ratten

    Anderes gewohnt von Juli Zeh!


    "Die Brücke" ist eine Praxis für Psychotherapie. Die Therapeuten, denen die Brücke gehört, sind Britta Söldner und Babak Hamwi. Sie haben es mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und zelebrieren und organisieren das, was der Gesellschaft fehlt.


    Nämlich, die Therapie williger Selbstmörder oder einen sinnvollen Grund Selbstmord zu begehen. Sie organisieren Terroranschläge und Märtyrertod, begutachten und evaluieren ihre Kunden.



    Diese Geschichte strotzt nur so vor unwahrscheinlicher Handlung, an den Haaren herbeigezogenen Dialogen und einem Plot, der einen erst mal schlucken lässt.


    Britta, die eigentlich ein ganz normales Familienleben führt, spielt sich als Richterin über Leben und Tod auf. Okay, bei diesem Familienleben, mit einem Mann, der nichts auf die Reihe kriegt und einer 7-jährigen Tochter, die sehr verwöhnt ist und am liebsten spielend Menschen ermordet, muss man wohl irgendwie seinen Frust abladen. Ich wurde nicht warm mit Britta, denn ihre Art auf andere Menschen herabzusehen, konnte ich nicht ab. Ein müdes Lächeln hat sie unter anderem für andere Eltern und belächelt schon mal deren Art ihre Kinder zu erziehen. Arroganz legt sie haufenweise an den Tag, wenn es um ihre beste Freundin Janina geht, die zwar weniger Geld, dafür umso mehr Herz als Britta hat.


    Ach ja, gesegnet ist Britta ausserdem mit einem etwas seltsamen Arbeitspartner. Babak, der aus einer irakischen Familie stammt und sich in Braunschweig immer wieder Vorurteilen gegenübersieht, war mir grundsätzlich sympathisch. Leider blieb er, den ich als interessanteste Figur des ganzen Buches einschätze, etwas blass, neben der alles dirigierenden Britta. Er ist ein Genie, denn er kreiert einen Algorithmus, den er Lassie nennt und mit dem er das Darknet nach potenziellen Kunden absucht. Kunden, die Selbstmord verüben wollen.


    Babak und Britta zelebrieren Waterboardingspielchen und verstehen sich ohne Worte. Nun ist nicht alles schlecht, was die beiden in ihrer Brücke so treiben, denn sie schaffen es ja, einige ihrer Kunden, die sie aus dem Darknet filtern, zu heilen. Wie sie es machen, ist unwahrscheinlich und bei den erwähnten Therapiegesprächen fallen öfters, die von mir oben angesprochenen und an den Haaren herbeigezogenen Dialoge. Ich kann mir nämlich absolut nicht vorstellen, dass jemand, der Selbstmord begehen will, solche Gespräche mit einem Therapeuten führt.


    Es wird auch politisch in diesem Buch. Mehrmals findet die zurückgetretene Frau Merkel Erwähnung, denn schliesslich spielt diese Geschichte 2025. Da Juli Zeh «Leere Herzen» 2019 geschrieben hat, konnte sie ja nicht wissen, dass dieses Ereignis eher eintrifft. Die Autorin wandert mit dem erhobenen Zeigefinger durch das Buch und mahnt jene Bürger, die auf ihr Wahlrecht freiwillig verzichten.


    Ich wurde nicht so richtig warm mit dem Plot. Auch wenn Frau Zeh ohne Frage einen hervorragenden Schreibstil hat, konnten mich die Figuren und die Idee nicht richtig packen.


    3ratten

    James Patterson &J.D Barker - Der Federmörder


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    Michael Fitzgerald ist beim Einkaufen, als seine Nachbarin ihn anruft. In seiner Wohnung im Wilshire Village in L.A gab es einen Wasserrohrbruch und das Wasser tropft durch ihre Decke. Michael eilt sofort zurück und findet nicht nur die Wohnung unter Wasser, sondern auch eine tote Frau in seiner Badewanne.


    Er ruft die Polizei an und beteuert, weder die junge Frau zu kennen noch zu wissen, wie sie in seine Badewanne kommt. Die Polizei findet jedoch Beweise, dass Michael die Tote nicht nur gekannt, sondern mit ihr liiert war. Panisch ruft er seine Schwester Megan an und bittet sie um Hilfe, denn das FBI ist ihm auf den Fersen und entdeckt Verbindungen von Michael zu weiteren Opfern.



    Die ersten 50 Seiten sind vor lauter Spannung nur so im Flug vergangen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. In den kurzen Kapiteln steht bis zu Seite 50 der Fernfahrer Michael im Mittelpunkt, der nach Hause kommt und eine tote Frau in seiner Badewanne findet. Spannend fand ich vor allem die Frage, ob er was mit dem Tod der Frau zu tun hat oder ahnungslos, wer die Frau ist und wie sie in seine Badewanne kommt.


    Dann kippt die Spannung und das Autorenduo legt die Karten offen. Es kommen, wohl um die Spannung über die restlichen 550 Seiten zu retten, immer wieder Actionelemente dazu. Ganz in James Bond Manier wird zum Beispiel über viele Seiten die Verfolgung einer Figur mit Autos beschrieben.


    Eingeflochten werden auch immer wieder mal Rückblicke in die Vergangenheit zweier Schlüsselfiguren, die ich als faszinierend und fesselnd empfand. Aber eben, da man weiss, was Sache ist, rund um die zu Beginn erwähnte Eingangsszene, lässt diese rapide ab. Die kurzen Kapitel weisen zudem die Sicht der verschiedensten Figuren auf. Mal ist Michael im Mittelpunkt, dann wieder seine Schwester Megan, Mutter Rose, sowie diverse FBI Beamte. Für meinen Geschmack wäre da weniger mehr gewesen. Überraschend macht die Story gegen Schluss einen Schlenker und ich musste sehr vieles, das ich mir zurechtgelegt hatte, revidieren. Sehr gelungen die Auflösung!


    Die beiden Autoren James Patterson und J.D Barker haben einen einheitlichen Schreibstil gefunden. Nicht selbstverständlich, denn oft findet man in Büchern zweier Autoren zwei unterschiedliche Schreibstile. Das ist hier nicht der Fall. Es wurde ein Schwerpunkt auf Actionszenen gelegt. Der psychologische Aspekt, der mit einer einschneidenden psychischen Störung einer Figur einhergeht, verliert sich immer mehr. Ich hätte es begrüsst, wenn dieser Schwerpunkt anders gelagert gewesen wäre.


    Die Figuren sind gut charakterisiert und durch die oben erwähnte psychische Störung, muss man sehr konzentriert lesen, um sie alle einordnen zu können. Diese Unsicherheit, nicht zu wissen, wer denn wirklich an der Handlung teilnimmt und wer dieser Störung geschuldet ist, empfand ich als sehr gut gemacht.


    4ratten

    Chris Carter - Blutige Stufen


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    Wieder ein Highlight!


    Junge Menschen werden brutal ermordet und den Angehörigen wird, nach dem Auffinden der Leiche, eine Videobotschaft zugespielt. Diese Nachricht ist jeweils kurz vor dem Tod enstanden. Perfide treibt der Serientäter sein Unwesen, nicht nur vor, sondern auch nach dem Tod seiner Opfer.


    Detective Robert Hunter von der LAPD und sein Partner Carlos Garcia versuchen den Täter zu überführen und geraten in einen Strudel von Ereignissen, die selbst sie zutiefst erschüttern.


    Robert Hunter wird von einem starken Team unterstützt. Die UV-Einheit des LAPD, das erfolgreichste Dezernat im ganzen Land, wenn es darum geht Serienverbrechen aufzuklären. Das Team zieht an einem Strick, wenn es darum geht einen perfiden Killer zu stoppen. Sehr kompetent ermitteln die Detectivs im Bereich der Rechtsmedizin, Recherchen zu Verdächtigen und vor Ort, direkt bei den Befragungen und am Tatort.


    Letzterer ist, wie immer in den Thrillern von Chris Carter, nichts für schwache Lesernerven. Ich habe schon viele Thriller dieser Reihe gelesen, doch dieser hier ist wohl einer der blutigsten, brutalsten und schonungslosesten. Sehr detailliert werden die Tatorte beschrieben und bei mir, als abgebrühte Thriller Leserin, war der Ekelfaktor oft hoch. Dazu kommt, dass die Passagen, bevor der Täter zuschlägt, sehr gruselig – spannend – bedrückend sind. Ich konnte mich richtig in die Opfer hineinversetzen. Man ist allein nachts zu Hause und plötzlich schreibt ein Unbekannter Nachrichten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Gänsehaut! Was danach kommt, ist dann sehr, sehr brutal. Einmal mehr frage ich mich, wie ein Autor auf solche perfide Tötungsmethoden kommt? Die anschliessenden rechtsmedizinischen Details sind hervorragend recherchiert und nicht minder grausig als das «Davor». Doch es gibt auch tiefgründige Themen, die dezent in die Handlung eingeflochten wurden. So finden die Themen «Black Lieves Matter Bewegung» und «Mobbing» Platz in dieser Geschichte.


    In «Blutige Stufen» laufen mehrere Fälle nacheinander ab, die sehr intensiv beschrieben werden. Man bekommt einiges mit aus dem Leben der Figuren, die Opfer des Serientäters werden. Genau, nach der zweiten Tat nach demselben Schema und ich dachte, dass sich die Art und Weise der Taten sich wiederholen, hat Chris Carter eine neue Variante bei Opfer Nummer 3 eingebaut. Langweilig wird es da definitiv nicht. Im Gegenteil. Immer wieder staune ich, wie der Autor auch beim zwölften Buch mit denselben Ermittlern immer wieder was Neues bringt und immer wieder einen draufsetzt. Puncto Plot, Charakterisierung und Spannung! Wieder einmal wurde mir in Erinnerung gerufen, weshalb Chris Carter einer meiner liebsten Thriller Autoren ist!


    Ich mag den Schreibstil von Chris Carter unheimlich gerne. Denn er bringt die Handlung auf den Punkt. Obwohl er sehr detailliert beschreibt, gibt es nie langatmige Stellen. Ein ganz grosses Können ist zudem die Weiterentwicklung seiner Protagonisten. Robert Hunter, der einerseits ein grosses Gespür mit den Angehörigen der Opfer zeigt, kann auch anders. Er reagiert blitzschnell und seine herausragende Intelligenz lässt ihn Zusammenhänge erkennen, wo andere noch lange im Dunkeln tappen. Sein Partner Garcia ist der stille und verlässliche Part in diesem Dreamteam. Immer wieder mal musste ich schmunzeln über die manchmal skurrilen Zwiesprachen der beiden. Tatsächlich hat sich vor allem Robert Hunter weiterentwickelt, gegenüber seinen vorderen Fällen. Ich empfand ihn als reifer, gestandener und feinfühliger als zuvor.


    5ratten

    :tipp:

    Ursula Poznanski - Stille blutet


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    Nadine Just ist eine bekannte Grösse am TV. Sie moderiert die News bei der Sendung "Quick-TV" und das Entsetzen bei ihr und dem Team ist gross, als sie unabsichtlich ihren Tod vor laufender Kamera ankündigt. Was auf den ersten Blick als Scherz scheint, wird bittere Realität.


    Ein paar Stunden nach der Sendung wird Nadine Just von ihrem Exfreund tot aufgefunden. Eine Welle von Posts mit Nachahmern schwappt durch die sozialen Medien und das LKA Wien versucht zu unterscheiden, ob diese als Scherze gedacht oder ernst gemeint sind.



    Ursula Poznanski ist ja bekannt für ihre Jugendromane. Sie hat nun ein Buch geschrieben, das ein Einstieg in eine neue Serie ist. Ich weigere mich allerdings dieses Buch Thriller zu nennen. Denn, man merkt sehr gut, dass die Autorin ansonsten Jugendbücher schreibt. Dieser Krimi kommt vor allem in der ersten Hälfte ähnlich behutsam und harmlos daher, wie Jugendbücher nun mal sein müssen im Anbetracht des Alters der Leser.


    Das einzige Thriller - Element im ersten Teil des Buches war, als einem Opfer vom zuständigen Rechtsmediziner die Temperatur rektal gemessen wurde. Das war es dann erst mal auch schon mit Details, die den Zusatz «Thriller» auf dem Cover rechtfertigen. Dieses Buch ist meiner Meinung nach ein Krimi, der sich erst nach langer Anlaufzeit entwickelt und spannend wird.


    Es geschieht ein Verbrechen, das ein weiteres nach sich zieht und die Wogen gehen hoch in den sozialen Medien. Es passiert immer was und langweilig wird es nicht. Der Exfreund der Toten steht für meinen Geschmack etwas zu sehr im Mittelpunkt. Statt die Ermittlungen voranzutreiben und falsche Fährten für die Leser zu legen, hat sich die Autorin entschlossen, die Gefühlslage von dieser Figur immer wieder zu thematisieren und zu erklären. Ich hatte schon nach dem ersten Mal verstanden, dass er sich von der Toten getrennt hatte und es bereut, sie kurz nach dem Mord bei ihrer Arbeit aufzusuchen. Das hätte man nicht mehrere Male erwähnen müssen.


    Warum er nach einer schwierigen Trennung und Monate danach, seine Exfreundin an ihrem Arbeitsort aufsucht, war mir bis zum Schluss nicht ganz klar. Weiter wird plötzlich und völlig aus dem Zusammenhang gerissen, die vergangene Liebe der Kommissarin erwähnt. Dies ohne Bezug zur Handlung. Solche holperigen Stellen in der Handlung gab es einzelne und dadurch empfand ich die Handlung nicht so ganz rund.


    Dieses Buch ist als Auftakt in eine neue Serie gedacht und hat bei mir gegen Schluss doch noch Krimigefühle aufleben lassen. Ob ich mir weitere Bücher dieser Serie zulegen werde, kann ich momentan noch nicht sagen. Denn die Ermittler empfand ich fast durchwegs als anstrengend und nervend.Fina Plank ist neu beim LKA in Wien und ihr neuer Partner, Oliver Homburg, macht ihr das Leben schwer. Ständig grätscht er mit subtilen Beleidigungen, die nahe an die Grenze von Frauenhass schrammen, in ihre Arbeit.

    Ich fand Homburg so furchtbar, dass ich ihm praktisch auf jeder Seite hätte einen Tritt geben können, um in aus dem Buch zu befördern. Anzüglich, eifersüchtig, arrogant und unmöglich! Irgendwann war ich völlig auf diese Nebenhandlung fokussiert und der Mord und die Ermittlungen liefen nur noch nebenbei. Fina Plank hat es also nicht einfach an ihrem neuen Job und dabei strotzt sie nicht vor Selbstbewusstsein. Für meinen Geschmack wurden ein paar Mal zu viel ihre Gewichtsprobleme erwähnt. Sie entwickelt sich zum Glück und kann die Beleidigungen ihres Partners irgendwann an sich abprallen lassen.

    3ratten

    Katharina Jensen - Jeden Tag ein bisschen Meer


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    Mit der Pension «Nordwind» auf Rügen hat sich Linda einen Traum erfüllt. Sie liebt die Insel und für sie war immer klar, dass ihr Wunsch eine Pension zu eröffnen, sich irgendwann einmal erfüllen wird.


    Die Pension läuft gut…so gut, dass sich Linda Zeit am Strand und am Meer regelrecht erkämpfen muss. Dann ist da auch noch ihr Freund Markus und Linda träumt von einer eigenen Familie. Doch immer grösser werden ihre Zweifel, ob Markus der richtige Mann für sie ist. Mitten in diesen zwiespältigen Gefühlen quartiert sich Paul in ihrer Pension ein, der bisher immer mit seiner Frau Urlaub auf Rügen gemacht hat. Linda verliebt sich Hals über Kopf in ihn, obwohl diese Liebe wohl zum Scheitern verurteilt ist. Denn Paul kann seine verstorbene Frau nicht vergessen…



    Die Geschichte handelt auf der Insel Rügen und die Stimmung am und auf dem Meer wird sehr bildlich beschrieben. Die Pension «Nordwind» empfand ich als so schön, dass ich mir prinzipiell dort einen Urlaub vorstellen könnte. Prinzipiell, was die Örtlichkeiten betrifft … mir wäre allerdings die Pensionswirtin Linda zu aufdringlich. Sie hat den Hang sich in die Angelegenheiten ihrer Gäste einzumischen und das möchte ich auf keinen Fall im Urlaub erleben müssen. Mir ist Anonymität im Urlaub lieber, als eine Pensionswirtin, die ihre Gäste auf Schritt und Tritt verfolgt, um zu plaudern. Doch irgendwann ist Linda ja dann mit ihren parallellaufenden Liebesgeschichten beschäftigt und gibt die Verantwortung für die Pension mehr und mehr an ihre Angestellte ab.


    Alle paar Kapitel sind Briefe von Paul eingefügt. Diese Briefe gehen an seine Frau Paula und sind sehr berührend. Bei jedem Brief ändert sich die Gefühlslage von Paul ein bisschen mehr und zwei Liebesgeschichten berühren sich auf eine romantische und wunderbare Art und Weise. So beginnt die Story zum Beispiel mit einem Liebesbrief, der nicht nur eine Erinnerung an eine grosse, sondern auch an eine vergangene Liebe ist und endet mit....doch lest selbst.


    Die Liebesgeschichte ist vorhersehbar und vieles fügt sich sehr einfach zusammen. Auch eine Familienzusammenführung und ein neues Projekt, das Linda und Paul verfolgen, geht ohne grosse Probleme über die Bühne. «Jeden Tag ein bisschen Meer» ist eines dieser Bücher, die in erster Linie unterhalten sollen, ohne dass seitenweise Probleme gewälzt werden. Es ist jedoch auch ein Buch mit einer Handlung, die eher oberflächlich bleibt und nicht sehr in die Tiefe geht. Ich habe mit gut unterhalten gefühlt und reihe dieses Buch in die Kategorie "Unterhaltung ohne viel Tiefgang" ein.


    4ratten

    Unruhig!


    Ein neuer Fall für die Fünfte Mordkommission in Berlin. Nils Trojan wird zu einem entsetzlichen Tatort gerufen. In einem Keller in einem Mehrfamilienhaus wurde das Opfer Frida König aufgefunden. Ihre Leiche ist eingeschäumt mit einem handelsüblichen Bauschaum.


    Die junge Frau wurde von ihrem Mörder überwältigt und ist qualvoll gestorben. Bei seinen Recherchen stösst Trojan auf einen ähnlichen Fall. Der damalige Mörder Karl Junker ist Jahre zuvor jedoch an den Folgen eines Unfalls gestorben.


    Hat ein Trittbrettfahrer dieselbe Tötungsmethode übernommen?



    «Die Puppenmacherin» ist nach «Der Federmacher» der zweite Fall der Berliner Mordkommission. Was durch das Wort «Puppen» im Titel weniger brutal tönt, ist jedoch fast noch brutaler und gruseliger. Denn die Tötungsmethode, das Opfer langsam im Schaum ersticken zu lassen, ist brutal und perfide. Man muss, meiner Meinung nach, den vorderen Band nicht unbedingt kennen, um hier mithalten zu können.


    Nils Trojan, der immer noch an den Folgen des vorderen Falles nagt und gesundheitlich nicht auf der Höhe ist, wird einmal mehr stark gefordert. Ihm wird als Entlastung die Psychologin Jana Michels zur Seite gestellt und mit ihr hält eine schleppend verlaufende Lovestory Einzug in die Handlung und Trojans Leben. Geprägt wird ihre keimende Beziehung noch vom Federmann, denn Jana Michels war schon im ersten Fall involviert.


    Max Bentow verbindet in diesem Thriller mehrere Fälle. Da ist erst einmal eine Tat, die Nils Trojan seit seiner Kindheit mit sich schleppt. Dann ist der aktuelle Fall, die neuen Fälle nach dem Muster vom verstorbenen Mörder Karl Junker und als Letztes die Tat einige Jahre zuvor an der Gestalterin von Puppen. Dabei schafft es der Autor sehr gut, dass man sich nicht verzettelt in der Gegenwart, der nahen und weiteren Vergangenheit und den Fällen. Weniger übersichtlich empfand ich die Perspektivwechsel. Manchmal wechselt Max Bentow die Perspektiven in jedem Abschnitt und ich musste mich immer wieder neu auf die Figuren und Situationen einstellen. So fühlte ich mich öfters aus dem Lesefluss gerissen und die Handlung wurde unruhig. Hier hätten weniger rasch aufeinanderfolgende Perspektivwechsel der Geschichte mehr Ruhe und damit Tiefe gegeben.


    4ratten