Bernhard Hennen - Drachenelfen. Die letzten Eiskrieger

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    Meine Meinung
    Die Geschichte um die Drachenelfen eilt nun langsam dem Ende zu, das vorletzte Buch der Reihe gibt uns nochmal einen Einblick in die Hintergründe des Krieges zwischen Devanther und Himmelsschlangen, bzw. dessen Drachenelfen. Während Bidayn, Lyvianne, Kolja und Nandalee ihr eigenen kleinen und großen Hindernisse überstehen müssen, treffen wir bekannte Charaktere - wie Nodon, Unsterbliche und wenige der Zwerge - auf dem Schlachtfeld wieder.
    Was viele Rezensionen einfach als „Lückenfüller“ abtun betrachte ich persönlich als sehr gelungenes Buch. Bernhard Hennen schafft es in meinen Augen seinen Nebencharakteren noch mehr Kontur zu geben und vielleicht sogar einen gewissen Feinschliff zu schaffen.
    Nodon zum Beispiel wächst über sich hinaus, Bidayn nimmt zwar keine Züge an die ich unbedingt befürworten würde, aber ich kann es in gewisser Weise nachvollziehen und verstehe woher sie ihren Antrieb nimmt für den ihr eingeschlagenen Weg. Bernhard Hennen bewegt sich ein wenig von den Hauptcharakteren weg und beleuchtet schön einige der Nebenrollen. Eine schöne Idee, die ich auf jeder einzelnen Seite genießen konnte durch die wieder mal detailierten und feingezeichneten Wortbilder die Hennen geschaffen hat.


    Einige einzelne Gedanken.


    Ich hätte mir gewünscht, dass


    Dieser Teil hat nicht so viele Szenenwechsel erlebt wie die vorangehenden Teile, denn so langsam treffen sich alle Charaktere auf einem Schauplatz. Ich vermute so wird es auch im letzten Teil der Drachenelfen sein.


    Ich frage mich:


    Und was mich gestört hat, aber auch da lasse ich mich gerne eines besseren belehren,

    Das passiert so um Seite 532 rum.


    Alles im Allen hat es Bernhard Hennen wieder geschafft mich komplett zu fesseln und es ist ein schöner Teaser für den finalen Teil der Drachenelfen.


    5ratten

  • Ja, dann... werde ich auch noch ein paar Zeilen beitragen, um dieses großartige Buch zu würdigen.


    Ursprünglich sollte dies der letzte Band der Drachenelfen-Reihe sein, aber als Bernhard Hennen am Schreiben war, stellte sich heraus, dass der Stoff mindestens noch für zwei Bücher reicht. Also wird das endgültige Finale erst im Herbst bevorstehen, wenn "Himmel in Flammen" veröffentlicht wird.


    Wer aber denkt, dass es in "Die letzten Eiskrieger" deswegen eher beschaulich zugeht, der hat sich getäuscht; alles deutet in Richtung Finale und letzter Showdown. Leser, die die Elfenbände noch nicht kennen, können sicherlich etwas unbefangener, da unwissender an die Sache herangehen. Ich dagegen konnte mich während der gesamten Lektüre nicht dagegen wehren, dass ich mir vor Augen hielt, welche Völker letztendlich tausend Jahre später noch vorhanden sind - damit stehen die Verlierer bereits fest...


    Das macht die Sache aber nicht weniger spannend. Bernhard Hennen hat seine Handlung über drei dicke Bände hinweg sorgsam aufgebaut, seine Figuren auserzählt - was nicht bedeutet, dass es keine Überraschungen geben kann. Aber ich habe nun das Gefühl, die Figuren gut zu kennen - und zwar die Figuren auf beiden Seiten. Hier hat mir der Autor ein schönes Schnäppchen gespielt, denn plötzlich stehen sich Figuren, die ich gerne mag, auf den verschiedenen Seiten des Schlachtfelds gegenüber. Hilfe, was für ein Konflikt! Und von Autorenhand lange so vorbereitet.


    Die Komplexität der Geschichte ist insofern bemerkenswert, da sich langsam herauskristallisiert, dass in dieser epischen Sage keine Zeile umsonst geschrieben wurde; alles kommt wieder ans Tageslicht und bekommt seine Bedeutung. Was außerdem bei Bernhard Hennen immer funktioniert: die Faszinations des Grauens, das fieberhafte Weiterlesen, obwohl die Ekelgrenze schon weit überschritten ist, das gelingt ihm meisterhaft und er schafft Bilder, die mir auf Dauer im Kopf bleiben. Genau so gut gelingen ihm aber auch Szenen von ausgesuchter Schönheit; und ich finde, dieser Schreibstil ist wirklich etwas ganz Besonderes.


    Wie ihr sicher bemerkt, hat dieses Buch bei mir einen doch sehr emotionalen Eindruck hinterlassen :breitgrins: und deswegen wird es niemanden wundern, wenn es die volle Rattenzahl bekommt. Meine Gefühle für den nächsten Band sind gemischt, denn einerseits freue ich mich total drauf, bin aber schon ängstlich gespannt, mit welchen Szenen mich Bernhard Hennen wieder "erwischen" wird und außerdem werde ich wohl ein wenig traurig sein, dass es mit den Drachenelfen nun zu Ende ist. Bis dahin empfehle ich die Reihe und speziell diesen Band vier an alle Fans von gut gemachter, epischer Fantasy, die auch auf einen eleganten Schreibstil Wert legen. Als Einzelband ist er natürlich nicht geeignet, wer sich dafür interessiert, sollte schon mit dem 1. Band anfangen.


    5ratten

    :lesen: Kai Meyer - Die Bibliothek im Nebel

  • Ein wenig Diskussion ist hier durchaus angebracht, deswegen mein Senf.



    Einige einzelne Gedanken.


    Hm, das müsstest du mir nochmal näher erläutern, damit ich eine Meinung dazu bilden kann. Ich stehe gerade auf dem Schlauch.



    Ich hätte mir gewünscht, dass


    Ich denke



    Ich frage mich:


    Nein, ich habe es auch so in Erinnerung, dass es nicht explizit erwähnt wird - sofern das Wesen überhaupt überlebt hat. Vielleicht Stoff für eine neue Triologie. :breitgrins:



    Und was mich gestört hat, aber auch da lasse ich mich gerne eines besseren belehren,

    Das passiert so um Seite 532 rum.


    Ja, darüber habe ich mich auch gewundert.

    :lesen: Kai Meyer - Die Bibliothek im Nebel


  • Hm, das müsstest du mir nochmal näher erläutern, damit ich eine Meinung dazu bilden kann. Ich stehe gerade auf dem Schlauch.


    Na ja, mein Gedanke war,



    Nein, ich habe es auch so in Erinnerung, dass es nicht explizit erwähnt wird - sofern das Wesen überhaupt überlebt hat. Vielleicht Stoff für eine neue Triologie. :breitgrins:


    Das wäre natürlich ein Träumchen. :klatschen:
    Wobei es ja dann eine Reihe fernab von den restlichen Elfen-Verstrickungen sein müsste. Sonst wären wir ES ja schonmal begegnet. :gruebel:



    Ja, darüber habe ich mich auch gewundert.


    Du hast recht, so habe ich das noch nicht betrachtet. Es würde zum Goldenen passen sich so eine List einfallen zu lassen.


    Ich bin auf Bidayns weitere Entwicklung noch sehr gespannt, sie tut mir ein wenig leid.

  • Eine Rezi schaffe ich gerade nicht, aber natürlich beteilige ich mich gern an eurer Diskussion. :winken:



    Einige einzelne Gedanken.


    Bei mir ist es so angekommen, dass ...



    Ich denke


    Ich finde, dass ...



    Nein, ich habe es auch so in Erinnerung, dass es nicht explizit erwähnt wird - sofern das Wesen überhaupt überlebt hat. Vielleicht Stoff für eine neue Triologie. :breitgrins:


    Wenn ich das richtig verstanden habe ...



    Ja, darüber habe ich mich auch gewundert.


    Nee, ...


    Wie fandet ihr denn eigentlich ...

  • Endlich auch meine Rezension:


    Nachdem der Friedenspakt zwischen Drachen und Devanthar in den Flammen von Selinunt endgültig zu Asche geworden ist, will jeder den ersten Schlag im Kampf um das magische Nangog führen. Aaron schart Krieger aus allen sieben Menschenreichen um sich, während eine kleine Truppe bereits von Albenmark nach Nangog unterwegs ist. Nandalee will nichts mehr mit den Himmelsschlangen zu tun haben, doch Nachtatem bringt sie in den Jadegarten, um dort ihre Kinder zur Welt zu bringen …


    Bernhard Hennen hat es mit seiner stilvollen Sprache und der eindringlichen Atmosphäre wieder geschafft, mich von der ersten Seite an tief in seine Welten zu entführen. Anfangs ist da noch der Gedanke: Wow, was für ein Wälzer! Aber während ich die intensiven Bilder, Stimmungen und Gefühle genieße und mitgerissen werde, fliegen die Seiten nur so dahin und mein Lesezeichen wandert immer weiter nach hinten.


    Nandalee zerbricht fast an ihrem Verlust – und ich stehe in einem See aus Tränen, weil diese Wunde bei mir wieder aufgerissen ist und blutet. Allein daran merkt man schon, dass mich die Reihe emotional sehr berührt und fordert, was ich meistens liebe, aber manchmal auch hasse. Und leider ist es auch in diesem Band wieder so, dass ich eine meiner Lieblingsfiguren gehen lassen muss. Schrecklich!


    Die Entwicklungen sind natürlich auf das Finale ausgerichtet, und doch ist es anders als erwartet, weil den Nebenfiguren viel Platz eingeräumt wird. Zentrale Hauptfiguren wie Nandalee und Aaron tauchen meist nur am Rande auf, dafür wurden andere Charaktere weiter ausgebaut und die Geschichte erhält durch neue Erzählperspektiven noch mehr Facetten.


    Nodon ist mir in diesem Band doch sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich ihn davor nicht wirklich mochte. Ich finde es ja immer beeindruckend, wenn sich meine Sicht auf eine Figur so sehr ändert, weil ich sie besser kennenlerne. Oft passiert das ja auch nicht. ;) Aber die Strafe folgte auf dem Fuß, denn nicht nur Nodon musste leiden, sondern auch ich. Und wie! Eine der beiden Szenen, die mich noch lange in meinen Alpträumen verfolgt hat, war auch mit ihm. Und als mir bewusst wurde, wie sehr ich ihn mag, war mein erster Gedanke: Er ist tot! Das kommt also dabei raus, wenn der fiese Autor meine Lieblingsfiguren ständig umbringt …


    „Die letzten Eiskrieger“ war für mich eine berührende, tiefgründige und sehr faszinierende Lektüre mit so einigen Überraschungen. Mich hat wieder einmal die Komplexität beeindruckt, nichts passiert „einfach so“ – alles hat eine Bedeutung und ist miteinander verbunden. Die Geschichte ist magisch und manchmal gleichzeitig so verstörend, dass ich völlig geschockt bin und mein Kopfkino am liebsten abstellen würde. Aber es ist wie ein Sog, dem man nicht widerstehen kann und will – ganz egal, was dabei mit einem passiert. Darum bin ich auch schon sehr gespannt auf das Finale!