Johanna Grillmayer - That's life in Dystopia

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    Das Buch hat zwar einen englischen Titel, ist aber auf Deutsch geschrieben.


    Klappentext:

    Eine kleine Gruppe Zwanzig- bis Dreißigjähriger ist durch Zufall einer umfassenden Katastrophe entgangen, anders als nahezu die gesamte Menschheit. Die verschont Gebliebenen müssen ihr Leben nun neu organisieren, die Parole lautet: das Beste daraus machen. Warum also nicht die Stunde Null als Chance sehen, die Dystopie als Utopie?


    Autorin:

    Johanna Grillmayer, geboren 1974, lebt mit ihrer Familie in Wien. Studium der Geschichte an der Universität Wien. Arbeitet als Redakteurin beim ORF. That's life in Dystopia ist ihr erster Roman. Zwei ähnlich umfangreiche Fortsetzungsteile sind in Arbeit.


    Johanna Grillmayer ist außerdem meine Schwester und ich freue mich wahnsinnig für sie und bin sehr stolz! Ich verzichte daher auf eine Sterne-Bewertung, aber ich denke, die Worte werden für sich sprechen. ;)


    Meinung:

    Vorangestellt sei zu sagen, ich habe eine große Schwäche für "Zufallsgesellschaften" und, egal in welchem Genre, für mich ist stets das am wichtigsten, was ich "Figuren und ihre Beziehungen" nenne und da war ich in dem Buch genau richtig!


    Wir lernen Jola, die zentrale Figur und ihre Familie, sehr gut kennen und sie werden einem schon bald zu lieben FreundInnen, mit denen man liebt und bangt. Es gibt hier keine Zombie-Apokalpyse (obwohl, diese eine Szene ...) und obwohl es an sehr aufregenden Ereignissen nicht mangelt, entsteht die Spannung für mich in erster Linie aus - jawohl! - den Figuren und ihren Beziehungen. Dieser Aspekt ist hier ein besonders ergiebiger Leckerbissen, da Jolas aus den Umständen entstandene Familie eine ist, wie ich sie in der Form noch nie gelesen habe und sich erfrischenderweise nicht in eine Schublade packen lässt. Im Prinzip ist es eine Reihe von komplexen, sich stets wandelnden Einzelbeziehungen, aus denen etwas Gemeinsames entsteht.


    Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, es empfiehlt sich also, stets darauf zu achten, in welchem Jahr wir uns gerade befinden, aber damit kommt man sehr gut zurecht und ich mag das, wenn Aufmerksamkeit verlangt wird und die Geschichte trotzdem glatt fließt und sich schön zusammenfügt.

    Einerseits begleiten wir Jola & Co ein paar Jahre nach dem Ereignis und andererseits erleben wir es dann auch noch mit und sehen, wie sich die Familie langsam entwickelt hat, vor welchen Herausforderungen sie standen - und immer noch stehen - und wie man ein neues Leben aufbauen kann. Dazu werden alles andere als einfache Fragen gestellt, zB wie erklärt man einem nach der Katastrophe geborenen Kind, was eine U-Bahn ist? Muss man überhaupt? Wieviel von früher muss/soll/kann erhalten bleiben? Inwieweit ist dies die Chance auf einen Neubeginn? Wieviel Gesellschaft und Zivilisation braucht es überhaupt?


    Ein wirklich wunderbares, extrem menschliches Buch!