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Beiträge von René Bote

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  • Neven Subotić/Sonja Hartwig - Alles geben: Warum der Weg zu einer gerechteren Welt bei uns selbst anfängt

    • René Bote
    • 7. August 2026 um 16:23

    Klappentext:
    Neven Subotićs Buch ist ein Appell für mehr Gerechtigkeit im abgehobenen System Profifußball und in einer globalisierten Welt.

    Als Nevens Familie in den 90er-Jahren in Deutschland die Abschiebung drohte, flohen sie in die USA. Mit 17 kam er wieder, um Fußballprofi zu werden. Mit Borussia Dortmund wurde er Meister, er erlebte Nächte des Rauschs, fuhr schnelle Autos, hatte ein riesiges Haus – aber auch immer mehr Zweifel und Scham. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere entschied er, seine Leidenschaft und sein Geld denen zu widmen, die ein Leben im anderen Extrem führen müssen: Heute ermöglicht seine Stiftung Menschen in Äthiopien Zugang zu sauberem Wasser.

    Die Geschichte eines Sportlers, der zum gesellschaftspolitischen Aktivisten wurde. Und eine beeindruckende Lebensgeschichte.

    Über die Autoren (Quellen: Wikipedia, Amazon):
    Neven Subotić ist ein ehemaliger Fußballprofi, der in Deutschland für Mainz, Dortmund, Köln und Union Berlin aktiv war. Er wurde 1988 in Banja Luka, Bosnien-Herzegovina (damals noch Jugoslawien) geboren, verbrachte aber, nachdem seine Eltern mit ihm und seiner Schwester vor dem heraufziehenden Krieg geflohen waren, große Teile seiner Kindheit in Deutschland und die Jugend in den USA. Er durchlief die Jugend-Nationalmannschaften der USA, lief als A-Nationalspieler jedoch für Serbien auf. Noch während seiner aktiven Karriere gründete er 2012 die Neven-Subotić-Stiftung, die den Bau von Brunnen in Ostafrika organisiert und finanziert.

    Sonja Hartwig, geboren 1985, schreibt Bücher, Reportagen und Portraits zu individuell und gesellschaftlich existenziellen Themen.

    Persönlicher Eindruck:
    Neven Subotić schildert in seiner Autobiografie, unterstützt von Sonja Hartwig, seine persönliche Geschichte mit einem besonderen Fokus darauf, wie er dazu kam, sich in Afrika - hauptsächlich Äthiopien - zu engagieren, und was das Engagement mit ihm gemacht hat. Wer also spannende Fakten über den Fußballer erwartet, wird das Buch enttäuscht zur Seite legen. Während mich das nicht so sehr gestört hat, fand ich es schade, dass auch der Kern seinen Engagements, die Arbeit vor Ort in Äthiopien, später auch Kenia und Tansania, vergleichsweise kurz abgehandelt wird. Das mag darin begründet sein, dass er nicht selbst die Löcher aushebt und die Brunnenwände mauert, trotzdem hätte er dazu mehr zu sagen gehabt, wenn er gewollt hätte. Insofern ist mir sein Fokus auf die persönliche Entwicklung und die immer wiederkehrende Frage: Tue ich genug? zu eng gefasst. Die Entwicklung, die ihn geprägt hat, ist trotzdem nicht unspannend zu lesen.

    Stilistisch ist das Buch recht leicht wegzulesen, allerdings wiederholt sich für meinen Geschmack die Kernaussage zu oft.

    Fazit:
    Spannende Aspekte, aber mit zu engem Fokus, und definitiv kein Fan-Artikel.


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  • René Bote - 11 meistern jedes Handicap

    • René Bote
    • 3. Juli 2026 um 17:06

    Die Ballfreunde-Mädchen greifen wieder an. Im inzwischen schon achten Band der Reihe bekommen Sophie und ihre Freundinnen unerwartet Verstärkung: Alex, Linksfuß und Außenbahnspielerin aus Dänemark. Wie lange sie bleibt, weiß sie selbst noch nicht, ihr Vater wurde von seiner Firma übergangsweise versetzt. Fußball spielen will sie in dieser Zeit auf jeden Fall, und bei den Ballfreunden fühlt sie sich sofort wohl. Doch nachdem zunächst alles glatt zu laufen scheint, entwickelt sich eine Eigenheit, die sie schon fast ihr ganzes Leben lang begleitet, im ersten Spiel plötzlich zum Problem. Genauer gesagt machen andere ein Problem daraus.

    Die neue Geschichte rund um die Ballfreunde-Mädchen befasst sich mit der Frage nach Spielern und Spielerinnen mit körperlichen Besonderheiten. Ich spreche abseits des Buchtitels bewusst nicht von einem Handicap, weil ich als nicht Betroffener nicht sagen kann, was überhaupt als solches empfunden wird. Das E-Book erscheint am 17. Juli und kann bei einigen Händlern bereits vorbestellt werden. Eine Leseprobe findet sich auf meiner Website.

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  • Jean-Christophe Grangé - Im Wald der stummen Schreie

    • René Bote
    • 14. Mai 2026 um 15:31

    Ich bin auf das Buch gestoßen, weil ich im Rahmen einer selbst gestellten Challenge nach einem Buch gesucht habe, das in Argentinien spielt. Der Auftakt war nicht sehr vielversprechend, die Protagonistin kommt, obwohl noch ziemlich jung, wie die typische abgewrackte Ermittlerin rüber, deren Leben mehr offene Baustellen hat als eine durchschnittliche deutsche Großstadt. Dass sie ihre amtlichen Befugnisse für private Interessen und privateste Dinge anderer Menschen zu ihrer persönlichen Erbauung nutzt, macht es nicht besser. Was dieses Vorgeplänkel betrifft, wäre für mich weniger eindeutig mehr gewesen.
    Spannend wird es, sobald eine Mordserie die ganze Konzentration der Protagonistin fordert. Die Hintergründe der Morde sind vielschichtig, psychische Besonderheiten und historische Traumata ganzer Nationen werden geschickt verwoben. Ich zolle dem Autor Respekt, der es geschafft hat, sich die entscheidende Wendung bei 516 Seiten bis kurz vor Seite 500 aufzuheben, ohne dass der Rest dann abgehackt wird. Die Reise der Protagonistin kreuz und quer durch Mittel- und Südamerika ist packend geschildert.
    "Abgehackt" ist allerdings auch in anderer Hinsicht ein wichtiges Stichwort: Die Morde folgen einem Ritual, bei dem vorsichtig gesagt alles zum Vorschein kommt, was sich aus einem menschlichen Körper herausholen lässt. Selbst gemessen an den Maßstäben des Genres ist das überaus brutal, wenn auch angesichts der erzählten Handlung unvermeidbar.

    Fazit:
    Nach lauem Auftakt spannend, aber selbst für das Genre sehr blutig.

  • Betsy Uhrig - Club der Honks

    • René Bote
    • 5. Mai 2026 um 19:59

    Klappentext:
    Stell dir vor, du wüsstest, wie du in fünf Jahren sein wirst ... und es würde dir überhaupt nicht gefallen.

    In der zweiten Woche der 7. Klasse meldet sich Jason Sloan für den brandneuen HAIR-Club an. Der Club aber entpuppt sich als äußerst seltsam: Die Kinder sollen mithilfe einer schicken neuen Ausrüstung, die von einem mysteriösen Wohltäter gespendet wurde, per Videoaufnahme die Schule überwachen. Ihr erster Auftrag: herausfinden, wer aus der Cafeteria stiehlt.

    Doch statt der erwarteten dunklen Cafeteria zeigen die Videos Jason und seinen Freunden etwas ganz anderes: Aufnahmen von ihnen selbst als Highschool-Abgänger, fünf Jahre in der Zukunft! Was um alles in der Welt könnte hier passiert sein? Während die Kinder versuchen, das Rätsel zu lösen, müssen sie etwas feststellen: Niemandem von ihnen gefällt, wie sie in fünf Jahren sein werden ... Gibt es eine Möglichkeit, die Zukunft zu ändern und das eigene Schicksal aufzuhalten?

    Über die Autorin (Quelle: betsyuhrig.com):
    Betsy Uhrig wuchs in der Region Greater Boston auf und lebt dort heute mit ihrer Familie. Sie erwarb einen Abschluss in Englisch am Smith College und ist seitdem im Verlagswesen tätig, hauptsächlich als Lektorin. Zeitweise jobbte sie als Buchhändlerin und Eisverkäuferin, teils gleichzeitig. Persönliche Anmerkung: Ein Blick auf ihre Website lohnt sich, sie schreibt da noch eine Menge über sich selbst, das ist ganz witzig aufgemacht (Englisch).

    Persönlicher Eindruck:
    Zu Beginn wirkt der H.A.A.R.-Club (so die Bezeichnung in der deutschen Übersetzung) wie dieser eine Club, in dem sich die Außenseiter der Schule zusammenfinden. In gewisser Weise bleibt er das auch, von der Schule eher stiefmütterlich behandelt und nach außen unscheinbar. Spannend wird er durch das, was die Kinder daraus machen und wie sie sich langsam an das Geheimnis herantasten. Der Erzähler ist in gewisser Weise der Loser unter den Losern, versehen mit dem Amt des Chronisten, das eigens geschaffen wurde, damit er nicht als Einziger kein Amt innehat. Gleichzeitig ist er aber einer derjenigen, die die Handlung maßgeblich gestalten. Dass er immer wieder die Vierte Wand durchbricht, gefällt mir gut, auf diese Weise wird der Leser noch einmal stärker eingebunden.
    Der einzige Kritikpunkt ist für mich die sechsjährige Schwester des Erzählers. Die Szenen mit ihr sind für die eigentliche Handlung und für die Charakterisierung des Protagonisten meistenteils unerheblich, gleichzeitig aber nervig zu lesen, weil Alice es geschafft hat, jedem Versuch, sie zu erziehen, erfolgreich aus dem Weg zu gehen, und von den Eltern in ihrem Verhalten noch bestärkt wird (okay, auch eine Form von Erziehung, zugegeben).

    Fazit:
    Spannend, auch humorvoll, insgesamt gut.

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  • René Bote - Pro 0 - Fun 1

    • René Bote
    • 2. Mai 2026 um 15:19

    Die Freunde Madhu und Henri überlegen keine Sekunde, als die SV zum E-Fußball-Turnier an ihrer Schule einlädt: Sie sind zwar nicht gerade Profis am Gamepad, aber natürlich machen sie mit! Lasse, der dieselbe Klasse besucht, winkt verächtlich ab, wenn es nach ihm geht, bleiben die Könner – zu denen er sich zählt – unter sich. Dass er mit seiner Erfahrung im Vorteil ist, wissen Madhu und Henri, aber gerade dann sollte es ihn doch nicht stören, wenn er auf leichte Gegner trifft! Oder hat er etwa Angst, sich zu blamieren? Sie lassen sich jedenfalls die Vorfreude nicht vermiesen, und sie bekommen Hilfe von unerwarteter Seite.

    Pro 0 – Fun 1 ist eine Geschichte in der Welt des E-Sports, die sich um Freundschaft und Herausforderungen dreht. Sie ist ab sofort als Taschenbuch und E-Book überall erhältlich, wo es meine Bücher gibt, unter anderen bei Amazon, ebook.de und Apple. Alle Informationen und eine Leseprobe finden sich auf meiner Website.

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  • Nicole Glücklich - Sherlock Holmes: Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten

    • René Bote
    • 26. April 2026 um 20:31

    Klappentext:
    Er ist einer der beliebtesten Ermittler der Literatur- und Fernsehgeschichte: Sherlock Holmes. Doch wissen Sie, warum das heutige ikonische und allgemein bekannte Bild von Sherlock Holmes eigentlich falsch ist, welchen Einfluss Sherlock Holmes auf die Kriminaltechnik hatte oder welche anderen Phänomene der Popkultur die Figur beeinflusst hat?
    Nicole Glücklich geht der Frage nach, warum alle Sherlock Holmes, aber nur wenige Sir Arthur Conan Doyle kennen und welche Rolle Watson spielt. Sie erzählt, welche berühmten Sherlock-Holmes-Fans es im Laufe der Geschichte gab und zeigt auf, welche Orte man als Sherlock-Holmes-Fan unbedingt besucht haben sollte!

    Über die Autorin (Quellen: Amazon und Portrait im Buch):
    Nicole Glücklich, Jahrgang 1981, ist Informatikerin, Umweltwissenschaftlerin und Autorin. Sie beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Sherlock Holmes und Sir Arthur Conan Doyle und engagiert sich in verschiedenen Fan-Aktivitäten.

    Persönlicher Eindruck:
    Das Buch sammelt verschiedenste Fakten rund um Sherlock Holmes und seinen Erschaffer Sir Arthur Conan Doyle. Kurze Kapitel gehen dabei auf viele unterschiedliche Aspekte ein: die Entstehung der Figur, das Leben des Autors, Museen und Denkmäler, Kurioses und "Wissen für Klugscheißer". Kurze Texte wechseln sich mit Stichpunktlisten und Zeitstrahlen ab. Obwohl dabei zumindest für mich kein roter Faden zu erkennen war, erfährt man viel über den Autor und die Welt, die er erdacht hat. Das Ganze ist locker-leicht geschrieben, perfekt zum etappenweisen Schmökern zwischendurch.

    Fazit:
    Bunte Mischung kurzweiliger Häppchen.

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  • Anna Ida - TikTok-Tod

    • René Bote
    • 24. April 2026 um 21:24

    Klappentext:
    TikTok-Tod ist ein fesselnder, aufrüttelnder Roman mit Ratgeber-Teil, der den Leser dazu anregt, über die Komplexität von Freundschaft, das Phänomen des (Cyber-)Mobbings, die Nutzung von neuen Medien und die Verantwortung, die wir alle tragen, nachzudenken. Mit seinen eindringlichen Charakteren und der spannenden Handlung hält dieses Buch die Leser bis zur letzten Seite gefangen und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

    In einer idyllischen Kleinstadt wird die 12-jährige Jessica brutal ermordet aufgefunden. Die Täterinnen sind keine Fremden, sondern zwei ihrer engsten Freundinnen – Emilia und Calantha. Dieses erschütternde Verbrechen wirft dunkle Fragen auf: Was hat die beiden Mädchen dazu getrieben, ihre Freundin so grausam zu töten? Und warum hat niemand die Anzeichen erkannt? Im Zentrum der Geschichte steht das allgegenwärtige Problem des Mobbings, das sich in Jessicas Freundeskreis vollzogen hat.

    Über die Autorin (Quellen: Amazon und kulturkaufhaus.de):
    Anna Ida, Jahrgang 1970, hat deutsche und italienische Wurzeln. Sie studierte Germanistik, Kunstpädagogik und Philosophie in Hannover und Osnabrück. Sie hat lange Jahre an unterschiedlichen Schulformen unterrichtet und umfangreiche Kenntnisse zum Thema Mobbing. Sie ist als Schriftstellerin und Künstlerin tätig.

    Persönlicher Eindruck:
    Das Buch versucht, die Dynamiken, die Mobbing zugrunde liegen und die Mobbing wiederum nach sich ziehen kann, in Form von Interviews zu erklären, die eine Journalistin mit dem Umfeld einer von Gleichaltrigen ermordeten Zwölfjährigen führt, aber auch mit dem - teilweise deckungsgleichen - Umfeld der Täterinnen. Der Anlass zur Entstehung des Buchs war ein reales Geschehen aus der jüngeren Vergangenheit, und das fiktive Geschehen lehnt sich überaus eng daran an. Für mich hat es sich teilweise so angefühlt, als wären nur die Namen ausgetauscht worden, und irgendwie nicht richtig, dass die Geschichte sich nicht mehr vom realen Mord löst.
    Sich dem Thema in Form von Interviews zu nähern, finde ich gut, es bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten, auch, wie sie sich im Lauf der Zeit ändern. Meistens gelingt das, an einigen Stellen fehlt mir etwas der rote Faden, und die Interviews mit der jüngeren Schwester der Ermordeten wirken von der Reflektiertheit und der Ausdrducksweise her unglaubwürdig.
    Alles in allem nimmt sich das Buch eines wichtigen und schwierigen Themas in einer Form an, die lesenswert ist, auch wenn die Umsetzung nicht ohne Schwächen ist. Ein Ratgeber-Teil mit Anlaufstellen und Vorlagen für die Behandlung des Themas im Unterricht ergänzen die Geschichte.

    Fazit:
    Passender Ansatz für ein schwieriges Thema, Umsetzung mit gewissen Schwächen.


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  • Martin Zimmermann - Die seltsamsten Orte der Antike

    • René Bote
    • 1. April 2026 um 19:39

    Klappentext:
    Dieses Buch lädt ein zu einer ebenso spannenden wie unterhaltsamen Expedition. Es führt seine Leserinnen und Leser über drei Kontinente vom Hindukusch im Osten zu den Säulen des Herakles im Westen, vom nebelgrauen Thule im Norden zum sonnendurchfluteten Alexandria im Süden und macht mit 40 wahrhaft seltsamen Orten einer fernen Vergangenheit vertraut: mythischen Metropolen wie der Urstadt der Menschheit (Eridu), Schauplätzen großer Liebesgeschichten wie den hängenden Gärten von Babylon, rätselhaften Stätten wie der Stadt der Elefanten (Apameia), betrügerischen Orakeln (Abonuteichos), dem Grabmal der Kleopatra (Alexandria), Gespensterhäusern (Athen), Schädelsammlungen (Entremont) und jenem heiligen Vorgebirge am Atlantik, wo man ein leises Zischen hört, wenn die Sonne im Meer versinkt.

    Über den Autor (Quellen: Portrait im Buch und Wikipedia):
    Martin Zimmermann, geboren 1959 in Güldenstein, studierte Geschichte und Germanistik zunächst in Kiel, später in Tübingen, wo er promovierte und sich habilitierte. Seit 2002 ist er Ordentlicher Professor für Alte Geschichte an der Universität München. Sein Forschungsschwerpunkt ist die historische Landeskunde Kleinasiens.

    Persönlicher Eindruck:
    Martin Zimmermann schildert in seinem Buch eine Reihe von Städten der Antike vor allem im Hinblick auf ihre Bedeutung im kulturellen Kontext. Anhand teils nachgewiesener, teils rein mythologischer Orte erklärt er, wie die Menschen der Antike versucht haben, sich die Welt zu erklären, aber auch, wie Mythen zu politischen und finanziellen Zwecken ins Leben gerufen oder umgedeutet wurden. Die Ausführungen sind unterteilt in Kapitel, die sich jeweils einer Kategorie von Orten annehmen, zum Beispiel Orte, die den Ursprung der Welt greifbar machen sollten, oder Ort des Wissens. Innerhalb jedes Kapitels werden mehrere Städte in jeweils einem Unterkapitel beschrieben, sodass das Buch auch als Nachschlagewerk verwendet werden kann. Weil Geschichte sich nun einmal zu wiederholen pflegt und die antiken Völker voneinander lernten, bleibt es nicht aus, dass sich verschiedene Elemente in den Mythen wiederholen, trotzdem ist jede Beschreibung für sich spannend. Wenn man zu viel auf einmal liest, kann es passieren, dass einem irgendwann der Kopf schwirrt von Namen von Personen und Städten, und dass man das Gefühl hat, sich in einem Netz aus Querverbindungen zu verheddern. Mich persönlich hat das nicht gestört, insgesamt war es für mich ein spannender Einblick in die Gedankenwelt der Antike.

    Fazit:
    Spannender Einblick in die Gedankenwelt einer längst vergangenen Zeit. 4ratten

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  • René Bote - Vor dem Osterfeuer

    • René Bote
    • 27. März 2026 um 15:39

    Passend zu Ostern gibt es eine neue Kurzgeschichte rund ums Osterfeuer eines Sportvereins. Eine Veranstaltung dieser Größe braucht viele Helfer, einer davon ist Nils, Jugendfußballer und Sohn eines der Vorstände. Ohne dass ihm gar keine Zeit zum Feiern mehr bleibt, packt er mit an, und er springt auch ein, als kurzfristig jemand gesucht wird, der vor dem Anzünden den Holzstoß noch einmal umschichtet. Daraus könnte sich eine Chance ergeben, auf die er schon lange gewartet hat – aber das Glück scheint nicht von langer Dauer.

    Vor dem Osterfeuer ist als E-Book überall erhältlich, wo es meine Bücher gibt. Alle Infos und eine Leseprobe finden sich selbstredend auf meiner Website.


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  • Bettine Reichelt - Tatort Eden

    • René Bote
    • 18. Januar 2026 um 18:24

    Klappentext:
    David, ein reicher Unternehmer, bekommt alles, was er will – und er will Batseba, die Frau seines Angestellten … In einem idyllischen Dorf wird ein junger Mann vermisst, sein Blut klebt an einem Stein. Der Verdacht: Brudermord … David und Batseba, Kain und Abel, Jakob und Esau: Die Bibel bietet viel Stoff für spannende Krimis. Was wäre, wenn die alten Geschichten heute geschehen würden? Packend erzählt Bettine Reichelt in diesem Buch zehn biblische Kriminalfälle neu, von Diebstahl über Entführung bis hin zu Mord und Totschlag. Sie zeigt: Die biblischen Geschichten sind lebensnah und aktueller denn je. Und: Selbst beim größten Sündenfall sind neben den Indizien menschlicher Schwäche auch Gottes Spuren zu finden. Ihr eigenes kriminalistisches Talent und Ihre Bibel-Kenntnisse können Sie in zusätzlichen Quizfragen testen.

    Über die Autorin (Quelle: bettine-reichelt.de und Portrait im Buch):
    Bettine Reichelt, geboren 1967 im Vogtland, studierte nach dem Abitur Theologie und wurde 1997 erstmals Pfarrerin. Gleichzeitig brachte sie mit einem Leipziger Verlag einen Geschenkbildband als erste Veröffentlichung heraus. Ab Anfang der 2000er Jahre konzentrierte sie sich auf ihre freiberufliche Arbeit als Autorin und Lektorin, inzwischen ist sie auch wieder im Pfarrdienst tätig.

    Persönlicher Eindruck:
    Bettine Reichelt greift in ihrem Buch überwiegend alttestamentarische Texte auf und nutzt sie als Leitlinien für mehr oder weniger gegenwartsnahe Geschichten. Dabei ist die Bandbreite groß, was die Umsetzung betrifft, einige Geschichten haben einen Ich-Erzähler, andere sind in der Dritten Person erzählt, einige im Erzähltext, andere eher tagebuch- oder protokollartig. Einige lösen sich vom biblischen Vorbild, das waren für mich auch diejenigen, die mir besser gefallen haben, bei anderen wird sehr bemüht der Zusammenhang zur Vorlage herausgearbeit, was den betreffenden Geschichten meiner Meinung nach eher zum Nachteil gereicht.
    Alles in allem lassen sich die Geschichten auch ohne Kenntnisse der Vorlage lesen. Die den Geschichten zugrundeliegenden Bibeltexte werden im Anhang des Buches kurz zusammengefasst.

    Fazit:
    Spannende Idee, teils, aber nicht durchgehend gut umgesetzt. 4ratten

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  • Ben Redelings - Ein Tor würde dem Spiel guttun: Das ultimative Buch der Fussball-Wahrheiten

    • René Bote
    • 3. Januar 2026 um 09:16

    Klappentext:
    Über 3500 verblüffende Fußball-Weisheiten von A-Z. Die besten Zitate von Spielern, Trainern, Managers, Sportreportern und Schriftstellern - darunter Witziges, Philosophisches und natürlich die Klassiker - übersichtlich alphabetisch nach Namen sortiert.

    Über den Autor(Quelle: Amazon und scudetto.de):
    Ben Redelings (geboren 1975 in Bochum) ist Autor, Kolumnist und Unterhalter. Er sammelt Anekdoten rund um Fußball, die er in Bücher, Kolumnen und Show-Abende einfließen lässt.

    Persönlicher Eindruck:
    Das Buch häuft Zitate von allen möglichen Menschen und Organen an, die irgendwie mit Fußball zu tun haben. Der Autor versucht, eine gewisse Ordnung hineinzubringen, indem er ansatzweise nach Quellen sortiert (Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre ...) und innerhalb der so entstandenen Kapitel alphabetisch nach Name. Das funktioniert nur bedingt, allein schon, weil nun mal nicht so selten aus Spielern später Trainer oder Manager werden. Tatsächlich sind einige Zitate so doppelt aufgeführt.
    Thematisch ist ziemlich viel vertreten, von bewussten Wortspielen über Versprecher bis hin zu mehr oder weniger blumig formulierten Beleidigungen. Die Entstehungszeit reicht von den 30er Jahren bis ins 21. Jahrhundert. Alles bunt durcheinander. Einige Zitate sind zum Lachen, andere wenigstens zum Schmunzeln, einige aber auch lahm, und manche muss man vorsichtig gesprochen im Kontext iher Entstehungszeit betrachten.
    Schade finde ich, dass Fußballerinnen, Trainerinnen ... fast völlig ignoriert werden. Auch da gäbe es sicherlich manche Anekdote, allerdings schaffen die es oft nicht so breit in die Medien.
    Erwähnenswert sind noch die Illustrationen, für die Thomas Körner alias TOM, der Schöpfer der Touché-Strips, verantwortlich zeichnet und hier und da auch eine seiner bekannteren Figuren auftreten lässt.

    Fazit:
    Durchaus einige gute Steilpässe, aber auch viel Mittelfeld-Geplänkel. 4ratten

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  • René Bote - Der Klimpergeld-Fall

    • René Bote
    • 1. Januar 2026 um 14:40

    Kurz vor Weihnachten ist er noch fertig geworden und nun auch in den Shops: mein neuer Kinderkrimi Der Klimpergeld-Fall. Geld einsammeln und ein Geschenk zum 50. Geburtstag der Klassenlehrerin kaufen? Das darf man Sechstklässlern schon zutrauen, findet ein Teil der Eltern, während andere davon überzeugt sind, dass das nur schiefgehen kann. Zunächst klappt alles reibungslos, Klassensprecherin Emilia kümmert sich und hat das Geld bald zusammen. Doch ehe sie sich auf den Weg machen kann, das Geschenk zu kaufen, ist das Geld plötzlich weg. Zusammen mit ihrer besten Freundin Zara macht Emilia sich auf die Suche. Doch sie haben kaum Anhaltspunkte, und die, die sie haben, drohen sie noch dazu in die Irre zu führen.

    Die Geschichte ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich, eine Leseprobe gibt es wie immer auf meiner Website.

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  • Andreas Schlüter - Lösegeld!

    • René Bote
    • 20. Dezember 2025 um 19:34

    Klappentext:
    Ein großer Tag für die dreizehnjährige Annalena - die Probe des Musicals ihrer Klasse. Annalena spielt und singt darin die Hauptrolle.
    Auch für Jeffrey ist ein besonderer Tag. Mit zwei seiner Kumpel ist er aus dem Jugendgefängnis ausgebrochen. Nun brauchen sie Geld und Papiere. Die drei platzen mitten in die Probe des Musicals. Wider Willen kommt auf Annalena eine andere, höchst gefährliche Hauptrolle zu.
    Ein Krimi nach Thrillerart aus der Sicht der Opfer und Täter - spannend, spannend, spannend.

    Über den Autor (Quellen: Amazon und Portrait im Buch):
    Andreas Schlüter, 1958 geboren, leitete früher Kinder- und Jugendgruppen und war freischaffender Journalist und Redakteur. Seit 1996 ist er freiberuflich als Autor tätig, schreibt Kinder-und Jugendbücher sowie Drehbücher unter anderem für den Tatort und Krimi.de.

    Persönlicher Eindruck:
    Der Autor erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Die wichtigste ist die von Annalena, die unter den jungen Geiseln diejenige ist, die es dem Anführer der Geiselnehmer irgendwie angetan hat, auch die Sicht von Jeffrey, dem Anführer der Geiselnehmer, wird ausführlich beleuchtet. Daneben sind die junge Polizeipsychologin und der Schulleiter der betroffenen Schule zu nennen. Die Handlung entwickelt sich zügig, Andreas Schlüter hält die Spannung ständig hoch, selbst wenn sich gerade wenig tut. Etwas nervig fand ich die Polizei, die sich vor allem in Person des Einsatzleiters zeitweise nicht sehr professionell zeigt.

    Fazit:
    Spannender Jugendkrimi mit psychologischer Tiefe. 5ratten


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  • Clara P. Unterberger - Runa Lumari und das Symbol der Magie

    • René Bote
    • 29. November 2025 um 20:54

    Klappentext:
    "Mit Besen fliegt man nicht. Das ist Märchenkram." Runa dachte, sie sei ein ganz normales Mädchen - bis sie eines Tages von einer geheimnisvollen Welt erfährt, die ihr Leben in ein einziges Abenteuer verwandelt.
    Schon mal von singendem Vanillepudding gehört? Von Kleidung, die sich von selbst den wildesten Wünschen anpasst? Oder von einem frechen Buch, das ein Eigenleben entwickelt und einen regelmäßig in den Wahnsinn treibt? Willkommen in Kaneria - dem Ort, an dem nichts unmöglich ist.
    Doch zwischen all dem Zauber lauert Gefahr: Prüfungen enden nicht selten in Kämpfen gegen Monster, wilden Zauberduellen oder unvorhersehbaren Stürzen aus fremden Welten. Immer stärker gerät Runa ins Zentrum eines uralten Rätsels und wird zur Zielscheibe dunkler Mächte. Zwischen Schneeballschlachten mit Glitzerexplosionen, magischen Verwandlungsspielen und Kämpfen hoch über den Wolken muss sie beweisen, dass mehr in ihr steckt, als sie selbst ahnt.
    Denn die Magie wählt niemals zufällig. Und sie hat Runa erwählt.

    Über die Autorin (Quellen: Portrait im Buch, Amazon und Südtirol News):
    Clara P. Unterberger (geb. 2014 in Bruneck) ist eine Schülerin aus Südtirol. Sie ist seit frühester Kindheit fasziniert von Büchern und dachte sich schon als kleines Kind eigene Geschichten aus. "Runa Lumari und das Symbol der Magie" ist ihre erste Veröffentlichung, die pünktlich zu ihrem elften Geburtstag erschien.

    Persönlicher Eindruck:
    "Runa Lumari und das Symbol der Magie" erinnerte in einigen Details an Harry Potter. Der erste Teil kommt eher geruhsam daher, dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Text ist flüssig geschrieben und lässt gut fühlen, was alles auf Runa einprasselt, wie sie darum kämpft, sich zurechtzufinden in einer neuen Welt, in der ihr nicht alle freundlich gesonnen sind.

    Fazit:
    Spannende Kinder-Fantasy, gelungenes Debüt einer ganz jungen Autorin. 5ratten

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  • René Bote - Ein falscher Verdacht, der keinen Unschuldigen trifft

    • René Bote
    • 15. November 2025 um 11:34

    Wer Opfer von Mobbing wird, sollte sich so schnell wie möglich Hilfe holen. Aber wie, wenn sich die Täter keine Blöße geben? Das ist das Problem, vor dem auch Ruben in meiner neuen Geschichte steht. Die drei Jugendlichen, die ihn ständig piesacken, wissen genau, wie weit sie gehen können. Nie gibt es Zeugen, nie Beweise, mit denen Ruben auf sie zeigen könnte. Würden Eltern und Lehrer ihm trotzdem glauben? Und wenn sie ihm glauben, was können sie machen? Ruben schweigt und lauert auf seine Chance. Doch selbst wenn sie einen Fehler machen, scheinen Marvin, Simon und Fabian alles Glück auf ihrer Seite zu haben.

    Ein falscher Verdacht, der keinen Unschuldigen trifft ist eine Geschichte um Mobbing und Hilfe von unerwarteter Seite. Das E-Book erscheint am 29. November und kann bei einigen Händlern bereits vorbestellt werden. Die obligatorische Leseprobe gibt es da, wo es alle meine Leseproben gibt.

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  • René Bote - Mit der Hand der Ahnen

    • René Bote
    • 16. Oktober 2025 um 19:09

    Nach dem Unwetter, das über das Anwesen der Weidenthals – ehedem von Weidenthals – fegt, ist alles anders. Die Schäden sind nicht der Rede wert, aber in der Grube, die ein umgestürzter Busch hinterlassen hat, macht Fabiana eine schaurige Entdeckung. Ist das auch der Grund für ihre plötzlichen Aussetzer? Auf jeden Fall, meint ihr Cousin Louis, doch mit jedem Mal wird die Sache geheimnisvoller, und langsam gehen ihm die Argumente aus. Ehe sie wissen, wie ihnen geschieht, stecken Fabiana und Louis in einer Reise in die Geschichte ihrer Familie, und sie wissen nicht einmal, wer oder was sie führt.

    Mit der Hand der Ahnen vermischt Abenteuer mit einem Hauch Mystik. Die Geschichte ist ab sofort als E-Book und Taschenbuch erhältlich. Alle Informationen und eine ausführliche Leseprobe gibt es wie gewohnt auf meiner Website.


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  • Franz Werfel - Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig

    • René Bote
    • 12. September 2025 um 20:36
    Zitat von Katjaja
    Zitat von dodo

    k.u.k. Offiziersfamilie

    Was ist das?

    k. u. k. = kaiserlich und königlich (österreichisch-ungarische Doppelmonarchie). Hier also eine Familie, in der die Männer traditionell eine Offizierslaufbahn in der kaiserlich-königlichen Armee einschlagen.

  • Isabella Tree - Wildes Land

    • René Bote
    • 3. September 2025 um 17:33

    Klappentext:
    Das Landgut, das Isabelle Tree und ihr Mann seit vielen Jahren bewirtschaften, steht kurz vor dem Ruin, als sie beschließen, alles anders zu machen. Sie wollen mit der Natur arbeiten, nicht mehr gegen sie, und lassen das 1400 Hektar große Areal verwildern. Sie siedeln Damhirsche, Schweine, Exmore-Ponys und Langhornrinder an, die dabei helfen, dass auf dem ausgelaugten Boden eine diverse Landschaft entsteht. Entgegen allen Erwartungen wird das renaturierte Land um Knepp Castle so artenreich, dass selbst Biologen überrascht sind. Dieses einzigartige britische Renaturierungsexperiment liest sich als Blaupause für Projekte in ganz Europa.

    Über die Autorin (Quelle: Wikipedia):
    Isabella Tree (geb. 1964), bürgerlich Lady Isabella Elizabeth Nancy Burell, ist eine britische Autorin und Reisejournalistin. Sie wurde als kleines Kind von Michael und Anne Tree adoptiert, einem Paar aus der britischen Oberschicht. Nach der Schulzeit, in der sie zweimal der Schule verwiesen wurde, studierte sie in London. Sie heiratete Sir Charles Burrell, 10. Baronet, mit dem sie das Landgut Knepp bewirtschaftet; zunächst konventionell, seit der Jahrtausendwende als Rewilding-Projekt. Sie verfasst Sachbücher zu verschiedenen Natur- und kulturellen Themen, das erste erschien 1991.

    Persönlicher Eindruck:
    Wildes Land beschreibt den Werdegang eines ausgedehnten Landgutes von der konventionellen, im Lauf der Zeit immer mehr intensivierten Landwirtschaft zu einem weitestgehend der Natur überlassenen Rückzugsgebiet für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. Ich finde die erste Hälfte des Buches spannend, die die Schwierigkeiten der Landwirtschaft auf grenzwertigen Böden beschreibt und die Impulse von außen, die schließlich dazu geführt haben, die Landwirtschaft aufzugeben und das Land wieder der Natur zu überlassen. Auch die Suche nach dem richtigen Weg und die Auseinandersetzungen mit Behörden, Nachbarn und möglichen Unterstützern sind anschaulich beschrieben. Die späteren Kapitel, in denen der Fortschritt des Projekts anhand einzelner Arten oder Gruppen von Arten beschrieben wird, haben mir nicht mehr so gut gefallen. Das Zusammenspiel der Arten und die Erkenntnisse, welche Bedingungen sie bevorzugen, wenn man ihnen die Wahl lässt, sind immer noch spannend, aber die Autorin verliert sich in langen Listen von Arten und Unterarten und Populationsstatistiken.

    Fazit:
    Erst spannend, dann zäh.


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  • René Bote - Emil packt das!

    • René Bote
    • 27. Juli 2025 um 18:43

    Emil ist in seiner Klasse der Außenseiter, nicht direkt unbeliebt, aber zurückhaltend und ängstlich, sodass niemand so recht etwas mit ihm anfangen kann. Erst auf der Klassenfahrt sehen die anderen, dass er eigentlich gar nichts dafür kann; es ist seine Mutter, die immer zu viel Angst hat und ihm nie etwas erlaubt. Klar, dass sie nicht begeistert ist, als Smilla und ihre Clique Emil spontan zu einem Ausflug in den Wald mitnehmen. Doch nach allem, was Emil an diesem Nachmittag mit seinen Kameraden erlebt, wird sich das Rad nicht mehr zurückdrehen lassen, auch wenn Emils Mutter das noch nicht wahrhaben will.

    Emil packt das! ist eine Kurzgeschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und die Balance zwischen beschützen und Freiraum lassen. Sie erscheint am 12. August als E-Book und kann unter anderem bei Amazon und ebook.de vorbestellt werden. Alle Informationen und eine Leseprobe wie üblich auf meiner Website.

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  • Adriana Popescu - Der Sommer, als wir träumen lernten

    • René Bote
    • 9. Juni 2025 um 14:18

    Klappentext:

    Leo, Grete, Alex und Jannis haben schon mal eines gemeinsam: Ihre Familien halten es einfach nicht mehr aus mit ihnen, weshalb sie auf eine Therapie-Camp-Tour geschickt worden sind. Die schwedischen Wälder sind zwar nicht gerade die Wüste, aber verbannt und verraten fühlen sie sich trotzdem. Alex hasst es, ohne ihre Freunde zu sein, aber wenn es sein muss, ist sie eben eine One-Girl-Gang. Perfektes Opfer ist Grete mit den schicken Klamotten, die garantiert das erste Mal von Mami weg ist. Für Jannis ist das Camp die letzte Chance. Also macht er genau das, was er immer macht, aber nie soll: Er schlägt um sich. Typen wie Jannis geht der introvertierte Leo normalerweise aus dem Weg, aber seit sie ihn in diesem bekloppten Camp auf kalten Digital-Entzug gesetzt haben, ist er selber kurz vorm Ausflippen.

    Über die Autorin (Quellen: Wikipedia und Portrait im Buch):

    Adriana Popescu (geboren 1980 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin mit rumänischen Wurzeln. Sie studierte Literaturwissenschaften und schrieb fürs Fernsehen und diverse Magazine, ehe sie sich ganz dem Schreiben von Romanen zuwandte. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie nach mehreren Absagen im Selfpublishing, inzwischen werden ihre Bücher von verschiedenen Verlagen herausgebracht. Ihr Buch "Morgen irgendwo am Meer" wurde 2022 verfilmt und gewann 2023 beim Bremer Filmfest den Publikumspreis Bremer Film. Adriana Popescu, die auch unter mehreren Pseudonymen schreibt, lebt in Stuttgart.

    Persönlicher Eindruck:

    Die Geschichte wechselt kapitelweise die Sicht zwischen den vier Jugendlichen, für die der Kanu-Trip in Schweden der ungezählteste Versuch ist, mit dem ihr jeweiliges Umfeld ihren Problemen beikommen will. Gelegentlich werden Ansichten weiterer Handelnder eingestreut.

    Die ersten Kapitel sind schwere Kost, weil die Jugendlichen unglaublich kaputt zu sein scheinen und jeden, der ihnen helfen will, mit Gewalt von sich wegstoßen. Gleichzeitig versuchen die Betreuer es mit Methoden, mit denen schon viele Pädagogen, Psychologen und Therapeuten vor ihnen gescheitert sind, mit Verständnis, das zumindest durch die Brille der Jugendlichen arg aufgesetzt wirkt. Zuletzt bekriegen die Jugendlichen sich auch untereinander, auch das macht es schwer, mit irgendeinem davon warm zu werden.

    Erst nach und nach öffnen sich die Jugendlichen und offenbaren damit auch dem Leser, welchen Ballast sie wirklich mit sich herumschleppen. Stück für Stück wird erkennbar, dass die vermeintlichen Probleme die Wirkung sind, während die Ursachen viel tiefer liegen. Diese Wahrheiten machen die Jugendlichen nahbarer, und man drückt ihnen die Daumen, dass sie den Weg, auf den das Camp sie geführt hat, auf den sie sich ein Stück weit auch gegenseitig führen, erfolgreich fortsetzen können.

    Adriana Popescu beschreibt den Findungsprozess glaubwürdig. Durch die gewählten Perspektiven kann der Leser keinen Wissensvorsprung erlangen, er kann bestenfalls ahnen, dass hinter dem Verhalten der vier mehr steckt als das, was von außen sichtbar wird. So ist er gezwungen, sich der Wahrheit mit den gleichen Hürden zu nähern wie die Protagonisten, teils auf Umwegen und mit überraschenden Rückschlägen.

    Fazit:

    Unbedingt lesenswert, wenn man bereit ist, einen mühsamen Weg zu sich selbst als Leser mitzugehen.

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