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  1. Literaturschock - Bücherforum
  2. buchregal123

Beiträge von buchregal123

  • Mechthild Borrmann - Lebensbande

    • buchregal123
    • 3. Februar 2026 um 13:02

    Dieser Roman erzählt von drei Frauen, die unterschiedliche Lebensverläufe haben und dennoch in Freundschaft miteinander verbunden sind.

    Eine der Frauen beginnt 1991 in Kühlungsborn ihre Geschichte aufzuschreiben nachdem sie einen Brief der LVA Mecklenburg-Vorpommern bekommen hat. Fast dreißig Jahre hat sie hier gelebt, als Krankenschwester gearbeitet, inzwischen ihren Mann Gustav beerdigt und immer die Wahrheit über ihre Vergangenheit verschwiegen.

    Es ist eine erschütternde Geschichte, welche die Autorin Mechtild Borrmann hier erzählt und die von wahren Schicksalen inspiriert wurde. Dies ist nicht mein erstes Buch der Autorin und ich mag ihren einfühlsamen, wundervoll zu lesenden Erzählstil.

    Die Charaktere sind individuell und glaubhaft beschrieben. Lene soll einen Bauerssohn heiraten, verliebt sich aber in den niederländischen Fabrikarbeiter Joop. Doch heiraten tut sie dann einen anderen und bekommt Leo, der sich nicht so entwickelt wie andere Kinder. Doch das ist in jenen Zeiten gefährlich. Lene verliert das Sorgerecht für ihr Kind. Als Leo ins Heim kommt, verspricht die Krankenschwester Nora sich um ihn zu kümmern. Sie hilft Lene dabei, den Jungen zu retten, was Folgen für sie hat. In Danzig lernt Nora Lieselotte kennen, ein paar Jahre später kommen sie in einen Gulag der Sowjetunion.

    Es ist bewundernswert, wie die Frauen trotz schwieriger Umstände zusammenstehen und dabei viel riskieren.

    Jahre später nach dem Mauerfall wird die Vergangenheit durch den offiziellen Brief der LVA wieder hervorgeholt. Entscheidungen und Handlungen wiegen schwer und lassen einen nicht los, das muss auch Nora erkennen.

    Der Roman ist bewegend und zeigt die Gräuel der Naziherrschaft, aber auch, dass Mut und Freundschaft viel bewirken können. Lesenswert!

    4ratten

  • Stefan Ahnhem - Wellengrab

    • buchregal123
    • 29. Januar 2026 um 13:35

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    Es ist schon eine ganze Weile her, seit der letzte Band aus der Reihe um Fabian Risk erschienen ist, daher habe ich mich auf diesen neuen Krimi sehr gefreut.

    Fabian Risk ist mit seiner Tochter Matilda auf einem Segeltörn, als an der Küste Schwedens der Strom ausfällt. Als er zurück in Helsingborg ist, werden er und seine Kollegen mit verschiedenen unerklärlichen Fällen konfrontiert. Nichts fügt sich zusammen und die Zeugen verhalten sich seltsam. Dann meldet sich eine alte Bekannte von Fabian, weil deren Tochter verschwunden ist. Bei der Suche nach dem Mädchen erkennt Fabian Verbindungen zwischen den ganzen Fällen. Doch was soll das alles?

    Auch dieses Mal konnte mich Stefan Ahnhem wieder mit seinem packenden Schreibstil überzeugen. Kurze Kapitel sorgen für Spannung und Tempo.

    Risk ist ein Mensch, der für seinen Beruf lebt, daran ist auch seine Ehe gescheitert. Er und seine Kollegen sind sehr unterschiedlich, ergänzen sich aber bei den Ermittlungen perfekt. Alle Charaktere sind authentisch und vielschichtig dargestellt.

    Immer wieder gibt es Wendungen, die einen unsicher machen, wer und was hinter allem steckt. Doch was die Ermittler dann herausfinden, ist erschreckend und leider absolut nicht unwahrscheinlich. Zum Glück gibt es Personen, die sich nicht unterkriegen lassen und dem Wahnsinn entgegenstellen.

    Ich kann diesen spannenden und temporeichen Thriller mit Tiefgang nur empfehlen.

    5ratten

  • Sandra Aslund - Dann ruhest auch du

    • buchregal123
    • 28. Januar 2026 um 12:27

    Maya wollte ein paar freie Tage bei ihren Eltern verbringen und ihre Freundin treffen. Doch dann wird in der Schlossruine von Borgholm auf Öland die grausam hingerichtete Leiche einer Journalistin aufgefunden. Es ist der zweite derartige Todesfall. Maya und ihr Kollege Pär werden in die Ermittlungen einbezogen. Der Fall wird für Maya persönlich, als sie entdeckt, dass es Verbindungen zu einem traumatischen Vorfall in ihrer Vergangenheit gibt.

    Dies ist der dritte Band der Reihe „Ein Fall für Maya Topelius“. Ich mag die etwas düstere Atmosphäre von Skandinavien-Krimis sehr gerne und auch dieses Buch hat mir gefallen. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen.

    Die Charaktere sind gut und glaubhaft dargestellt. Maya ist eine gute Polizistin, die sich auch in andere einfühlen kann. Aber ihre eigenen Gefühle hat sie immer erfolgreich unterdrückt. Sie geht unkonventioneller an ihre Fälle heran als ihr Partner Pär, der erfahrener ist. Doch dieses Mal wird ihr alles abverlangt. Natürlich sind die örtlichen Ermittler nicht erfreut darüber, dass die Kollegen aus Stockholm mitmischen. Auch Mayas Freundin Clara hat ihre Probleme, denn ihr Sohn hat sich in letzter Zeit sehr verändert.

    Die Spuren, denen die Ermittler nachgehen, führen zu rechtsradikalen Kreisen. Es ist erschreckend, welche Abgründe sich da auftun. Auch dieses Mal handelt Maya recht impulsiv und bringt sich bei ihren Nachforschungen selbst in Gefahr.

    Mir hat diese spannende Schweden-Krimi wieder gut gefallen.

    4ratten

  • Vea Kaiser - Fabula Rasa

    • buchregal123
    • 3. Januar 2026 um 11:59

    Angelika Moser ist Ende der Achtzigerjahre Buchhalterin im Grand Hotel Frohner in Wien. Sie mag ihren Job, doch dann wird sie vom Direktor gebeten, die Bilanzen der letzten Jahre zu ändern, um eine Erbengemeinschaft abzuschrecken. Sie lässt sich darauf ein. Als die lebenslustige junge Frau dann mit einem Kind dasteht, das sie durchbringen muss, manipuliert sie Rechnungen, was jahrelang gutgeht, bis ihr dann alles um die Ohren fliegt.

    Dies ist mein erstes Buch der Autorin Vea Kaiser. Sie schreibt flüssig, witzig und mit viel Wiener Schmäh (was ich oft schwierig zu lesen finde). Das Leben ihn Wien ist atmosphärisch und authentisch dargestellt. Trotzdem hätte es der Geschichte gutgetan, wenn sie an manchen Stellen etwas straffer erzählt worden wäre.

    Angelika liebt das Nachleben und die Männer, gerät aber meist an die Falschen. Tagsüber arbeitet sie im Hotel als Buchhalterin und mag ihren Job. Sie lässt sich vom Direktor sogar zu der zweifelhaften Bilanzmanipulation überreden und greift dann auf die erworbenen Kenntnisse zurück, um sich und ihrem Kind ein gutes Leben zu ermöglichen. Sie liebt ihren Sohn Sebastian und will ihm eine bessere Mutter sein, als ihre Mutter es war. Ihre kreative Buchführung ist lange genug unbemerkt geblieben, musste aber irgendwann auffallen. Ich kann nicht behaupten, dass mir die Personen sonderlich sympathisch waren. So konnte ich mich nicht in sie hineinversetzen.

    Ein unterhaltsamer Roman mit Sprachwitz, aber auch Längen, der mich nicht so ganz überzeugt hat.

    3ratten

  • Ina Bhatter - Drei Tage im Schnee

    • buchregal123
    • 1. Januar 2026 um 13:09

    Hannah ist erfolgreich im Job und läuft stets auf Hochtouren. Aber glücklich ist sie nicht. Sie weiß eigentlich, dass sie etwas ändern müsste, um zufriedener zu sein, aber es bleibt bei der Erkenntnis. Doch dann mietet sie für drei Tage eine einsame Hütte an einem See. Als die Gegend dann zugeschneit wird, taucht ein Mädchen im roten Schneeanzug auf und gibt sich ganz dem Moment hin. Die kleine Sophie lässt Hannah auf andere Gedanken kommen und so erinnert sie sich, was ihr einmal wichtig im Laben war.

    Dieser Roman erzählt davon, wie ein Mensch durch äußere Einflüsse wieder zu sich selbst findet. Doch das ist alles schon mal erzählt worden, also nichts Neues. Daher konnte mich die Geschichte auch nicht so wirklich packen, zumal Hannahs Gedanken sich ständig wiederholen und sie erst einmal nur die negativen Seiten sieht. Auch die Charaktere bleiben doch recht blass.

    Schon bevor Hannah sich in das Holzhaus zurückzieht, weiß sie tief in ihrem Innersten, was schiefläuft in ihrem Leben. Ihren Leben wird von den Verpflichtungen bestimmt und gibt ihr keinen Raum, ihr Leben zu genießen. Ihre innere Stimme ist stets da und gibt den Takt an. Im Prinzip weiß sie, was falsch läuft, aber es folgen keine Konsequenzen aus den Erkenntnissen. Erst das Spiel des Kindes, das alles um sich herum vergisst, erinnert sie daran, dass sie auch einmal so war und wie zufrieden und glücklich sie das gemacht hat.

    Die Geschichte lehrt uns, dass wir uns um uns selbst kümmern müssen. Das Buch stimmt zwar nachdenklich, hat aber keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, da mir die Tiefe gefehlt hat.

    Ein leicht zu lesender Roman, der in idyllischer Umgebung spielt, aber mich leider nicht wirklich überzeugt hat.

    3ratten

  • Richard Osman - Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Band 5)

    • buchregal123
    • 22. Dezember 2025 um 10:04

    Elizabeth trauert noch immer um ihren Mann Stephen. Aber es gibt auch Erfreuliches, denn Joanna, die Tochter von Joyce, heiratet und Joyce stürzt sich in die Hochzeitsvorbereitungen. Auch Ibrahim und Ron sind beschäftigt; Ibrahim kümmert sich um seine besondere Patientin und Ron sorgt sich wegen familiärer Probleme. Dann wird Elizabeth gebeten, einem Trauzeugen mit Todesangst zu helfen und so tritt der Donnerstagsmordclub wieder in Aktion.

    Für mich ist es das erste Buch aus dieser Reihe, die unterhaltsam und dennoch spannend ist. Der Schreibstil ist humorvoll und manchmal bissig und damit wundervoll zu lesen.

    Die lebendig gezeichneten Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind exzentrisch, pfiffig und liebenswert. Nach ungefähr einem Jahr ist die Zusammenarbeit des Der Donnerstagsmordclubs wieder gefragt, denn der Trauzeuge Nick Silver hat ein Problem und will sich nicht an die Polizei wenden. Elizabeth erkennt, dass die Zeit reif ist, um wieder ins Leben zurückzukehren und sich dem schwierigen Fall zuzuwenden. Natürlich kann sie dabei auf ihre Freunde bauen, die genau wie sie gerne verzwickte Fälle lösen. Dieses Mal aber haben sie es mit einem ausgekochten Verbrecher zu tun, der auch über Leichen geht. Aber auch die anderen Figuren sind interessant.

    Bevor sich die Ermittlungen auf die Lösung des Falls zubewegen, gibt es eine Reihe von unerwarteten Wendungen. Die Auflösung ist schlüssig konstruiert.

    Mir hat dieser wundervolle Cozy-Krimi gut gefallen.4ratten

  • Carmen Korn - In den Scherben das Licht

    • buchregal123
    • 11. November 2025 um 12:28

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    Hamburg, 1946: Im Keller des Hauses der einstigen Schauspielerin Friede Wahrlich treffen der fast 16-jährige Gerd und die 14-jährige Gisela aufeinander. Hamburg ist ein großes Trümmerfeld und eine Unterkunft zu finden, ist nicht leicht. Die Menschen hungern und frieren, müssen jeden Tag ums Überleben kämpfen, aber in ihnen ist auch die Hoffnung, dass bessere Zeiten kommen. Gerd und Gisela hoffen, dass sie ihre Familie wiederfinden.

    Wieder einmal ist es der Autorin Carmen Korn gelungen, uns auf eine Zeitreise mitzunehmen, die es uns ermöglicht, ganz nahe bei den Menschen zu sein, die in der immer noch dunklen Zeit Hoffnung auf das Licht haben. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, wenn man sich erst einmal an die vielen Perspektivwechsel gewöhnt hat.

    Die Charaktere sind so liebevoll gezeichnet, dass man selbst für die unsympathischen Personen Verständnis aufbringt. Friede Wahrlich lebt in der Vergangenheit, als sie als Schauspielerin erfolgreich war und die Männer sich um sie rissen. Sie macht sich Vorwürfe, weil ihr Freund Victor Franke deportiert wurde und glaubt, dass ihr eifersüchtiger Verehrer Palutke seine Finger im Spiel hatte. Die ehemaligen Garderobiere Marta ist aus Friedes Leben nicht wegzudenken. Sie ist mit allen Wassern gewaschen, stets auf ihren Vorteil bedacht und handelt auf dem Schwarzmarkt. Gisela und Gert muss man einfach mögen. Sie leben bei Friede im Keller und machen die Räume so wohnlich, wie es eben geht. Darüber hinaus versuchen beide in den Trümmern etwas zu finden, dass das Leben möglich macht. Mit der Zeit kommen noch andere Personen ins Haus, wie der praktisch veranlagte Robert und der sensible Ludwig. Immer mehr wachsen die Zusammengewürfelten zu einer Familie zusammen. Haben Gerds Mutter und seine Schwester Barbara überlebt? Was ist aus Giselas Eltern geworden?

    Die Zustände in Hamburg in jener Zeit sind gut beschrieben. Ich selbst kann mich auch noch an die vielen Trümmer in der Nachkriegszeit in unserer Stadt erinnern und wie schwierig es damals für meine Eltern war, eine Wohnung zu finden.

    Mir hat dieser Roman gut gefallen und ich kann ihn nur empfehlen.


    5ratten

  • Laura Maaß - Was du siehst

    • buchregal123
    • 3. November 2025 um 11:35

    Nachdem ihre große Liebe spurlos verschwunden ist, stellt Ruth fest, dass sie schwanger ist. Sie zieht von Berlin in einen kleinen Ort in Mecklenburg. In Hannah, die ebenfalls schwanger ist, findet sie eine Freundin. Ruths Tochter Jule und Hannahs Sohn Andi wachsen gemeinsam auf. Später verlieben sie sich. Doch dann fällt die Mauer und Jule zieht es hinaus in die Welt, während Andi auf sie wartet.

    Dieser Roman beginnt im Jahr 1967, als Ruth feststellt, dass sie schwanger ist und endet im Jahr 2010. Der DDR-Alltag wird gut dargestellt, ebenso auch die Wendezeit, die große Veränderungen mit sich bringt.

    Die Charaktere sind lebensnah und individuell dargestellt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber sie stehen zusammen. Jule möchte mehr über ihren Vater wissen. Ruth hatte immer vermutet, dass sich ihre Liebe in den Westen abgesetzt hat. Nach dem Fall der Mauer bekommt Jule einen Hinweis und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Der introvertierte Andi bleibt zurück und wartet. Jules Suche dauert Jahre, doch sie und ihr geduldiger Freund bleiben über ihr Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ verbunden. Besonders gut gefallen hat mir Frieda, die für die Kinder immer ein Ruhepol ist.

    Das Ende hat mich überrascht, aber dazu will ich nichts verraten.

    Es ist ein leiser, tiefgründiger und ergreifender Roman über Verlust und Liebe, der mir sehr gut gefallen hat.

    5ratten

  • Ruth Lillegraven - Düsteres Tal

    • buchregal123
    • 27. Oktober 2025 um 12:41

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    Inzwischen lebt Clara Lofthus mit ihren Söhnen und dem Lebensgefährten Alex in Nairobi, wo sie ein Hilfsprojekt leitet. Als sie nach einem Terroranschlag wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht, wird ihr erneut der Posten der Justizministerin angetragen. Sie nimmt an. Doch dann taucht eine Leiche auf, was Auswirkungen auf Claras Leben hat, denn der Podcaster Erik Heier kommt Claras dunkler Vergangenheit immer näher

    Mir haben die Vorgängerbände „Tiefer Fjord“ und „Dunkler Abgrund“ sehr gut gefallen, daher wollte ich natürlich auch das Finale miterleben. Es empfiehlt sich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn es für das Verständnis nicht unbedingt erforderlich ist.

    Der Schreibstil ist packend und lässt sich flüssig lesen. Eindrucksvoll und atmosphärisch wird die Landschaft in Norwegen beschrieben. Erzählt wird diese Geschichte wieder aus unterschiedlichen Perspektiven und gibt dabei Einblicke in die Psyche der Beteiligten. Dabei tun sich menschliche Abgründe auf.

    Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch dargestellt. Clara Lofthus liebt die Macht und agiert eiskalt und skrupellos, was sie aber nach außen gut zu verstecken weiß. Ihre dunkle Vergangenheit hat sie versucht geheim zu halten. Nun aber droht durch die Recherche von Heier alles ans Tageslicht zu kommen. Mir war Clara die ganze Zeit über unsympathisch, was sich sogar noch verstärkt hat. Axel tat mir nur leid.

    Dieses Buch beginnt etwas langatmig, doch die Spannung nimmt immer mehr zu. Die Auflösung ist überzeugend

    Ein düsterer und spannender Thriller, der mir gut gefallen hat.

    5ratten

  • Lavie Tidhar - Adama

    • buchregal123
    • 19. Oktober 2025 um 13:23

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    Die Zionistin Ruth kommt 1946 aus Ungarn nach Palästina. Fast alle aus ihrer Familie fielen den Nazis zum Opfer. Nun aber will sie sich ein neues Leben aufbauen. Im Kibbuz Trashim am Rand der Wüste muss sie hart arbeiten. Aber sie wird auch hart, kämpft für den Kibbuz und gegen alle Bedrohungen, die ihnen bevorstehen.

    Dieser Roman spielt in der Zeit von 1946 bis 2009 und erstreckt sich über vier Generationen. Die Geschichte, die der Autor Lavie Tidhar erzählt, ist interessant und spannend, erfordert aber auch Aufmerksamkeit beim Lesen, denn immer wieder wird zwischen den Zeiten hin- und hergesprungen. Der Schreibstil ist nüchtern, die Geschehnisse oft recht grausam.

    Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen, mit denen der Staat Israel bis heute zu tun bekommt. Das hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen, die dort leben. Sie kämpfen für ihr Land, halten loyal zusammen, werden aber auch hart, so hart, dass selbst Mord nicht abwegig erscheint. Wir lernen eine Reihe von Schicksalen kennen, die einen bewegen, aber manchmal auch schockieren.

    Daneben gibt es aber auch noch einen Todesfall, der als Suizid abgetan wird, was der Freund aber nicht glaubt. Daher ermittelt Lior, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist.

    Diese fiktive Geschichte vor realem, historischen Hintergrund ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Mir hat dieser tiefgründige Roman gut gefallen und er wirkt sicherlich noch eine Weile nach. Lesenswert!

    5ratten

  • Chris Dominik - Narbenkünstler

    • buchregal123
    • 9. Oktober 2025 um 12:07

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    Im eiskalten Frankfurt tauchen Leichen auf, die zuvor lebendig eingefroren wurden und danach enthauptet wurden. Dabei wird ein Buch mit persönlicher Widmung gefunden. Bei den Ermittlungen von Marc Davids und Zoé Martin führen Spuren zu einer Eliteschule, zu der einst auch Zoé ging. Sie wird in ein dunkles Kapitel ihrer Vergangenheit zurückversetzt, das nicht in ihrem Bewusstsein war.

    „Narbenkünstler“ ist der dritte Band der Trilogie um die Frankfurter Ermittler Marc Davids und Zoé Martin von Chris Dominik. Der Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen, die Perspektiven wechseln häufig.

    Dieser Thriller ist packend, aber auch sehr brutal, denn die Mordmethoden werden doch sehr detailliert beschrieben.

    Die Geschichte beginnt auch gleich beklemmend, als dem Gefangenen seine Situation und das damit verbundene Grauen bewusst wird.

    Marc und Zoé aus der Abteilung Sonderermittlungen sind sympathische Ermittler, auch wenn Marc so seine Probleme hat. Mit im Team sind noch Ayman Elmaleh und Nicole Unger. Die Zusammenarbeit aller funktioniert gut. Schön fand ich, dass auch der selbstbewusste Leon Dieken mit seiner Drohne wieder mit im Spiel war. Aber auch die anderen Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Es ist schon erschreckend, welche Abgründe sich bei manchen Menschen auftun.

    Manchmal glaubte ich, dass ich die Lösung kannte, doch immer wieder gab es Wendungen, die dann einiges über den Haufen geworfen haben. Die Auflösung war dann auch überraschend.

    Ein spannender, aber auch brutaler Thriller.

    4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Nina Ohland/Jan F. Wielpütz - Mörderische Brise: Der Tote am Sandstrand

    • buchregal123
    • 9. Oktober 2025 um 09:26

    Kommissarin Hannah Bülow kommt nach Ostersande zurück, um sich um ihren Vater zu kümmern. Ihre Freundin Constanze hat ihr einen Job in der hiesigen Polizeiwache gegeben. Doch es geht nicht so ruhig zu, wie Hannah es erwartet hatte, denn am Strand wird ein Toter gefunden. Es handelt sich um Hannahs Jugendfreund Philip Langmar, der Psychiater in der nahen Klinik war. Eine Notiz, die bei ihm gefunden wurde, gibt Rätsel auf. Hannah unterstützt die Kripo Wismar bei den Ermittlungen zu diesem Fall und muss dabei auch in ihre Vergangenheit eintauchen, als sie in ein Bootsunglück involviert war. Dann verschwindet auch noch Philips Bruder spurlos.

    Der Schreibstil lässt sich wieder angenehm flüssig lesen. Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Band einer neuen Reihe des Autoren-Duos Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz. Die Atmosphäre des kleinen Ortes ist gut geschildert.

    Auch die Personen sind authentisch und individuell dargestellt. Hannah trauert um ihren Mann als sie in ihren Heimatort zurückkehrt. Zu ihrem Vater hat sie ein schwieriges Verhältnis seit dem Bootsunglück von damals, dabei plagen sie selbst aber auch noch Gewissensbisse. Der Vater hat keine Lust darauf, dass Hannah ihn betüddeln will, und zeigt sich bockig. Ihm fehlt eine sinnvolle Beschäftigung. Aber auch an Hannahs Freundin Constanze, die damals ebenfalls dabei war, scheint die Vergangenheit nicht spurlos vorbeigegangen zu sein. Sie lässt Hannah mit den Kollegen von der Kripo Wismar ermitteln. Henning Grewe trägt seinen Teil zu den Ermittlungen bei, obwohl er privat ziemlich eingespannt ist. Daher ist er auch für Hannahs Hilfe dankbar. Seine junge Kollegin Mara Abedi Steyn bleibt daneben ein wenig blass.

    Obwohl es einige Verdächtige gibt, gelingt es Hannah zusammen mit Grewe und Steyn den Fall zu lösen. Dabei hilft aber auch ein wenig Kommissar Zufall mit. Das Ende ist schlüssig, aber auch ein wenig überraschend.

    Für Hannah als auch für ihren Vater zeigen sich am Schluss auch neue Zukunftsperspektiven.

    Mir hat dieser spannende Krimi gut gefallen und ich freue mich schon auf einen Folgeband.

    5ratten

  • Oliver Pötzsch - Der Totengräber und die Pratermorde

    • buchregal123
    • 24. September 2025 um 09:53

    Wien, 1896: Bei der Vorführung des Zaubertricks „Die zersägte Jungfrau“ stirbt die junge Frau. War es ein missglückter Trick oder war es Mord? Inspektor Leopold von Herzfeldt ermittelt in dem Fall und muss dabei feststellen, dass es rund um den Prater verschwundene junge Frauen gibt, die wohl niemand wirklich vermisst. Auch die Reporterin Julia Wolf geht der Sache nach. Aber um den Mörder zu stoppen, müssen Leopold, Julia und der Totengräber des Wiener Zentralfriedhofs Augustin Rothmayer zusammenarbeiten.

    Dies ist nun schon der vierte Band aus dieser Reihe, die mich von Anfang an begeistert hat. Wien zeigt auch heute noch überall Bezüge zur Vergangenheit. Ich mag diese Stadt. Aber in diesen Krimis lernen wir ein Wien kennen, das düster, morbide und abweisend ist, auch wenn es immer mehr fortschrittliche Entwicklungen gibt. Der Schreibstil des Autors Oliver Pötzsch liest sich gut und flüssig.

    Die Charaktere sind authentisch und sehr individuell beschrieben. Leopold von Herzfeldt benutzt moderne Ermittlungsmethoden, da er Kriminalistik studiert hat. Dennoch benötigt er immer wieder die Unterstützung des kauzigen Totengräbers. Doch der ist gerade mit anderen Dingen beschäftigt, denn er sorgt sich um seine Ziehtochter Anna und auch sein nächstes Buch nimmt in voll in Anspruch. Julia ist als Reporterin auch an der Sache dran und bringt sich damit in Gefahr. Es ist schön mitzuerleben, wie sich die Protagonisten entwickeln.

    Auch wenn die Geschichte anfangs noch ein wenig ruhig verläuft, so kommt zunehmend Spannung auf, zumal es immer wieder unverhoffte Wendungen gibt. Am Ende löst sich dann alles schlüssig auf.

    Dieser historische und komplexe Krimi ist wieder sehr spannend und hat mir gut gefallen.

    5ratten

  • Beatrix Gerstberger - Die Hummerfrauen

    • buchregal123
    • 19. September 2025 um 08:47

    Als Kind verbrachte Mina Sommer voller Freiheit mit ihrer Familie in dem kleinen Fischerdorf Stone Harbour auf Eagle Island in Maine. Nun, fast zwanzig Jahre später, kehrt sie zurück an den Ort, wo sie immer so glücklich war. Sie wird von den Hummerfischerinnen Ann und Julie aufgenommen und fährt mit ihnen hinaus aufs Meer.

    Mir ist es nicht leichtgefallen, mich in diese Geschichte einzufinden. Es ist ein leiser Roman, in dem die Zeiten immer wieder wechseln. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Aber besonders atmosphärisch dargestellt ist die Landschaft dort in Maine und das Leben der Menschen, wenn die Touristen wieder abgereist sind.

    Die Fischerei ist ein Beruf für Männer. Doch Ann und Julie haben sich davon nicht beirren lassen und werden nun toleriert.

    Die 72-jährige Ann lebt alleine; nur der blaue Hummer Mr. Darcy leistet ihr Gesellschaft. Die 54-jährige Julie hatte einen Unfall und ist dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie ist geradeheraus, anpackend und hilfsbereit. Sie mag den Fischer Nat, macht es sich aber selbst schwer. Mina muss sich selbst wiederfinden, nachdem ihr Bruder plötzlich verstorben ist und sie sich mit der Mutter zerstritten hat. Auch möchte sie herausfinden, warum die Familie damals nie mehr dorthin zurückkehrte. Sie begegnet auch Sam, dem Freund aus Kindertagen, wieder und erfährt, dass auch er seinen Bruder verloren hat. Ann, Julie und Mina verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie sind starke Frauen, die sich trotz mancher Widrigkeiten nicht unterkriegen lassen. Leider muss ich sagen, dass mir keine der Figuren wirklich nahekam.

    Ein ruhig verlaufender Roman über Freundschaft und Zusammenhalt wie auch über Verlust, Trauer und Neuanfänge. Mir hat diese nachdenklich stimmende Geschichte gefallen.

    3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Andreas Winkelmann - Ihr werdet sie nicht finden

    • buchregal123
    • 16. September 2025 um 12:53

    Jonas Waider war früher Polizist. Doch dann verschwand seine Tochter Isabell und sein Leben geriet aus den Fugen. Jonas verdächtigte Bernd Vollstedt, den Vater einer Mitschülerin seiner Tochter. Dann ist der Verdächtige tot und Jonas wird wegen Mordes verurteilt. Das ist nun sieben Jahre her. Jonas ist wieder frei, aber er kann die Suche nicht aufgeben. Die Privatdetektivin Franca Lichtenwalter wurde von Frau Dr. Frieling beauftragt nach deren Enkelin Silvia zu suchen, die seit einiger Zeit verschwunden ist. Bei ihren Recherchen trifft Franca auf einen alten Fall, den von Jonas‘ verschwundener Tochter. Sie nimmt Kontakt zu Jonas auf. Es scheint einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen zu geben und so arbeiten sie zusammen.

    Wieder einmal ist es dem Autor Andreas Winkelmann gelungen, einen packenden und spannenden Thriller zu schreiben. Der Schreibstil liest sich gewohnt flüssig. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Zwischendurch gibt es Abschnitte, in denen wir den Gedanken eines Unbekannten folgen können.

    Auch nach all den Jahren hat Jonas das Verschwinden seiner Tochter nicht verwunden. Es ist nicht leicht mit ihm auszukommen, denn er ist unberechenbar. Das bekommt auch die einfühlsame Franca zu spüren. Aber sie haben eine Gemeinsamkeit. Sie wollen herausfinden, was geschehen ist und wer dahintersteckt. Doch genau das will jemand verhindern.

    Nach einigen unverhofften Wendungen und falschen Fährten gibt es dann eine überraschende Auflösung.

    Es ist ein intensiver und spannender Thriller, der mich von Anfang an gefesselt hat.

    5ratten

  • Siân Hughes - Perlen

    • buchregal123
    • 12. August 2025 um 11:04

    Mariannes Mutter verschwindet, als Marianne acht Jahre alt ist. Zurück bleiben sie selbst, ihr Vater und ihr kleiner Bruder Joe, der noch ein Baby ist. Warum nur ist die Mutter verschwunden? Marianne kann sich das nicht erklären. Sie trauert und der Verlust begleitet sie fortan bis hinein in ihr Erwachsenenleben. Erst als sie selbst Mutter wird, kann sie sich mit der Vergangenheit und ihren Erinnerungen auseinandersetzen und als sie erkennt, was damals geschehen ist, kann sie ihre Mutter loslassen.

    Die Autorin Siân Hughes erzählt feinfühlig und poetisch, doch das Geschehen plätschert so dahin. Die Erinnerungen tauchen bruchstückhaft und nicht chronologisch auf, was es mir nicht einfach machte.

    Für Marianne ist es schwer verständlich, dass die Mutter plötzlich nicht mehr da ist. Der Vater versucht zwar, seinen Kindern ein Familienleben zu bieten, aber wirklich einfühlen kann er sich in die Gefühlswelt seiner Tochter nicht. Marianne hat ihre Erinnerungen, die aber nicht zuverlässig sind. Der Verlust verfolgt sie lange und sorgt dafür, dass sie schwierig ist und ein Außenseiterleben führt. Als Ihre Tochter geboren wird, nimmt sie sich vor, alles besser zu machen. Sie forscht ihren Erinnerungen nach und erkennt erst dann die Zusammenhänge.

    Obwohl ich nachvollziehen konnte, dass Marianne durch den Verlust traumatisiert wurde, kam sie mir nicht so nahe, dass ich wirklich mitfühlen konnte.

    Es ist eine sehr melancholische Geschichte mit hellen, aber auch vielen dunklen Momenten, die mich aber nicht wirklich erreicht hat.

    3ratten

  • Alison Espach - Wedding People

    • buchregal123
    • 25. Juli 2025 um 08:37

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    Phoebe Stone hat schon einiges im Leben wegstecken müssen. Nun will sie selbstbestimmt abtreten und hat sich dafür das luxuriöse Cornwall Inn ausgesucht. Doch sie gerät in eine Hochzeitsgesellschaft und kommt dann ausgerechnet mit der Braut ins Gespräch, der sie dann prompt von ihrem Plan erzählt. Lila will Phoebe ihr Vorhaben ausreden, denn niemand soll die Feierlichkeiten stören. Danach verläuft so einiges anders, als sich die Frauen das vorgestellt haben.

    Nachdem das Schicksal Phoebe schon einiges zugemutet hat, wurde sie nun von Matt verlassen. Sie ist eine Frau, die sich immer nach den Wünschen anderer gerichtet hat. Nun sieht sie keinen Sinn mehr darin weiterzuleben. Auch Lila ignoriert ihre Wünsche und will Gary heiraten, weil ihr verstorbener Vater das gewollt hätte. Sie versucht die Feierlichkeiten perfekt zu organisieren, wirkt aber oft verwirrt. Als sie hört, was Phoebe vorhat, sorgt sie sich nur, dass ihre Feierlichkeiten gestört werden könnten. Aber auch der Bräutigam Gary scheint gedanklich nicht wirklich bei der Hochzeit zu sein. Lila und Gary sind nicht gerade ein Traumpaar. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von Figuren, die ihre eigene Geschichte haben.

    Laut Cover handelt es sich bei diesem Roman um einen New-York-Times-Bestseller. Ich bin da eher zwiespältig. Gefallen haben mir die tiefgründigen Gespräche und der humorvolle Erzählstil der Autorin Alison Espach. Aber es gibt auch immer wieder total Belangloses und merkwürdige Situationen, die ich total überzogen fand. Was ich auch nicht schlüssig fand war, dass sich bei Phoebe anfangs Anhaltspunkte auf eine Depression zeigen, sie aber schon bald aktiv in der Hochzeitgesellschaft mitwirkt.

    Die Begegnung der beiden Frauen setzt in jeder von ihnen eine Entwicklung in Gang, so dass sie am Ende genau wissen, was sie nicht wollen. Damit ist der weg frei, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

    Mich hat dieser Roman nicht wirklich gepackt.

    3ratten

  • Regina Denk - Die Schwarzgeherin

    • buchregal123
    • 7. Juli 2025 um 19:26

    Die Theres Lachermeyer ist seit ihrer Geburt dem Leopold Xantner versprochen. Immer waren die beiden befreundet. Doch als die Verlobung bevorsteht, widerstrebt es ihr, dieser Verpflichtung nachzukommen. Dann taucht der geheimnisvolle Xaver auf und die Theres verliebt sich in ihn. Im Dorf hält man den Xaver für einen Wilderer und will ihm eine Falle stellen. Doch der tappt nicht hinein, sondern verschwindet spurlos. Die schwangere Theres zieht hinauf in die Berge der Hochalpen und lebt dort zukünftig mit ihrer Tochter Maria. Aber auch wenn die Dörfler mit der Theres nichts zu tun haben wollen und die Theres mit ihnen auch nicht, so sind sie doch oft aufeinander angewiesen. Als die Maria zur Frau wird, sehnt sie sich nach einem anderen Leben und nach einer Familie. Aber des ist im Dorf nicht gerne gesehen.

    Es ist eine bedrückende und düstere Geschichte, die uns die Autorin Regina Denk erzählt. Die Zeiten wechseln immer wieder und man muss schon konzentriert lesen, damit man nicht den Faden verliert. Dazwischen gibt es immer wieder Berichte über ein Adlerweibchen, das sich alleine durchschlagen muss.

    Die Menschen im Dorf haben kein einfaches Leben. Sie sind streng gläubig und achten die Traditionen. Die Männer bestimmen und Frauen und Kinder haben sich zu fügen.

    Theres eckt im Dorf mit ihrer lebensfrohen und freiheitsliebenden Art an. Niemand hat Verständnis dafür, dass sie sich dem Xaver zuwendet und dann schwanger in die Berge geht. Aber man braucht sie als Kräuterfrau und Hebamme. Aber auch Theres kann mit ihrer Tochter nicht allein davon leben, was sie im Wald findet oder wildert. Sie müssen sich also auch im Dorf versorgen, wo sie als Hexe und Schwarzgeherin angesehen wird.

    In der dörflichen Atmosphäre von Missgunst, Eifersucht, Hass und auch Not kommt es zu Tragödien, die auf das Leben vieler Einfluss haben. Ich fand es erschreckend, wie schwer sich die Frauen gegenseitig das Leben machten, statt gemeinsam dafür zu kämpfen, dass sie selbstbestimmter leben konnten. Auch wenn man hätte reden sollen, um Missverständnissen vorzubeugen, wurde geschwiegen und hat zum Unheil damit beigetragen.

    Auch wenn ich mit manchen Handlungen nicht einverstanden bin, so ist das Ende doch passend.

    Mir hat dieser packende und emotionale, wenn auch etwas düstere Roman sehr gut gefallen.

    5ratten

  • Claire Winter - Die Erbin

    • buchregal123
    • 20. Mai 2025 um 11:41

    Köln in den fünfziger Jahren: Cosima Liefenstein stammt aus einer angesehenen Industriellenfamilie. Der Zufall brachte sie mit einer jungen Mutter zusammen, die es in jener Zeit sehr schwer hatte. Daher will Cosima ihr und anderen bedürftigen Frauen helfen und gründet eine Stiftung. Cosima möchte mehr über ihre Familie erfahren, trifft aber nur auf Schweigen. Leo Marktgraf, ein junger Journalist, will wissen, warum sein Freund gestorben ist, der Vorwürfe gegen die Familie Liefenstein erhoben hatte. Als Cosima und Leo recherchieren, stechen sie damit in ein Wespennest und bringen sich und andere in Gefahr, denn die Netzwerke aus der NS-Zeit funktionieren immer noch perfekt und wollen, dass das auch so bleibt.

    Dieser Roman von Claire Winter ist spannend und erschreckend. Von Anfang an hat mich diese Geschichte gepackt, die so viel mehr ist als eine Familiengeschichte. Wir erfahren, wie sich Industriellenfamilien mit den Nazis gemein gemacht haben und deren Gräueltaten nicht nur toleriert, sondern auch aktiv mitgestaltet haben. Nur dank der Zwangsarbeiter konnten sie ihre Geschäfte weiterführen, wobei Kontakte zur Regierung äußerst hilfreich waren. Die fiktive Familie Liefenstein steht für viele andere Industrie-Dynastien, die ihre Historie gerne im Dunkeln gelassen hätten, um auch in der jungen Bundesrepublik weiterführen zu können.

    Immer wieder gibt es zwischendurch Rückblicke, die das Leben der Familie, der Freunde und der Angestellten in der schrecklichen Zeit des Nationalsozialismus zeigen. Für die einen gab es gute Geschäfte, für andere Not und Tod.

    Nachdem ihr Vater Edmund durch einen Unfall ums Leben kam, ist Cosima bei ihrem Onkel Theodor aufgewachsen. Die beiden haben eine enge Beziehung, aber Fragen nach der Vergangenheit bleiben unbeantwortet. Cosima ist eine starke mitfühlende Person. Als sie mehr über ihre Familie wissen will, bringt sie nicht nur Unruhe in die Familie, sie schreckt auch andere auf. Leo hat andere Gründe für seine Nachforschungen, doch auch die hängen mit der Familie Liefenstein zusammen. Cosimas Onkel Theodor ist ein Mann mit vielen Gesichtern. Er verhält sich ganz im Sinne seines Vaters Wilhelm, für den Geschäft und Ansehen das Wichtigste ist. Doch dann passiert etwas, das in ihm etwas auslöst, was zu einer Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit führt.

    Elisa Kopper kommt siebzehnjährig als Hausmädchen in die Familie Liefenstein und wird später dann Kindermädchen für Cosima. Wie ungeschützt Angestellte waren, zeigt sich, als sie Hals über Kopf die Villa verlassen muss. Aber auch das Schicksal von David, Edmunds Freund, hat mich sehr berührt.

    Dieser grandiose Roman erzählt eine Geschichte, die berührt und einen lange nicht loslässt. Meine absolute Empfehlung!

    5ratten

  • Lorraine Kelly - The Island Swimmer/Die Inselschwimmerin

    • buchregal123
    • 9. Mai 2025 um 15:56

    [kaufen='9783757701178'][/kaufen]

    Vor vielen Jahren hat Evie Hals über Kopf ihre Heimat auf den Orkney-Inseln verlassen und alle Kontakte abgebrochen bis auf den zu Freya. Doch als ihr Vater sehr schwer erkrankt, kehrt sie zurück. Sie kommt zu spät, ihr Vater ist verstorben. Ihr ist bewusst, dass sie sich mit der Rückkehr auch ihrer Vergangenheit stellen muss. Ihre Schwester Liv ist gar nicht erfreut, denn sie erpresst Evie seit Jahren mit dem, was sie weiß. Doch dann kommen Wahrheiten ans Licht, die erschütternd sind.

    Die Autorin Lorraine Kelly hat einen angenehm flüssigen Schreibstil. Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen. Die Jahreszahlen am Kapitelanfang erleichtern die Orientierung. Das abgeschiedene Leben auf den Inseln ist nicht immer leicht, aber es gibt auch einen tollen Zusammenhalt der Bewohner.

    Evie ist eine Person, die von Schuldgefühlen zerfressen wird. Fluchtartig hat sie die Insel verlassen, und sie ist der Meinung, dass ihr ein zufriedenstellendes, glückliches Leben nicht zusteht. Ein Selbstbewusstsein ist bei ihr praktisch nicht vorhanden und so rutscht sie in eine Beziehung, die ihr nicht guttut. Aber schon als Kind war es nicht leicht für sie. Die Ehe der Eltern Cara und Duncan hatte einiges auszuhalten und das führte zu Konflikten. Als sich herausstellte, dass Evie unter Asthma litt, war Duncan übervorsichtig, weil er Angst um sie hatte. Ihre ältere Schwester Liv fühlte sich von den Eltern nicht gesehen und versuchte durch Eskapaden Aufmerksamkeit zu erlangen. Das aber entschuldigt nicht, wie sie sich verhalten hat. Aber auch ihre Mutter war von Kind an schwierig.

    In viele der Charaktere konnte ich mich nicht so recht einfühlen, auch in die Protagonistin Evie nicht. Gut gefallen aber hat mir Freya, die eine ganze besondere Geschichte hat und die das Leben dennoch positiv betrachtet. Sie ist eine große Unterstützung für Evie und für alle anderen auf der Insel.

    Die Spannung ist von Anfang an da, weil man wissen möchte, was Evie so Schreckliches getan hat, dass sie floh und nun unter Schuld- und Schamgefühlen leidet. Die Geschichte hat mir gefallen und doch gibt es auch Kritikpunkte meinerseits. Es gibt eine ganze Reihe von schwierigen Themen und Nebenschauplätzen. Anfangs wird alles ziemlich ausführlich beschrieben, aber zum Ende hin ging es mir dann ein wenig zu schnell. Die Schwimmerinnen „Selkies“ auf der Insel tragen wenig dazu bei, dass Evie sich weiterentwickelt.

    Eine spannende und bedrückende Familiengeschichte, die aber auch ihre Schwächen hat.

    3ratten


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