Edwin A. Abbott – Flächenland

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    Edwin A. Abbott – Flächenland


    Inhalt: Icherzähler dieses Büchleins ist Square, ein Einwohner Flächenlands. Flächenland zeichnet sich dadurch aus, dass es lediglich Länge und Breite, nicht aber Höhe kennt. Es handelt sich also um eine zweidimensionale Welt. Die männlichen Bewohner sind Vielecke, wobei gilt: je mehr Ecken, umso mehr gesellschaftliches Ansehen. Am bedeutendsten sind daher diejenigen, die so viele Ecken aufzuweisen haben, dass sie so gut wie kreisförmig sind. Die gesellschaftlichen Schichten sind streng abgegrenzt und lassen so gut wie keinen Aufstieg zu. Die weiblichen Bewohner sind gerade Linien.


    Square unterscheidet sich von seiner Umgebung insoweit, als er eine Vorstellung von anderen Welten hat. So träumt er eines Tages vom Linienland, das ihm unglaublich beschränkt vorkommt, da es nur eine Dimension hat und der herrschende König unfähig ist, die Idee einer weiteren Dimension zu begreifen. Danach erhält er Besuch eines Bewohners des Raumlands, einer Kugel, und nun hat er Schwierigkeiten, eine dritte Dimension nachvollziehen zu können. Nach fruchtloser Diskussion entführt ihn die Kugel in das Raumland und nun versteht er, ja, er macht sich sogar Gedanken um die Möglichkeit einer vierten Dimension. Doch solche Ideen sind in der Gesellschaft von Flächenland nicht gern gesehen, wie er leidvoll feststellen muss.


    Meine Meinung: Ein gewisses Interesse an Mathematik muss man sicher mitbringen für dieses Buch. Aber dann macht es richtig Spaß, unter anderem weil man es auf zwei Ebenen (in zwei Dimensionen gewissermaßen :breitgrins: ) lesen kann: zum einen die rein mathematische, die wirklich anschaulich und nachvollziehbar geschildert wird. Zum anderen aber auch die gesellschaftliche oder politische, oder wie man es auch nennen mag.


    Zu Beginn des Romans fühlt man sich Square, der in einer dermaßen beschränkten Welt lebt, natürlich haushoch überlegen, immerhin haben wir eine Dimension mehr und leben auch nicht in einer so strikt reglementierten, statischen Gesellschaft. Man kommt aber ins Grübeln, als er in Bezug auf Linienland (und erst recht auf Punktland) dasselbe fühlt. Sind wir etwa genauso arrogant wie die Könige dieser beiden Länder, die ihre Welt für die beste, ja die einzig mögliche halten? Und ist unsere gesellschaftliche Ordnung vielleicht doch nicht so liberal und weltoffen, wenn wir sie mit anderen Augen betrachten? So dünn das Büchlein auch ist, es gibt Stoff zum Nachdenken.


    Fazit: Lesenswert – nicht nur für Mathefans.


    EDIT: Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah

    Einmal editiert, zuletzt von Saltanah ()

  • Danke für die tolle Rezension, Manjula!
    Das Buch steht schon länger auf meiner langen Wunschliste, jetzt steigt es mal nach oben :winken: