Pip Williams - Die Sammlerin der verlorenen Wörter

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 412 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von HoldenCaulfield.

  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    Herausgeber ‏ : ‎ Diana Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (11. April 2022)

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 528 Seiten

    ISBN-10 ‏ : ‎ 3453292634

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453292635

    Originaltitel ‏ : ‎ The Dictionary of Lost Words


    Inhaltsangabe:


    Oxford, Ende des 19. Jahrhunderts. Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen und nicht in das Wörterbuch aufnehmen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an, will die Wörter festhalten, die fern der Universität wirklich gesprochen werden. Sie stürzt sich ins Leben, findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt für die Rechte der Frauen zu kämpfen.


    Autoreninfo:


    Pip Williams, geboren in London, aufgewachsen in Sydney, lebt mit ihrer Familie in Südaustralien. Sie ist Sozialwissenschaftlerin und neben ihrer Forschung leidenschaftliche Autorin eines Reisememoirs, von Artikeln, Buchrezensionen, Flash Fiction und Gedichten. Ihre Faszination für Sprache und ihre Recherchen in den Archiven des Oxford English Dictionary inspirierten ihren ersten Roman »Die Sammlerin der verlorenen Wörter«, der ein Nr.-1-Sensationserfolg in Pips australischer Heimat wurde. Mehrfach preisgekrönt, stand dieser Roman auf der Shortlist für den Walter Scott Prize for Historical Fiction.


    Meine Meinung:


    Titel: Auf den Spuren der Wörter und ihrer Bedeutung...


    Ein Buch über die Entstehung und Bedeutung von Wörtern, das klingt nach perfekter Unterhaltung für Leseratten, oder?


    In der Geschichte geht es um Esme, deren Vater Lexikograph ist. Da sie keine Mutter mehr hat, verbringt sie viel Zeit bei ihrem Vater und seiner Arbeit. Die Faszination für Wörter wächst, doch haben sie dieselbe Bedeutung für Männer und Frauen oder gibt es da Unterschiede?


    Die Geschichte braucht ein wenig, um so richtig in die Gänge zu kommen, daher sollte man sich davon nicht direkt abschrecken lassen. Der Stil der Autorin hat etwas Ruhiges und Geerdetes an sich, daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Hat man die ersten 150 Seiten geschafft, lässt einen der Roman dann auch wirklich nicht mehr los.


    Gut gefallen haben mir die zahlreichen Erklärungen zu Wörtern und ihrer Bedeutung und vor allem, dass dies im englischen Original geschieht und dann auch nochmal übersetzt auftaucht.


    Für die Figuren brauchte ich etwas Zeit, um mich in sie einzufühlen. Bei Esme hat man mit der Zeit wirklich gemerkt, dass das weibliche Pendant in ihrem Leben fehlt. Zum Glück gibt es Lizzie, ein Dienstmädchen, die immer an ihrer Seite ist. Ich mochte Lizzie als Charakter ungemein, da sie so fürsorglich ist und obwohl der Altersunterschied zwischen beiden Mädchen nicht sonderlich groß ist, strahlte Lizzie etwas enorm Mütterliches aus.


    Mich hat wirklich sehr erstaunt wie aufwendig es gewesen ist all die Worte zusammenzutragen, um dann ein mehrbändiges Wörterbuch zu erstellen. Irgendwie hatte ich mir das einfacher vorgestellt und daher sehr gut, dass der Roman hier für erhellende Momente sorgt.


    Zudem mochte ich, dass auch die Frauenrechtsbewegung beleuchtet wird und was Wörter in diesem Zusammenhang für eine Bedeutung haben. Es wurde in der Geschichte doch sehr deutlich wie eingeschränkt die Entwicklung für Frauen war, um sich zu bilden und mitbestimmen zu können.


    Fazit: Ein Roman, der etwas braucht eh er dann mit Emotionen und Charme überzeugen kann. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und Neues dazu gelernt und spreche daher gern eine Empfehlung aus. Klasse!


    Bewertung: 4ratten

    &WCF_AMPERSAND"Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende&WCF_AMPERSAND" (H.M. Enzensberger)

  • Ein toller gut recherchierter Roman über den Entstehungsweg des Oxford Dictionary und auch über den Kampf der englischen Frauen ums Wahlrecht.

    Vielen Dank für diesen Tipp nicigirl85 ! :blume:

  • Meine Meinung:


    Dieses Buch ist für mich wie eine warme Decke, die mich beschützend umhüllt. Weil es so vieles von dem beschreibt, das mir wichtig ist, aber auch Freude macht. Die Macht von Sprache, welche Bedeutung sie in ihrem jeweiligen Kontext einnehmen kann. Welche Worte gesprochen werde, welche ungesagt bleiben. Welche gesammelt wurden, werden. Wie sich Bedeutung verändert - aber auch wer die Sprecher:innen sind. Weshalb es eben sehr wohl einen Unterschied macht, ob nur Männer an einer Sache arbeiten oder auch Frauen. Welche Blickwinkel wir einnehmen können, hängt mit Sprache eng zusammen.

    Bücher haben dabei immer auch eine wichtige Rolle gespielt. (Dabei kann man auch Inschriften dazu zählen. Alles was irgendwie irgendwo auf der Welt festgehalten werden konnte. Sei es auf Stein, Papyrus, oder andren Materialien).


    Mir hat der Roman auch wegen seiner speziellen melancholischen Stimmung gefallen. Aber auch, weil er realistische Frauenfiguren und ihr Leben zeichnet. Geschichten erzählt, sie bei der Geschichte des Oxford Dictionary lange in den Hintergrund gerückt wurden und für die Frauen sehr lange mit keinem Satz gewürdigt wurden.

    Manchmal war es mir aber auch zu oberflächlich. Es wirkte ein bisschen geschönt, romantisierend. Irgendwie fehlte da ein kleiner Schritt um eben noch mehr zu erzählen. Ich glaube ehrlich gesagt auch, weil ich finde das z.B. R.Kuang mit "Babel" gezeigt hat, was da noch alles möglich ist im Kontext mit Macht und Sprache in Romanen.


    Kein absolutes Lebenshighlight für mich, aber ein Buch das ich sehr sehr gerne gelesen habe.


    4ratten :marypipeshalbeprivatmaus: