Beiträge von Alice
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Welch ein Buch. Gerade habe ich die fast 900 Seiten beendet - nach einem langsamen Leseeinstieg wurde sowohl das Erzähltempo (ich halte das wie auch ein paar andere "unauffällige" Details durchaus für Absicht.,) als auch mein Lesetempo immer schneller.
Was die Familiengeschichten angeht, verweise ich auf die gelungenen Beschreibungen von Firiath und kaluma oben - sowohl die Seite der Zuwanderer als auch die der Urbevölkerung ist ja mit ausgeprägten Charakteren und Meinungen vertreten, und ja: Es wird ganz schön viel gestorben in diesem Buch, auf diverse Arten.
Der eigentliche Protagonist in Aus hartem Holz war aber für mich der Wald, ganz überwiegend der nordamerikanische, aber in Exkursen auch der neeseeländische und der brasilianische. Ich habe es keineswegs so empfunden, als wenn Proulx hier irgendeinen "Holzhammer" schwingt - das ist gar nicht nötig, denn sowohl die Struktur des nordamerikanischen Kontinents als auch die des ganzen Systems Erde haben unter dem beschriebenen menschlichen Verhalten und "state of mind" derart gelitten, dass eine besondere Emphase auch in keinster Weise notwendig ist.
Die beschriebene Entwicklung der Situation ergänzt sich sehr, sehr passend mit besonders zwei Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe (darum ausnahmsweise angeführt):
David R. Montgomery - Dirt (über Bodenerosion - ein Thema, dessen Wichtigkeit und Dramatik, auch und gerade historisch, viel zu selten zur Sprache kommt)
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* Werbe/Affiliate-LinksE.O. Wilson - Half-Earth (über die Komplexität von Ökosystemen und eine mögliche Zukunft)
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* Werbe/Affiliate-LinksVom Literarischen her ist mir besonders das allerletzte Kapitel aufgefallen - zunächst hat es mich ziemlich irritiert, aber wiederum denke ich, dass nicht Lustlosigkeit, sondern literarische Begabung die Autorin dazu gebracht hat, es vom Stil her so anders (iwie "proulx-artiger" als den Rest..
) zu gestalten: schnell, fast hektisch, teilweise zerrissen und sehr... offen. (Falls ich die Energie dazu aufbringe, lese ich dieses Kapitel vielleicht irgendwann noch mal.)Ich bin jetzt froh, diesen Brocken - und zwar mit Ruhe - "erlegt" zu haben.
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Hm - zunächst stellt sich mir die Frage: Soll es ein Ort sein, an dem ich ganz aktuell gerne wäre, Breña ?? Ich würde ja
(Winter in Maine von Gerard Donovan)
...anmelden - da war ich mal Anfang Oktober und fand es toll... bin mir aber nicht sicher mit Februar... ?!
Hier dagegen würde ich mich auch jetzt hintrauen, nämlich nach Wales :
Austernfischer von Susan Fletcher
Ganz auf der sicheren Seite bin ich wohl mit Australien - und zwar wie gewünscht wohl nicht an einem der üblichen Touristenmagneten:
Das Licht zwischen den Meeren von M.L. Stedman
... spielt auf einer Insel im Westen Australiens.
Ganz mutig tu ich noch einen großen Bildband dazu, der viel zu schade ist, um ihn einfach nur durchzublättern (darum liegt er einfach nur rum, was noch mehr schade ist...), und dessen Zielorte ich alle nur zu gern besuchen würde:
Wild Edens (The history and habitats of our most-loved garden plants) von Tony Musgrave (es geht tatsächlich um deren geograpische Ursprungsorte)
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* Werbe/Affiliate-Links[Falls ein "Sehnsuchtsort" auch ein Ort sein kann, an den man heute gar nicht mehr zurückkehren will, um seine schönen Erinnerungen daran lieber zu bewahren - weil er heutzutage hochwahrscheinlich kaputttouristifiziert ist - hätte ich auch noch ein passendes Buch, das ich schon länger lesen will...]
Wie man sieht: Ein Wespennest.

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Wenn sich jemand genauer mit dem Autor befassen möchte: Das dritte von zehn Kapiteln in Robert Macfarlanes Buch "Landmarks" befasst sich auf 21 Seiten (gefolgt von 18 Seiten "zu erhaltenden" Vokabulars zum Thema woods&water) intensiv mit der Person Roger Deakin - ich fand den Text recht aufschlussreich.
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* Werbe/Affiliate-Links( @Mods : Vielleicht könnte jemand den Titel der englischen (Original-)Ausgabe von "Wilde Wälder" mit in den Thread-Titel hier basteln?! :
"Wildwood: A Journey Through Trees")
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Wow, ein Einrätter von Valentine - jetzt bin ich ja erst recht gespannt.

Manchmal passt ja ein Buch auch gerade gaaar nicht - oder es ist einfach ein typisches "Jugendbuch" (mit so einem Fall hatte ich mal so meine Probleme, mich da einzufühlen..) ?! Solch "emotionale" Bücher sind ja manchmal etwas sehr.. Individuelles. (Man muss nicht jedes Partygetränk mögen - auch wenn es allen anderen schmeckt. Das ist wie mit Likör.)
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* Werbe/Affiliate-LinksAlfred Brendel - Die Dame aus Arezzo
Hanser-Verlag: Der große Pianist Alfred Brendel ist ein Meister in der Kunst, das Große und das Kleine, Sinn und Unsinn ins Gespräch zu bringen.
Schubert und Haydn treffen Schwitters und Jandl: Kann das gutgehen? Und ob! In Alfred Brendels neuem Buch mischen sich Musik- und Literaturgeschichte, Texte großer Meister des Unsinns stehen neben Texten über die großen Meister der Musik. Der Ernst von Schuberts Winterreise ist eine ebenso zutiefst menschliche Erfahrung wie die Komik eines Christian Morgenstern, und auch Musik kann sehr viel mit Humor zu tun haben, was viele tiefsinnige Menschen bei Joseph Haydn zum Beispiel gar nicht hören. Alfred Brendel öffnet die Ohren und ermutigt zum Unsinn – denn ohne den können wir der Welt auch keinen Sinn abgewinnen.
Letztes Jahr ist Alfred Brendel mit über 90 Jahren gestorben - er war einer meiner Lieblings-Pianisten. Seine klare und unprätentiöse Art der musikalischen Interpretation findet sich im Stil seiner Texte wieder, die sich auch in der vorliegenden Textsammlung aus dem Jahr 2018 nicht ausschließlich mit Musik beschäftigen: Brendels Blick war stets weiter.
Beim Lesen des Essays über Dadaismus habe ich mehr als jemals zuvor wenigstens eine Ahnung davon verspürt, was diese Kunstrichtung will und bedeutet - vor den extremeren angeführten Textbeispielen stehe ich allerdings nach wie vor ratlos. Die witzig-liebevolle gleichfalls angeführte Reimerei Ich reiß mir eine Wimper aus entspricht wohl eher meinem Niveau in dieser Richtung.
Einige der folgenden Texte befassen sich bei ungewohntem Blickwinkel mit der Musik diverser Komponisten - einen großen Teil (fast 1/3 der Seiten) nimmt eine angenehm low-brow gestaltete Zusammenfassung von Brendels musikalischer Karriere nebst einiger allgemeiner Lebensüberlegungen ein.
"Hie und da lache ich noch - nicht mehr so viel wie früher, aber doch genug, um zu überleben. Solange man genügend Dinge komisch findet, ist nicht alles verloren. ..."
Mit 136 Textseiten ein recht schnell zu lesendes, angenehmes und klar geschriebenes Buch, das so unpompös daherkommt wie sein Autor.
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* Werbe/Affiliate-LinksPeter Medawar - Memoir of a Thinking Radish
Wer war Peter Medawar (1915-1987) überhaupt?? Ein hochdekorierter (Nobelpreis, Adelstitel..) britischer Biologe, schon seit fast 40 Jahren tot... statt abzuschreiben, ein Link, wenn jemand mehr wissen will...
Warum überhaupt die Idee, sein memoir zu lesen?? Ich bin wiederholt über ausgesprochen originelle, geistreiche und witzige Zitate von ihm gestolpert (die ich übrigens alle inzwischen vergessen habe..
) und der Titel des Büchleins (ich wollte eigentlich Irgendetwas von ihm lesen...) war auf den ersten Blick auch recht witzig (ist er übrigens gar nicht - er ist "geistreich und gebildet"..).Gleich zu Anfang kokettiert PBM (wie er sich selbst abkürzt..) mit der Vermutung, dass Beschreibungen des Lebens von Wissenschaftlern üblicherweise eher "dull", also langweilig und dröge, seien - implizierend, dass seine es vlt eher nicht sein wird?? Hm....
Um es kurz zu machen: Ich würde das Buch niemandem empfehlen, der nicht wirklich starkes Interesse an der Person des Autors selbst und/oder an der Geschichte der Immunologie der Transplantationsforschung hat.. ansonsten liest es sich tatsächlich eher uninteressant; auch mein ja durchaus vorhandenes Interesse konnte den minutiösen Schilderungen von Medawars Lebensstationen (fast ein Viertel ist allein der Schulzeit gewidmet - wieder mal eine Beschreibung der damaligen britischen Internatskultur..
) nicht sonderlich viel abgewinnen. Allen Personen, die in PCMs Leben auftaucht, wird sehr viel Raum gegeben - von Lehrern über Kollegen bis zu (damaligen) Science-Celebrities. Zuweilen leuchtet dann in leicht ironischen Beschreibungen die Art von Schreibstil auf, die ich mir eigentlich von der Lektüre versprochen hatte - ich hätte diesen Stil nebst origineller Weltsicht aber wohl besser in einer anderen Veröffentlichung von ihm suchen sollen; hier konnte der Autor der chronologischen Genauigkeit einfach nicht widerstehen. (War vielleicht auch der Sinn...)Das Buch wird mich verlassen.
(Dieser Bericht ist ein Produkt subjektiver falsch motivierter Leseerwartung.)
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Ohne Eure Rezis vorher gelesen zu haben, breche ich dieses Buch gerade auf Seite 60 ab. Ich finde nichts daran wirklich schlecht, aber habe einfach keine Lust, weiterzulesen - ich komme mir vor wie in einem Kopie-Roman von Alison Lurie (aber es ist halt nicht das Original).
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(Hab mich tatsächlich erst mal etwas gescheut, den Thread unter "Unterhaltungsliteratur" abzulegen, aber mit Sten Nadolny und Nevil Shute ist die Gesellschaft ja gar nicht so schlecht. Ich finde diese E/U-Schiene eh immer etwas.. hinterfragenswürdig.)
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* Werbe/Affiliate-LinksMax Scharnigg - Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau
Sicherlich kein durchschnittliches Buch, diese Geschichte über die Bewohner der fiktiven Hofstatt Pildau - und eins, das sicherlich nicht jeden Geschmack trifft, eben, weil es so ungewöhnlich ist.
Drei Generationen von Männern ("Frauen halten es hier nicht lange aus") leben hier - der jüngste, Jasper, erzählt die Geschichte seiner Kindheit ab dem sechsten Lebensjahr und die der Anderen in Tagebucheinträgen und Rückblicken.
Es gibt zwar ein Dorf in der Nähe von Pildau, aber das Leben der sehr individualistischen Bewohner auf dem Hof spielt sich fast völlig isoliert von diesem ab. Großvater Ludwig und Vater Max haben jeder mehrere Jahre "in der Welt" verbracht, wo sie sogar ungewöhnlich erfolgreich waren, aber verschiedene Gründe brachten beide wieder zurück nach Pildau, dessen Mikrokosmos mit all den Gewohnheiten und "Mythen" auf hinreißende Art aus Sicht des heranwachsenden Jasper beschrieben wird. Sprache und Stimmung in diesem Buch nehmen einen ungewöhnlich gefangen, wenn man es zulässt. (Die Hofstange hab ich dabei tatsächlich gegoogelt, um ganz sicher zu sein...
)Auch drei Frauen unterschiedlichen Alters spielen tragende Rollen, aber wie gesagt...
Die Länge des Buches ist mit 300 Seiten mMn perfekt, die Handlung eigentlich durchaus belebt, ja, teilweise dramatisch - was aber in Scharniggs Erzählton fast untergeht.
(Weil das hier geht, eine halbe Ratte Abzug für eventuell doch zu naiver Darstellung einiger Sichtweisen eines 12Jährigen - aber eigentlich passt auch das zum Buch.)


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Ich habe mein zweites Buch ausgelesen Vorleser :
Cal Flyn - Verlassene Orte
(Es war sehr... Janus-artig. Lesenswert.)
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Ich glaub, bei Murder with Puffins, wo Meg+ damals ganzneuerPartner cosy zu zweit auf einer (aber nicht ganz so einsamen..) Insel sind, kommen am Ende dann doch alle hinterher, oder erinnere ich mich da falsch..?!

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(Kannst Du hören, wie eben dieses Buch in den Grundfesten meines SUB herumwackelt illy ? Ich fand schon The Sirens of Titan ziemlich... mühsam...
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Christus kam nur bis Eboli ist zweifellos ein wichtiges Zeitdokument über eine schattenreiche Zeit in einer Gegend, die immer noch "im Windschatten" liegt. (Die heutige Basilicata, das frühere Lukanien, ist das Zentrum des italienischen Mezzogiorno und kann auch gegenwärtig mangels erwähnenswerter Küstenanteile nichtmals im Tourismussektor punkten - die Abwanderungsquote ist trotz "struktureller Hilfen" nach meinen Informationen immer noch sehr hoch...)
Ich wollte dieses Buch als Hintergrund zu früheren Besuchen in dieser Gegend schon ewig lange lesen, aber habe trotz aller Motivation (die mich immerhin vollständig hindurchgetragen hat...) wenig Freude daran gehabt.
Es handelt sich, wie meine Vorschreiber schon erwähnten, eher um eine Art tagebuchartiger Beschreibungen als um einen Roman - noch dazu liegt mir Levis (für mich exaltierter..) Schreibstil nicht besonders; wahrscheinlich ist er sehr seiner Zeit verhaftet. Da sich der Autor nicht freiwillig im Dorf der Handlung aufhielt, sondern ein dort Confinierter war (eine Art Häftling mit Freigang..), darf man naturgemäß keinen allzu positiven Blickwinkel erwarten - der wird auch (bis auf den Zeitpunkt der Abreise, die ihm dann doch überraschenderweise nicht ganz leicht fällt..
) an keiner Stelle und in keiner Weise geboten.Die (ausführlichen...) Beschreibungen des Äußeren fast aller Personen können nur hoffen lassen, dass darin auch etwas Karikatureskes liegt, so teilweise geradezu erschreckend sind sie - und während sich das Negative bei der bäuerlichen Bevölkerung meist auf deren geistige Beschränktheit bezieht, sind die atmosphärischen Schilderungen der selbst ernannten "kulturellen Oberschicht" bezüglich gegenseitigem Hass, Hinterhältigkeit und Gemeinheit unangenehm farbig. Selbst die karge Landschaft kriegt so Einiges ab...
Zusammen mit einer gewissen Weitschweifigkeit und einem fast absatzlosen Textsatz für mich keine besonders angenehme Lektüre; einige wissenswerte Details bezüglich Geschichte, "Volksglauben" und Landwirtschaft - siehe Grisel - habe ich immerhin mitgenommen, darum nicht völlig umsonst.
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(Hab die noch nachgetragen...)
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Susan Fletcher - Florence Butterfield und die Nachtschwalbe
... ist ausgelesen und war in vielen Punkten durchaus anders, als ich es mir spontan vorgestellt hatte. Vielleicht typisch für die Autorin - in der Summe hat es mir aber gefallen.
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Florence Butterfield entwickelt sich gerade zu einem
... 
Obwohl die Meinung im zugehörigen Thread ja geteilt ist, bin ich guten Mutes, da mir immerhin zwei Bücher von Susan Fletcher (Das Geheimnis von Shadowbrook und Lass mich von einem Mann erzählen, den ich kannte...) wirklich gut gefallen haben.

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Ich könnte mir für Januar Band 100 der Naturkundenreihe vornehmen:
Cal Flyn - Verlassene Orte: Enden und Anfänge in einer menschenleeren Welt
... und außerdem ein Buch, das ich schon für die Dezemberrunde im Auge hatte, das aber erst diese Woche in die Bib zurückgegeben wurde (und das ich aber jetzt nicht mehr schaffe). Es müsste aber auch hier passen:
Susan Fletcher - Florence Butterfield und die Nachtschwalbe
Florence Butterfield, lebenserfahren, weit gereist (Vergangenheit).. kann sich keinen schöneren Ort für den Lebensabend vorstellen (hier klärt sie dann einen Mord auf.. (Haupthandlung: Gegenwart) ... je mehr Florrie über ihr eigenes bewegtes Leben nachdenkt (aber die Vergangenheit kommt wohl doch immer wieder vor...)
Vorleser : Ok, diese beiden?!
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Liebe Grüße an Euch alle, Extradank an
Suse
und alle Moderatorinnen 
- schöne Festtage und einen guten Jahreswechsel mit Gelegenheit zu vielen buchigen Rückblicken.Ich bin froh, dass es Euch gibt!
(Einige Dinge kann niemand sonst verstehen...
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Tucholsky
- so trügerisch leicht.Die Reime - teilweise so ironisch falsch wie der beschriebene Frieden.
(Hoffe, das war ok als "spontane Gefühlsregung"...)
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Mein zweites Buch
Joël Dicker - Die Affäre Alaska Sanders
... ist ausgelesen. Der Anschub durch die M8natsrunde war... eher sinnvoll - danke.