Hexer 0.1: Geschichte 5: Der Rand der Welt

Es gibt 44 Antworten in diesem Thema, welches 8.221 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von MatildaDean.

  • Hier dürft ihr alles diskutieren, was euch zum fünften Abschnitt von Der letzte Wunsch einfällt.

    Der Abschnitt umfasst in der deutschen Ausgabe das Kapitel Die Stimme der Vernunft 5 & die Kurzgeschichte Der Rand der Welt (in der dtv-Ausgabe von 2016 von S. 219-283).


    Bitte denkt an die Spoilermarkierungen, wenn ihr Dinge ansprecht, die erst in späteren Abschnitten oder Bänden auftauchen.

  • Ach, das war auch wieder eine schöne Geschichte. Rittersporn ist gemeinsam mit Geralt irgendwie ein Highlight. Er kann einfach die Klappe nicht halten und bringt sie damit ständig in Bedrängnis. Ich hätte ja auch nicht gedacht, dass Geralt einmal in die Flucht geschlagen wird, aber da ist er doch tatsächlich abgehauen als der Teufel das erste Mal angegriffen hat.


    Ich habe sogar eine Lieblingsszene mit Geralt und Rittersporn in diesem Kapitel:

    Zitat von Andrzej Sapkowski: Der letzte Wunsch: Die Vorgeschichte 1 zur Hexer-Saga. S. 233.

    Ritterspron wandte sich plötzlich um. "Hinter uns kommt jemand", sagte er aufgeregt. "Auf einem Wagen!"

    "Auf einem Wagen? Und ich dachte, hier reiten sie auf Fledermäusen."

    :totlach:


    Die Elfen tun mir ja schon ein bisschen leid, aber sie hätten sich Geralts Worte mal zu Herzen nehmen sollen. Ich denke, die Menschen hätten schon mit ihnen geteilt - wenn nicht das Erntegut, dann das Wissen. Die schienen ja ganz vernünftig zu sein mit ihrer weisen Frau und wollten auch den Teufel nicht töten. Mit dem haben sie auch geteilt solange es nicht so viel wurde, dass der Landesherr darauf aufmerksam wurde. Das hätte man sicher besser regeln können. Aber die Elfen sind wohl zu stolz dafür...


    Ich bin erstaunt, dass Geralt SCHON WIEDER ohne Belohnung gegangen ist? Ich meine, er hat scheinbar nur das alte Buch mitgenommen? Auch, wenn das sicherlich unschätzbares Wissen birgt über allerlei Ungeheuer. Aber kann er sich nicht mal bezahlen lassen? :fluch: (das Smiley ist so toll^^)

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Diese Geschichte hat mir schon besser gefallen. Der Silvan war irgendwie süß, und die Unterhaltung zwischen Geralt und Filavandrel fand ich richtig gelungen. Sie zeigt sehr schön, welche Probleme sich auftun können, wenn man nur stur nach seiner eigenen Meinung geht und nichts neues akzeptieren möchte. Außerdem hat der Elf nicht unrecht, wenn er meint, dass der Mensch die Erde nach seinem Willen umformt und ausbeutet. Nur glaube ich, dass die Elfen aus dieser Begegnung nichts gelernt haben.
    Marada : wer weiß, wofür das Buch gut ist. Es ist zwar alt, aber das heißt ja nicht, dass man dort nicht einige Informationen finden kann, die vielleicht schon längst vergessen wurden.

  • Marada : wer weiß, wofür das Buch gut ist. Es ist zwar alt, aber das heißt ja nicht, dass man dort nicht einige Informationen finden kann, die vielleicht schon längst vergessen wurden.

    Ich weiß ja nicht, ob Geralt ab jetzt vor jedem Auftrag das Buch konsultieren wird :) Ich stelle ihn mir nicht so recht als belesenen Hexer vor. :/


    Aber ja, generell fand ich die Moral in dieser Geschichte auch wieder sehr gut. Ich finde auch Geralt hat sich gut gehalten während der Unterhaltungen (sowohl mit dem Silvan als auch mit den Aden Seidhe).

    Ich finde leider auch, dass die Seidhe mehr aus der Begegnung hätten machen können. Der Silvan hatte ja schon begonnen mit dem "Handel" mit den Dorfbewohner, wäre er nicht so maßlos vorgegangen, hätten sie ihn vielleicht unterstützt. Das Mädchen hatte ja einigen Einfluss und wusste wohl um die Geschehnisse, zusammen hätte man den Dorfbewohnern sicher erklären können, was los ist und vielleicht den Wissensaustausch sowie einen gewissen Handeln anregen. Aber leider war der Stolz der Seidhe da im Weg :(

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Ich bin leider noch nicht so weit und habe heute nur "Die Stimme der Vernunft" geschafft. Zu Rittersporn möchte ich aber schon etwas loswerden:

    Mein erster Gedanke war: "Was für ein bescheuerter Name.", mein zweiter: "Das ist doch eine Blume?". Ja, es ist eine Blume, was mich zur Annahme führt, dass das wahrscheinlich nur sein Pseudonym ist - würde für einen Dichter ja ganz gut passen, von wegen blumige Worte. ;)

    Ein Gespräch mit Mr Zank hat außerdem ergeben, dass dir Figur Rittersporn auf Polnisch "Jaskier" (Hahnenfuß) und auf Englisch "Dandelion" (Löwenzahn) heißt.

  • Mir gefällt der polnische Name von Rittersporn am besten - den hätten sie mal beibehalten sollen^^

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Die Kurzgeschichte konnte mich leider nicht so fesseln und mitreißen. Ich kann aber auch gar nicht so genau festmachen woran es lag.


    Den Troubadour Rittersporn mag ich. Ich gönne Geralt, der wie ein einsamer Wolf daher kommt, einen Gefährten und guten Freund. Außerdem sind die "Gespräche" mit Plötze recht einseitig ;) Ich muss bei den Wort "Troubadour" übrigens immer an die Serie "Gilmore Girls" denken, da habe ich nämlich den Begriff kennengelernt. ^^


    Ob wir genau diese Elfen in einem späteren Band wohl nochmal treffen? Die Elfen hoffen ja auf ein Wiedersehen mit Geralt. Auch wenn das wohl ein kämpferisches Wiedersehen werden soll.

    Ich bin erstaunt, dass Geralt SCHON WIEDER ohne Belohnung gegangen ist? Ich meine, er hat scheinbar nur das alte Buch mitgenommen? Auch, wenn das sicherlich unschätzbares Wissen birgt über allerlei Ungeheuer. Aber kann er sich nicht mal bezahlen lassen?

    Wird irgendwo gesagt, dass er ohne Bezahlung geht?

    Ich hoffe, ich habe nichts überlesen... Ich bin davon ausgegangen, dass die Dorfbewohner ihn bezahlt haben, aber das diese Nebensächlichkeit einfach nur nicht erwähnt wurde. Geralt hat ja schließlich den kleinen Teufel mitgenommen und somit seinen Teil der Abmachung erfüllt. Andererseits ist dieses Buch wahrscheinlich unglaublich wertvoll (zumindest in den richtigen Händen), so dass vielleicht doch "nur" das Buch die Bezahlung war.


    Ich weiß ja nicht, ob Geralt ab jetzt vor jedem Auftrag das Buch konsultieren wird :) Ich stelle ihn mir nicht so recht als belesenen Hexer vor.

    Ach, in meine Vorstellung passt ein Buchlesender Hexer mit der Figur von Geralt zusammen. Er ist ja schließlich kein Haudrauftyp, sondern handelt bisher immer wohl überlegt und scheint auch ziemlich viel Wissen angehäuft zu haben.

  • Andererseits ist dieses Buch wahrscheinlich unglaublich wertvoll (zumindest in den richtigen Händen), so dass vielleicht doch "nur" das Buch die Bezahlung w

    Nein, gesagt wurde es nicht explizit, dass er keine Zahlung erhalten hat. Ich hatte das nur mit dem Buch so herausgelesen :) Außerdem ist er wohl in meiner Vorstellung ein netter Hexer und nimmt auch Aufträge ohne Bezahlung an, wenn sie helfen :)

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Diese Geschichte um den "Teufel" oder Silvan und die Sidhe mochte ich sehr gern, sie war spannend, mystisch, sehr bildhaft erzählt, ein bisschen witzig und hat uns wieder ein Stückchen Welt gezeigt und erklärt. Ich mag wie der Autor seinen Kreaturen abseits der üblichen Klisches einen ganz eigenen Charakter verleiht.

    Ich bin mir noch nicht so wirklich sicher, was genau diese Göttin in Mädchengestalt genau in Geralt sieht, außer das sie erkennt, daß er kein blinder, nur profitorientierter "Schlächter" mystischer Gestalten ist, sondern sich sehr wohl seine eigenen Gedanken macht. Vielleicht sieht sie einfach auch nur daß jedwedes Wesen, egal ob Mensch oder magisches Wesen, seine Stärken und seine Schwächen hat . Sie ist gegen jede Art von Blutvergießen, deshalb hat sie auch eingegriffen, als die Sidhe Geralt und Rittersporn töten wollten, so ganz versteh ich aber nicht warum sie unter den Menschen lebt. Da würd ich mir tatsächlich nochmal eine Geschichte dazu wünschen.


    Geralt mag ja nicht so viele Freunde haben, aber wenn er jemandes Freund ist, dann ist er echt erstaunlich geduldig - Rittersporn mit seiner Klappe verlangt ihm auch einiges an Geduld ab, aber natürlich ist er sympathisch, dieser Troubadour. Mir gefällt übrigens auch der Name "Rittersporn" in der dt. Übersetzung und danke für die Hintergrundinfo bezüglich der verschiedenen Blumennamen in den unterschiedlichen Sprachen. "Jaskier" als Name würde mir auch gefallen .


    Übrigens glaub ich daß dieses Buch wertvoller ist als jede Belohnung in Gold es sein könnte - allerdings wundert mich daß die Dorfbewohner es rausgegeben haben. Denn obwohl niemand es tatsächlich lesen konnte, war es doch eine Erinnerungstütze für die alte Frau. Hm.. und ich denk immer noch über das Mädchen nach, die ihr ja nachfolgen soll, dann aber als Göttin erschienen ist. Ist es vielleicht so, daß die "Göttin" nur momentan in dem jungen Mädchen "wohnt" und sie auch wieder verläßt und sie später dann die "Wissende" des Dorfes sein wird ? Das Mädchen momentan so eine Art "Gefäß" für eine spirituelle Göttin ist, daß sie auch wieder verlassen kann ?


    Marada

    Doch, ich stell ihn mir seltsamerweise schon als buchlesenden Hexer vor :leserin: Und allein die Tatsache daß er diese alte Schrift lesen kann, heißt ja auch, daß sowas in der "Hexerausbildung" auch gelehrt wird, wenn ich es richtig verstanden habe ist das Buch in keiner der gebräuchlichen Schriften verfaßt und er konnte es als einziger lesen. Nichtmal die alte Frau konnte es, sie hat es von ihrer Vorgängerin mit den Bildern als Erinnerungsstütze auswendig gelernt.


    Zank

    Mir geht eigentlich wie deinem Mann mit den spannenden Büchern die man dann in einem Zug durchliest. Hier gehts etwas besser weill der Spannungsbogen durch die verschiedenen Kapitel und Geschichten immer wieder unterbrochen und neu aufgebaut wird und weil ich mindesten eins oder zwei Bücher parallel dazu lese.

    Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir.

    Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.”

    (aus: "Die Stadt der träumenden Bücher")



  • Sie ist gegen jede Art von Blutvergießen, deshalb hat sie auch eingegriffen, als die Sidhe Geralt und Rittersporn töten wollten, so ganz versteh ich aber nicht warum sie unter den Menschen lebt.

    Also ganz sicher bin ich mir auch nicht, aber ich glaube, dass sie eine Art Medium darstellt. Eine weise Frau quasi, die etwas von beiden (oder allen) Welten hat. Vermutlich ist es einfach eine Tradition oder sie ist an ein bestimmtes Gebiet gebunden? Sie wird ja erwählt und fühlt sich wohl zu dieser Aufgabe berufen, daher verstehe ich, dass sie nicht einfach weggeht.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Und allein die Tatsache daß er diese alte Schrift lesen kann, heißt ja auch, daß sowas in der "Hexerausbildung" auch gelehrt wird,

    Die alte Frau konnte ja gar nicht lesen ;) Und bei uns in der Schule wird das Lesen auch gelehrt, aber nicht jeder nimmt danach freiwillig Bücher in die Hand. Ich kann mir ehrlich schwer vorstellen, dass er sich in eine Bibliothek setzt und für einen Auftrag nachforscht :D Ich bin aber gespannt, ob wir dazu noch mehr lesen werden - haben ja noch ein paar Bücher vor uns :)

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Die Stimme der Vernunft: Weiter bin ich noch nicht, deshalb lese ich die anderen Beiträge erst später. Wollte aber kurz was notieren. Der erste Auftritt von Rittersporn war ja herrlich! Wobei genau genommen meine ich mehr Nenneke als Rittersporn selbt. Ihre Art ist einfach unschlagbar :breitgrins:

    Zitat

    "Diesmal ist es Rittersporn, dein Kumpel, dieser Hansdampf in allen Gassen, dieser Schmarotzer und Tagedieb, der Priester der Kunst, der strahlende Stern der Ballade und der Liebeslyrik. Wie üblich vom Ruhme umstrahlt, aufgeblasen wie eine Schweinsblase und nach Bier stinkend." [Sapkowski, Andrzej: Der letzte Wunsch. S. 219]

    Nur nicht zurückhalten Nenneke! ^^


    Jedenfalls find ich es toll einen Freund von Geralt kennen zu lernen! Ansonsten scheint er oft alleine durch die Welt zu streifen und da ist es schön über das Miteinander zu lesen. Die zwei haben bestimmt so einige Anekdoten auf Lager.

    Offenbar hat sich in den Jahren einiges verändert. Hat Geralt in Cintra noch erwähnt, dass es zu wenige Nachfolger und zu viele Ungeheuer gäbe, scheint es jetzt als findet man selten Ungeheuer (also Arbeit für ihn). Da macht er sich einige Gedanken.


    Ein Gespräch mit Mr Zank hat außerdem ergeben, dass dir Figur Rittersporn auf Polnisch "Jaskier" (Hahnenfuß) und auf Englisch "Dandelion" (Löwenzahn) heißt.

    Über den Namen selbst hab ich mir eigentlich keine Gedanken gemacht. Ich weiß, dass es eine Blume ist, dachte einfach naja, zu einem Troubadour passts vermutlich.

    Danke für die extra Infos Mr. Zank. Interessant, was sich die Übersetzer so einfallen lassen! Habe gerade versucht ihn mir als Löwenzahn vorzustellen :lachen: Dandelion klingt für mich irgendwie poetisch.

    Jaskier als Name gefällt mir gut!

  • Die Stimme der Vernunft: Weiter bin ich noch nicht, deshalb lese ich die anderen Beiträge erst später. Wollte aber kurz was notieren.

    hahaha, so ging es mir auch bei diesem Buch. Ich hab dann einfach schnell hier was gepostet, was ich UNBEDINGT loswerden wollte. ^^

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Die Stimme der Vernunft hat ja schon Lust darauf gemacht die eine oder andere Anekdote von Geralt und Rittersporn zu hören und -schwupps- schon erhalten wir die angedeutete Geschichte über den Rand der Welt. Mir gefiel sie richtig gut! In der vorigen Geschichte hatte ich mich von den vielen Namen, die alle auf einmal kamen, ein wenig erschlagen gefühlt. Hier kommen zwar auch einige Figuren vor, aber sie fügen sich nacheinander in die Geschichte ein. Dazu ein bisschen Rätselraten, etwas mystisches, Freundschaft, viel Humor, Spannung und durch die neuen Figuren mehr Verständnis für diese Welt. Und ganz besonders toll, dass ich Geralt um einiges mehr kennen lernen konnte: er lacht sogar! Überhaupt hat er in den Gesprächen mit Rittersporn sehr gelockert gewirkt.

    Nur sein Gesicht, hmm, da hab ich irgendwie immer noch einen weißen Fleck :gruebel: Weil er selbst für mich noch nicht ganz durchschaubar ist und keine Beschreibungen im Buch sind, bleibt das interessanterweise noch so "unbestimmt". Generell ist mir aufgefallen, dass Sapkowski die Gesichter kaum beschreibt (sofern ich es nicht überlesen habe). Klar, die Wesen beschreibt er soweit, dass man sie sich vorstellen kann aber das klassische "rundes Gesicht; Wangenknochen; Augenfarbe; etc." überlässt er dem Leser. Spannend. Bei Rittersporn hatte ich nach seinem ersten Auftritt und ein paar lustigen Gesprächen übrigens sofort ein Gesicht vor Augen.


    Geralt hat offenbar eine Engelsgeduld - wie sonst soll ich erklären, dass er Rittersporn nicht einfach mal den Mund zugeklebt hat? Wenn der mal in Fahrt ist, kann er anscheinend nicht aufhören :totlach:

    Und bringt die beiden dadurch gleich mal in Schwierigkeiten.

    Zitat

    "Blebleblebäääh!", kollerte das Wesen wütend, wobei das Maul weit aufging und gelbe Pferdezähne sehen ließ. "Uk! Uk! Uk! Blähubääähublähuuubäääh!" [Sapkowski, Andrzej: Der letzte Wunsch. S. 244]

    Hahaha, ich hatte bei diesen Szenen immer Kopfkino von den Übersetzern :breitgrins: Mal überlegen: Wie viele "ä"?


    Lustig auch der Moment, als die Großmutter aus dem Buch über den Hexling rezitiert! Ich mochte den Humor in der Geschichte überhaupt gerne und bin auf mehr Geschichten von Rittersporn gespannt (ich muss ja nicht mit ihm eine brenzlige Situation durchstehen, das überlass ich Geralt:popcorn:).

    Den verschmitzten Teufel mochte ich auch. Er versucht sein Bestes zu vermitteln. Die Elfen, nun ja, die Elfen. Interessant wie viele Wesen man bis jetzt schon kennen gelernt hat und ich mag, dass sehr oft mehr dahinter steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Die Elfen scheinen in ihren Ansichten festgefahren zu sein, hmm?

    Rittersporn alles vorzuwerfen, was Menschen je Elfen angetan haben wird die momentane Situation kaum lösen. Dass die Menschen ihnen ursprünglich ihr Land wegnahmen ist natürlich tragisch. Aber hier und jetzt Hunger und Vernichtung in Kauf nehmen, weil man sich strickt gegen einen Handel wehrt? Das fand ich schade.

    Ich finde leider auch, dass die Seidhe mehr aus der Begegnung hätten machen können. Der Silvan hatte ja schon begonnen mit dem "Handel" mit den Dorfbewohner, wäre er nicht so maßlos vorgegangen, hätten sie ihn vielleicht unterstützt. Das Mädchen hatte ja einigen Einfluss und wusste wohl um die Geschehnisse, zusammen hätte man den Dorfbewohnern sicher erklären können, was los ist und vielleicht den Wissensaustausch sowie einen gewissen Handeln anregen. Aber leider war der Stolz der Seidhe da im Weg

    Ich denke auch, dass ein Austausch oder Handel gar nicht so abwegig gewesen wäre, die Dorfbewohner wirkten da recht vernünftig.

    Ich finde Geralt hat auch in dieser Unterhaltung gezeigt, dass es ihm liegt Argumente vorzubringen und besonnen zu bleiben. Hier war leider die Chance auf eine Zusammenarbeit von Anfang an gleich 0. Sehr schade, zumal ich den Eindruck hatte, dass die Elfen eigentlich nicht unbedingt auf Krieg aus sind - sonst würden sie doch gleich gegen die Stadt vorgehen und nicht warten bis sie noch schwächer sind.

    Als Geralt um Rittersporns Leben bittet, zeigt der, das mehr als Witze in ihm steckt, und lässt sich von den Elfen nicht kleinkriegen :daumen:

    Das Ende hat einen traurigen Nachklang: ein höfliches Verabschieden bis man sich wiedertrifft um mit Anstand zu sterben.. hmm.


    Ich muss bei den Wort "Troubadour" übrigens immer an die Serie "Gilmore Girls" denken, da habe ich nämlich den Begriff kennengelernt. ^^

    :herz: Ooh, ich fand das immer so cool und hätte auch gerne einen richtigen Troubadour in der Gegend der fröhlich vor sich hinträllert!


    Übrigens glaub ich daß dieses Buch wertvoller ist als jede Belohnung in Gold es sein könnte - allerdings wundert mich daß die Dorfbewohner es rausgegeben haben. Denn obwohl niemand es tatsächlich lesen konnte, war es doch eine Erinnerungstütze für die alte Frau.

    Das hat mich total überrascht! Ich hätte gedacht dieses Buch ist seit x Generationen in diesem Dorf und dort wird es auch bleiben. Ohne Lilles Einverständnis hätten die Dorfbewohner das Buch wohl kaum abgegeben, ich nehme also an, es hatte einen bestimmten Grund es an Geralt weiterzugeben? Sie hat Geralt anfangs mehr oder weniger begutachtet, vielleicht steckt da noch mehr dahinter.

    Auch die Erklärung am Ende über die Lebin/Danamebi fand ich spannend und würde gerne noch mehr über Lille erfahren. Bis jetzt macht Sapkowski das wirklich gut, es gibt so einige Wesen und Geschichten bei denen ich liebend gerne mehr erfahren möchte, aber man hat vorerst genug Informationen um sich ein Bild zu machen. Ich persönlich mag es nicht, wenn man in Büchern mit winzigen Andeutungen zu lange auf die Folter gespannt wird.

  • Ich mochte den Humor in der Geschichte überhaupt gerne

    Ich auch ^^

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Juhu, ich habe endlich auch den Abschnitt beendet! :tanzen:


    Für den Märchenzähler konnte ich dieses Mal den besoffenen Rattenfänger von Hameln finden.

    Das Gespräch mit Rittersporn darüber, dass die Welt sich verändert und Hexer sich in gewisser Weise selbst ihre Lebensgrundlage entziehen, in dem sie Monster töten, hat mich nachdenklich gestimmt. Da ist ja schon was dran und insofern fand ich auch die anschließende Kurzgeschichte nicht nur wegen Rittersporn sehr passend, sondern auch inhaltlich. Denn auch die Elfen haben ja so ihre Probleme mit sich verändernden Gegebenheiten.


    Rittersporn finde ich.... tja, weiß auch nicht. Einerseits ziemlich klug, manchmal dann wieder ziemlich naiv und unüberlegt. Was genau Geralt an ihm findet, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Die zwei scheinen ja doch extrem verschieden zu sein - was in einer Freundschaft natürlich trotzdem super funktionieren kann, aber ich hatte den Eindruck, dass Gerri eher genervt von Rittersporn ist. Aber vielleicht hat der es ja auch einfach auf den Punkt gebracht:

    Zitat von Rittersporn, S. 227


    "Zuvor hattest du unterwegs nur mit dem Pferd reden können."

    Ich hab ja im zweiten Abschnitt schon gesagt, dass das Geralt zuviel mit Plötze spricht :D



    Als ich vorhin mit Mr Zank darüber sprach, dass ich gleich mit Geralt ins Bett gehe (siehe allgemeiner Hexer-Planungsthread), meinte ich noch, dass ich auch Griesbrei mitnehme. Wir waren uns schnell einig, dass das durchaus auch eine Figur aus den Büchern sein könnte. So ein dicker Koch oder so. Und zack, taucht hier "Brennessl" auf (alte, bayerische Rechtschreibung, würde ich sagen) ^^ Apropos ins Bett gehen... Rittersporn scheint ja noch schlimmer hinter den Mädels her zu sein als Geralt. Der nutzt zwar jede sich bietende Gelegenheit, aber Rittersporn ist ja richtig im Flirtfieber.


    Lustig fand ich, dass "Hexer" in diesem Alten Buch erwähnt werden zwischen all den Fabelwesen.


    Was ich zu den fremden Sprachen denken soll, weiß ich nicht so recht. Einerseits ist es nett, dass ich die quasi auch lesen kann, andererseits ziemlich unkreativ. Ob nun "arse" (Arsch), "Düvvelsheyss" (Teufelsscheiße) oder "pavienn" (Affenmensch).

    Definitiv gestört hat mich, dass Torque und Toruviel so ähnlich heißen. Ich war mehrfach verwirrt, um wen es denn jetzt geht...


    Die Geschichte selbst fand ich nicht so spektakulär, aber die ganzen Details sind nett und irgendwie kriege ich durch das Lesen des Buches immer gute Laune. Das liegt zum Teil an Geralts Sprüchen, daran, dass alles immer so geschildert ist, dass ich direkt Bilder vor Augen habe und auch daran, dass es mir wahnsinnig Spaß macht, mich hier mit euch und daheim mit meinem Mann darüber auszutauschen.

  • Aber die Elfen sind wohl zu stolz dafür...

    Elfen sind ja oft sehr stolz, auch in Geschichten anderer Autoren. Auch bei Herr der Ringe z.B., wenn ich mich richtig erinnere. Aber zuviel Stolz kann eben auch tödlich sein und hier ist es ja schon fast eher Trotz als Stolz - "Ich will aber nicht mit denen handeln!!!"


    die Unterhaltung zwischen Geralt und Filavandrel fand ich richtig gelungen. Sie zeigt sehr schön, welche Probleme sich auftun können, wenn man nur stur nach seiner eigenen Meinung geht und nichts neues akzeptieren möchte.

    Ich finde es allgemein spannend, dass man aus fast jeder Geschichte irgendwas zum Nachdenken mitnehmen kann. Sei es dieses Tridamer Urteil und das "kleinere Übel" oder hier der von dir angesprochene Aspekt und gleichzeitig die Art der Menschen, sich alles anzueignen...


    Ich muss bei den Wort "Troubadour" übrigens immer an die Serie "Gilmore Girls" denken, da habe ich nämlich den Begriff kennengelernt.

    Ich musste immer an Troubadix aus Asterix denken ^^


    Ob wir genau diese Elfen in einem späteren Band wohl nochmal treffen? Die Elfen hoffen ja auf ein Wiedersehen mit Geralt. Auch wenn das wohl ein kämpferisches Wiedersehen werden soll.

    Ich habe es so verstanden, dass die Elfen von einem Wiedersehen mit den Menschen sprechen, nicht mit Geralt? Und das wird, wie von Geralt prophezeit ein Kampf werden.


    Ich bin davon ausgegangen, dass die Dorfbewohner ihn bezahlt haben, aber das diese Nebensächlichkeit einfach nur nicht erwähnt wurde.

    Das denke ich auch. Er ist ja explizit auf der Suche nach einem bezahlten Job losgegangen. Das Buch ist dann ein Bonus.


    so ganz versteh ich aber nicht warum sie unter den Menschen lebt.

    Ich habe es so verstanden, dass Lille die Reinkarnation dieser "Lebin" ist. Und in dem schlauen Buch steht ja auch das Gerücht, dass diese sich bei einem Volk niederlässt, solange dieses sich ihrer als würdig erweist. Hätten de Dorfbewohner den Teufel getötet, wäre sie sicherlich weitergezogen.

    Übrigens glaub ich daß dieses Buch wertvoller ist als jede Belohnung in Gold es sein könnte - allerdings wundert mich daß die Dorfbewohner es rausgegeben haben. Denn obwohl niemand es tatsächlich lesen konnte, war es doch eine Erinnerungstütze für die alte Frau.

    Ich glaube, dass das Buch nur symbolischen Wert in dem Dorf hatte. Sollte die Weise im Dorf nun immer die "Lebin" in neuer Gestalt sein, hat sie sicherlich all das Wissen. Aber Menschen ist es einfacher zu vermitteln, wenn es ein Buch dazu gibt, auf das man sich beziehen kann.


    Ich kann mir ehrlich schwer vorstellen, dass er sich in eine Bibliothek setzt und für einen Auftrag nachforscht :D

    Das kann ich mir tatsächlich extrem gut vorstellen. Geralt ist kein unüberlegter "Schlächter" und wenn er etwas nicht sicher weiß, traue ich ihm durchaus zu, sich erst einmal ein paar Tage in die Bibliothek zu verkriechen, um etwas nachzuprüfen, bevor er sein Leben oder das anderer unnötig in Gefahr bringt.


    Generell ist mir aufgefallen, dass Sapkowski die Gesichter kaum beschreibt (sofern ich es nicht überlesen habe). Klar, die Wesen beschreibt er soweit, dass man sie sich vorstellen kann aber das klassische "rundes Gesicht; Wangenknochen; Augenfarbe; etc." überlässt er dem Leser. Spannend. Bei Rittersporn hatte ich nach seinem ersten Auftritt und ein paar lustigen Gesprächen übrigens sofort ein Gesicht vor Augen.

    Zumindest Lilles blaue Augenfarbe wurde genannt - wahrscheinlich ist mir das deshalb so aufgefallen, weil das sonst nicht passiert. Ich stelle mir beim Lesen sowieso keine Gesichter vor, von daher stört es mich nicht. Als ich nach Rittersporns Namen gegooglet habe, wurden mir natürlich sofort Bilder aus der Netflixserie mit angezeigt. Ich wollte mir ja extra keine anschauen, vor allem von Geralt nicht und habe das auch nicht getan. Aber Rittersporn sieht tatsächlich 100% so aus, wie im Buch beschrieben und wie ich ihn mir vorstelle ^^


    Zitat

    "Blebleblebäääh!", kollerte das Wesen wütend, wobei das Maul weit aufging und gelbe Pferdezähne sehen ließ. "Uk! Uk! Uk! Blähubääähublähuuubäääh!" [Sapkowski, Andrzej: Der letzte Wunsch. S. 244]

    Bestes Zitat :totlach:

  • Ich habe es so verstanden, dass die Elfen von einem Wiedersehen mit den Menschen sprechen, nicht mit Geralt?

    Aber Geralt hatte ja gesagt, dass sie sich auf dem Schlachtfeld sehen, sollten die Elfen den Menschen hier etwas tun. Daraufhin hat der Elf eingewandt, dass er sich dann schon auf ihre nächste Begegnung freut und damit rechnet, dass Geralt derjenige ist, der ihnen das Leben nimmt. Und Geralt antwortete darauf, dass er tun wird was er kann, um dieses Treffen zu halten.

    Das kann ich mir tatsächlich extrem gut vorstellen. Geralt ist kein unüberlegter "Schlächter" und wenn er etwas nicht sicher weiß, traue ich ihm durchaus zu, sich erst einmal ein paar Tage in die Bibliothek zu verkriechen, um etwas nachzuprüfen, bevor er sein Leben oder das anderer unnötig in Gefahr bringt.

    Ich sehe ihn auch nicht als unüberlegten "Schlächter", aber als jemanden, der mehr oder weniger durch Zufall in solche Situationen gerät und dann nicht erstmal in die nächste Königsstadt oder seinen Heimatort zurückreitet, um eine Bibliothek zu konsultieren und damit weitere Leben gefährdet.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"