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  1. Literaturschock - Bücherforum
  2. Kirsten

Beiträge von Kirsten

  • Agatha Christie - Das Geheimnis der Schnallenschuhe

    • Kirsten
    • 24. März 2026 um 07:22

    Das Einzige, wovor Hercule Poirot Angst hat, ist sein Zahnarzt Dr. Morley, auch wenn er das nie zugeben würde. An diesem Tag steht sein Besuch unter einem schlechten Stern, denn Morleys Assistentin musste zu einer kranken Tante und ohne Gladys bricht in der Praxis Chaos aus.

    Um sich von seiner Unruhe abzulenken, betrachtet er die Patienten und Angestellten der Praxis und macht einige Entdeckungen, die ihm später nützlich sein werden.

    Kurz nach seinem Termin ist Dr. Morley tot. Während die Polizei an Selbstmord glaubt, ist sich Poirot sicher, dass Morley ermordet wurde. die Gruppe der Verdächtigen ist klein, denn es kann nur eine der Personen sein, die er vor und in der Praxis gesehen hat. Aber als weitere Morde passieren, gerät er selbst in den Fokus der Täter.

    Hercule Poirot wirkt in diesem Fall manchmal fast überfordert. Der oder die Täter legen viele Spuren und gründlich, wie er ist, betrachtet er alle. Es ist ein Wettlauf zwischen ihm und dem Täter, um weitere Morde zu verhindern.

    Agatha Christie hat mich lange im Dunkeln gelassen. Auch wenn ich einen kleinen Hinweis früh gesehen hatte, wusste weder, wer der Täter ist, noch kannte ich sein Motiv. Die vielen Spuren machen den Krimi ein wenig unruhig, aber nicht weniger unterhaltsam.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Roberto Savinano - Meine Liebe stirbt nicht

    • Kirsten
    • 23. März 2026 um 11:16

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    Als Rossella Francesco kennenlernt, ist es für sie keine Liebe auf den ersten Blick. Aber als sie sich dann in ihn verliebt, ist ihre Liebe so stark, dass sie es kaum aushält. Er ist der Mann, von dem sie immer geträumt hat: liebevoll, aufmerksam und immer für sie da. Auch ihre Eltern mögen den jungen Mann. Aber Francesco hat ein Geheimnis: er ist Mitglied einer mächtigen Familie der ’Ndrangheta, um die herum ein Krieg ausbricht.

    In ihrer Liebe ist Rossella blind für das, was um sie herum geschieht: für das Abrutschen ihrer Freundin Nina in die Drogensucht abrutscht, aber auch darüber, wer Francescos Freunde sind und für ihre Aktivitäten. Dabei ist das, was sie tun und was sie sind, doch offensichtlich. Aber vielleicht ist das auch nur mein Eindruck, denn als Leserin sehe ich das ganze Bild.

    Als Rossella erkennt, wer der Mann ist, in den sie sich verliebt hat, kann und will sie das zuerst nicht wahrhaben. Deshalb glaubt sie Francescos Beteuerungen, dass seine Familie nur am Rand steht und nichts mit der Fehde zu tun hat, die um sie herum herrscht. Aber sie haben in der Sache ihre Sympathie gezeigt und sich deshalb für seine Seite entschieden.

    Roberto Savinano erzählt nicht nur Rossellas Geschichte, er beschreibt das Leben einer Familie der ’Ndrangheta. Gerade dieses Bild fand ich spannend. Eine ehrbare Familie, deren Geheimnis jeder kennt. Aber der Krieg kommt immer näher und als auch Francesco unter dem Opfern ist, trifft Rossella eine fatale Entscheidung.

    Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau, die sich verliebt hat. Sie glaubte, dass ihre Liebe stärker ist als alle Widrigkeiten, die sich ihnen in den Weg gestellt haben und dabei Freundlichkeit ihr gegenüber mit echter Freundschaft verwechselt. Ihre Liebe hat sie blind gemacht für die Wahrheit, nämlich dass die Ehre der Familie über allem steht und auch für sie Schwäche des Mannes, in den sie sich verliebt hat.
    4ratten

  • Alexandra Fuller - Unter afrikanischer Sonne

    • Kirsten
    • 20. März 2026 um 10:47

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    Alexandra Fuller wächst auf einer Farm auf, in dem sie nachts nicht zu ihren Eltern gehen kann, wenn sie Angst hat, weil die mit Gewehren neben dem Bett schlafen. Für sie ist das normal, denn seit sie zwei Jahre alt ist, lebt sie im heutigen Simbabwe.

    Alexandra sieht die Gefahren des Alltags zwar, aber sie nimmt sie nicht als solche wahr, dazu ist sie noch zu klein. Ob Schlangen, Insekten oder auch Minen: sie und ihre Schwester sind schon so oft davor gewarnt worden, ohne dass etwas passiert ist. Die scheinbare Sicherheit macht unvorsichtig und kostet der jungen Alexandra einmal fast das Leben.

    So, wie Alexandra ihr Leben beschreibt, wirkt es auf mich nicht so, als ob sie glücklich ist. Ihre Mutter trinkt und lebt in einer für sie glücklicheren Vergangenheit. In der Gegenwart reden die Eltern die Übergriffe der älteren Tochter gegenüber klein. Sie und ihre Schwester wachsen in einer Umgebung auf, in der sie die privilegierte Minderheit sind und in dem Rassismus allgegenwärtig ist.

    Der Anfang der Biografie wird durch die Augen des Kindes erzählt, das sieht, was um sie herum passiert, ohne die wahren Gründe zu kennen. Ihre Eltern wirken auf mich fast lieblos. Der Vater geht mit seinen "Boys" jagen, ist an mehreren Tagen im Monat in der Miliz und kümmert sich um den Tabakanbau. Die Mutter scheint ihre Hunde und Pferde mehr zu lieben als die Kinder.

    Aber es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte. Alexandra hatte einen älteren Bruder, den sie nie kennenlernen durfte, weil er vor ihrer Geburt gestorben ist. Die kleine Schwester, die sie sich sehnlichst wünschte, weil sie ohne die große Schwester im Internat einsam war, ertrinkt in einem Ententeich und die letzte Schwangerschaft der Mutter endet mit einer Totgeburt.

    Alexandra und ihre ältere Schwester können nur hilflos zusehen, wie sich ihre Mutter immer mehr in sich selbst zurückzieht. Irgendwann erkennt sie selbst, dass sie krank ist. Sie bleibt zwei Jahre in einer psychiatrischen Klinik, bis es ihr endlich besser geht.

    Es gibt wenig Schönes in Alexandras Familiengeschichte. Die Liebe zwischen den Schwestern ist eines davon, auch wenn Alexandra von ihrer großen Schwester oft drangsaliert wird. Später wird sie den Mann kennenlernen, den sie heiraten wird. Aber in der Zeit in Afrika verhält sich die Familie so, wie man es von den weißen Siedlern erwartet hat: ohne Rücksicht und Respekt den Menschen und dem Land gegenüber, deren Gäste sie sein dürfen.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Alan Cleaver - The Postal Paths

    • Kirsten
    • 19. März 2026 um 07:44

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    Zitat: "Where there is a path, there is a history".

    Wir greifen heute nicht mehr zu Stift und Papier, wenn wir jemand einen Brief schreiben wollen und lesen Zeitungen zum gro0en Teil online. Deshalb können wir uns kaum vorstellen, wie es war, als die Menschen auf BriefträgerInnen angewesen waren, um den Kontakt zu ihren Lieben zu erhalten. Alan Cleaver führt uns mit seinem Buch zurück in eine Zeit, in der die BriefträgerInnen noch auf gutes Schuhwerk und eine gute Kondition angewiesen waren, um Briefe und Pakete zu den entlegensten Häusern zuzustellen.

    Alan stößt auf seinen ersten Postman's Paths durch einen Zufall, aber sein Interesse ist sofort geweckt. Wie sind die britischen Posties zu den Häusern gekommen? Ein Blick auf die Karten der jeweiligen Regionen hat gezeigt, wie weit die Abstände waren. Eine fast unmögliche Aufgabe, wenn man den normalen Wegen gefolgt ist. Deshalb haben die Posties Abkürzungen gefunden, die sie sechs von sieben Tagen in der Woche gegangen sind und so viele Meilen gespart.

    Diese alten Pfade wiederzufinden, war eine fast unmögliche Aufgabe. Als Alan seinen Plan auf Twitter vorstellte, bekam er hunderte von Nachrichten, viele von Kindern oder Enkeln der Posties, die Großbritannien mit einem Netzwerk von eigenen Routen überzogen haben. Eines der ersten Dinge, die er dabei lernte, war dass es nicht nur Postmen, sondern auch Postwomen gab. Daher kommt der Begriff Postie, den er in seinem Buch verwendet.

    Auf seinen Wegen lernt Alan bekannte Gegenden neu kennen, aber auch ihm bis dahin unbekannte Regionen. Gleichzeitig bekommt er eine neue Sicht auf die Natur, die ihn umgibt. Er lernt, genauer hinzusehen und keine Fotos, sondern Eindrücke zu sammeln.

    Alan erzählt viele kleine Geschichten, die unmöglich zusammenzufassen sind. Sie zu lesen hat großen Spaß gemacht und mich auch daran erinnert, beim Wandern wieder genauer hinzuschauen.
    5ratten

  • Agatha Christie - Auf doppelter Spur

    • Kirsten
    • 19. März 2026 um 06:50

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    Als Sekretärin Sheila Webb in der Wohnung ihrer Auftraggeberin ankommt, ist die nicht daheim. Dafür findet Sheila im Wohnzimmer etwas, mit dem sie nie gerechnet hätte: die Leiche eines Mannes. Sie rennt panisch aus dem Haus und in die Arme eines Mannes: des Geheimagenten Colin Lamb.

    Der Krimi beginnt mit gleich drei Zufällen, die alle zusammenhängen und geht mit einer Aneinanderreihung von Zufällen weiter: Uhren, die verschwinden, Absätze, die abbrechen und Kinder, die mehr Spuren finden als die Polizei.

    Colin Lamb war natürlich mit einem Grund in der Straße, in der sich der Mord ereignete. Auch wenn der nichts mit dem Mord zu tun hatte, beginnt er zu ermitteln, denn Sheila hat es ihm auf den ersten Blick angetan. Dabei wird er von Hercule Poirot unterstützt, der die meiste Zeit im Hintergrund bleibt und Colin hauptsächlich Anweisungen gibt. Den großen Auftritt zum Schluss lässt er sich aber wie immer nicht entgehen.

    Die Handlung wechselt zwischen einem Spionagethriller und einer Mordermittlung, in der weder die Polizei noch Colin Lamb eine glückliche Figur machen. Sie finden Spuren, können sie aber nicht lesen. Erst Poirot sammelt die Spuren und findet die Lösung. Ein Krimi, der weder das eine noch das andere ist, sondern irgendwie dazwischen, aber mit genug Potential, um beide Geschichten in einem eigenen Buch zu erzählen. Für mich wäre das die bessere Lösung gewesen.
    3ratten

  • Miriam Höller - Das Leben ist ungerecht: Und das ist gut so

    • Kirsten
    • 18. März 2026 um 08:19

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    Miriam Höller wurde der breiten Öffentlichkeit bekannt als Teilnehmerin bei GNTM. Davor war sie als Stuntfrau eher hinter den Kulissen zuhause. Später war sie gemeinsam mit ihrem Partner, dem Kunstflieger Hannes Arch als Powercouple bekannt.

    In ihrem Leben ging es lange nur bergauf. Miriam hat sich ihren Traum erfüllt und ist eine angesehene Stuntfrau geworden. Die Teilnahme bei GNTM machte sie auch vor der Kamera bekannt. Ihr Auftritt beim Life Ball 2012, bei dem sie mit brennenden Flügeln über den Laufsteg ging, machte sie endgültig bekannt.

    Aber dann nahm ihr Leben eine Wendung, die sie niemals vorhergesehen hatte. Sie brach sich bei einem Stunt beide Füße so schwer, dass sie ihre Karriere nicht mehr fortsetzen konnte. Hannes Arch stürzte mit dem Hubschrauber ab. Mit seinem Tod verlor sie nicht nur den Partner, sondern auch ihr Zuhause und musste ganz von vorne anfangen.

    Bei diesen Schicksalsschlägen klingt der Untertitel ihrer Biografie fast ironisch. Wie kann es gut sein, dass das Leben so ungerecht mit jemand umgeht? Miriam Höller sieht alles in ihrem Leben, als einen weiteren Schritt. Egal, ob es gut oder schlecht ist. Das Leben ist nicht zu Ende, auch wenn es sich so anfühlt und für sie sicherlich so angefühlt hat. Der Weg nimmt eine andere Richtung, als man geplant hat und auch wenn es nicht leicht ist, muss man diesen neuen Weg gehen.

    Miriam schreibt in ihrem Buch sehr offen. Sie beschreibt ihren Schmerz, ihre Zweifel und auch das Gefühl der Hilflosigkeit, dass sie so viel Leid erleben musste. Aber sie ist eine starke Person und hat auch die richtigen Menschen an ihrer Seite, um ihr durch diese Krisen zu helfen, nicht jeder hat ihre Möglichkeiten. Trotzdem zeigt ihr Buch, dass man auch nach dem tiefsten Fall wieder aufstehen kann.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Alison Weir - Mary I: Queen of Sorrows

    • Kirsten
    • 18. März 2026 um 07:25

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    Maria I. war die Tochter von Katharina von Aragon und Heinrich VIII.. Alison Weir erzählt nicht nur die Lebensgeschichte der Frau, die unter dem Namen Maria die Blutige in die englische Geschichte einging.

    Marys Geschichte beginnt mit einer glücklichen Kindheit Sie wird von ihren Eltern geliebt, gilt als fleißige und intelligente Schülerin, ist sich aber auch der Tatsache bewusst, dass ihr Leben von Staatsgeschäften bestimmt ist. Schon während ihrer Kindheit wird ihre erste Verlobung gefeiert, um ein Bündnis Englands zu festigen.

    Gerade, weil sie einen so wachen Geist hat, fällt ihr früh auf, dass etwas nicht stimmt. Plötzlich drängt sich eine Frau in den Vordergrund, die sie immer nur die Hexe nennt. Anne Boleyn nimmt ihr den Vater weg und ist der Grund, warum sie und ihre Mutter von Hof verbannt werden. Schlimmer noch: sie ist auch der Grund, warum der Vater mit der katholischen Kirche bricht, ein Schock für die zutiefst gläubige Mary.

    Als Anne Boleyn eine Tochter zur Welt bringt, ist es für Mary zuerst eine Demütigung, sich um das kleine Mädchen zu kümmern. Aber zu ihrer eigenen Überraschung liebt sie ihre Schwester, wie später auch ihren Bruder.

    Marys weiteres Leben ist ein Hin und Her. Sie wird von Hof verbannt, dann wieder zurückgeholt. Ihr wird eine Reihe Stiefmütter präsentiert, die nie lange bleiben. Die einzige Konstante für die ist ihr Glaube, aber auch der soll ihr genommen werden. Je mehr Druck auf die ausgeübt wird, desto unerschütterlicher hält sie daran fest. Als Königin wiederholt sie diese Geschichte in umgekehrter Weise bei ihrer Schwester, die sie mit allen Mitteln zum Übertritt in die katholische Kirche überreden will.

    An ihrer Verbissenheit in dieser Sache erkennt man, wie sehr sie sich verändert hat. Sie ist nicht in der Lage zu erkennen, wie sehr sich Elizabeths Geschichte und ihre ähneln. Für mein Empfinden hat ihr Glaube fast etwas Fanatisches.

    Als Königin muss sie sich nicht um Staatsgeschäfte, sondern auch der Thronfolge sorgen. Wieder ist sie in einem Dilemma. Eine Frau als Regentin wird nicht immer ernst genommen, aber ihr Mann soll sich nicht in die Regierung einmischen. In Philipp II. von Spanien findet sie für sich den idealen Mann, auch wenn ihre Ratgeber von dieser Ehe abraten.

    Als Ehefrau macht sie wieder eine Veränderung durch. Plötzlich dreht sich alles um ihren Mann und die gemeinsamen zukünftigen Kinder. Sie leidet, wenn er sie aufgrund eigener Geschäfte verlässt und wartet sehnsüchtig auf ihn. Aus der Königin wird eine Frau, sie sich hinter ihrem Mann verliert.

    Alison Weir beschreibt Mary I. mit vielen Facetten. Eine Frau mit großem Potential, die gegen Ende immer verbitterter und vielleicht auch wurde, weil sich ihr größter Wunsch nie erfüllen konnte.
    4ratten

  • Simon Carter - The Art of Climbing

    • Kirsten
    • 17. März 2026 um 08:33

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    Simon Carter war bereits in seiner Jugend ein begeisterter Fotograf, später hat er sein Hobby zu seinem Beruf gemacht. Zum Klettern kam er nur wenige Jahre später und in seinem Buch verbindet er diese beiden Leidenschaften.

    Mich haben die Fotos im Buch fasziniert. Simon Carter hat bei den ersten Kapiteln eine ungewöhnliche Perspektive gewählt: er zeigt die Sportler vor der gesamten Wand. Oft sieht man sie nur als kleinen Punkt, aber gleichzeitig bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, wie groß das jeweilige Projekt ist, an dem sie gerade arbeiten.

    In den späteren Kapiteln geht es mehr um die Sportler, aber auch da sind die Bilder von der gleichen Intensität. Simon Carter schafft es, genau diesen Moment festzuhalten, der für die Route entscheidend ist und das sieht man den Gesichtern an.

    Aber er lässt nicht nur die Bilder, sondern auch die Athleten sprechen. Es ist faszinierend, wie genau sie sich an bestimmte Momente an der Wand erinnern können. Gleichzeitig sprechen sie aber auch darüber, wie intensiv sie die Natur empfinden und auch darüber, dass sie durchaus nicht ohne Angst, aber sich der Risiken, die sie eingehen durchaus bewusst sind. Dazu passt dieser Satz von Adam Ondra perfekt: "Klettern kann Spaß machen. Egal wie steil es ist und wie viel Angst man hat".
    5ratten

  • Alena Schröder - Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

    • Kirsten
    • 17. März 2026 um 07:55

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    Hannah hat das Gefühl, dass ihr Leben stillsteht, während sich das aller anderen um sie herum weiterbewegt. Ihre beste Freundin Rubi ist schwanger, zieht aus und lässt Hannah zurück. Ihr Zimmer wird vom Neffen einer Kollegin von Hannah bezogen, der zwar die Leere in der Wohnung füllt, sonst Hannah hauptsächlich auf die Nerven geht. Auch im Onlinedating ist sie nicht erfolgreich.

    Dann gibt es eine überraschende Wendung: ihr Vater meldet sich nach Jahren der Funkstelle wieder bei ihr und will den Kontakt wieder aufnehmen. Aber Hannah ist misstrauisch, denn ihre Mutter und auch die Großmutter haben immer gesagt, dass er nichts mit seiner Tochter zu tun haben wollte.

    In einer früheren Zeitebene wird die Geschichte von Marlen erzählt, die von der Malerin Wilma vor russischen Soldaten in einer Schublade versteckt wurde und dort ein Gemälde gefunden hat, das ihr Leben für immer veränderte. Nach dem Krieg bleibt ihr Leben ähnlich stehen wie das von Hannah: während Wilma als Malerin immer Erfolge feiert, bleibt sie immer nur ihre Assistentin, ohne die Möglichkeit, ihr eigenes Leben zu leben.

    Für mich hätte jede der beiden Frauen einen eigenen Roman verdient. Ihre Geschichten laufen parallel und haben nur wenig Berührungspunkte. Gleichzeitig haben sie ähnliche Träume und auch Zweifel, aber auch unterschiedliche Voraussetzungen, um sie zu verwirklichen.
    4ratten

  • Coco Mellors - Cleopatra und Frankenstein

    • Kirsten
    • 17. März 2026 um 06:58

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    Als sich Cleo und Frank in einer Silvesternacht in New York treffen, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Sie heiraten nach nur wenigen Wochen und sind trotz glücklich, obwohl oder weil sie vorher komplett unterschiedliche Leben geführt haben. Aber sie müssen erkennen, dass Liebe manchmal nicht ausreicht.

    Es sind die offensichtlichen Unterschiede zwischen ihnen, die Cleo und Frank aneinander fasziniert haben: sie ist eine Kunststudentin Anfang Zwanzig aus England und er ist der Besitzer einer erfolgreichen Werbeagentur Mitte Vierzig. Für ihre Freunde und Bekannten ist klar, dass diese Beziehung nicht gutgehen kann, und sie halten mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Ob es Treffen mit Freunden oder den jeweiligen Familien ist: immer wieder müssen sich die Beiden rechtfertigen.

    Coco Mellors erzählt ihre Geschichte nicht nur von Cleo und Frank als Paar, sondern auch aus der Sicht ihrer Freunde. Von außen ist es deutlich zu sehen, wie sich ihre Ehe entwickelt. Cleo kämpft gegen Depressionen, Frank gegen den Alkohol. Beide können sich ihre eigenen Probleme nicht eingestehen, sehen dafür die des Partners umso deutlicher und schieben sich so gegenseitig die Schuld an dem zu, was mit ihnen und ihrer Ehe passiert.

    Wären sie ohne den Druck von außen glücklicher gewesen? Vielleicht. Hätten sie nicht heiraten sollen, wenn es so offensichtlich war, wie wenig sie sich eigentlich kennen? Möglicherweise. Cleo und Frank haben nicht auf die Zweifler gehört, sondern sich ins Abenteuer gestürzt.

    Mein Gefühl beim Lesen hat sich ähnlich verhalten wie die Gefühle der Beiden: anfangs hat mir das Buch sehr gut gefallen, aber die Begeisterung hat, wie die Liebe zwischen ihnen, ab ungefähr der Mitte nachgelassen.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Mary Beard - SPQR: Die tausendjährige Geschichte Roms

    • Kirsten
    • 16. März 2026 um 07:02

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    Die Althistorikerin Mary Beard verspricht in ihrem Buch einen neuen Blick auf das alte Rom mit neuen Sichtweisen auf bereits Bekanntes, aber auch neue Einblicke in den römischen Alltag.

    Ich bin an das Buch mit der falschen Erwartung herangegangen: es ist mir aufgefallen, als ich im letzten Jahr am Hadrianswall unterwegs war und deshalb angenommen, dass es sich hauptsächlich um die Geschichte der Römer in Großbritannien dreht. Hadrian und der von ihm errichtete Grenzwall wurden zwar erwähnt, spielen in Mary Beards Geschichte aber keine weitere Rolle.

    Gleich zu Anfang gibt Mary Beard einen interessanten und mir neuen Denkanstoß: kommt die Legende, dass Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt wurden möglichweise daher, dass Wölfin in der alten Sprache ein anderes Wort für Prostituierte ist? Sie sagt nicht, dass es so ist, ihr Gedanke ist eher "was wäre wenn", aber damit hat sie mich gepackt.

    Die frühe Geschichte Roms hat mir sehr gut gefallen. Sie war spannend und humorvoll erzählt, auch wenn ich nur wenig Neues gelesen hatte. Ab ungefähr 200 vChr. hat sich Mary Beard von der Geschichte Roms weg und hin zu den Biografien der großen Männer Roms vor bewegt. Für mich hat der Ansatz, das Ereignis mit den beteiligten Charakteren zu betrachten, nicht funktioniert. Dafür ist auf zu wenig Seiten mit zu vielen Personen zu viel passiert, über das ich zu wenig Hintergrundwissen habe.

    Mir haben auch die im Klappentext versprochenen Einblicke in den römischen Alltag gefehlt. Nicht, dass Mary Beard nicht darüber geschrieben hat. Aber ihr Fokus liegt klar auf anderen Dingen, über die ich schon in anderen Werken gelesen habe. Meine Erwartungen wurden daher nicht erfüllt.
    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Anja Reich - Der Fall Scholl

    • Kirsten
    • 15. März 2026 um 08:54

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    Am 29.12.2011 meldete Heinrich Scholl, der ehemalige Bürgermeister von Ludwigsfelde, seine Frau Brigitte als vermisst. Einen Tag später wurde sie bei einer Suchaktion von ihm selbst gefunden. Nur wenige Tage später wurde er als Tatverdächtiger festgenommen und im Mai 2013 schuldig gesprochen.

    Heinrich und Brigitte Scholl kamen aus unterschiedlichen Kreisen. Die beiden kannten sich, aber Brigitte hätte den Sohn eines einfachen Arbeiters nie als Partner in Erwägung gezogen. Als sie jedoch einen Vater für ihren Sohn brauchte, war Heinrich für sie da.

    Für Brigitte war die Ehe eine reine Zweckgemeinschaft, um den schönen Schein aufrechtzuerhalten, der ihr so wichtig war. Für Heinrich war es mehr. Er wollte etwas erreichen und Brigitte das Leben ermöglichen, das sie ihrer Meinung nach verdiente. Aber es schien so, als ob er für sie nie etwas richtig machen konnte. Nichts von dem, was er erreichte, schien gut genug zu sein.

    Fast könnte man Mitleid mit einem Mann bekommen, der immer wieder von der Frau zurückgestoßen wurde, für die er doch alles getan hat. Heinrich hat nicht nur in seinem Privatleben zu gefallen versucht, sondern auch bei Freunden und Geschäftspartnern. Aus dem, was über ihn erzählt wurde, hat er auf mich wie jemand gewirkt, der sich auch zum Narren machte, um sein Ziel zu erreichen.

    Aber es hat auch einen anderen Heinrich Scholl gegeben: den Mann, der sich in der Großstadt ein neues Leben mit einer neuen Frau aufbaute. Der nie auf seine Freunde hörte und über seine Verhältnisse lebte, der es aber nie schaffte, sich wirklich von seiner Frau und dem Heimatort zu lösen und immer wieder zurückkehrte, um sich weiter von ihr demütigen zu lassen.

    Heinrich und Brigitte Scholl waren beides Menschen, die für den äußeren Eindruck ihr eigenes Glück vernachlässigten und es nicht schafften, sich aus ihrer ungesunden Beziehung zu lösen. Das beschreibt Anja Reich, aber dabei bleibt es auch. Tiefer als das Offensichtliche ist sie in ihrem Buch leider nicht gegangen.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Rob Lowe - Stories I only tell my friends

    • Kirsten
    • 15. März 2026 um 08:08

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    Rob Lowe war in den 1990er Jahren ein Teil des Brat Pack, einer Clique junger Schauspieler, die vor und hinter der Leinwand eine feste Clique bildeten. Die Freundschaft nahm ihren Anfang beim Casting zu The Outsiders und dauerte an, bis Darsteller und Fans dem Klischee entwachsen waren. Es ist eine Zeit, an die sich Rob Lowe gerne erinnert.

    Lowe beginnt seine Autobiografie mit einer zufälligen Begegnung mit John F. Kennedy jr., der ausgerechnet ihm als einer der Ersten seine zukünftige Frau vorstellt. Für mich war es ein eher unglücklicher Beginn, weil es mir so vorkam, als ob er unbedingt zeigen musste, in welchen Kreisen er sich bewegte. Auch die Tatsache, dass Kennedys Tod fast ein Covershooting für sein Magazin verhinderte, fand ich egoistisch, auch wenn dieses Cover wichtig für Lowes Karriere war.

    Ich habe die Biografie wegen einiger sehr positiven Kritiken dazu gelesen, aber vielleicht war gerade dieser Anfang der Grund, dass sie mir nicht so gefallen hat wie er wartet. Rob Lowe erzählt von einem Jungen, dessen Vater die Familie früh verlassen hatte, der schon früh zum Theater wollte und der beim Casting zu seinem ersten Film eine Gruppe Gleichgesinnter fand, die zu Freunden wurden. Die berühmten Namen streut er gerne und immer wieder in seine Lebensgeschichte ein.

    Über den Mann neben dem Schauspieler habe ich zu wenig erfahren. Die Kindheit war schwierig, weil seine Mutter nicht immer die besten Entscheidungen für sich und ihre Söhne getroffen hat. Aber auch die Art, wie er darüber erzählt, vermittelt mir den Eindruck, als ob seine nicht immer glückliche Kindheit und Jugend perfekt zu dem Bild passten, dass er vermitteln wollte.

    Seine Geschichte ist nicht langweilig, aber sehr gefällig erzählt und für mich zu wenig selbstkritisch. Es sind Geschichten, die er jedem erzählen kann und nicht nur den im Titel erwähnten Freunden.
    3ratten

  • Suzanne Collins - Der Tag bricht an. Die Tribute von Panem L

    • Kirsten
    • 14. März 2026 um 08:20

    Ich kannte Haymitch Abernathy seit dem ersten Teil der Reihe. Da war er für mich die tragische, sehr wütende Figur am Rand. Jemand, der sich immer wieder auflehnt und das tun kann, ohne dass es offensichtliche Folgen für ihn hat. Jetzt habe ich gelernt, warum das so ist.

    Wütend war Haymitch schon immer. Er lehnt sich gegen das Konzept der Hungerspiele auf, aber er kann nichts dagegen tun. Deshalb sieht er seine Teilnahme auch als Chance zu zeigen, wie verlogen das System ist.

    Aber er hat seine Rechnung nicht ohne eben genau dieses System, (oder genauer: Präsident Snow) gemacht. Jeder, der sich dagegen, gegen ihn auflehnt, wird gnadenlos bestraft.

    Deshalb finde ich Haymitchs immer offenere Rebellion vor und während der Spiele auf der einen Seite bewundernswert, auf der anderen Seite auch unglaublich dumm. Er bekommt schon früh eine erste Warnung von Snow, trotzdem kann und will er nicht aufhören, sich aufzulehnen. Vielleicht auch, weil er sich nicht vorstellen kann, wie gravieren die Folgen wirklich sein werden.

    Mir hat gefallen, wie sich die Jugendlichen zusammengeschlossen und mit- und füreinander gekämpft haben. Gerade mit dem Wissen, dass irgendwann die letzten beiden von ihnen gegeneinander antreten müssen. Allein das ist schon eine kleine Revolution, weil so die Spiele anders ablaufen, als es die Zuschauer erwarten.

    Natürlich kann Haymitchs Geschichte nicht gut ausgehen, dazu ist sein Gegner zu mächtig. Sicherlich hat er die Folgen nicht erwartet, aber ich bin mir sicher, dass er auch mit diesem Wissen nicht anders gehandelt hätte.
    5ratten

  • Tamar Noort - Der Schlaf der Anderen

    • Kirsten
    • 14. März 2026 um 07:34

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    Janis arbeitet im Schlaflabor. Außer dem Empfang und der Verabschiedung der Menschen, deren Schlaf sie beobachten soll, hat sie keinen Kontakt zu ihnen. Dass sie den größten Teil ihrer Arbeitszeit allein verbringt, ist für sie die perfekte Aufgabe. Dann kommt Sina in ihr Labor und die Begegnung verändert das Leben der beiden Frauen.

    Janis und Sina sind zwei Frauen, die nur noch funktionieren. Sina verdrängt noch, dass in ihrem Leben nicht alles so perfekt ist, wie sie das sieht und hält ihre Überweisung ins Schlaflabor nur widerwillig ein. Janis dagegen fühlt sich direkt zu Sina hingezogen, weil sie in ihr jemand erkennt, der ähnlich empfindet wie sie.

    Beide Frauen haben es mir schwer gemacht, mich in sie hineinzuversetzen, vielleicht gerade, weil sie ihre wahren Gefühle immer unterdrückt haben. Aber während sich Sina während ihres Aufenthalts im Labor mit ihrem Leben, wenn auch unbewusst auseinandersetzt, erlaubt sich Janis keine Gedanken an das, was sie belastet.

    Stattdessen lässt sie zu, dass die Grenzen zwischen Patientin und Beobachterin verschwimmen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie sich Sina fast aufdrängt. Aber weil die es zulässt, ist Janis vielleicht genau die Person, die Sina jetzt in ihrem Leben braucht.

    Ich weiß nicht genau, was ich von dem Roman halten soll. Ich finde den Grundgedanken interessant, aber wie sich die Geschichte entwickelt hat, konnte ich nicht immer nachvollziehen. Dazu kommt noch, dass mir die beiden Frauen zu keiner Zeit wirklich nahegekommen sind. Alles zusammen macht für mich eine eher durchschnittliche Mischung.
    3ratten

  • Ulrikka S. Gernes - Ein Mädchen verließ das Zimmer

    • Kirsten
    • 13. März 2026 um 06:50

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    Die Nachricht eines Todes gibt Tanja endlich ihr Leben zurück. Eg ist tot. Er war ihre erste Liebe, aber auch der Mann, der ihr Leben jahrelang beherrscht hat, ohne dass sie sich dagegen wehren konnte. Kennengelernt haben sich die beiden auf einer Vernissage, wo aus anfänglichem Interesse schnell mehr wurde, Es folgten erste Briefe, das erste Treffen, das erste Mal... eine ganz normale junge Liebe, wäre Tanja nicht erst vierzehn und Eg ein Freund ihrer Eltern.

    Ein schweres Thema. An Tanjas Erleichterung konnte ich deutlich sehen, wie sehr ihre Zeit mit Eg ihr Leben immer noch beeinflusst. Dabei war sie am Anfang so glücklich. Anfangs geschmeichelt, dass sich der große Schriftsteller ausgerechnet für sie interessiert, aber er hat es mit seinen Briefen immer mehr geschafft, Gefühle in ihr zu wecken, die das junge Mädchen bis dahin nie kannte. Diese Briefe waren schön geschrieben und anfangs habe ich mich auch täuschen lassen. Aber dann habe ich es gemerkt: sie haben nur von Eg gehandelt.

    Mich hat beim Lesen immer wieder erschreckt, wie passiv Tanjas Eltern waren. Dem Vater schien seine Tochter fast egal zu sein, was teilweise mit seinen eigenen Problemen zu erklären, aber nie zu entschuldigen ist. Die Mutter wusste genau, was passierte, aber bis auf ein paar Andeutungen und Fragen, auf die sie eigentlich keine Antwort wollte, hat sie sich nicht geäußert. Egs Umfeld schien es nicht fremd zu sein, dass er sich mit einem Mädchen einlässt, das nur wenig älter ist als die eigene Tochter.

    Bei Tanja ist es die erste Liebe, bei Eg ist es hauptsächlich der Wunsch, zu besitzen. Sobald Tanja sich von ihm entfernt, ob räumlich oder emotional, setzt er sie unter Druck. Er macht ihr Vorwürfe, direkt und indirekt und sorgt so dafür, dass sie sich immer mehr an ihn gebunden fühlt. Es ist schwer, diese emotionale Erpressung zu lesen, auch weil sie keine Hilfe bekommt, sich aus dieser Beziehung zu lösen.

    Trotzdem hat sie es geschafft, denn die Tanja vom Anfang des Buchs ist eine starke, selbstbewusste Frau. Aber der Weg war schwer und sie hat Narben davongetragen. Wie wäre ihr Leben wohl verlaufen, wenn sie diesen Weg nicht allein hätte gehen müssen?
    5ratten

  • Jaqueline Scheiber - Schwimmen / Schweben

    • Kirsten
    • 13. März 2026 um 05:16

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    In der Nähe ihrer Wohnung liegt ein Schwimmbad, aber Jaqueline Schreiber ist lange nur daran vorbei gegangen. Dabei hat sie schon mehrere Ansätze genommen, eine Schwimmerin zu werden. Mal war es der Pool in einem Hotel, in dem sie als Einzige ihre Bahnen gezogen hat, mal war es eine Freundin, die sie endlich zu einem Besuch im Schwimmbad überreden konnte. Aber sie ist nie lange dabeigeblieben und das schlechte Gewissen deswegen wurde immer größer.

    Vielleicht wirkt sie deshalb bei ihrem Besuch im Schwimmbad so unsicher. Sie fühlt sich beobachtet, nimmt jede noch so kleine Unzulänglichkeit ihres Körpers wahr und beneidet die regelmäßigen Schwimmerinnen um ihre Routine. Aber sobald sie im Wasser ist, passiert es. Nach nur wenigen Bahnen kommt sie bei sich an und "lässt alles hinter sich, was hinter sich gelassen werden muss."

    Eine Zeile in dem Buch lautet "Wer liest, möchte von etwas mitgerissen werden" und das hat die Autorin mit ihrem Essay geschafft. Als jemand, die selbst schwimmt, konnte ich mich in vielem von dem, was ich gelesen habe, wiederfinden. Manchmal lässt das Leben eine neue Routine gerade nicht zu, aber das bedeutet nicht, dass der richtige Zeitpunkt nie kommen wird. Nach einem Jahr stellt sich Jaqueline die Frage, ob sie jetzt eine richtige Schwimmerin geworden ist. Das ist sie und das wird sich nicht mehr ändern. Man bleibt auch ein Schwimmer, wenn man längere Zeit nicht geschwommen ist.
    4ratten

  • Melissa Febos - The dry Season

    • Kirsten
    • 11. März 2026 um 14:43

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    Melissa Febos ist an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie weiß, dass sie etwas ändern muss. Seit Jahren folgt bei ihr eine Beziehung direkt auf die nächste. Sie gönnt sich keine Pause, um sich auf sich selbst zu besinnen. Nachdem ihre letzte Beziehung ein katastrophales Ende genommen hat, nimmt sie sich eine Auszeit. Ein Jahr will sie weder Dates noch Sex haben. Es ist eine Entscheidung, die ihr selbst Angst macht. Aber manchmal muss man etwas beängstigendes tun, um über sich selbst hinauszuwachsen.

    Die Art, wie sich eine Beziehung an die nächste anschließt, ist ein Muster, dass sich durch Melissas gesamtes Leben zieht. Ob es Drogen oder Gefühle sind: sie kann nicht genug davon bekommen. Niemand ist sich dessen mehr bewusst als Melissa selbst und trotzdem kann sie sich und ihr Leben nicht ändern, dafür muss sie erst ganz unten ankommen.

    Melissa nimmt sich in diesem Jahr die Zeit, eine Inventur ihrer Beziehungen zu machen. Es ist kein einfaches Jahr, aber es ist auch eine neue Chance. Ohne die Ablenkung durch Beziehungsprobleme kann und muss sich Melissa ganz auf sich konzentrieren. Dabei erfährt sie Dinge über sich, die nicht immer angenehm sind. In ihren Beziehungen hat sie sich immer zu viel gefallen lassen, weil sie Angst hatte, nicht mehr geliebt zu werden. Woher soll sie aber wissen, wie eine intakte Beziehung aussieht? In ihrem Umfeld scheint es zumindest keine zu geben.

    Ich war mir lange nicht sicher, was ich von Melissas Vorhaben halten sollte. Hat sie mit diesem Vorhaben nur eine Ablenkung vom wahren Grund ihrer Probleme mit der nächsten ersetzt? Anfangs kam es mir so vor, denn sie hat sich mit (fast zu großer) Begeisterung in diese Aufgabe gestürzt. Ich hatte den Eindruck, dass sie die unangenehmen Dinge, die sie über sich erfahren hat, entschuldigt und sich nicht mit ihnen auseinandersetzen will. Aber ab der zweiten Hälfte des Jahres wirkte sie reflektierter und ich bin besser mit ihrer Geschichte zurecht gekommen. Trotzdem habe ich während der Lekte nie wirklich das Gefühl bekommen, dass mir ihre Erzählerin wirklich nahe gekommen ist.
    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

  • Stefan Bollmann - Die literarische Hausapotheke

    • Kirsten
    • 10. März 2026 um 20:24

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    Lesen soll bekanntlich bilden, aber kann es auch heilen? Stefan Bollmann gibt uns mit seinem Buch ein Mittel in die Hand, um das zumindest teilweise zu erreichen. Egal, welchen Streich uns das Leben auch spielt, in seiner literarischen Hausapotheke findet sich genau das richtige Mittel dagegen.

    Das literarische Behandlung folgt immer dem gleichen Muster: dem Leiden wird ein Buch zugeordnet, man bekommt einen Leitfaden, wie das Buch zu lesen ist und welche Nebenwirkungen es haben kann. Im Gegensatz zu anderen Medikamenten muss man sich vor denen aber keine Sorgen machen, denn sie sind nie negativ, auch wenn sie manchmal einen unerwarteten Effekt haben.

    Viele der vorgestellten Bücher habe ich bereits gelesen. Jetzt habe ich sie noch einmal neu kennengelernt. Bei manchen, wie dem Zauberberg, ist der Zweck offensichtlich, warum er in der literarischen Hausapotheke gelandet ist. Die Wirkung der Leiden des jungen Werther auf Wolfgang Herrndorf, der das Buch beim zweiten Lesen ganz anders empfunden hat, hat mich aufgrund Herrndorfs Lebens- und Leidensgeschichte berührt. Manchmal war ich aber auch froh, dass ich so viele Bücher bereits kannte, weil Stefan Bollmann teilweise viel von den Büchern verraten hat, die er in der Hausapotheke einsetzt.

    Mir hat die zweite Hälfte des Buchs besser gefallen als die Erste, weil ich sie weniger sachlich und mehr lebendig empfunden habe. Auch wenn ich die Idee interessant fand, hat mir ein wenig der persönliche Bezug des Autors zu den Büchern gefehlt, die er vorgestellt hat.
    3ratten

  • Al Mennie - Schwimmen im Mondlicht

    • Kirsten
    • 10. März 2026 um 08:08

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    Al Mennie stellt gleich zu Anfang seines Buchs eine Warnung: Schwimmen im Mondlicht klingt romantisch, aber das ist es nicht. Gerade im Freiwasser ist es leicht, die Orientierung zu verlieren und das Wasser zu unterschätzen. Damit unterscheidet sich sein Buch von den meisten, die ich übers Freiwasserschwimmen gelesen habe, denn dort standen die Warnungen, wenn überhaupt am Ende.

    Auch wenn er ein Buch übers Schwimmen geschrieben hat, war Al Mennie anfangs ein Surfer, dessen Traum es war, die großen Wellenvor der Küste Irlands zu reiten. Aber wer im Wasser unterwegs ist, macht mehr als nur eine Sache und so wurde aus dem Surfer auch ein Schwimmer. Für ihn ist Schwimmen mehr als nur Bahnen in einem Pool abzureißen. Sobald man den verlässt, muss man achtsam sein, denn nicht nur die Brandung des Meers, sondern auch Wind und Wellen auf einem See stellen auch erfahrene Schwimmer vor Herausforderungen.

    Al Mennie erzählt offen darüber, was das Schwimmen bedeutet und wie es ihm geholfen hat. Er sieht sein Leben im und gerade mit Salzwasser als eine Einheit, so sehr ist es ein Teil von ihm geworden. Mir haben die Vergleiche gefallen, die er gezogen hat und als jemand, die selbst viel Zeit im Wasser verbringt, konnte ich mich in einigen von ihnen wiederfinden.

    Genauso, wie Schwimmen nicht nur Bahnen zu ziehen bedeutet, muss man sich beim Nachtschwimmen sich von der Idee lösen, dass es stockdunkel ist.Wie das Leben auch hat die Nacht viele Schattierungen. Die Nacht wird durch den Mond erleuchtet und deshalb ist Mennies Rat, den eigenen Mond im Leben zu finden. Das Buch hat vielen, was mir gefallen hat, aber am besten hat mir dieser Satz gefallen: "Schwimmen Sie weiter durch die Nacht und Sie werden sich selbst finden". Ein schönes Buch nicht nur übers Schwimmen.
    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


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