Deine Rezension hat mich gerade stark an den Film "Geheimnis eines Lebens" (mit der wundervollen Judi Dench) erinnert ![]()
Kennst du den Film??
Deine Rezension hat mich gerade stark an den Film "Geheimnis eines Lebens" (mit der wundervollen Judi Dench) erinnert ![]()
Kennst du den Film??
... auch erst jetzt gesehen ![]()
Ich wünsch' euch allen ein tolles, gesundes und zufriedenes sowie friedliches 2026 mit vielen neuen buchigen Entdeckungen und immer genügend Lesezeit ![]()
An Suse ein ganz besonderes Dankeschön für's ins Leben rufen dieses besonderen Forums, das mich z.B. unglaublich gut durch die Corona-Zeiten gebracht hat - verliert alle euren Humor nicht!
... und der Musiker Chris Rea ist heute im Alter von 75 Jahren gestorben; er war 2 Tage jünger als mein Bruder....
R.I.P Mr. "Driving home for Christmas" - Julia und Josephine (womit er seine Töchter besungen hat.
Robert Walser war kein glücklicher Mensch - mit einem anscheinend durchaus erblichen Hintergrund psychischer Erkrankung...
Obwohl mir Walser natürlich lange ein Begriff ist, habe ich mich noch nie näher mit ihm auseinandergesetzt. Eine wirklich traurige Biografie (zumindest die letzten 28 Jahre seines Lebens....) von Suhrkamp habe ich gerade ein anderes Gedicht von ihm gehört (Der Spaziergang) und mag das etwas 'Widersprüchliche', das zum Nachdenken anregt (wie mag er das nun gemeint haben?) Schade, dass meine Biblio seine Gedichte nicht hat; wohl aber 3 andere Werke.
Hach, Sharon Bolton will ich schon soooo lange lesen (echt seit einigen Jahren...) und diesen Band hab' ich mir soeben vorbestellt; wenn auch als HB
Danke für deine Rezi!
Bislang kann es mich aber leider nicht mitreißen.
Ich hoffe, das kommt noch
Ich hatte das Buch auch schon auf dem Schirm....
Kaufen* bei
Amazon
Bücher.de
Buch24.de
* Werbe/Affiliate-Links
Wenn das Leben eine Auszeit braucht...
Bei "Drei Tage im Schnee" handelt es sich um das Début der jungen deutschen Autorin Ina Bhatter. Der Roman ist im KiWi-Verlag erschienen (HC, geb., 169 S., 2025) und wartet mit einem sehr winterlichen, stimmungsvollen Cover auf, das mit dem Inhalt sehr gut harmoniert.
Worum geht's?
Hanna, Mitte 30, geht es gar nicht gut und so beschließt sie, eine Auszeit zu nehmen und mietet sich weitab auf dem Land für 3 Tage ein Häuschen. Sie ist eine erfolgreiche Leiterin der Pressestelle eines großen Unternehmens, gut situiert, Stadtmensch und hat einige FreundInnen: Dennoch ist alle Farbe aus ihrem (recht gehetzten, wie mir schien) Leben gewichen. Ob sie die drei Tage für sich nutzen kann, um wieder mehr Farbe in ihr Leben zu bringen?
Meine Meinung:
Man begleitet als LeserIn eine junge erfolgreiche Frau, die vieles erreicht hat, jedoch einen hohen Preis bezahlte: Sie hat sich immer mehr von sich selbst entfernt und in diesen schneereichen, winterlichen Tagen, die sie bewusst alleine verbringt, möchte sie herausfinden, worin die Gründe liegen, dass sie sich schlecht fühlt. Ihr begegnet ein Kind, das am nahen See die beste Stelle sucht, um einen Schneeengel zu machen; Hanna schließt sich ihr schlussendlich an und sollte zusammen mit Sophie, wie das kleine Mädchen heißt, noch anderes Schönes entdecken, das wieder Leichtigkeit und Freude in ihr Leben zurückbringen kann (z.B. ein Schneinhorn bauen, Spaziergänge, weiße Schokolade trinken u.a.). Sophie stellt Fragen, die Hanna sich selbst und dem Kind zu beantworten sucht und dadurch erkennt, was in Zukunft anders laufen sollte in ihrem Leben.
So ist die 1. Priorität ihre Arbeit, der sie alles unterordnet. Mir erschien sie im Grunde wie ein Workaholic, da sie schlecht Gedanken an die Arbeit aus ihrem Kopf verbannen kann (e-Mails zu checken, Präsentationen vorbereiten). Dadurch rückt alles, was im Leben eigentlich sehr wichtig sein sollte (Freunde, Familie, freie Zeit in der Natur verbringen, die Macht der Geschichten (Bücher) zu erkennen und Dinge zu tun, die Freude bringen) weit in den Hintergrund. Bzw. dafür ist eigentlich nie die rechte Zeit. Es gibt Stellen im Roman, die durchaus kritisch sind (die Werbung betreffend, die uns Träume verkaufen will; das Kaufen von Kleidung oder anderen Dingen, die man im Grunde nicht braucht etc.), jedoch fand ich vieles leider sehr klischeehaft: Da ich Klischees nicht sonderlich mag und auch eine gewisse Spannung oder auch neue Erkenntnisse, Interessantes für mich fehlten, hatte ich den Eindruck, dass dieses Buch nicht für mich geschrieben wurde (auch wenn ich die Botschaften, die auch darin enthalten sind, sehr positiv finde).
Es geht um Selbst- und Fremdbestimmung - und sehr viel um Selbsterkenntnis, sich gesellschaftlichem Druck nicht komplett unterzuordnen, sich selbst und eigene Wünsche niemals aus den Augen zu verlieren. Hanna wirkte auf mich wie jemand, der eine Reha in einer burn-out Klinik sicher guttun würde; auch wünsche ich der Protagonistin, dass es ihr gelingen mag, wieder mehr Farbe in ihr zwar erfolgreiches, aber auch tristes Leben zu bringen. Tatsächlich geht es in unserer (Arbeits-)Welt viel zu oft um Selbstoptimierung, statt um Selbstfindung und Selbstfürsorge. Lebt man viele Jahre in ständiger Überforderung, kann es da wirklich zu einer Überforderung mit Krankheitsfolgen kommen. Sollte es aber nicht.
Ich kann den Roman allen empfehlen, die sich an dieser Grenze zur (beruflichen oder auch privaten) Überforderungsgefahr - besonders auf Dauer - 'entlanghangeln' und etwas für sich selbst tun sollten: Den ersten Schritt in die richtige Richtung; nämlich der zu sich selbst. Mir war es leider insgesamt zu klischeebehaftet, in sehr einfacher Sprache geschrieben (wenn auch recht atmosphärisch mit viel Winterflair) und erreichte mich leider nur peripher, da er keine neuen Erkenntnisse brachte. 3*
![]()
Ich glaube, hier müssten die beiden Rezis zusammengefasst werden, liebe Mods Valentine ?
Ich hatte es bereits rezensiert nach dem Lesen....
Eine tolle Idee, finsbury - vielen Dank für den thread!
Ich habe schon sehr lange ein HB auf dem SuB; bzw. im Stapel ungehörter HB (SuHB)
mit dem "Rilke-Projekt" - das möchte ich im Laufe der nächsten Wochen unbedingt hören - ich mag den Dichter sehr!
Simone de Beauvoir - Marcelle habe ich eben beendet. Ich sollte mehr von ihr lesen!
Ich hatte eine Beauvoir-Phase und lange ein "Lieblingsmotto" zu jener Zeit von ihr, die ja mit Sartre liiert war:
"Warum sollte sie die Wohnung mit ihm teilen - teilte sie doch die Welt mit ihm!" ![]()
Heute (über 30 Jahre später) sehe ich die Liaison allerdings sehr viel kritischer als damals...
Danke für die Erinnerung - Alice Berend und Frau Hempels Tochter ist mittlerweile im Bestellkorb. ![]()
(bereits das 2. Mal gewesen, dass mich der Roman angesprochen hat); es gibt wohl diverse Ausgaben in verschiedenen Verlagen; ich hab' mich für die mittelpreisige entschieden
(in altdeutscher Schrift ET 1929 werden gebraucht auch welche angeboten; aber die konnte ich zwar mal lesen, ist aber uuuuunglaublich lange her - und tu' ich mir lieber nicht an
)
Ich habe das Gedicht jetzt zum 3. Mal gelesen und finde es schon beeindruckend, wie poetisch die Vers- und Reimform von Günder(r)ode ist/war: Die ersten Abschnitte wirken sehr positiv, etwas verträumt auf mich - während die letzten beiden eher einen jähen Absturz auf den Boden der Realität ausdrücken; begleitet von einem gewissen (Welt)schmerz.
Eine sehr realistische Frau, die m.E. in der falschen Zeit lebte: Hätte sie die Zeilen im 21. Jhd. geschrieben, hätten sich mehr Möglichkeiten dargeboten als sich selbst so ein schreckliches Ende zu bereiten (ich hab auch den Wiki-Eintrag über sie gelesen und muss sagen, dass ich etwas sprachlos war, in welcher Weise sie "Hand an sich selbst anlegte" - bzw. den Dolch...
Das lässt mich etwas traurig auf ihre Zeilen blicken.
Werde ich mir merken; gerade nach meiner letzten Lektüre, die vor und während der Machtergreifung 1933, während des 2. WK in Minden sowie in der Nachkriegszeit spielte - und an diesem denkwürdigen 9. November heute sowieso...
Danke für Deine aufschlussreiche Rezension, thomas_b !
Kaufen* bei
Amazon
Bücher.de
Buch24.de
* Werbe/Affiliate-Links
Mord in Holly House
Die Glasgow-Krimireihe um D.C.I. Daley des leider bereits verstorbenen schottischen Autors Denzil Meyrick hatte ich bereits zum Teil gelesen und fand sie außergewöhnlich gut; daher war ich auf "Der Tote im Kamin" sehr gespannt: Im Gegensatz zu den Glasgow-Krimis handelt es sich hier um Cosy-Crime. Da ich dieses Krimi-Untergenre auch mag und das tolle Cover der deutschen Ausgabe wirklich sehr gelungen finde, habe ich mich also neugierig auf die Spurensuche in Holly House und Elderby gemacht, um dem Ermittler, Inspector Frank oder Francis Grasby über die Schulter zu schauen.
York, Dezember 1952
Inspector Grasby hat so einiges in seiner polizeilichen Vergangenheit 'vermasselt'. Sein Vorgesetzter Juggers zählt ihm seine Ausrutscher auf und Grasby befürchtet schon, in Hull zu landen, um dort in Hafennähe seinen Polizeidienst verrichten zu müssen: Doch es sollte anders kommen (auch wenn Juggers sehr erbost über den letzten Faux-pas Grasby's ist; bei einem missglückten Festnahmeversuch sind 30 wertvolle Pferde bei Lady Winthorpe entlaufen! Statt nach Hull wird Grasby nach Elderby in die North York Moors entsendet, um dort einige Farmdiebstähle (auf dem Grund von Lord Damnish, also hat er es schon wieder mit dem Adel zu tun) möglichst rasch aufzuklären. Kaum angekommen, wird er zu Lord Damnish gerufen, der einen Einbruch meldet: Beim Besuch des Inspectors ist der Kamin verrusst - und auch der Butler findet keine Lösung. Da Grasby sich mit Kaminen gut auskennt, schaut er nach und entdeckt "etwas Großes", das im Kamin des Wohnzimmers im stattlichen Anwesen steckt. Es sollte sich als eine Leiche entpuppen, die dem Krimi seinen Namen gab. Im weiteren Verlauf gesellt sich eine weitere Leiche hinzu, die auf dem Gelände unweit der Kirche aufgefunden wird: Was hat es mit diesen brutalen Morden auf sich?
Dies herauszufinden, muss der Leser sich selbst bemühen; es gibt durchaus einige Wendungen und der lange etwas vor sich hinplätschernde Cosy Crime nimmt am Ende sehr an Fahrt auf: Dazwischen bevölkern einige zwielichtige Figuren den Krimi; so z.B. Bleakly, ein Sgt., der sich daran gewöhnen muss, dass Inspector Grasby nun sein Vorgesetzter ist und an einer Schlafkrankheit leidet; zwei Constables, die hinzugezogen werden, nachdem ein Mr. X auftaucht (im Schlepptau Juggers) und Grasby einweiht, dass die nationale Sicherheit in Gefahr sei - und er zum Schein zu ermitteln habe; es würde sich offiziell um zwei Unfälle handeln.
Eine recht schräge Figur, die mir gut gefallen hat und fast einem Märchenbuch entsprungen sein könnte, ist Mrs. Hetty Gaunt, eine Vermieterin, die hexenhafte Züge hat (Rabe Cecil eingeschlossen, der gerne auf ihrer Schulter sitzt) und oftmals mehr sieht als andere Menschen. Die Bleibe von Grasby und Deedee, der Praktikantin aus Amerika, ist also recht gruslig, jedoch ist Mrs. Gaunt eine hervorragende Köchin, was ersteres wieder wettmacht (zumindest in Grasby's Augen; er ist Ende 30 und im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen noch unverheiratet). DeeDee, eigentlich Mr. Daisy Dean, spielt im Krimi ebenfalls eine zwielichtige Rolle, die ich jedoch nicht spoilern mag. Als LeserIn traut man ihr nicht über den Weg und auch in anderen Menschen könnte man sich hier durchaus täuschen!
Meyrick beschreibt sehr gut die winterliche Atmosphäre und die Umgebung sowie das Herrenhaus von Lord Damnish im fiktiven schottischen Elderby, wo die Handlung verortet ist. Er freut sich (er läuft ungern), dass auch hier alles in erreichbarer Nähe ist (Pub, Wettbüro, Fish-and-Chips Imbiss) und von Beginn an schmunzelt man über die etwas skurrile Beziehung von Grasby Senior (einem betagten, oft mürrischen Reverend, der an seinem Sohn vieles auszusetzen hat) und Frank Grasby: Einen späten Auftritt sollte der Reverend auch noch haben und es ist ersichtlich, dass beiden bewusst ist, dass ihnen der andere trotz aller Gegensätze doch sehr wichtig ist. So sind viele Anekdoten aus der Kindheit Frank's eingestreut, die dies untermauern und einen zuweilen zum Schmunzeln bringen. Schade fand ich die fehlende Spannung und der krasse Gegensatz zum Ende des Cosy-Crime: Der Showdown wurde so fulminant, dass es fast an einen der James-Bond-Filme erinnerte, zumal es am Ende auch um einen politischen Hintergrund geht, der aktuell gar nicht so surreal wirkt.
Leider konnte mich insgesamt die Mischung zwischen Cosy Crime und Spionagekrimi nicht gänzlich überzeugen, allerdings war die Atmosphäre und die Zeit der 50er Jahre in Großbritannien sowie so mancher Seitenhieb (in Sachen Adelstitel z.B.) sehr gelungen; auch stilistisch - aus der Ich-Perspektive von Grasby - ist der Cosy Krimi mit gut ausgeleuchteten, teils schrägen Figuren, sehr gut zu lesen. Ich werde die noch zu lesende Glasgow-Reihentitel des Autors auf jeden Fall weiterverfolgen! 3,5 *
![]()

Überschrift des Gedichts und das Gedicht selbst gefallen mir; mein erster Eindruck ergibt aber auch Widersprüche (trotz aller Liebe gelingt es "ihr" demnach nicht, Achilles in absolute Liebe einzutauchen, einzuhüllen: Es bleibt ein "Restrisiko" - hier nicht die Ferse, sondern ein Bereich im Gaumen "hinter der Zunge" - der die Rohheit der Welt einströmen lässt...
- sehr positiv ist natürlich die 3. und 2. letzte Zeile: Diese "Rohheit" (also alles Ungute dieser Welt) strömt ebenso wieder hinaus - ungefiltert, komprimiert. Das heißt für mich (zumindest verstehe ich es so, dass dieses "Ungute" ihm im Grunde nichts anhaben kann...
witzig finde ich die Zusammenführung der Wörter "wunder Punkt" in "Wunderpunkt" - es gleicht also einem Wunder, das "ihm" - Achilles - widerfährt. Er kommt ungeschoren davon.... (zumindest in diesem Gedicht, wie ich es interpretiere ![]()
)
Gerade gelesen, dass Hemingway für diesen Roman 954 der Literaturnobelpreis verliehen wurde.
Die "1" vornedran hiermit noch nachreiche
- was 1954 ergibt ![]()
Gerade gelesen, dass Hemingway für diesen Roman 954 der Literaturnobelpreis verliehen wurde.
Für mich ist das Buch unvergesslich (und mir hat es sehr gefallen), da ich es auf Korfu direkt am Hafen bei etlichen Tassen Café nachts gelesen habe (kein Zimmer mehr, August vor vielen Jahren... ) und danach die (falsche) Fähre genommen habe. Das Buch habe ich trotzdem in bester Erinnerung.
Die Orientierung aufs Jenseits hin war damals sicherlich keine Seltenheit. Das war ja noch die Zeit, in der das Bild vom "irdischen Jammertal" noch sehr verbreitet war.
Das hat mich gerade an die "Frankfurt Krimis" von Ines Thorn erinnert - es kommt immer wieder das Motto eines Geistlichen vor, der meint:
"Die Erde ist ein Jammertal und das Leben ein Graus" ![]()
Der Spruch war immer so passend platziert, dass ich es mehr als amüsant fand - und manchmal stimmt es ja ![]()
In die Zeit (1860) passt es natürlich sehr, aber ich habe das Gefühl, dass anno 2025 sich wohl kaum ein 'älteres Mütterlein' in den Gedichtzeilen wiederfindet ![]()
Sie wirken insgesamt melancholisch, beschreiben vergangenes Leben bzw. zurückliegendes und die letzte Zeile kann ich nur mit Ironie werten: Ob es eine Art Humor anno dazumal war?
?Quien sabe? - und wir wissen ja alle nicht, was die Menschen Mitte des 19. Jhd. über dieses Gedicht dachten...
bzw. welche Gedanken sie dazu hatten.