Beiträge von Sagota

    Ich freu' mich sehr für Annie Ernaux, auch wenn ich noch keine Bücher von ihr gelesen habe: Sie ist ja inzwischen über 80 Jahre alt und besonders ihre Übersetzerin ist mir (durch SR2 Kulturkanal) ein Begriff.... (Sonja Finck)


    Für Bücher, die stark autobiografisch geprägt sind - und wie ich im Biblio-Katalog gesehen habe, recht "dünn" sind - zwischen 80 und 110 bis 250 Seiten lang sind - finde ich es schon sehr stark, wenn man mit 83 Jahren für analytische Schärfe in den Texten (die Gesellschaft betreffend) den Nobelpreis für Literatur bekommt!


    Kann ich besser mit leben als mit dem letzten Träger des Nobelpreises-Literatur (Dylan)....

    Leider sind fast alle ausgeliehen von Ernaux - aber viele sind (sicher seit heute) im Warenkorb der Biblio ^^

    Ich hab (noch vor der Pandemie) einiges (Tannenbäume) dort "gebastelt" aus altem Papier: Einen Baum mit aufgeschichteten Buchseiten in div. Größen mit Sternchen oben - und einen (aus Notenblatt) gefalteten :nikolaus: Hab' beide noch und die kommen wohl xmas 22 auch wieder "zum Einsatz" :zwinker:

    Ich habe noch nix von ihm gelesen (sind ja Regionalkrimis, wenn auch in LUX - also in der Nähe, verortet) und haben immer mit (gutem) Essen zu tun ^^ ..... Ich denke, er ist hier in der Region sehr beliebt ;) **

    Mein Vorschlag wäre ja: Du wendest Dich vertrauensvoll an Deine Lieblingsbuchhandlung in HH und fragst da an, ob sie den guten Tom für eine Lesung einladen würden (auf der HP so manchen Autor/s/in ist da schon ein Button) - weil Du ihn gerne mal live erleben möchtest ;)


    **frei ergänzt getreu dem saarländischen Motto: "Hauptsach, e guddes Buch - unn gudd gess!" :D

    Ich habe schon einige Bücher (sollen, ähnlich wie bei Zank , möglichst nicht älter als 2 Jahre alt sein) meiner Stadtbiblio geschenkt. Hab sie auch eingearbeitet gesehn (z.B. ein Tana French Krimi und ein Kunstbuch zum Saarland).

    Ende Oktober sind hier Herbstferien und es gibt für kids und Jugendliche tolle Ferienprogramm-Angebote - in allen Ferien, nicht nur im Herbst. Von daher haben sich die Aktivitäten sehr verbessert, das Angebot betreffend. Zudem sind nachmittags oft Lerngruppen dort, die gemeinsam Hausaufgaben machen: Das habe ich vor ca. 20 Jahren in keiner Biblio gesehen.... Platz-, Digital- und Spielangebote sind wirklich topp :thumbup: ach ja, und Lesungen gibt es auch (demnächst mit Tom Hillenbrandt).

    Und ich hab einige Bücher in das nahe Öff. Buchregal gestellt - und zwei mitgenommen:


    Manuela Inusa - Das wunderbare Wollparadies

    (bin ja kein Fan von ihr, liegt nur am Wollladen ^^ :stricken:)


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    (mit Widmung, wie ich gesehen hab' "Für kuschlige Winterabende mit Tee, Buch und Stricken" ;)


    John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama


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    Apropos Leonie Swann: Ich mochte auch "Gray" - den Graupapagei im gleichnamigen Krimi: Noch heut' sag' ich mir, wenn ich mich mal über irgendwas aufreg' : "Nimm 'ne Nuss!!" ^^

    (Glennkill will ich auch noch lesen ;) )

    Der Bibliotheksausweis ist für Kinder bis 18 Jahre kostenlos.


    Steht sicher nicht nur bei meiner, sondern bei den meisten der städtischen Bibliotheken. Aufgewachsen bin ich also auch mit einer kostenlosen Biblio, aber ich sehe es auch so, dass es absolut ok ist, einen jährlichen Obulus zu entrichten. Dafür kann ich 12 Monate Bücher, CD's ets. ausleihen, ohne alle als Neuanschaffung zu verbuchen (was ohnehin meinen Etat sprengen würde). Dass es gerade für Kids und Jugendliche kostenlos ist, finde ich toll; die Ki/Ju-Abteilung ist auch immer "gut frequentiert" ;)

    Was gibt es heute noch zum Nulltarif?? (trotz hohem Budget haben die wirklich auch hohe Kosten). Oft habe ich übrigens einen "Vorschlag zur Neuanschaffung" gemacht - und meist wird der bewilligt; neulich sogar eine ganze Buchreihe :thumbup:

    Da fällt mir ganz spontan eines ein, das mich mal sehr zum Lachen brachte :


    Bradley Somer - "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel"


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    Ian heißt der Goldfisch; "winseltieria" bei amazon fand ihn auch "klasse" ^^ Das waren noch Zeiten, als ich bei ama.... Rezis einstellte; meine ist auch dabei mit der Überschrift

    "Eine ulkige Parodie und ein Lesevergnügen mit Herz und Humor" (07.04.2015)


    Zum Buch (gewonnen bei Lovelybooks) gab's noch ein tolles Plakat, das seither innen an der Küchentür hängt; Zitat:


    "Wer sein Leben in einem Goldfischglas fristet,

    wird als alter Fisch sterben, der nie ein Abenteuer erlebt hat" :boahnee: (Ian ist natürlich auch zu sehen ;) )


    Vermutlich erinnere ich mich deshalb sehr oft an diese wirklich witzige Lektüre (kann ich jedem empfehlen, der mal gerade nicht gut drauf ist. Wird sich ändern, versprochen! (schräg, urkomisch, wirklich klasse :thumbup:

    Das Buch interessiert mich sehr, aber ich fürchte, im Oktober wird es eher nix bei mir (LR steht an zu "Das Wolfsmädchen") und einiges ist noch zu lesen/rezenisieren.... (Roman hat auch 912 Seiten - also ein lesetechnisches "Schwergewicht" für mich....) - ich wünsch' euch aber eine tolle Runde!!

    Lest ihr in dieser Zeit eher düsteres? Horror? Gothic? Oder lieber etwas Kuscheliges wie Liebesromane

    sowohl als auch ;)


    Wenn es kühler wird, merke ich dieses Jahr besonders, dass mein Lesegusto wieder sehr Richtung Historisches zieht; aber ich lese dann auch sehr gerne "kuscheliges" - also entspannte Sofalektüre - und natürlich Krimis/Thriller (am liebsten Psycho oder Agenten wie die Slow Horses) - die lese ich ganzjährig gerne.

    Im November (den ich echt gruselig finde :entsetzt: und immer froh bin, wenn er vorbei ist :zwinker: ) verbinde ich sehr mit Grusel, Lesen mit Gänsehautfaktor: Ein E.A. Poe HB liegt schon bereit, auch im SuB ist noch was zum "Gruseln" ;)

    Ich hatte einige Highlights während der Sommerpause, u.a. diese:


    1. Fagerlund, Jenny - Briefe an Moa

    2. Alena Wagnerová (Hrsg.) - "Ich hätte zu antworten tage- und nächtelang"

    3. Henderson, Paul J. - "Letzter Bus nach Coffeeville" (einer meiner Lieblingsautoren in Sachen Humor ;)

    4. Bonidan, .... - "Das Glück auf der letzten Seite"

    5. McDermid, Val - "1979"......

    6. Kupferberg, Shelly - Isidor (ein jüdisches Leben)

    7. Herron, Mick - London Rules (Ein Fall für Jackson Lamb, Bd. 5)

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    "London Rules" (Ein Fall für Jackson Lamb 5) von Mick Herron ist ein würdiger weiterer Nachfolge in Sachen humorvolle, schwarzhumorig und tiefgründig geschriebene Spionage-Thriller der bisher erschienenen Bände, die vom Englischen von Stefanie Schäfer ins Deutsche übersetzt wurden. Erschienen ist die Reihe um die "Abservierten" im Slough House, Finsbury, Aldersgate Street (als ungeliebter Ableger des Geheimdienstes MI5), London im Verlag Diogenes, Zürich (brosch., TB, 2022).


    Da Mick Herron ausser viel Spannung und wendungsreiche Plots auch ein Faible für Poesie zu besitzen scheint, führt den geneigten Leser (zu denen ich mich seit Bd. 1 zähle) dieses Mal die Morgendämmerung ins Slough House: So schweben wir durch den Flur mit dieser in die Büros von Jackson Lamb, Catherine Standish (trockene Alkoholikerin), River Cartwright (Enkel des 'Old Bastard', der inzwischen in einem speziellen Pflegeheim lebt, nachdem klar ist, dass er nicht mehr weiß, welche Wahrheiten er verschweigt und welche Lügen er verbreitet), Luisa Guy, Shirley Dander, Roddie Ho und J.K. Coe. Letzterer ist noch nicht lange in der Truppe, die allesamt einen Fehler machten und daher ins Slough House abserviert wurden; wobei die Dogs um Whelan (Leiter des MI 5) und dessen Stellvertreterin Lady Di (Diana Taverner) allesamt hoffen, dass einer nach dem anderen freiweillig kündigt, um der stupiden Langeweile im Slough House zu entgehen. Doch sie haben nicht damit gerechnet, dass unsere schlauen und ehrgeizigen "Slow Horses" sich nicht so schnell verdrängen lassen; Jackson Lamb schon überhaupt nicht, "regiert" er doch das Slough House, nachdem er einst ein "Joe" war....


    So hat unsere Truppe es schon bald mit einer Reihe von Attentaten zu tun: Eine Söldnergruppe mäht ein englisches Dorf nieder; ein Pinguingehege fliegt durch eine Rohrbombe in die Luft, in einem Zug explodiert eine Bombe (zum Glück ohne Todesopfer) und ein Attentat wird auch auf den IT-Nerd Roddie Ho verübt, der dank dem blitzschnellen Eingreifen Shirley Dander's (die gerade eine Therapie durchführt, um ihre Aggressionen besser im Griff zu haben) vereitelt wird. Was haben diese Vorgänge gemeinsam und wie kann (wenn auch widerwillig, Ho ist nicht sehr beliebt in der Truppe), Ho vor weiteren Anschlägen auf sein Leben geschützt werden?


    Diesen Fragen stellen sich die Slow Horses und es stellt sich heraus, dass der MI5 alle Gründe hat, einiges unter den Teppich zu kehren, da es sonst auf Fehler des Geheimdienstes selbst zurückzuführen sein könnte. Hier schafft Mick Herron wiederum amüsante und sehr realistische Einblicke in die Realpolitik, wo Intrigen, Missgunst u.a. vorherrschen und jeder auf der Abschussliste des anderen steht. So ist nicht nur der Premierminister, sondern auch Whelan als Chef des MI5 mehr als bedacht, bloß keinen Fehler zu begehen...


    Wir lernen "zwielichtige" Freundinnen kennen (besonders jene von Roderick Ho) wie auch zwielichtige Politiker, wie Zafar Jaffrey, der alles dafür unternimmt, Bürgermeister zu werden. Auch die Selbstverliebtheit wird aufs Korn genommen, die so manchen Politiker umgibt; hier in persona von Gimball: Sowohl der MI5 als auch die Slow Horses befürchten, dass einer dieser beiden zu Tode kommen könnte und so kommt es zum showdown, als klar wird, dass eine mächtige Organisation dahinter stecken könnte, die ein weiteres Attentat "vor laufender Kamera" verüben könnte: River und Coe 'sichten das Gelände' eines möglichen Tatorts, während Shirley und Louisa nach Birmingham fahren (wobei alle nicht interessiert, dass sie offiziell im "Lockdown" sein sollen). Einer der Agenten, bisher noch blass und sehr "maulfaul", hat jedoch den richtigen Riecher und eine Vergangenheit als "Wiesel", so dass er eins und eins zusammenzählen kann - und mehr redet als im Band zuvor.


    Wenn ich es richtig sehe, könnte eine sehr clevere, wenn auch gehandicapte Person des MI5, die durch das "Mistvieh" - die Mutter aller Datenbanken - demnächst ihre Stelle verlieren soll, im Slow House einziehen: Lamb gelingt es in einem "Gentleman agreement" mit Lady Di, dieser den Weg in die Chefetage durch gewisse Informationen zu ebnen; als Gegenleistung will er Molly Doran.


    Nach einem spannenden und verzwickten weiteren Fall und sehr schwarzhumorigen Passagen; das Markenzeichen von Mick Herron, die er meisterlich beherrscht, verabschieden wir uns mit der Abenddämmerung (der Zwillingsschwester der Morgendämmerung, die sich jedoch niemals treffen) aus Slough House: Auf Wiedersehen in Band 6, auf den ich mich bereits jetzt sehr freue! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 *


    5ratten

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    "Isidor" - Ein jüdisches Leben - von Shelly Kupferberg erschien (HC, geb.) im Diogenes-Verlag, Zürich (2022).


    Es ist nicht der einzige Roman, den ich über Schicksale jüdischer Mitbürger - hier eines österreichischen Juden - gelesen habe, da die millionenfachen Opfer des Holocausts dadurch "Gesichter" bekommen: So würde ich "Isidor" als weiteren (literarischen) Stolperstein betrachten, die nicht übersehen oder in diesem Falle ungelesen bleiben sollten, um die Vergangenheit nicht zu vergessen.


    Shelly Kupferberg führt ihre LeserInnen durch das schillernde Leben ihres Großonkels Isidor (einst Israel, der Vater war Talmudgelehrter), das als Kind armer Eltern in Galizien begann. Wir begeben uns mit der Autorin auf eine Zeit- und auch Geschichtsreise nach Galizien, Lemberg und Wien in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Auf den Spuren des Großonkels und auf Pfaden, die stilistisch sehr gut und spannend zu lesen sind.


    Die Autorin nutzt für ihre Recherchen Archive, Akten, Fotos und Briefe sowohl in Österreich als auch in der Wohnung des Großvaters Walter in Tel Aviv (Walter sollte es im Gegensatz zu Isidor gerade noch gelingen, Europa zu verlassen....


    Isidor ist bereits als Kind allem Kulturellen sehr zugeneigt, intelligent und will es einmal zu etwas bringen in seinem Leben: Er folgt seinen Brüdern nach Wien, studiert Jura und wird Kommerzialrat; finanziell gelingt es ihm, steinreich zu werden und kann später von den Zinsen leben wie auch seine Familie unterstützen. Er ist Gastgeber von Herrenklubs in der wohlangesehen Canovagasse in Wien, besucht für sein Leben gerne Caféhäuser (in denen sich Intellektuelle und KünstlerInnen gerne trafen), Opern und Konzerthäuser und liebt die kulturelle Vielfalt und das Angebot in der Metropole Wien. Anders als viele andere Juden verharmlost er jedoch lange Zeit das Aufkommen des Antisemitismus (bereits zur Jahrhundertwende gab es diesen bereits; besonders die jüdischen Einwanderer aus Russland berichteten zu dieser Zeit Schlimmes!); verkennt die Zeichen der Zeit und kann Europa demzufolge nicht mehr rechtzeitig verlassen: Die Vorstellung, dass auch ihm Furchtbares widerfahren könne, muss abseits seiner Gedankenwelt gelegen haben. Dies hat mich sehr betroffen gemacht, zumal Isidor Geller, einst Kommerzialrat und durch Fleiß wie auch Intelligenz zu Ruhm und Ehre gekommen, enteignet wurde von den Nationalsozialisten und krank sowie mittellos starb (1938).


    Shelly Kupferberg hat anhand von Fragmenten und großer Recherchearbeit in der eigenen Familie wie auch in Archiven Spurensuche betrieben. Sie hat dafür gesorgt, dass eine wirklich interessante Persönlichkeit einen literarischen Stolperstein erhält, der ihm gebührt. Ich kann diesen auf wahren Hintergründen beruhenden Roman allen LeserInnen mehr als empfehlen, die sich für Zeitgeschichte und Einzelschicksale im letzten Jahrhundert, besonders jüdischer Familien, interessieren und vergebe 5* mit großem Dank an die Autorin!


    5ratten :tipp:

    Falls ihr die Idee auch im Klassikerforum verfolgt, bitte ich um Info - auch ich hätte vermutlich Gedichte, die viele Monate, evtl. Jahre beschäftigen würden: Ich bin aber mit dieser Form - ein Gedicht pro Woche - wer auch immer es einstellt, sehr konform: Gedichte sollte man stets 'häppchenweise' genießen, finde ich ;)