Hope Mirrlees - Lud-in-the-Mist/Flucht ins Feenland

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    Kurzbeschreibung laut Amazon:
    Das Feenland gleich hinter der Grenze ist den Bewohnern Dorimares ein steter Dorn im Auge – zumal sich der Handel mit den skandalösen Feenfrüchten nicht unterbinden läßt. Ausgerechnet die Sprößlinge aus gutem Haus naschen gern von dem verbotenen Obst, springen über die Hügel und verschwinden. Dorimare droht im Chaos zu versinken – wäre da nicht Bürgermeister Hahnenkamm, der den Ausreißern kurzerhand folgt ...


    Synopsis ebenfalls laut Amazon:
    The town of Lud is a prosperous, bustling little country port, situated at the confluence of two rivers: the Dawl and the Dapple. The latter, which has its source in the land of Faerie beyond the Elfin Marches and the Debatable Hills, is a source of great trial to Lud, which had long rejected such fanciful nonsense as fairies, elves and the like. Then a perfect plague of faerie influences hits the town, penetrating even to Miss Primrose Crabapple's Establishment for Young Ladies, and it becomes apparent to even the stuffiest burgher that Steps Would Have To Be Taken. Fortunately for everyone, Master Nathaniel Chanticleer, Mayor of Lud, is a man with his head firmly in the clouds . .



    Diesen Fantasy-Klassiker aus dem Jahr 1926 wollen Cuddles und ich zusammen lesen und kommentieren. Wenn sich noch jemand anschließen möchte, nur zu!


    Ich habe heute nacht schon mit dem Buch angefangen, bin aber nur 5 Seiten weit gekommen. Mein erster Eindruck ist positiv - mir gefällt die kurze Beschreibung von Dorimare, die mir aber trotz ihrer Kürze einen guten Eindruck von einem etwas verschlafenen, friedfertigen Ländchen gibt. Lud-in-the-Mist als dessen "Hauptstadt" ist mir ebenso sympathisch, nicht umsonst ist es plentifully planted with trees. Ich weiß nicht, wieso, aber dieser Satz hat es mir angetan.
    Von Land, über die Hauptstadt, zoomt sich das Buch näher auf die Hauptperson ein. Bevor diese vorgestellt wird, kommt aber erst mal eine Beschreibung ihres Hauses und Gartens an die Reihe - die Weißbuchenallee hat es mir angetan, wenn ich mich auch erst mal informieren musste, was Pleaching ist.
    Nathaniel Chanticleer passt gut in Land und Stadt: rotund, rubicund and red-haired, mit humorvollen Augen. Besonders aufgefallen ist mir als erfahrener Fantasyleserin natürlich seine Haarfarbe, denn Red hair always entails magical powers schreibt Diana Wynne Jones in ihrem "Tough Guide to Fantasyland", in dem sie alle typischen Fantasyklischees auf die Schippe nimmt. Mal schauen, ob sie auch hier Recht hat, oder ob die Gleichung Rote Haare = Magische Fähigkeiten erst später entwickelt wurde :zwinker: .

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Die ersten 4 Kapitel sind gelesen.


    1. Kap.:
    Beim Wiederlesen der ersten Seiten fiel mir auf, dass sich unter der idyllischen Oberfläche ein etwas unheimlicher Unterton bemerkbar macht, z. B. in dem Vergleich, dass ein Gebäude im Sonnenschein "wie eine verfaulte Aprikose" aussieht, oder auch in der Warnung, andere Menschen nicht zu genau anzugucken - man könne auf einmal sich selbst entdecken. Diesen Unterton hört Nathaniel Chanticleer dann auch ganz real und kann ihn nie wieder vergessen.


    2. Kap.:
    Eine kurze Abhandlung über die dorimarische Geschichte. Ungewöhnlicherweise (für einen Fantasyroman) gibt es keinen Adel (mehr) und auch die Geistlichkeit ist verschwunden. Als einziger Stand sind die Bürger übriggeblieben, die sehr bodenständig an einem ruhigen, profitablen Leben interessiert sind und keinen Sinn für Flausen haben.
    Interessant dabei finde ich, dass Mirrlees ihr Dorimare irgendwie in unserer Welt ansiedelt. Mit Winckelmann erwähnt sie eine historische Gestalt und sie vergleicht Dorimarianer mit einem alten Niederländer. Dorimare ist also ein Nachbarland von uns - was dann aber auch bedeutet, dass das Feenland auch von uns nicht so weit entfernt liegt.


    3. Kap.:
    Huch, Chanticleer ist mit sienen 50 Jahren für einen Fantasyhelden ziemlich alt. Ein gestandener Bürger ist er, und wenn da nicht der "Ton" gewesen wäre, der ihn innerlich von seinen Mitmenschen entfernt hat - aber vielleicht haben ja alle anderen Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht und zeigen ebenso wie er den anderen nur eine heile Fassade? - so wäre er gänzlich ungeeignet für eine tragende Rolle in diesem Buch. Aber auch die Hobbits Bilbo und Frodo waren ja angesehene Mitglieder ihrer Gesellschaft und entdeckten dennoch heldische Qualitäten in sich.
    Erst durch die Probleme mit seinem Sohn Ranulph beginnt er, sich für diesen zu interessieren, ja der Junge wird erstmals eine wirkliche Gestalt für ihn. Überhaupt wird Nathaniel ganz schön kritisch geschildert: his interest in other people's lives was not exteded to those of his own household.


    4. Kap.:
    Endymion Leer, der beste Arzt der Stadt, wir zu Hilfe gerufen. Und tatsächlich kann er nicht nur Ranulph sondern auch Nathaniel selbst helfen, dessen Probleme er "Life-sickness" nennt. Aber ob man ihm vertrauen kann, das weiß ich nicht. Meiner Meinung nach hat er eigene Ziele; welche das sind, und ob es gute sind, darüber kann ich nicht einmal Spekulationen anstellen.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ich hab mich schon wieder inpirieren lassen. Aber fürs Mitlesen reichts dennoch nicht, weil das gut mehrere Werktage dauert, bis das Buch aus GB kommt. LG tinius

  • So, nun bin ich auch endlich dazu gekommen, das Buch anzufangen. Bisher habe ich die Einleitung und das erste Kapitel gelesen. Wenn ich mir deine Kommentare so durchlese, Saltanah, bereue ich es fast, dass ich das Buch auf deutsch und nicht auf englisch lese. Hope Mirrlees scheint ja gerne Alliterationen zu verwenden. Zuweilen lassen die sich sogar ins Deutsche übertragen, z.B. rundlich, rotgesichtig und rothaarig. Allerdings finde ich die Übersetzung der Eigennamen etwas bemüht. Nathaniel Chanticleer heißt z.B. Nathan Hahnenkamm, was meines Erachtens ein wenig zu sehr nach Kinderbuch klingt. Aber genug gemeckert, am Inhalt gibt es schließlich bisher nichts auszusetzen (soweit ich das nach einem Kapitel beurteilen kann).


    Die Stimmung ist irgendwie eigenartig. Einerseits hat Nathan Angst vor dem Endgültigem (dem Tod?), andererseits zieht es ihn zu den Toten hin. Und was hat es mit dem Ton auf sich, der sein ganzes Leben verändert zu haben scheint? Ich bin gespannt.


    Neil Gaiman erwähnt in seinem Vorwort, dass in dem Buch einige Motive aus der englischen Sagenwelt verwendet werden. Leider kenn ich mich in dem Bereich nicht so gut aus...


    Ich werd mich jetzt ins Bett verziehen und noch ein wenig lesen. :winken:


  • Nathaniel Chanticleer heißt z.B. Nathan Hahnenkamm, was meines Erachtens ein wenig zu sehr nach Kinderbuch klingt.


    Du hast mich gerade auf die Idee gebracht, "chanticleer" könne eine Bedeutung haben. Bis eben hatte ich es unter "ist halt ein Name" abgebucht. Und siehe da:


    Zitat

    Chanticleer can refer to:
    * Chanticleer, a rooster appearing in fables surrounding the fables of Reynard the Fox. The most famous of these is probably Chanticleer and the Fox, a version of which is told in Chaucer's Canterbury Tales.

    (Quelle: Wikipedia)
    Die Übersetzung "Hahnenkamm" ist also nicht ganz an den Haaren herbeigezogen.



    Ich hab mich schon wieder inspirieren lassen.

    :breitgrins:

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ja, ich hab auch gleich nachgeschlagen, was "chanticleer" bedeutet, aber es heißt ja einfach nur "Hahn" und nicht "Hahnenkamm". Hm, vielleicht gibt es auch einen Fabelnamen für den Hahn, den man hätte verwenden können? :gruebel:
    Chanticleer klingt auf jeden Fall poetischer. :smile:


    Inzwischen habe ich auch die ersten 4 Kapitel gelesen.
    Interessant bei der Geschichte Dorimares finde ich, dass die Händler quasi ein kapitalistisches System etabliert haben. Das ist wiederum sehr untypisch für einen Fantasyroman und viel näher an unserer Welt, was du ja schon erwähnt hast. Köstlich fand ich, dass Mirrlees die Rechtswissenschaft als eine Illusion bzw. Fiktion bezeichnet. :lachen: Das ist gar nicht mal so weit von der Wahrheit entfernt...


    Kurios finde ich, dass Nathan seinen Sohn erstmals als einen "echten" Menschen ansieht, als er (Ranulph) sich auffällig verhält und von seinen Gefühlen erzählt, die denen Nathans gleichen. Da merkt man, wie ichbezogen Nathan ist.


    Was ich von Endymion Lear halten soll, weiß ich auch noch nicht. Er scheint ein guter Beobachter zu sein, aber irgendwie kommt er mir doch etwas zwielichtig vor.

  • Habe gestern abend bis einschließlich Kap. 9 gelesen.
    Ich finde, Mirrlees baut eine gute Atmosphäre auf, mit einem unheimlichen Unterstrom, der immer stärker und offensichtlicher wird. Was aber wirklich passiert, weiß ich ebensowenig wid die Ludianer.


    5. Kap.:
    Ranulph scheint es auf dem Bauernhof ja relativ gut zu gehen (falls die Briefe nach Hause nicht gefälscht sind), aber sonderbar ist es dort auch. Portunus, der Weber, scheint gefürchtet zu werden, wieso, ist nicht klar. Aber wenn Ranulph recht damit hat, dass

    dann gibt es Grund genug.


    6. Kap.:
    Things began to happen, heißt es ziemlich zu Beginn des Kapitels, und dass dies gute Dinge sein könnten, ist wohl eher nicht anzunehmen. Natürlich hat Endymion Leer die Hand mit im Spiel.
    Der Tanzlehrer, der "Crabapple-Büten", "Professor" Wisp, ist doch garantiert Willie Wisp, der angeblich Ranulph Feenfrucht zu essen gab. Und der engagiert auch noch den unheimlichen Portunus als Geiger!
    Oh, was sie tanzen, die Blüten. Hier ist doch sicher Feenzauber mit im Spiel.


    7. Kap.:
    Jetzt wird's richtig unheimlich! Ambrose Honeysuckle macht schlimme Erfahrungen und spürt, wie facts were losing their reality. Ihm wird sozusagen der feste Boden unter den Füßen weggezogen, seine Wirklichkeit löst sich auf, und darunter kann er etwas anderes erahnen. Vermutlich das, was die beiden Chanticleers schon länger fühlen.
    Er versucht jedenfalls, den Dingen auf den Grund zu gehen, findet aber nicht viel (viel weniger, zeigt sich im übernächsten Kapitel, als er zu finden wünscht). Eine Stickerei mit lila Walderdbeeren - auch ich nahm gleich an, es könne sich dabei um Feenfrüchte handeln, was aber wohl nicht so ist.


    8. Kap.:
    Aber wenn das keine Feenfrüchte sind, wieso ist dann


    Leer spielt eine undurchsichtige Rolle. Er hetzt Honeysuckle gegen Chanticleer auf, verleumdet ihn gar. Wieso? Geht es ihm vielleicht nur um eine Machtposition in Lud? Will er nur Bürgermeister werden? Aber so ganz glaube ich das nicht - er will vermutlich was anderes.


    9. Kap.:
    :entsetzt: :entsetzt: :entsetzt:



    Magst du vielleicht eine Liste mit den deutschen Namen schreiben, Cuddles? Dann könnte ich die englischen dort einfügen, zwecks besserem Überblick. Außerdem bin ich neugierig darauf, wie die Namen übersetzt werden, vor allem über die "Debatable Hills" rätsele ich.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Hallo Saltanah,


    ok, dann stell ich hier mal eine Liste auf mit den Namen, die du bereits erwähnt hast. Manche Namen sind echt wunderlich übersetzt worden.


    Nathaniel Chanticleer - Nathan Hahnenkamm
    Ranulph Chanticleer - Ranulph Hahnenkamm
    Ambrose Honeysuckle - Ambrosius Geißblatt
    Willie Wisp - Ferdie Fetz
    Endymion Leer - Endymion Lear (haben die da wirklich nur einen Buchstaben geändert? :gruebel:)
    Debatable Hills - Umstrittene Hügel


    Wie heißen denn die Frauen/Mädchen bei dir? Die haben ja fast alle Blumennamen, die Frau von Ambrosius heißt z.B. Jasmin und die Tochter Mondliebchen.


    Ich habe inzwischen 8 Kapitel gelesen. Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass Endymion doppeltes Spiel treibt. Warum versucht er Nathan und Ambrosius davon zu überzeugen, dass das komische Verhalten ihrer Kinder nicht an den Feenfrüchten liegt, obwohl das höchstwahrscheinlich der Fall ist? Und dann bringt er auch noch Ambrosius gegen Nathan auf. Ganz schön intrigant. Welches Ziel er damit erreichen will, kann ich jetzt auch noch nicht sagen. Seine Reaktionen auf die abgebildeten Feenfrüchte (wenn es welche sind) und die Frage nach dem blutenden Leichnam sind, wie du schon sagst, sehr verdächtig.


    Die Tanzszene fand ich auch unheimlich. Wer war wohl der Mann, den die Holzapfelblüten gesehen haben? Er hatte ja wohl einen Buckel und soweit ich mich erinnern kann, hatte doch einer Figuren auch einen Buckel. Ich kann mich nur nicht mehr erinnern, wer das war und ich finde gerade die Stelle im Buch nicht.


    So, jetzt muss ich schnell mit Kapitel 9 weitermachen. Dein Kommentar hat mich neugierig gemacht. :breitgrins:

  • Wenn ich mich gestern nicht arg zurückgehalten hätte, hätte ich das Buch in einem Rutsch zu Ende gelesen, so stark ist der Wunsch zu wissen, wie es weiter geht. Aber in einer heroischen Kraftanstrengung habe ich es geschafft, es nach dem 16. Kapitel wegzulegen.
    Es wird allmählich schwer, was zu schreiben, ohne übermäßig zu spoilern. Ich werde mir Mühe geben, das zu vermeiden.


    10. Kap.:
    Hempies Einstellung zu den Feen gefällt mir. Sie ist der Meinung, man solle/dürfe unerwünschte Nachbarn nicht das Haus verbieten, das würde sie nur dazu bringen, noch dringender kommen zu wollen. Und überhaupt - auch mit unangenehmen Nachbarn soll man gefälligst nachbarschaftlich umgehen.
    Das völlige Unterdrücken von allem, was mit den Feen zu tun hat - bis hin zur Erwähnung ihrer Namen -, ist ihr Ding nicht. Eine vernünftige Einstellung.


    12. Kap.:
    Marigold, Nats Frau, bekommt ihren großen Auftritt. In ihr steckt mehr, als ich erwartet hätte! Ihre Nase lässt sie nicht im Stich.

    Lukes Brief aus Swan-on-the-Dapple unterbläst noch Nathaniels Verdacht gegen Leer. Wird Zeit, dass da was unternommen wird.


    13. Kap.:
    Nat und Ambrose erleben Abenteuer! Geheimgänge, Schmuggler, sonderbare Vorgänge auf dem Friedhof - äußerst spannend und (teilweise) erleuchtend!


    14. Kap.:
    :lachen: Das Gesetz ist immer für ein Grinsen gut. Ein Bürgermeister kann nicht abgesetzt werden. Nur durch seinen Tod kann er seinen Job vorzeitig verlieren - aha!
    Hier und im nächsten Kapitel gefällt mir Nat immer besser Er ist aufgewacht, beginnt, sich über die Gepflogenheiten und Tabus von Lud-in-the-Mist hinwegzusetzen, hat beschlossen, etwas zu tun und schüttelt dabei persönliche Rückschläge als unwichtig ab.


    16. Kap.:
    Was Nat so alles über die Witwe erfährt, ist ja höchst interessant - wenn er nur wüsste! :entsetzt:



    Wie heißen denn die Frauen/Mädchen bei dir? Die haben ja fast alle Blumennamen, die Frau von Ambrosius heißt z.B. Jasmin und die Tochter Mondliebchen.


    Ja, die Frauen (und einige Männer) haben alle Blumennamen.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Hallo Saltanah,


    das kann ich gut nachvollziehen, ich kann derzeit auch kaum aufhören zu lesen und bin bis zum 20. Kapitel gekommen.


    Erst mal liste ich noch ein paar weitere Namen + Übersetzungen auf:


    Hempie - Hanfchen
    Marigold - Liliengold
    Luke ??? - Lukas Hanfling
    Swan-on-the-Dapple - Schwan-an-der-Scheck


    Die melancholische Stimmung, die in Lud nach dem Verschwinden der Holzapfelblüten herrscht, wird sehr greifbar beschrieben. Man spürt förmlich diese Lethargie.


    Danach nimmt die Geschichte jedoch einiges an Fahrt auf.



    Und er und Fräulein Ehrenpreis scheinen sich ja auch schon sehr lange zu kennen. :verschwoerung:


    13. Kapitel
    Ein herrliches Kapitel! Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Ambrosius und Nathan, zwei gesetzte ältere und nicht mehr ganz schlanke Herren, nachts durch die Gildenhalle schleichen und dabei ganz aufgeregt sind. :breitgrins:
    Und es wird ja auch einiges zu Tage gefördert...


    14.+15. Kapitel
    Dazu brauch ich ja gar nichts mehr zu sagen. Eine unglaubliche "juristische Fiktion" (jedesmal wenn ich das lese, muss ich an die Jurisfiction bei Thursday Next denken :breitgrins:), die sich die Ratsherren da leisten.


    16.+17. Kapitel
    Oh ja, ich mag es auch, wie Nathan nach seinem "Tod" aufblüht und Ermittlungen anstellt. Er kann sich jetzt ja alle Freiheiten herausnehmen.


    18. Kapitel
    Nathan stellt weiter Ermittlungen an und befragt Frau Efeu Pfefferkorn, die Tochter des verstorbenen Herrn Schnadderatz. Er erfährt so einiges...


    19. Kapitel
    Aus einem Buch erfährt Nathan, wie Schnadderatz wirklich vergiftet wurde, und macht sich spontan auf den Weg zur Witwe. Dabei verpasst er Lukas und erfährt so gar nicht, was mit seinem Sohn nun ist. :entsetzt:


    20. Kapitel
    Noch ein Rätsel mehr um den Schmuggel der Feenfrüchte wird gelöst.

    :entsetzt:

  • Durch! Die letzten 100 Seiten musste ich einfach in einem Rutsch lesen, das Buch wegzulegen war mir unmöglich.


    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Gute Sprache, eine angenehme Kürze, Spannung, eine irgendwie erwartete, aber doch unvorhersehbare Lösung, gut gezeichnete Personen und diverse Bemerkungen, die man auch auf unsere Wirklichkeit übertragen kann.
    4ratten

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Ich bin gestern auch fertig geworden! Ich dachte eigentlich, dass die Geschichte noch länger dauert, aber ich hab ganz übersehen, dass sich da noch ein ca. 70 Seiten langes Nachwort anschließt. Das Nachwort war sehr informativ, vor allem habe ich viel über die sonst doch sehr unbekannte Person Hope Mirrlees erfahren, u.a. dass sie mit Virginia Woolf bekannt war. Oder dass meine Ausgabe (von 2003) die erste deutsche Ausgabe überhaupt von „Lud-in-the-Mist“ ist!


    Weitere Leseeindrücke würde ich auch gern posten, aber das geht kaum ohne zu spoilern. Nur so viel: Die Erlebnisse von Nathan im Feenland bzw. im Grenzland fand ich faszinierend, da man nie genau sagen kann, was nun Illusion ist und was nicht. Und den Jahrmarkt fand ich unheimlich. Ich weiß nicht, ich finde Jahrmärkte allgemein unheimlich. All diese kunterbunte Fröhlichkeit und das Dunkle, was sich darunter verbergen kann...


    Fazit: Ein sehr schöner Fantasyroman, der vor allem von seiner Stimmung lebt. Doch auch für Spannung ist gesorgt, zuweilen erinnerte mich die Geschichte sogar an einen Kriminalroman. Am Ende werden nicht alle Fragen beantwortet, die Phantasie bleibt dem Leser überlassen. Auch von mir gibt es 4ratten


  • Das Nachwort war sehr informativ, vor allem habe ich viel über die sonst doch sehr unbekannte Person Hope Mirrlees erfahren, u.a. dass sie mit Virginia Woolf bekannt war.


    Das war übrigens der ausschlaggebende Grund dafür, dass ich das Buch gekauft habe. In meiner Ausgabe wird nämlich auf der Titelinnenseite neben Zitaten verschiedenen modernen Fantasy-Autoren über das Buch auch eines von Virginia Woolf gebracht. Man stelle sich vor: Virginia Woolf als Reklame in einem Fantasybuch! Also musste ich es haben.
    Leider hat meine Ausgabe kein Nachwort.


    Ich frage mich gerade, wie der deutsche Titel zustande kommt. Ins Feenland flieht doch keiner, es zieht sie doch eher gegen ihren Willen dahin. Aber man wollte wohl unbedingt Feen im Titel haben.

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Stimmt, jetzt wo du es sagst, sehe ich auch, dass das keinen Sinn ergibt. Ich denke, es ist wirklich so, dass man unbedingt Feen im Titel haben wollte, dazu vielleicht noch ein weiteres Wort mit F, um eine Alliteration zustande zu bringen und - schwupps - war man bei Flucht.


    EDIT: Virginia Woolf - noch eine Leselücke, die ich unbedingt füllen will

  • Hmm, ich dachte eigentlich, ich hätte vor Jahren mal eine Rezension geschrieben, aber nun kann ich sie nirgends finden ... war das vielleicht noch im kleinen Literaturforum!?
    Jedenfalls hat mir "Flucht ins Feenland" sehr gut gefallen, ich verbinde noch immer ganz eine spezielle Atmosphäre mit dem Buch, und auch bestimmte Farben, Gerüche ... hatte irgendwie wirklich etwas Magisches an sich! :smile:

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