Jennifer Lee Carrell - The Shakespeare Secret (Die Shakespeare-Morde)

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 3.414 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Valentine.

  • Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links

     

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links

    Kaufen* bei

    Amazon
    Bücher.de
    Buch24.de

    * Werbe/Affiliate-Links


    US-Titel: Interred with Their Bones


    Die Literaturwissenschaftlerin Kate hat das große Glück trotz ihrer amerikanischen Herkunft, im Globe Theatre in London, "Hamlet" als Regisseurin inszenieren zu dürfen. Mitten in die Proben platzt ihre frühere Mentorin Roz, eine Koryphäe der Shakespeare-Forschung, um sie in ein großes Geheimnis einzuweihen und ihre Hilfe zu erbitten. Obwohl Kate und Roz damals im Streit auseinander gegangen sind, willigt Kate schließlich ein, sich später am Abend mit Roz zu treffen, um nähere Einzelheiten zu erfahren. Doch dazu kommt es nicht mehr, Roz erscheint nicht zum Treffen, dafür taucht ihre Leiche kurz darauf im brennenden Globe Theatre auf. Kate reist, dank Unterstützung einiger Bekannter, quer durch England und die USA, um hinter das Geheimnis zu kommen, das Roz das Leben kostetet – doch der Mörder ist ihr direkt auf den Fersen.


    Das Buch ist klassischerweise in einen Prolog und 5 Akte aufgeteilt, mit einem Personenverzeichnis am Anfang, eine nette Geste, die einen direkt passend einstimmt. Ein grundsätzliches Interesse an Literaturgeschichte sollte man für dieses Buch allerdings schon mitbringen, sonst könnte einem zu viel werden. Ich fand die im Buch beschriebene Verbindung zwischen Don Quijote und einem verschollenen Stück von Shakespeares sehr interessant (und kannte glücklicherweise den Teil Don Quijotes, von dem die Rede war) und auch das altbekannte Thema um die wahre Urheberschaft der Shakespeareschen Stücke wurde interessant und vor allem auch von allen Seiten beleuchtet. In wieweit die Autorin, immerhin selbst Literaturwissenschaftlerin, ihre eigenen Ideen mit dem wenigen gesicherten Wissen darüber vermengt hat, erläutert sie in einem Nachwort.


    „The Shakespeare Secret“ ist spannend gemacht, natürlich von einem gewissen Unrealismus, das habe ich bei einer Schatzsuche rund um die Welt nicht wirklich anders erwartet, dabei aber nicht zu übertrieben. Die Indiana-Jones-Einlagen halten sich in Grenzen, die Autorin verliert sich aber auch nicht zu sehr in literarischer Kleinkrämerei, die man nicht mehr nachvollziehen könnte, sie hält da sehr schön das Gleichgewicht zwischen Action und Forschung. Es gibt zwar nur eine begrenzte Anzahl von Personen, die als Bösewicht in Frage kommen, so dass man recht schnell einen Verdacht hat, bis es aber eindeutig wird, dauert es durchaus einige Zeit, so dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Alles in allem ein gelungener Schatzsuche-Thriller für Literaturliebhaber.


    4ratten

  • Ich komme zu einem etwas anderen Ergebnis:


    Ich habe ja eine Schwächer für Romane die in irgendeiner Form mit Shakespeare zu tun haben, weshalb mich dieser Roman sehr interessiert hat. Doch einen Roman mit jeder Menge Shakespeare Zitaten und Anspielungen voll zuspicken und zusätzlich noch die ein oder andre mysteriöse Frage um die Identität des Dramatikers aufzugreifen reicht nicht, um einen wirklich guten und außergewöhnlichen Roman schreiben zu können. Denn auch die Handlung, in die das Ganze eingebettet wird, muss überzeugen. Carrell ist zwar durchaus Unterhaltung gelungen aber nicht mehr, dazu ist ihre Handlung zum Teil zu sprunghaft und überzogen. Außerdem ist er auch etwas unrealistisch und die Autorin zu sehr darauf bedacht ja einen Shakespeareverschwörungsroman zu schreiben.


    Spannung baut sich jedoch durchaus auf, daran liegt es also nicht. Aber es ist einfach zum Teil nicht nachvollziehbar weshalb die Hauptfigur nicht verhaftet wird und viele Wendungen sind einfach zu gewollt um überzeugen zu können. Gerade gegen Ende hat man das Gefühl der Autorin ist siedendheiß eingefallen das sie vergessen hat eine falsche Fährte zu legen und schwupp gibt diese auf einmal. Ein gänzlicher Flop ist Die Shakespeare-Morde zwar nicht, denn man möchte durchaus wissen wie es weiter geht aber im Grunde kann man auch stattdessen jeden anderen mittelmäßigen Thriller lesen.


    2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:


    PS: Immerhin, ich habe bisher nur einzelne Sonette von Shakespeare gelesen, da ich eine zweisprachige Ausgabe habe freue ich mich schon sehr darauf alle nach und nach zu lesen! So viel kann man sagen, neugierig auf Shakespeare macht der Roman durchaus.

  • Das Buch "Die Shakespeare Morde" habe ich letzte Woche von der Mutter meiner besseren Hälfte überreicht bekommen und es spontan als Urlaubslektüre für meinen London-Aufenthalt auserkoren - und dafür war es sehr passend (auch wenn der Roman hauptsächlich in den USA spielt). Ich kann mich deshalb sowohl illy als auch Holden anschließen und liege mit meiner Meinung irgendwo dazwischen.


    Ich mag Romane um irgendwelche Verschwörungstheorien und mit Rätselspielen ja und wenn dann Literatur (oder Kunst) noch eine Rolle spielt - ist es die perfekte Kulisse für mich. In dieser Hinsicht wurde ich auch überhaupt nicht enttäuscht. Die Einblicke in die geschichtlichen Ereignisse zu Shakespeares Zeit und die verschiedenen Theorien über die wahre Identität des Verfassers der Stücke fand ich durchaus interessant und gut erklärt. Der Roman hat auch einen durchgehenden Spannungsbogen, der zum weiterlesen animiert.
    Natürlich ist die Handlung bzw. der Vorgang mehr als unrealistisch und - da muss ich Holden Recht geben - steigert sich bis zum Ende sogar noch etwas. Auch mir kam die Hauptperson etwas zu naiv vor und einerseits schafft sie es sehr erfolgreich sich die Polizei vom Halse zu halten, nicht jedoch ihrem Verfolger.


    Als Unterhaltungsliteratur bietet das Buch sicher einige spannende und vergnügliche Lesestunden - zwar nicht mehr, aber auch nicht weniger.


    3ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:

    Einmal editiert, zuletzt von Mira ()

  • Ich bin gerade dabei, "The Shakespeare Secret" abzubrechen oder zumindest zu unterbrechen. Es wäre bestimmt ganz spannend, wenn man Dan Browns Bücher nicht kennen würde. So ist die Ähnlichkeit hier einfach zu groß, und angeblich (das wurde mir in der dazugehörigen Leserunde auf lb gespoilert)


    Ich tue mir auch ein bisschen schwer, weil ich kaum Hintergrundwissen über Shakespeare habe und somit schon mal ein wichtiger Reiz weiterzulesen für mich fehlt. Im Moment sieht es daher danach aus als würde ich das Buch erstmal zur Seite legen...was das bedeutet, wissen wir ja alle...mal sehen, ob ich es jemals beenden werde.

  • Ein zu unrecht unbekanntes Roman, der mich absolut begeistert hat.


    Klappentext:
    Ein rätselhaftes Geschenk, eine tote Literaturprofessorin und ein Mörder, der auf ebenso grausame wie symbolhafte Weise tötet: Als die junge Theaterregisseurin Kate Stanley auf Hinweise zu einem verschollenen Shakespeare-Drama stößt, beginnt ein Wettlauf mit dem Tod.


    Kate Stanley führt zum ersten Mal Regie, mit Hamlet hat sie in London Premiere. Doch am Vorabend brennt das Globe-Theatre ab und Shakespeare-Expertin Ros Howard wird ermordet aufgefunden. Kurz vor ihrem Tod hat Ros Kate eine mysteriöse Schachtel überreicht und von einer bedeutenden Entdeckung gesprochen – ohne jedoch preiszugeben, um was es sich handelt. Ahnte Ros bereits, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet? In der Schachtel findet Kate den ersten Teil eines bedrohlichen Shakespeare-Puzzles, das sie von Harvards ehrwürdiger Bibliothek bis in die Wüste Arizonas führt, gejagt von einem Unbekannten, der seine Opfer nach Vorlagen von Shakespeare tötet. Ein Thriller um die wahre Identität des Mannes, der sich William Shakespeare nannte.


    Meine Meinung:
    Es ist deutlich zu merken, dass sich die Autorin viele Jahre intensiv mit Shakespeare und der Urheberschaft seiner Werke auseinander gesetzt hat. Das Buch ist voller, wie ich finde, hoch interessantem Faktenwissen. Zugleich ist es ihr gelungen einen sehr fesselnden Krimi zu schreiben, der jedoch zu den eher ruhigen Büchern gehört. Ich fand das Buch sehr spannend und habe es mit großem Vergnügen gelesen. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, wer nun hinter den Morden steckt. Das Buch ist jedoch nicht ganz einfach zu lesen, da es von seinem Leser einen hohen Grad an Konzentration abverlangt. Also: Kein Buch für eine Nacht, aber absolut lesenswert. Es wird in die Reihe meiner Lieblingsbücher aufgenommen!


    Bibliogrphische Angaben:
    Verlag: Ullstein Taschenbuch
    Erscheinungsdatum:11. November 2009
    ISBN-10: 3548281222
    ISBN-13: 978-3548281223

    Einmal editiert, zuletzt von samea ()

  • Ich habe das Buch jetzt abgebrochen, nachdem ich es ewig mitgeschleppt habe. Es kann mich nicht mitreißen, die Geschichte ähnelt vom Aufbau her den Romanen von Dan Brown zu sehr und mein Wissen über Shakespeare ist leider sehr beschränkt. Das macht es schwierig, am Ball zu bleiben und mitzukommen. Ich finde es auch nicht interessant genug dargestellt, um sagen zu können, dass es auch ohne Hintergrundwissen spannend wäre.

  • Ich schließe mich an, denn auch ich habe eine Schwäche für Bücher, die mit Shakespeare zusammenhängen. Das Buch von Carrell lag dann allerdings doch eine Weile auf dem SuB, einfach aus dem Gedanken heraus, dass man bei so einem Buch sehr viel falsch machen kann.


    Insgesamt bin ich nicht enttäuscht, aber auch nicht richtig zufrieden.
    Gut fand ich die vielen Bezüge zu Shakespears Werken und teilweise auch zu seinem Leben. Schön fand ich auch, dass das Buch in fünf Akte plus Zwischenspiele aufgeteilt wurde. Eine sehr gute Idee, die mir richtig gut gefallen hat, auch wenn sie natürlich auf der Hand lag bei solch einem Buch.
    Negativ ist allerdings wirklich, dass die Geschichte komplett überzogen ist. Viele Handlungen und Tarnungen der Charaktere sind einfach so übertrieben, dass sie damit nicht durchkommen sollten. :rollen: Ein bisschen weniger Dramatik und mehr und vor allem tiefere Recherche innerhalb des Buches hätten mir durchaus gefallen.


    3ratten

  • Die Shakespeare-Expertin Kate steckt gerade mitten in den Proben für die Aufführung von "Hamlet" im Globe Theatre, bei der sie Regie führt, als ihre Freundin und Mentorin Roz auftaucht, ihr von einem Geheimnis erzählt, auf das sie gestoßen ist, und ihr ein kleines Päckchen dalässt. Zu ihrem für später vereinbarten Treffen erscheint Roz jedoch nicht - sie liegt tot in Kates Büro im Globe Theatre, und im Theater brennt es.


    Kate ist geschockt, aber auch wild entschlossen, jetzt erst recht herauszufinden, was es mit Roz' mysteriösen Andeutungen und mit ihrem Geschenk auf sich hat, und findet sich bald auf einer irrwitzigen Schnitzeljagd wieder, die Roz für sie inszeniert zu haben scheint. Offenbar gibt es Anhaltspunkte, dass ein verschollenes Shakespeare-Stück tatsächlich existiert, gleichzeitig stellt sich die beliebte Frage, ob der berühmte Dramatiker seine Stücke überhaupt wirklich selbst geschrieben hat.


    Als ob das nicht schon aufregend genug wäre für eine Shakespeare-Forscherin, merkt Kate ziemlich schnell, dass irgendwer wohl verhindern will, dass sie ihre Recherchen weiterverfolgt. Es kommt zu weiteren Todesfällen, und gemeinsam mit ein paar Wegbegleitern, die sie nach und nach kennengelernt hat, gerät Kate von einer brenzligen Situation in die nächste, während sie an den verschiedensten Orten nach Beweisen oder auch Gegenbeweisen für Roz' Theorien sucht.


    Ein klassischer Geheimnis-Thriller nach bewährtem Strickmuster - Dan Brown lässt grüßen. Der Vergleich kam mir nicht nur wegen der erwähnten "Schnitzeljagd" und der verschlüsselten Botschaften, sprechenden Namen und mysteriösen Kunstobjekte in den Sinn, sondern auch im Hinblick auf das Personal. Da haben wir die Hauptfigur, die auf ihrem Fachgebiet eine Koryphäe ist, den plötzlich auftauchenden Sidekick vom anderen Geschlecht, der natürlich äußerst attraktiv und ziemlich geheimnisumwittert ist und ein paar graue Eminenzen in Sachen Shakespeare.


    Selbstverständlich spielt Geld keine Rolle, so dass man einfach mal schnell mit dem Privatjet von A nach B düsen kann, und selbstverständlich werden gefälschte Pässe und manipulierte Passagierlisten ratzfatz aus dem Ärmel geschüttelt, wenn man sich doch mal der normalen Fluglinien bedienen muss. Sicherer Umgang mit Waffen? Check. Geheimdienst-Connections? Check. Plot-Twists, die überraschend gemeint sind, für versierte Leser des Genres aber meilenweit im voraus erkennbar? Check. Alles, was erwähnt wird, hängt bedeutungsvoll mit allem anderen zusammen? Check.


    Abgesehen von diesen Klischees ist es ein durchaus spannender Popcorn-Thriller, der hübscherweise nach Art eines Shakespeare-Stücks in 5 Akte eingeteilt und mit eingestreuten historischen Szenen aus Shakespeares Zeiten versehen ist. Einige der Theorien über die tatsächliche Urheberschaft fand ich durchaus interessant.


    Zusätzlich punktet die Autorin zum Schluss mit einem informativen Nachwort, in dem deutlich wird, was Tatsache und was von ihr erfunden ist und auch, welche der Spekulationen es tatsächlich gibt bzw. wie sie widerlegt wurden.


    Das reicht aber trotzdem nicht ganz für eine richtig gute Bewertung, weil mir alles in allem doch zu sehr das Dan-Brown-Schema bedient wurde.


    3ratten

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.

    Leonard Cohen