Hexer 0.1: Geschichte 3: Das kleinere Übel

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  • Hier dürft ihr alles diskutieren, was euch zum dritten Abschnitt von Der letzte Wunsch einfällt.

    Der Abschnitt umfasst in der deutschen Ausgabe das Kapitel Die Stimme der Vernunft 3 & die Kurzgeschichte Das kleinere Übel (in der dtv-Ausgabe von 2016 von S. 98-157).


    Bitte denkt an die Spoilermarkierungen, wenn ihr Dinge ansprecht, die erst in späteren Abschnitten oder Bänden auftauchen.

  • Ich habe die Zeit genutzt, in der Mr Zank mit den Kindern spazieren gegangen ist, und den dritten Abschnitt gelesen.

    Mir ist dabei sogar sandhofer begegnet:

    Zitat von S. 120


    "Je nun"

    :schuld:


    Zur Rahmenhandlung:

    Diese Nenneke ist mir richtig sympathisch. Ihre Sprüche und ihre schlagfertige, selbstsichere Art waren sehr unterhaltsam. Sie ist offensichtlich eine Frau, die sich nicht einschüchtern lässt. Besonders schön als dieser Ritter Geralt den Handschuh hinwirft:

    Zitat von S. 103 & S. 104

    "Heb das da auf, hier darf man keinen Unrat hinwerfen, dies ist ein Heiligtum."


    &


    "Das Missvergnüngen ist ganz meinerseits."

    Und interessant fand ich, dass es wohl nicht nur Zauberer und Hexer, sondern auch noch Druiden gibt. Da blickt doch keiner mehr durch :elch:

    Die Verknüfung zur Kurzgeschichte fand ich dieses Mal sehr gelungen. Ich hatte mir schon notiert "G = der Schlächter von Blaviken?" - schön, dass direkt erzählt wurde, wie er zu diesem fragwürdigen Titel kam.


    Zur Geschichte:

    Dieser Schulze Caldemeyn ist ja ein schöner Freund. Erst dachte ich wirklich, er könnte zumindest ein netter Bekannter von Geralt sein. Aber der Schluss der Geschichte sagt etwas anderes. Doch dazu gleich mehr.


    Erst einmal die Frage an euch: Habt ihr auch so Probleme mit Namen? Ich gestehe, ich kann mir keinen merken, obwohl ich sie mir aufschreibe ^^. Nivellen weiß ich inzwischen, weil ich den oft genug geschrieben habe (dabei werde ich den nie wieder brauchen), aber die Namen der Städte und anderen Personen... die Priesterin heißt irgendwas mit Ne... (Nenneke; hab ich doch eben erst geschrieben!), die Stadt Bla... (Blaviken), der Zauberer Stregor oder so :D (meine Notizen sagen: Stregobor - gar nicht mal so falsch). Dabei sind sie ja gar nicht sooo ungewöhnlich; da gibt es in der Fantasy-Literatur schlimmeres. Aber ich überfliege beim Lesen glaube ich die Namen häufig nur und kann sie deshalb zwar wiedererkennen, aber nicht wiedergeben. Ich habe auch zwei Jahre lang den Namen von "Dumbledore" bei Harry Potter falsch gelesen - bis die Filme herauskamen und ich mir dachte: "Ach, Dumbledore!" (und nein, ich weiß nicht mehr, wie ich den Namen vorher gelesen habe - Nicht deutsch ausgesprochen Dumb-le-do-re wie man es schreibt oder so, sondern ganz anders). :ohnmacht:


    So, jetzt aber wirklich zur Geschichte:

    Diese ganzen Rapunzel-Anspielungen waren sehr nett. Die Frauen in den Türmen, die eine macht aus ihrem Zopf ein Seil, der eine Prinz wird geblendet... (das mit dem geblendeten Prinzen war auch Rapunzel, oder?). Und gerade freue ich mich noch darüber, da tauchen auch noch Schneewittchen und die gute (zumindest wenn man Stregobor glauben kann) Stiefmutter auf. Auch schön, die Geschichte mal aus einer anderen Perspektive zu hören. Das hat mich ein bisschen an "Maleficent" erinnert.

    Ich habe mich sehr gewundert, dass Stregobor sagte, in seinem Turm wäre er sicher, aber gleichzeitig mehrfach betonte, dass Renfri ihn morgen oder übermorgen versuchen wird zu töten. War das nur eine Ahnung oder hat er gewisse hellseherische Fähigkeiten?


    Geralt erschien mir sehr vernünftigt. Sowohl, dass er der Erzählung von Stregobor nicht ohne weiteres Glauben schenken möchte, als auch, dass er generell versucht, sich herauszuhalten. (Gut, zwischendrin hat er mal ganz und gar nicht neutral Renfri nicht von der Bettkante geschubst. Aber ein Mann hat ja auch seine Bedürfnisse... 8o) Auch wenn das böse hätte ausgehen können - ich mag ihn. Dass er sich allerdings auf "Deine Mudda"-Niveau herablässt, als er mit diesen Typen redet... :totlach:


    Renfri fand ich deutlich überzeugender in ihrer Argumentation als Stregobor. Das heißt nicht, dass ich an Geralts Stelle den Zauberer getötet hätte; aber dessen Erzählung klang doch eher nach einem verwirrten alten Mann, der sich von der Stiefmutter hat einwickeln lassen. Im Endeffekt hat Geralt, denke ich, richtig gehandelt. Er hat erst getötet, als er keinen anderen Ausweg mehr sah und Unbeteiligte sind auch nicht zu Schaden gekommen. Im Falle dieses Tridamer Ultimatums wäre ja genau das passiert (nach dem Prinzip funktionieren ja die meisten Geiselnahmen) und das hat er verhindert. Deshalb verstehe ich nicht ganz, warum Calemeyn dann so abweisend reagiert. Wahrscheinlich hat er Angst vor dem Zorn der Bürger und des Königs und will sich deshalb nicht auf Geralts Seite stellen. Okay, ich verstehe es doch, finde es aber schäbig. Was hat er denn erwartet, was passiert?


    Und am Ende ist es tatsächlich auch egal, ob Stregobor Recht hatte... Aber warum sagte Renfri ständig, dass ihr kalt ist? Habt ihr das verstanden?

  • Ich habe den Abschnitt auch soeben beendet.


    Geralt ist ein Albino! Daher die weißen Haare und die helle Haut. Über sein Aussehen hatte ich mir bisher kaum Gedanken gemacht. Mir war bisher nicht klar, dass sein Aussehen in dieser Fantasywelt auch eher ungewöhnlich ist.


    Witzig fand ich, dass in dem offiziellen Schreiben des Königs Rechtschreibfehler waren und das diese auch noch betont wurden.:D


    Scheinbar werden Hexer für ihre Ausbildung von ihren Eltern bzw. Müttern getrennt. Das scheint ja ein wunder Punkt bei Geralt zu sein. Ich bin gespannt, ob man im Laufe der Bücher darüber noch mehr erfährt. Ich hoffe es zumindest.



    Und interessant fand ich, dass es wohl nicht nur Zauberer und Hexer, sondern auch noch Druiden gibt. Da blickt doch keiner mehr durch :elch:

    Druiden? Hmm, die Erwähnung habe ich wohl überlesen...


    Calemeyns Verhalten am Ende der Geschichte:

    Ich interpretiere das eher so, dass Calemeyn Geralt zwar aus der Stadt schmeißt, dies aber das kleinere Übel ist, was er Geralt antun muss. Geralt hat schließlich vor unzähligen Zeugen 8 Menschen getötet. Bisher hatte die Gruppe ja noch gar nichts angestellt, so dass den Stadtbewohnern wohl nicht klar sein dürfte, dass sie eigentlich gerade gerettet wurden. Wahrscheinlich hätte Calemeyn Geralt festnehmen müssen und aufgrund der 8 Toten anklagen müssen. Das wollte er aber nicht, weil er sehr wohl wusste, dass Geralt gerade sehr vielen Menschen das Leben gerettet hat.


    Namen:

    Mein Vorteil ist das langsame Lesen. Bisher konnte ich in euren Kommentaren immer die Namen abschreiben. ;)

    Ich habe aber auch im realen Leben eher Probleme mit Namen und in Büchern noch mehr...

  • Die Druiden werden relativ am Anfang ganz kurz erwähnt. Irgendwer (Caldemeyn?) erzählt, dass die Zauberer so und so reagieren und die Druiden kurz vor einem Aufstand stehen oder so ähnlich.


    Zum Albino: Ich habe die Bemerkung eher als Beleidigung als als Fakt aufgefasst. So von wegen "Du hast weiße Haare - du Albino!"


    Die Rechtschreibfehler im Brief fand ich auch super. Das hatte schon fast etwas von einer Diskussion auf Twitter oder so. Wenn man den anderen doof findet, erstmal die Rechtschreibung kritisieren! :D

  • Zum Albino: Ich habe die Bemerkung eher als Beleidigung als als Fakt aufgefasst. So von wegen "Du hast weiße Haare - du Albino!"

    Ja hier in diesem Zusammenhang ist es definitiv als Beleidigung verwendet worden. Trotzdem habe ich es auch zusätzlich als Fakt aufgefasst. Ich vermute, dass Geralt wirklich von Albinismus betroffen ist und diese Tatsache nun als Beleidigung genutzt wurde.

  • Kann natürlich sein. Ich weiß gar nicht genau, wodurch sich das definiert :/

    Ich kannte mal einen Jungen, der ganz weißblonde Haare hatte (inkl Augenbrauen) und sehr helle Haut. Keine Ahnung, ob das nun ein Albino war. Ich kenne Albinos nur von Tieren und die haben ja meistens noch rote Augen.

  • Erstmal muss ich was zu unserer Zwischen-Geschichte "Die Stimme der Vernunft 3" loswerden: oioioioioioioiiiiii... das geht ja ab im Heiligtum. Offene Feindseligkeit in einem Tempel, Drohungen im Heiligtum, keine Wertschätzung gegenüber der Hohepriesterin der Melitele - das kann ja alles nicht gut ausgehen - also für die Ritter des Ordens der Weißen Rose. Ich bin sicher sie werden die Unterstützung von Melitele und ihrem Orden noch brauchen. Tz tz tz tz...


    ... aber erstmal muss ich jetzt auch "Das kleinere Übel" lesen. Melde mich gleich nochmal, wenn ich fertig bin damit :)

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • OMG ^^ So viele Märchenanspielungen in den Gesprächen! :S


    Ich fand's wieder eine gute Geschichte über Geralt. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich denke es ging darum, wie er zum Namen "Der Schlächter von Blaviken" kam - was meint ihr? So genau wird es ja nicht erwähnt, aber im Teil "Die Stimme der Vernunft" wird er ja so genannt und prompt landen wir mit der Geschichte in Blaviken.


    Es war aber auch irgendwie eine sehr deprimierende Geschichte, obwohl Geralt ja sehr genau seine Beweggründe erklärt hat und, dass er das alles schwachsinnig findet - die Forschung und das Töten - und auch verwerflich. Der Zauberer ist ein Trottel ;( Der macht sicher so weiter ohne was gelernt zu haben. Hoffentlich findet er diese "Schwarze Sonnen"-Geborenen nicht noch häufiger.


    Und Geralt hat auch noch einen Freund verloren mit dem Gemetzel am Ende. Der Dorfschulze hat ihn verbannt, dabei schienen sie sich ganz gut zu verstehen. ?( Da war Geralt eigentlich nur auf der Durchreise und dann passiert sowas...

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Die Verknüfung zur Kurzgeschichte fand ich dieses Mal sehr gelungen. Ich hatte mir schon notiert "G = der Schlächter von Blaviken?" - schön, dass direkt erzählt wurde, wie er zu diesem fragwürdigen Titel kam.

    Ja, das fand ich auch sehr gelungen. Habe mich beim Lesen der Zwischenhandlung auch gefragt, ob das noch irgendwann aufgeklärt wird.

    Erst einmal die Frage an euch: Habt ihr auch so Probleme mit Namen? Ich gestehe, ich kann mir keinen merken, obwohl ich sie mir aufschreibe ^^ . Nivellen weiß ich inzwischen, weil ich den oft genug geschrieben habe (dabei werde ich den nie wieder brauchen), aber die Namen der Städte und anderen Personen... die Priesterin heißt irgendwas mit Ne... (Nenneke; hab ich doch eben erst geschrieben!), die Stadt Bla... (Blaviken), der Zauberer Stregor oder so :D (meine Notizen sagen: Stregobor - gar nicht mal so falsch). Dabei sind sie ja gar nicht sooo ungewöhnlich; da gibt es in der Fantasy-Literatur schlimmeres.

    ja, ich habe auch so Probleme mit Namen - aber das ist generell, nicht nur hier xD Ich fand's aber super, dass der Autor das beim Schulzen aufgegriffen hat. Der hat ja ständig Kikimiki gesagt statt Kikimora ^^

    "Ach, Dumbledore!" (und nein, ich weiß nicht mehr, wie ich den Namen vorher gelesen habe - Nicht deutsch ausgesprochen Dumb-le-do-re wie man es schreibt oder so, sondern ganz anders).

    Schade, ich hätte jetzt gerne gewusst, wie du ihn umbenannt hast 8)

    Ich habe mich sehr gewundert, dass Stregobor sagte, in seinem Turm wäre er sicher, aber gleichzeitig mehrfach betonte, dass Renfri ihn morgen oder übermorgen versuchen wird zu töten. War das nur eine Ahnung oder hat er gewisse hellseherische Fähigkeiten?

    Erwähnte Stregobor nicht, dass er es in seiner Kristallkugel gesehen hätte, dass sie hier ist und ihn töten will? Deswegen hat er ja niemanden mehr reingelassen, weil er ja nicht wusste, wen sie dafür bezahlt haben könnte (oder überzeugt).?(

    Geralt erschien mir sehr vernünftigt. Sowohl, dass er der Erzählung von Stregobor nicht ohne weiteres Glauben schenken möchte, als auch, dass er generell versucht, sich herauszuhalten. (Gut, zwischendrin hat er mal ganz und gar nicht neutral Renfri nicht von der Bettkante geschubst. Aber ein Mann hat ja auch seine Bedürfnisse... 8o ) Auch wenn das böse hätte ausgehen können - ich mag ihn. Dass er sich allerdings auf "Deine Mudda"-Niveau herablässt, als er mit diesen Typen redet...

    Mir erschien Geralt auch sehr vernünftig in seiner Argumentation (Geralt, der alte Weiberheld :P). Und manche seiner verbalen Auseinandersetzungen sind wirklich irre komisch, ich bin mit diesem Gezanke um die Mütter fast vor Lachen vom Sofa gestürzt.

    Renfri fand ich deutlich überzeugender in ihrer Argumentation als Stregobor. Das heißt nicht, dass ich an Geralts Stelle den Zauberer getötet hätte; aber dessen Erzählung klang doch eher nach einem verwirrten alten Mann, der sich von der Stiefmutter hat einwickeln lassen.

    Ich fand Renfri's Argumentation auch schlüssiger. Ich fand der alte Zauberer war ein bisschen verrückt und wollte einfach nur ein paar Studienobjekte sezieren :rolleyes: Dafür brauchte er halt eine Ausrede für die Gefangennahme und Grausamkeiten. Und dann hat er sich von der komischen Stiefmutter mit dem Spiegel was einreden lassen (oder wollte sich einreden lassen, um ein weiteres Studienobjekt zu erhalten).

    Deshalb verstehe ich nicht ganz, warum Calemeyn dann so abweisend reagiert.

    Ich interpretiere das eher so, dass Calemeyn Geralt zwar aus der Stadt schmeißt, dies aber das kleinere Übel ist, was er Geralt antun muss. Geralt hat schließlich vor unzähligen Zeugen 8 Menschen getötet. Bisher hatte die Gruppe ja noch gar nichts angestellt, so dass den Stadtbewohnern wohl nicht klar sein dürfte, dass sie eigentlich gerade gerettet wurden. Wahrscheinlich hätte Calemeyn Geralt festnehmen müssen und aufgrund der 8 Toten anklagen müssen. Das wollte er aber nicht, weil er sehr wohl wusste, dass Geralt gerade sehr vielen Menschen das Leben gerettet hat.

    Ich würde da foenig zustimmen, das Volk wusste ja nichts von den bösen Plänen und dem Ultimatum. Und der Zauberer hätte sie alle sterben lassen. Was noch dazu kam war, dass Renfri ja ein offzielles Schreiben vom König hatte, dass man sie in ihrem Tun gewähren lassen soll. Calemeyn hätte Renfris Tod wohl nicht verschweigen oder erklären können, so hat er jetzt einen Sündenbock und kann mit seiner Familie weiterleben.

    Und am Ende ist es tatsächlich auch egal, ob Stregobor Recht hatte... Aber warum sagte Renfri ständig, dass ihr kalt ist? Habt ihr das verstanden?

    Stimmt, am Ende war es egal und deswegen wollte es Geralt sicherlich auch nicht wissen. Bzgl. Renfri - sie erwähnt es doch nur 2x, oder? Einmal als sie stirbt und da ist die Assoziation ja oft mit Kälte und davor als sie wie hypnotisiert auf Geralts Medaillon starrt. Ich denke sie hatte eine Vorahnung/Vision von diesem Ausgang?! :/

    Witzig fand ich, dass in dem offiziellen Schreiben des Königs Rechtschreibfehler waren und das diese auch noch betont wurden. :D

    Hahahaha, jaaaa - ich fand diese Geschichte generell sehr witzig hinterlegt - auch wenn sie natürlich einen ernsten Hintergrund hat. Diese Selbstironie manchmal - ich könnte mir gut vorstellen, dass der Autor sich verschrieben hat und dann festgestellt hat, dass er sich verschrieben und den zweiten Satz einfach noch hinzugefügt hat. :D

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Ich fand die Geschichte nicht so sehr deprimierend, sondern sie zeigte einfach schön ein echtes Dilemma. Oft gibt es in Büchern ja Situationen, die eine Zwickmühle sein sollen, aber kurz vor Schluss stellt sich dann noch schnell heraus, dass es einen richtigen und einen falschen Weg gibt. Hier konnte Geralt sich nur falsch entscheiden, selbst wenn - oder gerade wenn - er versucht, sich herauszuhalten und gar nicht zu entscheiden. Hätte er den Dorfzauberer getötet, hätte Caldemeyn ihn genauso davonjagen müssen. Hätte er es auf das Ultimatum ankommen lassen, hätte er Unschuldige auf dem Gewissen.


    Und wir wissen ja immer noch nicht, wer nun "im Recht" war. Vielleicht stimmt Stregobors Theorie ja und Renfri wurde böse geboren. Vielleicht wurde sie aber auch erst skrupellos durch das, was sie erleiden musste...

  • Ich bin am Handy und kann gerade nicht richtig zitieren.


    Auf jeden Fall fand ich die Gespräche auch witzig. Der Rechtschreibfehler des Königs ist aber sicherlich beabsichtigt gewesen. Es passt einfach zu gut zu Geralt, dass er da drauf rumhackt.


    Dass Renfri eine Art Vision von Kälte hatte, weil sie ihren nahen Tod gespürt hat, ist eine gute Erklärung :thumbup:


    "Erwähnte Stregobor nicht, dass er es in seiner Kristallkugel gesehen hätte, dass sie hier ist und ihn töten will?"

    Ja, aber etwas zu sehen, dass schon passiert ist bzw gerade passiert ist ja nochmal etwas anderes, als in die Zukunft zu sehen. Ich vermute, zweiteres erfordert stärkere Fähigkeiten, die ich diesem komischen Zauberer nicht unbedingt zugetraut hätte.

  • Er musste ja nicht in die Zukunft sehen, er wusste ja wie es ist, von ihr verfolgt zu werden (aus früheren Begegnungen). Er hat gesehen, dass sie im Dorf ist, Schlüsse gezogen und sich eingeschlossen ohne jemanden reinzulassen.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Er hat aber ganz konkret vom nächsten, spätestens übernächsten, Tag gesprochen. Und das gleich mehrfach. Da war er sich meines Eindrucks nach hundertprozentig sicher, was mich zur Annahme bringt, dass da mehr dahinter steckt als eine reine logische Schlussfolgerung aus Renfris Auftauchen. (Ist ja auch eigentlich egal. Ich hoffe, den Zauberer sehen wir nie wieder.)

  • So, bin mit diesem Abschnitt nun auch fertig. Ich bin ziemlich fertig bzw mein Hirn ist ziemlich Matsch. Wenn ich also hier etwas doppekt thematisiere tut mir das Leid :)



    Mir hat der Abschnitt ungemein gut gefallen. Wieder waren die Dialoge sehr gut getroffen - interessant, spannend, amüsant. Eine für mich genau passende Mischung.


    Was Geralt und das Albino-Sein angeht, da halte ich mich zurück. :autsch:



    Diese Nenneke ist mir richtig sympathisch. Ihre Sprüche und ihre schlagfertige, selbstsichere Art waren sehr unterhaltsam. Sie ist offensichtlich eine Frau, die sich nicht einschüchtern lässt.


    Ich finde Nenneke richtig cool! Bin ein großer Fan von ihr. In meinem Kopf erinnert sie mich übrigens ein bisschen an Mrs Weasley, nur eben als Frau des Glaubens... :D8o Weiß nicht so recht wieso. Vielleicht, weil sie so resolut und tapfer ist.

    Überhaupt finde ich Frauen-Figuren in diesem Roman bisher echt interessant. Einerseits gibt es ja echt starke Frauen - und auch gut geschriebene starke Frauen, also nicht Frauen die deshalb stark sind weil sie einfach nur "männliche Attribute" angedichtet bekommen, sondern sie sind stark und trotzdem verletzlich, einfach mehrschichtig. Und andererseits wird natürlich von "Weibern" gesprochen, und sie werden teilweise sexualisiert oder stereotypisiert. Geralt ist da nicht mal so schlimm (er scheint nun mal Sex nicht abgeneigt zu sein), aber ich finde es einfach ganz spannend, welche auffällige Balance da zu herrschen scheint. Macht natürlich das Setting, auch! :)



    Erst einmal die Frage an euch: Habt ihr auch so Probleme mit Namen?


    Bisher habe ich eigentlich keine großen Probleme mit den Namen. Ich kann mir nicht alle merken, aber die wichtigsten schon, glaube ich. Zumindest für eine Weile 8o Aber das kann auch daran liegen, dass ich ein paar der Namen schon gehört / gesehen / gelesen habe. Je weiter die Geschichte fortschreitet, so weniger wird das wohl der Fall sein, denke ich.


    Aber warum sagte Renfri ständig, dass ihr kalt ist? Habt ihr das verstanden?


    Dass Renfri eine Art Vision von Kälte hatte, weil sie ihren nahen Tod gespürt hat, ist eine gute Erklärung :thumbup:


    Es wurde ja erzählt, dass die verfluchten Mädchen eine Weile vor ihrem Tode (als sie in den Kerkern saßen) Visionen hatten und lethargisch wurden oder so ähnlich. Ich schätze, das ist auch bei Renfri geschehen. Als sie also das erste Mal, in Geralts Kammer, sagte "Mir ist kalt", hat Geralt sie gefragt wo sie sei, da er wohl auch eine Vision vermutete. Und später hat sie "Mir ist kalt" gesagt, weil sie eben im Sterben lag. Den Tod hatte sie vorhergesehen.

    Dass er sich allerdings auf "Deine Mudda"-Niveau herablässt, als er mit diesen Typen redet... :totlach:


    Ich finde lustigerweise, dass das relativ gut zu ihm passt :D Ich habe den Eindruck, dass seine Mutter (oder Mütter im Allgemeinen) ein heikles Thema sind bei ihm. Also ist es aus seiner Sicht wohl eine schlimme Beleidigung, wenn man die Mutter beleidigt.

    Da frage ich mich doch glatt, ob er Nenneke deshalb viel Respekt gegenüber hat, ist sie ein "Mutter-Typ"? Ich weiß gerade garnicht, wie alt sie sein soll.



    Insgesamt fand ich die Geschichte um Renfri sehr gut, die Märchen-Referenzen waren toll (wenn vielleicht mir persönlich teilweise fast ein bisschen zu eindeutig!) und ich fand es auch spannend, dass philosophische Fragen thematisiert wurden. Entscheidungen, wenn man nur Übel zur Auswahl hat...gibt es ein "besseres Übel".... hat mich schon auch beschäftigt, und ich bin generell sehr froh, dass ich nicht in so einer Situation stecke.


    Das folgende Zitat kannte ich bereits schon vage und finde es ja prima (auch wenn es garnicht soo tiefgründig ist)


    Zitat von "Der letzte Wunsch" (2009) , S. 126

    ">>Übel ist Übel, Stregobor.<<, sagte der Hexer [...]. >>Kleiner, größer, dazwischen, es ist alles eins, die Proportionen sind relativ und die Grenzen verschwischt. [...] Wenn ich zwischen dem einen und dem anderen Übel wählen soll, dann wähle ich lieber gar nicht.<<"



    Aus irgendeinem Grund fand ich auch das folgende Zitat toll:


    Zitat von "Der letzte Wunsch" (2009),S. 141

    ">>Ein Ungeheuer.<<

    >>Und, bist du eines?<<

    [...]

    >>Ich weiß es nicht, Geralt.<<, flüsterte sie.[...] >>Wenn ich mich in den Finger schneide, blute ich. Ich blute auch jeden Monat. Wenn ich mich überfresse, tut mir der Bauch weh, und wenn ich mich betrinke, der Kopf. Wenn ich fröhlich bin, singe ich, und bin ich traurig, dann fluche ich.<<"


    Das hat bei mir einfach sehr gewirkt.

  • Entscheidungen, wenn man nur Übel zur Auswahl hat...gibt es ein "besseres Übel".... hat mich schon auch beschäftigt, und ich bin generell sehr froh, dass ich nicht in so einer Situation stecke.

    Das fand ich auch gut und bin auch froh, dass ich bisher nicht zwischen dem kleineren und größeren Übel wählen musste. Ich wüsste auch jetzt noch nicht wie ich mich an Geralts Stelle entschieden hätte.

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Zu Nenneke: Ich hab sie mir irgendwie total jung vorgestellt, obwohl ich auch nicht sagen kann, warum. Da sie aber ja die Chefin dort ist, wird sie wohl deutlich älter sein als in meinem Kopf. Mr Zank meint, ihn erinnert sie immer an Olenna Tyrell (die coole Oma) aus Game of Thrones.

  • Mr Zank meint, ihn erinnert sie immer an Olenna Tyrell (die coole Oma) aus Game of Thrones.


    Stimmt! Das passt auch gut! :D

  • Zu Nenneke: Ich hab sie mir irgendwie total jung vorgestellt, obwohl ich auch nicht sagen kann, warum.

    Ich hab sie mir um die 40 vorgestellt, aber total schlank und groß :D

    "Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen" (c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"

  • Kann natürlich sein. Ich weiß gar nicht genau, wodurch sich das definiert :/

    Ich kannte mal einen Jungen, der ganz weißblonde Haare hatte (inkl Augenbrauen) und sehr helle Haut. Keine Ahnung, ob das nun ein Albino war. Ich kenne Albinos nur von Tieren und die haben ja meistens noch rote Augen.

    Ein Albino ist jemand, dem jegliche Pigmentierung fehlt, also weiße Haare, blasse Haut und rote Augen.

    Und zu euren Bemerkungen in Bezug auf die Namen, ich habe keine Schwierigkeiten damit. Aber Fremdwörter haben mir noch nie Probleme bereitet.
    Und zur Geschichte: wow, das ist ein Schneewittchen! Irgendwie habe ich ihr auch mehr geglaubt als Stregebor. Ich kann nur wiederholen: wenn das doch keine Kurzgeschichte wäre, sondern eine Episode in einem

    Roman ! ?

  • Dass Renfri eine Art Vision von Kälte hatte, weil sie ihren nahen Tod gespürt hat, ist eine gute Erklärung :thumbup:


    Es wurde ja erzählt, dass die verfluchten Mädchen eine Weile vor ihrem Tode (als sie in den Kerkern saßen) Visionen hatten und lethargisch wurden oder so ähnlich. Ich schätze, das ist auch bei Renfri geschehen. Als sie also das erste Mal, in Geralts Kammer, sagte "Mir ist kalt", hat Geralt sie gefragt wo sie sei, da er wohl auch eine Vision vermutete. Und später hat sie "Mir ist kalt" gesagt, weil sie eben im Sterben lag. Den Tod hatte sie vorhergesehen.

    Wenn dem so ist und es spricht viel dafür, dann hat diese Geschichte noch eine Ebene, so ein "der Spiegel im Spiegel im Spiegel" - Gefühl.

    Das fänd ich dann ja richtig gut - ich muß mir die Stellen nochmal durchlesen glaub ich, einmal das Gespräch von Renfri mit Geralt und einmal ihren Tod, aber wenn sie die Vision vorher hatte, frag ich mich wann genau sie entschieden hat daß sie ihr Versprechen an Geralt bricht. Eine Vision könnte ja noch eine Entscheidungsgrundlage geben. War sie der ewigen Flucht, ihrer Rache und des Kampfes überdrüssig, wußte sie daß sie sowieso stirbt und wollte dann lieber durch Geralts Hand sterben.



    Insgesamt fand ich die Geschichte gut. Vor allem die Anspielungen auf diverse Märchen und das Betrachten aus anderen Blickwinkeln. Nur die Kämpferei-Szenen über mehrer Seiten hinweg ermüden mich jetzt schon, ist bei mir aber eher selten das ich so genau beschriebene Kämpfe gern lesen und visualisiere und ich fürchte, daß in den Büchern doch ziemlich viele solcher Kämpfe vorkommen werden.


    Schade fand ich für Geralt, daß er jetzt durch diese Geschichte in die er ja wirklich ohne Absicht hineingezogen wurde, einen Freund oder zumindest einen Ort an dem er gern gesehen war verloren hat.

    Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir.

    Das Leben ist nur eine Reise in die Fremde.”

    (aus: "Die Stadt der träumenden Bücher")