Alles anzeigenAusnahmsweise und aus gegebenen Anlass das Gedicht für nächste Woche schon etwas früher.
Halloween, Allerheiligen und Día d los muertes kommen näher und viel düsterer als Georg Heym geht es kaum.
Georg Heym - Die Irren
Der Mond tritt aus der gelben Wolkenwand.
Die Irren hängen an den Gitterstäben,
Wie große Spinnen, die an Mauern kleben.
Entlang den Gartenzaun fährt ihre Hand.
In offnen Sälen sieht man Tänzer schweben.
Der Ball der Irren ist es. Plötzlich schreit
Der Wahnsinn auf. Das Brüllen pflanzt sich weit,
Daß alle Mauern von dem Lärme beben.Mit dem er eben über Hume gesprochen,
Den Arzt ergreift ein Irrer mit Gewalt.
Er liegt im Blut. Sein Schädel ist zebrochen.Der Haufe Irrer schaut vergnügt. Doch bald
Enthuschen sie, da fern die Peitsche knallt,
Den Mäusen gleich, die in die Erde krochen.
Sehr stimmungsgeladen und szenisch, ich mag das Gedicht sehr! Habe das beim Lesen alles klar vor mir gesehen und finde die Vergleiche garnicht so seltsam. Und ziemlich genial: die Wolken erscheinen gelb weil hinten ihnen sich der Mond entlang schiebt, die "Irren" sind hinter Mauern und erscheinen mit ausgestreckten Armen (da sie sich an/zwische die Fensterstäbe klammern) wie riesige Spinnen. Und dann wuseln alle ![]()
Ich musste tatsächlich an ein paar Szenen aus dem neuen "Nosferatu" (2024?) denken. Wer den gesehen hat weiß vielleicht, was ich meine. Die Vibes sind für mich sehr ähnlich.