Juli Zeh - Über Menschen

Es gibt 26 Antworten in diesem Thema, welches 2.796 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Avila.

  • Ich habe das Buch auch gelesen. Ich fand es sehr spannend, und sehr schwierig.

    Juli Zeh versucht den Leser zu vermitteln, dass nicht alles schwarz und weiß ist. Womit sie sicher recht hat. Bestes Beispiel das schwule Pärchen. Sie sind schwul und dennoch wählt einer der beiden AFD. Eigentlich verrückt.

    Gote, der Dorf-Nazi, hat sicher auch gute Seiten. Dennoch fand ich ihn echt nervig als Figur und Dora war einfach nur schrecklich. Warum bietet sie Gote keine Paroli wenn der seine rassistischen Sätze los lässt? Verstehe ich nicht.


    Von den ganzen Aussagen von Juli Zeh hab ich rein gar nichts mit bekommen. Ihren Schreibstil finde ich sehr schön zu lesen, das Thema an sich war auch sehr spannend, dennoch kippte mir das Buch zu sehr in die eine Richtung. Ist Deutschland wirklich so weit rechts? Will Juli Zeh damit die Wirklichkeit wiederspiegeln? Ich weiß es nicht. Vielleicht lese ich noch ein anderes Buch von ihr.

  • Also in manchen Bundesländern ist die AfD tatsächlich stärkste Kraft, bzw. wird es wahrscheinlich bei der Wahl werden. Also ja, Deutschland ist tatsächlich so weit rechts.

  • Ich wollte, diese Partei wäre überhaupt nicht im deutschen Bundestag (da gehört sie nämlich nicht hin, finde ich... :gruebel::explodier:

    In EINIGEN Bundesländern ist sie wohl stark vertreten, aber noch ist der 26. September nicht verstrichen und ich sehe es nicht ganz so schwarz (und so weit rechts) wie Avila ....

    "Bücher sind meine Leuchttürme" (Dorothy E. Stevenson)

  • Ich habe das Buch nun auch gelesen und habe es eher wie Alice aufgenommen.


    Es ist ein schwieriges Thema und natürlich habe ich mir manchmal mehr Haltung von Dora gewünscht. Aber es ist auch schwer. Wenn sie Versuche gestartet hat, perlten die an Gotes Art ab. Und außerdem lebt man irgendwie miteinander, ist sich vielleicht in anderen Punkten sogar sympathisch. Das ist ja das Schwierige. Nazis können auch nett sein. Kein Mensch ist nur schei* oder nur super.

    Ich empfand es auch nicht so, dass Rassismus verharmlost wird. Erstmal ist es einfach so, dass es so offenen Rassismus in Deutschland gibt und ich fand es super, dass das auch mal thematisiert wird und eben auch, dass dagegen oftmals eben gar nicht offen widersprochen wird. Und zum anderen wurde Rassismus zumindest in Doras Gedanken auch immer verurteilt. Sucht sie nach Entschuldigungen und Ausreden, um nichts zu erwidern oder sich das Verhalten zu erklären. Ja. Finde ich das persönlich falsch? Vielleicht, aber vor allem menschlich. Dora ist neu in ihrem Umfeld und schaut erstmal, dass sie irgendwie ankommt und nicht gleich Tabularasa macht. So läuft das in Gemeinschaften.


    Von daher fand ich das Buch spannend zu lesen. Ich konnte mir viele Gedanken zu dem Thema machen und überlegen, ob und inwiefern ich mich anders verhalten würde.