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Patrik Svensson - Die Chronistin der Meere

  • Kirsten
  • 12. August 2023 um 22:51
  • Zum letzten Beitrag
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Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 2.432 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. August 2026 um 09:52) ist von Valentine.

  • Kirsten
    Radbiest
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    1
    • 12. August 2023 um 22:51
    • #1

    [kaufen='978-3446277830'][/kaufen]

    Es beginnt mit einem Buch über Fische, das ihm seine Mutter mitbringt und das sie Patrik immer wieder vorlesen musste, bis es ihr irgendwann zu viel wurde. Also nahm sich der kleine Junge das Buch und erkannte, dass die Symbole neben den Bildern eine Bedeutung hatten und brachte sich so selbst das Lesen bei, Eine nette Anekdote, aber sie verrät auch viel über die Dynamik zwischen Mutter und Sohn. Eine Frau, die selbst nur selten ins Wasser ging, brachte ihren Sohn dazu, das Meer zu lieben.

    Patrik Svensson schafft es, diese Liebe in sein Buch zu transportieren. Er erzählt von Entdeckern, die das Unbekannte suchten und Eroberern, die die Suche nach Reichtümern antrieb. Neben den großen Namen wie Thor Heyerdahl oder Ferdinand Magellan waren es aber gerade die mir bis dahin Unbekannten, die mich interessierten, wie den Schotten Robert Dick, Magellans Sklaven Enrique oder Rachel Carson, auf deren Bücher mich Patrik Svensson neugierig gemacht hat.

    Gerade seine Liebe zum Meer lässt den Autor aber auch kritisch werden. Er zeigt die Rolle des Menschen und wie wir immer mehr in dieses zerbrechliche System eingreifen. Zu lesen, dass 2019 in über 10.000Meter Tiefe eine Plastiktüte gesehen wurde, macht betroffen und zeigt, wie weit unser Einfluss schon geht.

    Das Buch beginnt und endet mit Svenssons Mutter. Zwischendrin habe ich sie ein wenig vermisst, schließlich ist ihr zumindest der deutsche Titel gewidmet. Aber das Ende hat mich mit ihrer Abwesenheit versöhnt.

    4ratten

    Liebe Grüße

    Kirsten

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Alice
    liest
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    5.713
    • 10. November 2023 um 19:48
    • #2

    Nach einer kurzen Irritation, dass es hier mehr um Geschichte zu gehen schien als um den natürlichen Lebensraum Meer, habe ich Patrik Svenssons Themenzusammenstellung sehr genossen. Das letzte lange Kapitel über Rachel Carson und ihre Beziehung zum Meer war ein krönender Abschluss, fand ich - aber auch alle anderen Thematiken tragen dazu bei, dass ein rundes Bild entsteht.

    In seiner Art zu recherchieren und zu schreiben erinnert mich Patrik Svensson in diesem Buch zunehmend an seinen Landsmann Fredrik Sjöberg.

  • Saltanah
    Qualltanah
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    2
    • 4. Februar 2024 um 11:03
    • #3

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    Ich habe das Buch im schwedischen Original unter dem Titel "Den lodande människan. Havet, djupet och nyfikenheten" ("Der lotende Mensch. Das Meer, die Tiefe und die Neugier") gelesen.

    Nach seinem großartigen Buch über die Aale widmet sich Svensson hier dem Meer. Oder auch nicht. Eigentlich ist sein Thema der Mensch, genauer gesagt die menschliche Neugier, der Wunsch, Neues zu erfahren und zu erleben, sei es aus Gier nach Macht und Reichtum, oder einfach nur um des reinen Wissens willen.

    Nach einer kurzen Irritation ob dieses Themas - wie Alice auch hatte ich ein eher naturkundlich orientiertes Buch erwartet - faszinierte mich das Buch so sehr wie kaum ein Roman. Was und wie Svensson über verschiedene Entdecker und Forscher schreibt, nahezu vergessene wie auch weit bekannte, die alle von einer großen Neugier getrieben wurden, sagt auch viel über die menschliche Natur aus.

    Dabei verliert Svensson das Meer nie aus den Augen. Es ist nicht nur der Ursprung allen Lebens sondern birgt auch nach dem Ende des Zeitalters der Entdeckungen, als sich die Europäer aufmachten, um den Rest der Welt kennenzulernen, viel Unbekanntes in seinen Tiefen. Das Leben aller von Svensson portraitierten Menschen wurde vom Meer stark beeinflusst, aber der Einfluss läuft heute auch in die andere Richtung. Nebenher lässt Svensson auch einfließen, wie sehr selbst das früher als unendlich angesehene Meer von den Menschen verändert wird, sei es durch Überfischung, Vermüllung oder Klimawandel.

    Ein wunderbar geschriebenes Buch, das nur einen Fehler hat: Es ist zu kurz.

    5ratten

    Ach ja: Jetzt freut es mich noch mehr, dass zwei von Rachel Carsons Büchern über das Meer bei mir subben. (Das dritte habe ich schon gelesen.)

    Wir sind irre, also lesen wir!

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    35
    • 5. Februar 2024 um 09:49
    • #4

    Das hört sich so schön an, dass es mir direkt auf die Wunschliste springt! :herz:

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen

  • Kirsten
    Radbiest
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    1
    • 6. Februar 2024 um 13:12
    • #5
    Zitat von Saltanah

    Ach ja: Jetzt freut es mich noch mehr, dass zwei von Rachel Carsons Büchern über das Meer bei mir subben. (Das dritte habe ich schon gelesen.)

    Rachel Carson ist auch direkt auf meine Wunschliste gewandert.

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Juva
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    10
    • 22. Dezember 2024 um 21:03
    • #6

    Nachdem ich "Das Evangelium der Aale" von Patrik Svensson sehr gerne gelesen habe hatte ich mit ähnlichen Irritationen wie einige andere Rezensentinnen zu kämpfen, weil ich einfach mit einem anderen Thema des Buches gerechnet habe - mehr Biologie, weniger Geschichte. Nun habe ich nichts gegen Geschichte, ich mag historische Sachbücher sehr gerne - und deshalb hat mir "Die Chronistin der Meere" vermutlich nicht so gut gefallen. Es werden zu viele Themen kurz angerissen und aneinandergereiht, die nur teilweise miteinander zu tun haben, auch wenn das Meer als verbindendes Element immer wieder betont wird. Auch passten für mich die Sachinformationen und die persönlichen Bezüge nicht unbedingt zueinander.

    Da der Autor einen guten Schreibstil hat war es trotzdem nicht schwer, das Buch zu beenden, aber richtig begeistert bin ich nicht. Auch weil der Autor sich mit den Menschen, um die es in den einzelnen Kapiteln geht, sehr unterschiedlich intensiv beschäftigt (so sind etwa die Kapitel über Robert Dick und Rachel Carson sehr umfangreich, während andere deutlich kürzer sind) war das Ganze für mich nicht rund, über die Entdecker hätte ich beispielsweise gerne mehr gelesen.

    Trotzdem ist das Buch sicher eine lohnende Lektüre für alle, die sich für das Meer und Geschichten darum herum interessieren, meinen Geschmack hat es aber leider nur teilweise getroffen.

    3ratten

  • Kirsten
    Radbiest
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    1
    • 25. Dezember 2024 um 06:33
    • #7
    Zitat von Kirsten
    Zitat von Saltanah

    Ach ja: Jetzt freut es mich noch mehr, dass zwei von Rachel Carsons Büchern über das Meer bei mir subben. (Das dritte habe ich schon gelesen.)

    Rachel Carson ist auch direkt auf meine Wunschliste gewandert.

    danke Juva dass du mich wieder an diese Lektüre erinnert hast. Ich habe vor kurzem ein Buch von Rachel Carson gelesen und mich gewundert, warum ich es mir notiert habe. Jetzt weiß ich es wieder ;)

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Bluebell
    Bibliothekar*in
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    2.191
    • 6. August 2026 um 22:30
    • #8

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    Offenbar gehöre ich zu den wenigen, die dieses Buch vor dem "Evangelium der Aale" gelesen haben, was in dem Fall ein Vorteil sein dürfte - zumindest gab es bei mir keine Erwartungshaltung, von der es abweichen konnte. ^^

    Mir hat dieser historische Überblick über die Verbindung der Menschen zum Meer sehr gut gefallen. Auch wenn vieles, wie weiter oben geschrieben wurde, nur angerissen wird, hat mir die Lektüre großen Spaß gemacht. Das ist einerseits sicher dem lebhaften Schreibstil des Autors geschuldet, andererseits bieten die Lebensläufe seiner "Protagonisten" natürlich auch ein dankbares Material für spannende Lesestunden.

    Ich habe im vergangenen Jahr mehrere Bücher über das Meer, über Schifffahrt und über Expeditionen gelesen, daher war mir einiges natürlich schon bekannt (besonders z.B. über Herman Melville). Dennoch mag ich es immer, ein Thema von mehreren Blickwinkeln aus beleuchtet zu sehen, weil es dadurch dreidimensionaler wird - das hat mich also nicht gestört.

    Manches war mir auch gänzlich neu - zum Beispiel, dass Magellan augenscheinlich außer Rand und Band war, und was es mit seinem Sklaven auf sich hatte. Und nach Lektüre des vorletzten, sehr umfangreichen Kapitels ist es mir geradezu unbegreiflich, dass ich noch nie etwas von Rachel Carson gehört hatte.

    Fazit: gut lesbare, interessante Lektüre über ein mächtiges Element, mit der man sich sowohl unterhalten als auch weiterbilden kann. :)

    4ratten+:marypipeshalbeprivatmaus:

  • Kirsten
    Radbiest
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    1
    • 7. August 2026 um 07:31
    • #9
    Zitat von Bluebell

    Offenbar gehöre ich zu den wenigen, die dieses Buch vor dem "Evangelium der Aale" gelesen haben, was in dem Fall ein Vorteil sein dürfte - zumindest gab es bei mir keine Erwartungshaltung, von der es abweichen konnte.

    Das hatte ich vor der Lektüre auch nicht. Jetzt habe ich es aber auf meine Leseliste gesetzt und freue mich auf den Vergleich zwischen den beiden Büchern.

    Into the water I go to lose my mind and find my soul.

  • Valentine
    Mermaid Librarian
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    Bilder
    35
    • 7. August 2026 um 09:52
    • #10
    Zitat von Bluebell

    Und nach Lektüre des vorletzten, sehr umfangreichen Kapitels ist es mir geradezu unbegreiflich, dass ich noch nie etwas von Rachel Carson gehört hatte.

    Ich kann "The Edge of the Sea" von ihr wärmstens empfehlen, auch wenn nicht mehr alles dem neuesten Stand der Wissenschaft entspricht. Aber sie erzählt mit so viel Liebe und Detailgenauigkeit vom Meeresrand und seinen Bewohnern, dass es auch heute noch ein ganz wunderbares Plädoyer für Meeresschutz ist.

    If you don't become the ocean, you'll be seasick every day.
    Leonard Cohen


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