Beiträge von Kirsten

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    Die Wiener Büchereien zählen mit tausenden Followern auf Facebook und Twitter zu den erfolgreichsten öffentlichen Institutionen in den sozialen Medien. Das liegt sicherlich auch daran, wie die Bibliothekarin Monika Reitprecht die großen und kleinen Geschichten aus ihrem Alltag erzählt.


    Der Titel hat mich beim Stöbern in meiner Bibliothek neugierig gemacht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man wirklich so eine Frage stellen könnte, denn schließlich gibt es ein paar mehr blaue Bücher als nur das eine blaue, nach dem gefragt wird. Tatsächlich werden mehr als nur eine solcher Fragen gestellt. Bei manchen habe ich mir überlegt. ob vorher wirklich darüber nachgedacht wurde. Bei anderen hatte ich das Gefühl, dass sie unfreiwillig komisch waren, weil der Schreiber zu höflich sein wollte. Manche waren einfach nur dreist.


    Aber alle hatten eines gemeinsam: die herrlich ironischen Antworten von Monika Reitprecht. Ich weiß nicht, ob sie diese Antworten nur in Gedanken oder auch wirklich den Fragestellern gegeben hat. Das hätte sie durchaus machen können, denn sie waren weder verletzend noch arrogant, sondern haben nur gezeigt, dass die gestellte Frage eigentlich keinen Sinn macht. So oder so: das kleine Buch hat mir mehr als gut gefallen.

    5ratten


    Liebe Grüße

    Kirsten

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    Vollständiger Titel: Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern - und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen


    Michael Greger, Arzt, Ernährungswissenschaftler und Gründer eines Online-Informationsportals, beschreibt in seinem Buch, wie man die 15 häufigsten Krankheiten der westlichen Welt durch die richtige Ernährung behandeln und so einen Großteil zu früher Todesfälle verhindern kann. Er erklärt, warum wir uns gesund ernähren sollten und was und wieviel wir an besten täglich essen sollten.


    Es ist nicht neu, dass wir durch vernünftige Ernährung viele Beschwerden verhindern und auch vorbeugen können. Deshalb habe ich mir von Michael Gregers Buch Vorschläge erhofft, wie ich mich gesünder ernähren kann. Aber über lange Strecken im Buch konnte mir der Autor nur wenig Neues erzählen. Zum einen lag es zum einen daran, dass wir uns selbst mit diesem Thema schon auseinander gesetzt haben. Aber auch daran, dass mir einiges, was ich in dem Buch gelesen habe, schon anderswo begegnet ist.


    Ich wollte das Buch wirklich mögen, aber der Autor hat es mir schwer gemacht. Zum einen hat er immer erwähnt, dass die Pharmaindustrie Veröffentlichungen wie die in seinem Buch oder auf seinem Portal, verhindern wollen um weiter Profit zu machen. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass er sich hauptsächlich auf die gesundheitlichen Probleme von Menschen, die sich komplett schlecht ernähren. Dazu passt auch, dass Michael Greger, wenn er von Gewichtsproblemen schreibt, nur den BMI im Auge hat, was sehr einseitig ist.


    Gerade am Anfang gab es ein immer wiederkehrendes Muster: ein Patient hatte ein gesundheitliches Problem, Greger riet ihm zu einer bestimmten Ernährung und bekam irgendwann einen begeisterten Brief, wie viel besser es der Person jetzt geht. Das mag bei Symptomen gelten, die durch ernährungsbedingten Gewichtsproblemen entstanden sind. Man kann auch seine Blutwerte durch die richtige Ernährung wieder auf einen guten Weg bringen. Allerdings erzählt er auch von Symptomen, bei denen die beste Ernährung nichts mehr ändern kann und das hätte ich von einem Mediziner nicht erwartet.


    Ich fand die Aufteilung ein wenig unglücklich, weil es dadurch viele Wiederholungen gibt. Mir hätte es besser gefallen, wenn die ersten beiden Teile zusammengefasst worden wären. Der dritte Teil hat mir besser gefallen, weil es da mehr um etwas geht, das ich selbst umsetzen kann. Aber auch hier ist mir wieder aufgefallen, wie viel Bekanntes der Autor schon zusammengefasst hat. Zum anderen nehme ich ihm nicht ab, dass er wirklich das alles umsetzt, was er schreibt. Das würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, auch wenn Greger schreibt, dass er sich nicht immer an seine Vorgaben hält. Aber ich konnte auch ein paar Sachen mitnehmen wie zum Beispiel mehr grün aufs Pausenbrot zu legen oder Leinsamen (hier ist das geschrotet wichtig) statt Proteinpulver zu nehmen.


    Der Titel des Buchs verspricht mehr, als er für mich halten konnte. Dazu kommt, dass mir der Schreibstil nicht gefallen hat. Für ein Sachbuch war mir der Ton nicht ernsthaft genug. Es ist eine Mischung von vielem, was mir nicht wirklich gefällt, aus der ich für mich zu wenig mitnehmen konnte.

    2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße

    Kirsten

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    Der vollständige Titel ist "Unsere Töchter für ein gleichberechtigtes Leben stärken". Susanne Mierau, Kleinkindpädagogin und Familienbegleiterin erklärt in ihrem Buch, wie Mütter ihre Töchter stark machen können für eine Welt, in der sie immer noch als das schwächere Geschlecht gesehen werden und sich gegen immer die gleichen Vorurteile wehren müssen.


    Zitat

    Don't save your daughters, educate your boys.

    Diesen Satz habe ich schon mehrmals gehört und ich finde ihn immer wichtiger. Es geht nicht (nur) darum, Mädchen beizubringen, wie sie sich wehren können. Hauptsächlich aber sollten Situationen vermieden werden, in denen sie sich wehren oder rechtfertigen müssen, eben weil sie Mädchen sind. Aber solange das noch nicht passiert ist, müssen wir unseren Töchtern die richtigen Werkzeuge mitgeben.


    Vieles von der Art, wie Mütter ihre Töchter erziehen, hängt mit ihrer eigenen Erziehung zusammen. Susanne Mierau setzt sich daher zu einem großen Teil mit der Erziehung der Mütter zusammen. Sie vergleicht unsere Mütter mit der Mutter, die wir für unserer Töchter sein wollen. Das kann stellenweise sehr konfrontierend sein, gerade beiden Dingen, die in unserer Erziehung nicht so passiert sind, wie wir uns das gewünscht hätten. Rückblickend ist das immer leicht zu sehen, aber aus einer gewachsenen Situation heraus ist es schwer.


    Seit die Mütter von heute Töchter waren, hat sich sicherlich vieles verändert. Wenn ich vergleiche, welche Möglichkeiten unsere Mütter haben und welche unsere Töchter haben werden, ist der Unterschied gewaltig. Aber viele Themen sind immer noch da, wenn auch in anderem Kleid. Neue Themen sind dazugekommen wie zum Beispiel Cybermobbing. Das ist etwas, was Mütter in ihrer Jugend nicht erlebt haben. So müssen sie gleichzeitig lernen, aber auch beschützen und als wichtigste Aufgabe auch helfen, sich selbst zu helfen.


    Sprache ist ein wichtiges Thema, wie Susanne Mierau am Beispiel des Begriffs "Mädels" erklärt. Der ist immer noch allgegenwärtig in Medien. Vielleicht stößt mir diese Tatsache so auf, weil ich das Wort und den Umgang damit selbst nicht mag. Werbung und auch in unserer Sprache. Aber während es Männerwochenenden gibt, gibt es Mädelsabende. Ich finde, wir reden uns damit immer noch klein.


    Das Buch zu lesen war konfrontierend, weil ich vieles aus meiner eigenen Erziehung wiedererkannt habe. Aber ich fand auch spannend, einen anderen Blickwinkel gezeigt zu bekommen. Vom Titel hätte ich ein Buch erwartet, das auf Mütter jüngerer Töchter abzielt, aber es geht um Töchter jeden Altern, auch noch um die erwachsenen.

    5ratten


    Liebe Grüße

    Kirsten

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    Alastair Humphreys hat schon viele Expeditionen unternommen: er ist auf dem Rad um die Welt gefahren, ist mit einem Handwagen durch die Rub al-Chali Wüste, entlang des Kaveri in Indien und hat noch zahlreiche Abenteuer mehr erlebt. Das Abenteuer, in dem er in seinem Buch berichtet, bringt ihn in eine bisher unbekannte Gegend: seinen Heimatort. Er lässt sich eine Karte erstellen, in der seine Straße in der Mitte liegt. Ein Jahr lang erforscht er die Karte, Planquadrat für Planquadrat, entweder zu Fuß oder mit dem Rad. Am Ende des Jahres stellt er fest, dass er nicht nur über seinen Heimatort, sondern auch über sich vieles gelernt hat.


    Der Plan klingt zunächst langweilig. Was kann so spannend an einer Gegend sein, die man täglich vor Augen hat? Anfangs scheint es fast so, als ob das Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Alastair Humphreys tut sich an den ersten Tagen schwer. Seine Stadt ist nicht der Ort, den er sich zum Leben ausgesucht hätte, es ist der Ort, an dem seine Familie leben wollte. Für ihn ist die Stadt nichts und die ersten Quadrate, auf denen er sich bewegt, bestätigen seine schlimmsten Befürchtungen.


    Der Anfang der Reise war deshalb zäh, auch für mich als Leserin. Aber nach und nach sind wir in die Sache hineingewachsen. Mit jedem neuen Abschnitt fallen Alastair Humphreys kleine Dinge auf, die auch die hässlichste Ecke interessant werden lassen. Er sieht immer mehr Schönes und Interessantes und auch wenn ihm immer noch vieles auffällt, das ihm nicht so gut gefällt, sieht er es jetzt in einem anderen Zusammenhang.


    Mir hat die Art, wie Alastair über seine Reise erzählt. Er lässt sich Zeit, auch um einfach nur dazusitzen und das Hier und Jetzt zu genießen. Er macht sich Gedanken über die Leute, die er trifft und die Viertel, in denen er sich bewegt. Er verhält sich wie ein Tourist, der eine fremde Stadt besucht und sieht so seine Heimatstadt aus einem ganz anderen, neuen Blickwinkel und lernt sie so neu zu schätzen. Ich fand seine Reise spannend und habe mir vorgenommen, in Zukunft mit offeneren Augen unterwegs zu sein.

    4ratten


    Liebe Grüße

    Kirsten

    Aber dass die jungen Idealisten gegenüber den alten Konservativen in der Bringschuld sind, die Alten hingegen aber nicht gegenüber den Jungen, ist mir völlig unverständlich.

    Das ist ein Punkt, der mir in Diskussionen auch immer aufstößt. In meinen Augen eine sehr einseitige Sichtweise, genauso wie junge Menschen den Alten Respekt erweisen müssen, ohne dass sie ihn umgekehrt bekommen. Bei unserer Tochter haben wir schon mehrmals Situationen gehabt, in denen es genau um diese Dinge ging und wo auch kein Verständnis für die Jüngeren da war.

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    Ein Mann verschwindet. Mišas älterer Bruder Alan hat nicht zum ersten Mal alle Brücken hinter sich abgebrochen. Er hat sie und seine Eltern schon einmal verlassen: kurz vor der Wende floh er aus der Tschechoslowakei in den Westen. Damals brachte ihm die Flucht kein Glück und nach einigen Monaten in Deutschland zog er zu Miša und ihre Eltern nach Wien, wohin sie nach der Öffnung der Grenzen gezogen waren.


    Susanne Gregor erzählt die Geschichte einer entwurzelten Familie. Für die Eltern war der Umzug nach Wien hauptsächlich eine Chance für ihre Kinder, denen sie das Leben bieten wollten, das sie selbst nie hatten. Aber damit durschnitten sie ihre Wurzeln, wie gerade die Mutter schmerzhaft erfahren musste. Sie ist in Wien nie angekommen, konnte aber nicht mehr nach Hause zurückkehren, weil sie sich auch dort nicht mehr zuhause fühlte.


    Aber auch Miša ist nie wirklich angekommen. Sie fühlte sich immer wie eine Außenseiterin, aber sie wollte sich auch nie anpassen. Sie and auch kein Ziel in ihrem Leben und ließ sich lange treiben. Alans Leben verlief anders: nach anfänglichen Schwierigkeiten nahm er sein Leben in die Hand: erfolgreiches Studium, eine Stelle als Arzt und eine glückliche Beziehung. Aber warum lässt er plötzlich alles hinter sich?


    Die Geschichten der beiden Geschwister wirken auf den ersten Blick unterschiedlich, aber sie sind sich ähnlicher, als sie denken, In wien ist die Familie zerbrochen. Auch wenn sie noch in einer Wohnung lebten, wirken die einzelnen Familienmitglieder doch einsam, weil sie nicht mehr miteinander reden konnten.. Die Geschwister haben mit ihrem Umzug und dem etwas verloren, dass sie nicht greifen können und das sie immer weitersuchen und damit auch weiterziehen lässt. Auch wenn Alan im Gegensatz zu Miša zuerst so wirkt, als ob er angekommen ist, kann er seine innere Unruhe nicht in Schach halten.


    Susanne Gregor erzählt ihre Geschichte sehr ruhig, fast getragen. Ich bin mir wie eine Beobachterin vorgekommen und habe keinen Zugang zu den Charakteren und ihren Gefühlen gefunden. Für mich hat dadurch etwas gefehlt, um die Geschichte der beiden Geschwister komplett zu machen.

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße

    Kirsten

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    Es ist immer das Gleiche: eine Anzeige, ein flüchtiges Kennenlernen und eine einzige Nacht. Danach sieht man sich nie wieder. Für sie ist es die einzig mögliche Art, mit dem Tod ihres Mannes umzugehen. So kann sie verdrängen, was damals passiert ist. Bis zu der Nacht, in der es nicht mehr funktioniert. Niemand spricht darüber, was passiert ist. Jeder nennt es nur das Unglück Chicorée-Treibhaus, dabei war es das nicht. Ihr Mann hat sich erschossen und noch immer versteht sie das Warum nicht, denn es gab nie etwas, das darauf hingedeutet hat.


    Margriet de Moor erzählt die Geschichte einer Frau, deren Leben stehen geblieben ist und die nicht schlafen kann. Auch in dieser Nacht nicht. Deshalb schleicht sie sich aus dem Bett und beginnt zu backen. Dieser Geruch ist das Erste, was ich in dem Buch wahrnehme. Für mich ist es symptomatisch für die Geschichte. Man verdrängt, was passiert ist und beschäftigt sich lieber mit etwas Greifbareren. Das ist auf der einen Seite verständlich, aber es verschiebt nur den Moment, an dem man sich mit dem Geschehenen auseinandersetzen muss.


    Je mehr ich aus dem Leben des Ehepaars erfahre, desto mehr erkenne ich, dass das Leben der Beiden vielleicht doch nicht so frei von Problemen war, wie es den Anschein hatte. Rückblickend sieht man immer mehr als in der Situation direkt. Trotzdem fällt es auch dann noch schwer, die Wahrheit zu erkennen. In dem Roman bleibt vieles ungesagt. Ich hätte gerne gewusst, wie es weitergeht. Kann sie ihrem Mann und sich verzeihen, damit es die letzte schlaflose Nacht wird? Auf diese Fragen bekomme ich keine Antwort, aber ich glaube, das war auch nicht die Absicht der Autorin.

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße

    Kirsten

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    Es beginnt mit einem Buch und endet mit einer Geschichte über eine bemerkenswerte Frau. Als Polly Morland das Haus ihrer Mutter ausräumt, stößt sie dabei auf ein Buch ihrer Mutter, das sie selbst auch besitzt und immer wieder gern gelesen hat: "A fortunate man", das die Geschichte eines Landarztes erzählt. Als sie in dem Buch blättert, erkennt sie eine Landschaft, durch die sie selbst an diesem Tag gefahren ist. Mehr noch: sie kennt die Ärztin, die die Praxis des Landarztes aus dem Buch übernommen hat. Polly macht sich auf den Weg, die Frau zu treffen und es bleibt nicht bei dieser einen Begegnung.


    Es gibt Bücher, in denen ich mich gleich bei der ersten Seite wohl fühle und dieses hier ist definitiv eines davon. Polly Morland hat eine besondere Art, die Landschaft und auch die Menschen, die darin leben, zu beschreiben. Ich konnte sie mir von Anfang an gut vorstellen und war kaum überrascht, dass die Ärztin auf den Bildern genau so aussah, wie ich sie mir durch die Schilderung der vorgestellt hatte.


    Polly Morland schreibt über eine Frau, für die ihr Beruf nicht ein Job, sondern eine Berufung ist. Die zuerst nicht den Patienten, sondern den Menschen sieht. Ihre Patienten vertrauen ihr und erzählen ihr oft mehr, als nur ihre Symptome. Aber das, was sie ihr nicht erzählen, schmerzt sie oft noch mehr, wie bei einer Patientin, bei der sie von der Misshandlung durch den Ehemann weiß, sie aber nicht darauf ansprechen kann.


    Wer so viel Empathie besitzt, für die kann der Beruf auch eine Belastung sein. Aber die Ärztin hat sich Fluchtmöglichkeiten geschaffen und das nicht nur in ihrer Familie. Gerade in den Monaten der Pandemie braucht sie die mehr als nötig. Über die Monate aus der Sicht einer Medizinerin zu lesen, die einen viel breiter gefächerten Blick auf die Lage hatte, war gleichzeitig interessant und bedrückend.


    Polly Morland hat in ihrem Buch die Geschichte es alten Arztes, seiner Nachfolgerin und des Tals, in dem sie praktiziert haben und noch praktizieren, miteinander verknüpft. Aber sie hat auch einen Strang von sich selbst eingeflochten und macht so die Geschichte für mich erst komplett.

    5ratten


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    Kirsten

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    Ein Mann will eine neue Stelle in einer Bank in Kopenhagen antreten. Als er dort ankommt, muss er feststellen, dass die Bank in einem Krater verschwunden ist. In Nevada warten Menschen in der Wüste auf Außerirdische. In London sucht eine Obdachlose ein neues Zuhause und in Mexiko und in Mexiko bedienten die Beach Boys die Urlauber.

    Zitat

    Mit solcher Wucht hat schon lange kein Dichter mehr die Bühne betreten.


    Ich gebe zu, mich hat diese Wucht erschlagen. Die Geschichten haben ein ähnliches Muster: am Anfang wirkt die Erzählung normal, aber dann bewegen sie sich mit jeder Seite in ein fast schon absurdes Setting. Das mag anderen gefallen, meines ist es nicht. Ich konnte nur mit den Geschichten der Beach Boys zumindest ein wenig anfangen. Genug, damit die Geschichten für mich nicht ein kompletter Flop sind, aber zu wenig, damit sie mir auch nur annähernd gefallen.

    1ratten


    Liebe Grüße

    Kirsten

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    London zu Beginn des 17. Jahrhunderts: die Puritanerin Mary und ihr Mann William sehen sich wegen ihres Glaubens immer mehr unter Druck gesetzt. Auch wenn William ein erfolgreicher Geschäftsmann und in ihrer Gemeinde hoch angesehen ist, sehen sie für sich keine Zukunft mehr in England. Sie hoffen, die in der neuen Welt zu finden und wandern gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern nach Massachusetts Bay, eine der Kolonien aus. Aber sie müssen erkennen, dass sie auch dort nicht frei sind.


    Beth Pownings Roman beruht auf der wahren Geschichte von Mary Dyer, die sich in Amerika den Quäkern anschloss und 1660 in Boston wegen Ausübung ihres Glaubens gehängt wurde. Mary und ihr Mann kamen voller Hoffnung in der neuen Welt an, aber die wurde nicht erfüllt. Die Ältesten in ihrer neuen Gemeinde leben ihren Glauben so extrem aus, dass sich Mary noch mehr als in England gefangen fühlte. Während William sich zumindest teilweise mit den neuen Glaubensregeln arrangieren konnte, weil sie ihm gewisse Freiheiten zustanden, wurde Mary immer unglücklicher. Für Frauen war der einzige Platz in der Gemeinde der am Herd oder schweigend in der Kirche. Sie fand zwar eine Freundin, mit der sie ihre Vorstellung des Glaubens diskutieren konnte, aber das war zu wenig.



    Die große Liebe zwischen Mary und William wurde immer kleiner. Für William war sein Glauben eines der wenigen Dinge, die er aus England mitnehmen konnte und er hielt eiserner daran fest, als er es in England getan hatte. Dadurch entfernten sich die Eheleute immer mehr. Er hatte kein Verständnis dafür, dass Mary mit ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter nicht mehr zurechtkam. Als Marys Tante in England krank wurde und sie zurückreiste, um bei ihr zu sein, traf sie zum ersten Mal auf ein Mitglied der Religiösen Gesellschaft der Freunde und fand bei ihnen das, nach dem sie gesucht hatte.


    Marys Geschichte ist zeitlos. Die Ehe zerbrach an unterschiedlichen Vorstellungen und an Unverständnis. So, wie die Autorin Marys Gefühle beschreibt, wirkt es so, als ob sie an einer postnatalen Depression gelitten hat. Man könnte Williams Zustimmung zu Marys Reise nach England als Großzügigkeit sehen, aber auf mich hat es so gewirkt, als ob er insgeheim froh war, das Problem zumindest für eine gewisse Zeit loszuwerden. Auch für ihren neuen Glauben hatte er kein Verständnis.


    Der Roman hat mir über lange Strecken gut gefallen. Beth Powning hat Marys Weg nach Amerika und ihre Schwierigkeiten und seelischen Konflikte berührend beschrieben. Ab dem Moment, an dem Mary zurück nach England zurückgekehrt ist, wurden Geschichte und Handlung flacher. Auf mich hat es so gewirkt, als ob sich die Autorin auf unbekanntem Terrain bewegte und deshalb oberflächlicher schrieb. Nach dem starken Anfang war diese Entwicklung für mich ein wenig enttäuschend.

    3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


    Liebe Grüße

    Kirsten

    Ich habe mir mit der Rezension Zeit gelassen, weil ich erst meine Eindrücke sortieren und mir auch darüber klar werden musste, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht.


    Die Beschreibung der Angst von Lissys Mutter um ihre Tochter und die Verzweiflung nach ihrem Tod fast zu viel. Aber danach ist dieser Handlungsstrang abgebrochen. Gefühlt drehte sich ihr Verhalten um 180 Grad. Für mich ist diese Unstimmigkeit ein Beispiel für alle Charaktere. Bei Bodenstein und Pia hatte ich das Gefühl, als ob die Autorin selbst nicht genau wusste, in welche Richtung sie sich im Verlauf der Handlung entwickeln sollten und so haben sie sich mal in eine, dann wieder in eine komplett andere Richtung bewegt. So bleiben für einen weiteren Teil alle Möglichkeiten offen, für diesen Teil hat es aber nicht gepasst.


    Der Krimiteil... schon der Fall um das Verschwinden von Lissy hätte für eine Ermittlung gereicht, aber Nele Neuhaus konstruiert noch einen weiteren Fall darum. Der war für mich nicht neu und deshalb leicht zu durchschauen, allerdings kam mir die Art, wie die Autorin ihn gelöst hat, ein bisschen zu bemüht vor. Der Fall vom Anfang ging dabei leider unter.


    Viele Verdächtige hatten einen Migrationshintergrund, dazu kann man viele der gängigen Vorurteile lesen. Dabei kommt nicht klar heraus, ob das die Meinung der Autorin ist, oder ob sie mit diesen Vorurteilen spielt und ihren Lesern ein Bild der aktuell herrschenden Stimmung vorhalten will.


    Für mich ist dieser Teil der Reihe Mischmasch aus vielen Einzelteilen, von denen einige eine eigene Geschichte wert gewesen wären. Für ein einziges Buch sind sie definitiv zu viel. Langweilig ist es mir beim Lesen zwar nicht geworden, aber auch rückblickend überwiegen die Kritikpunkte.


    3ratten

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    Lucrezia Borgia war die Tochter von Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI. Über sie und ihre Familie gibt es viele Geschichten Einige sind wahr, andere sind Gerüchte, die auch entstanden, weil Lucrezia in der Literatur die Rolle der Giftmischerin und Intrigantin zugeschrieben wurde. Dario Fo verbindet in seinem Roman Legende und Wahrheit.


    Einer Frau im 15. Jahrhundert blieb nur die Rolle der Ehefrau und Mutter. Kam sie wie Lucrezia aus einer einflussreichen Familie, war sie auch eine Figur im Spiel um Macht und Einfluss. Lucrezia war drei Mal verheiratet, um den weiteren Aufstieg der Familie zu garantieren. Aber sie konnte auch selbst einen gewissen Einfluss nehmen, denn ihr Vater übertrug ihr während seiner Abwesenheit die Regierungsgeschäfte im Vatikan. Das war ungewöhnlich für eine Frau und trug sicherlich dazu bei, ihre Rolle in der Geschichte zu formen.


    Dario Fo redet viel, aber er erzählt wenig. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob das Buch ein historischer Roman oder vielleicht doch ein Sachbuch war. Dario Fo erzählt viel über die Geschichte der Borgias, aber der Stil ist zu flapsig und ich war mir stellenweise nicht sicher, wie ernst er das meint, was er schreibt. Und auch wenn die Geschichte der Borgias sicherlich interessant war, sollte es doch um eine der Töchter der Familie gehen und die kam für meinen Geschmack zu kurz. Für mich war sein Roman zu oberflächlich, irgendwo zwischen Ironie und Fakten angesiedelt und damit nichts für mich. Kleines Detail am Rand: das Portrait auf dem Cover von Bartolomeo Veneto zeigt nicht Lucrezia Borgia. Für mich passt dieser Fehler zum Rest des Buchs.

    1ratten


    Liebe Grüße

    Kirsten