Emma Hamberg - Landliebe gesucht

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    Einzigste Gemeinsamkeit: Lebenskrise



    Inhalt:
    Die drei Schwestern Lena, Marie & Åsa sind in allen Belangen grundverschieden. Lena ist Herrin über ihre Rasselbande, einen kleinen Privatzoo und einen Mann, dessen Firma seine Familie ist und umgekehrt. Außerdem muss sie in Teilzeit arbeiten, sonst würde das schon ohnehin knappe Geld nicht ausreichen. Sex hatten sie und ihr Mann Robert schon lange nicht mehr.
    Marie lebt mit ihrem Rottweiler Otto ininer kleinen Wohnung, sie ist Barchefin und kommt mit ihrem Geld eigentlich ganz gut aus. Sie gönnt sich nur hin und wieder ein sexuelles Abenteuer mit einem ihrer drei Gelegenheitsliebhaber und hat bereits mehrere Abtreibungen hinter sich.
    Åsa. die erfolgreiche Karrierefrau dagegen lebt mit ihrem Mann Adam in einer riesigen Wohnung und hat immer genug Geld. Für sie kommt Sex nur kurz vor dem Eisprung in Frage um endlich das lang ersehnte Wunschkind zu bekommen.
    Doch eins haben die Schwestern trotz aller Unterschiede gemeinsam: Jede von ihnen ist unglücklich und steckt in einer Lebenskrise. Lena ist komplett überfordert, marie einsam und unzufrieden mit ihrem Chef und Åsa leidet immer mehr unter ihrer Kinderlosigkeit. Als die Schwestern dann einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten müssen, ist bald nichts mehr so wie es davor war...


    Zum Autor:
    Emma Hamberg, geboren 1971 im schwedischen Vänersborg, hat mehrere Kinder- und Jugendbücher geschrieben sowie als Comiczeichnerin und für Rundfunk und Fernsehen gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in einem Vorort von Stockholm.


    Meine Meinung:
    Das Buch enthält mehr, als es durch den Titel zu enthalten scheint. Denn um einen einfachen Liebesroman handelt es sich nicht, denn nur nach Liebe sucht hier niemand. Es handelt von der Suche dreier Schwestern nach einer besseren Zukunft.
    Anfangs hat jede Schwester einen eigenen Handlungsstrang, aber durch die Ereignisse vermischen sich diese immer mehr miteinander.
    Erzählt wir diese Suche in der 3. Person, aber man kennt auch die Gefühle und Gedanken der Protagonisten. Die Autorin hat eine familiäre, moderne & offene Erzählweise gewählt, die aber oft ländlich plump wirkt. Die meist kurzen und abgehackten Sätze machen es etwas anstrengend das Buch zu lesen, auch wenn es nicht sehr anspruchsvoll ist. Die humorvollen Stellen sind aber mit Witz geschildert und haben mit gut gefallen.
    Die Autorin hat für ihren Roman vielseitige Protagonisten geschaffen, die oft typische Klischees (gestresst Mutter „parkt“ Kinder vor dem Fernseher...) erfüllen. Die überschaubare Anzahl an Hauptpersonen sorgt dafür, dass man jede von ihnen gut kennenlernen kann und auch jede davon viel Tiefgang besitzt. Allerdings sind leider auch fast alle Figuren äußerst unsympathisch, allen voran die überforderte Mutter Lena, die bei jedem Dü-de-li-dü-dö des Eiswagens- der von einem charmanten und gut aussehenden Mann gefahren wird, der Lena’s Herz schneller schlagen lässt - aus dem Haus rennt und vom letzten Geld Eis ohne Ende kauft. Aber auch die Irene, die Mutter der Schwestern, die Åsa mit einer Kuh vergleicht die geschlachtet wurde, weil sie kein Kalb geboren hatte und ihrer Töchter teils kalt behandelt wirkt durch ihre unsensible, abweisende Art sehr unsympathisch.


    Fazit:
    Erwartet hatte ich ein vorhersehbares, vor sich hindümpelndes Buch. In der Beziehung ist es der Autorin gelungen mich zu überraschen. Überzeugen konnte sie mich allerdings nicht. Zwar ist die Idee neu, aber die Umsetzung weißt zuviel Altbekanntes auf. Auch die Vor- und Nachteile eines jeden Lebenstils werden aufgezeigt, diese sind allerdings oft viel zu überzogen dargestellt. Und das Ende ist leider schlecht und genauso abgehackt, wie der Schreibstil der Autorin.


    EDIT: Betreff angepasst und "Äsa" zur "Åsa gemacht. LG, Saltanah

    Einmal editiert, zuletzt von Saltanah ()

  • Emma Hamberg, die schwedische Autorin von so knackigen Jugendbüchern wie "Liebe und Sex. Alles, was du willst" ist sich zum Glück treu geblieben. Sie hat auch mit "Landliebe gesucht" ein pointiert menschliches Buch geschrieben.

    Kurzzusammenfassung:
    Drei äußerst unterschiedliche Schwestern kommen zusammen um den Geburtstag des kleinen Neffen, bzw. Sohnes zu feiern. Ausgerechnet die Schwester, von der man annehmen musste, dass sie in einem Familienidyll glücklich lebt, scheint sich und ihre Kinder zu vernachlässigen. Dann gibts die, durch Computergeschäfte reichgewordene Schwester, die aber unglücklich seit Jahren versucht schwanger zu werden. Das Trio komplett macht die Stockholmer Schwester, die als Barbesitzerin ein sehr leichtlebiges Leben führt. Die Schwestern sind also äußerst unterschiedlich, aber nicht verfeindet, sondern leben in einer oberflächlichen Familienbeziehung. Alle drei Schwestern stammen aus einem Bauernhof. ( Wo man ja annehmen könnte, dass der Bauernhof ein Mehrgenerationenhaus ist mit archaischem Zusammenhaltsgefüge)
    Robert, der Vater der drei Geschwister hält mit seiner Frau den Hof zusammen, aber justament am Geburtstagstreffen des kleinen Neffen Hampus, stirbt Robert. Und die Familie sitzt mit Hof und Mutter und ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen da. Der Tod zwingt alle das Leben neu zu überdenken und es ist äußerst angenehm an diesem Buch, dass das nun nicht mit einfachem Strickmuster zu einem allgemeinen Happyend führt.


    Kritik: Erst hatte ich die Befürchtung eine Familienidylle ertragen zu müssen, aber das hätte zu Emma Hamberg gar nicht gepasst. Schon das Coverkalb schaut bei seiner Milchfütterung recht skeptisch und das gefällt mir. Die Schreibweise von Emma Hamberg ist das, was vielleicht andere bemängeln mögen, teilweise sehr locker, leger. Mir gefällt, dass sie ihre Charaktere so frisch aus dem Bauch heraus sprechen, handeln und leben lässt. Sie erreicht damit doch eine unmittelbare Nähe zu den Hauptpersonen.


    Wie sehr so ein plötzlicher Tod das Leben auf den Kopf stellt, hat sie gut herausgearbeitet, denn der Tod wird zum Wendepunkt.
    Das oberflächliche Nebeneinanderherleben geht plötzlich nicht mehr. Die Familie muss miteinander wirklich reden. Nichts davon war vorher da und um so mühseliger ist das jetzt und diese Situationen hat Hamberg ganz zutreffend beleuchtet.
    Aber natürlich bleibts ein Roman, den ich nur für ein "Zwischendurchmal" empfehlen könnte.


    Ein netter Roman, der auf keinen Fall so oberflächlich ist wie zunächst befürchtet. 3ratten

    Einmal editiert, zuletzt von Judith ()

  • Zur Autorin:
    Emma Hamberg, geboren 1971 im schwedischen Vänersborg, hat mehrere Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in einem Vorort von Stockholm. Nach „Immer dieser Zirkus mit den Männern“ wurde auch ihr neuer Roman, „Landliebe gesucht“, zu einem überragenden Erfolg.


    Klappentext:
    Lenas Alltag ist mehr als nervig mit einem Mann, der nie zu Hause ist, vier Kindern und jeder Menge Haustiere. Der einzige Lichtblick ist Conny, der einmal wöchentlich mit seinem Eisauto vorbeikommt Lenas ältere Schwester, die coole Marie, leitet eine Stockholmer Bar, doch ihr sonstiges Leben ist abgesehen von ihrem getreuen Rottweiler Otto ziemlich leer. Und auch Åsa, die dritte im Bunde, ist unglücklich: Das ersehnte Kind will sich einfach nicht einstellen. Als der Vater von Lena, Marie und Åsa überraschend stirbt und ihre Mutter mit dem Bauernhof und zweihundert Kühen alleine dasteht, ändert sich das Leben der drei von einem Tag auf den anderen Mit viel Humor und Herz erzählt Emma Hamberg in ihrem wunderbaren neuen Roman von Liebe, Eifersucht, Leidenschaft und von der großen Kraft der Familienbande


    Meine Meinung:


    Es handelt sich um einen Familienroman. Die Beschreibungen sind gut nachvollziehbar und durch immer neue Ereignisse wird es nie langweilig. Die Sprache ist locker bis leger.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und viel Spaß gemacht.

    Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Der Roman „Landliebe gesucht“ erzählt von drei sehr unterschiedlichen Schwestern und ihren Problemen. Jede von ihnen ist in ihrer momentanen Situation unglücklich und frustriert und da das zu ihrem Elend nicht ausreicht, stirbt auch noch ihr geliebter Vater und die Mutter sitzt alleine auf dem Bauernhof mit 200 Kühen und Kälbern. Dies wird zu einem Wendepunkt für alle, der schon auf dem Kindergeburtstag kurz vor Vaters Tod beginnt, denn hat die Familie bisher mehr oder weniger jeder alleine vor sich hin gelebt, treffen sie nun mit ihren Problemen aufeinander und es kommt zum Drama. Jetzt muss sich zeigen, wie fest die Familienbande sind und ob die Schwestern jeder einen neuen Lebenssinn finden.


    Was von Cover und Titel nach einem leichten und locker spaßigen Frauenroman klingt, entpuppt sich als eher weniger erheiterndes Familiendrama. Es gibt zwar auch komische Momente, die einen zum Schmunzeln bringen, aber überwiegend erlebt man das Elend der Schwestern mit, die so unterschiedlich sind , wie es nur geht. Ich habe selbst zwei Schwestern, von denen eine auch ganz anders ist, als ich es bin, so dass ich dies schon nachvollziehen konnte. Etwas zu dick aufgetragen empfand ich aber die Schicksale. So viel Negatives und das gleich für alle drei samt Anhang und Mutter, war mir etwas zu viel und daher zu unglaubwürdig. Es kam mir ein bisschen so vor, als würden drei Bücher gleichzeitig erzählt, um so viel Elend wie möglich in einer Geschichte unterzubringen. Das Gejammer, besonders von Lena, ging mir irgendwann etwas auf die Nerven, Åsas Schuldgefühle ebenso. Einzig Maria hat es gerade so noch geschafft, dass ich sie noch ganz sympathisch fand. Die Figuren waren mir außerdem einfach zu extrem in ihren gegensätzlichen Rollen beschrieben, als dass ich sie noch real empfand. Teilweise wurde ich richtig ungeduldig mit ihnen während des Lesens.


    Nichtsdestotrotz ließ sich das Buch flüssig weglesen und hatte natürlich auch spannende und erheiternde Momente, die mich bis zum Ende zogen. Ich wollte doch wissen, wie und ob sich der ganze Schlamassel auflösen würde. Leider war das Ende dann etwas übereilt und unglaubwürdig, bzw. zu schnell in Wohlgefallen aufgelöst, wenn man das Verhalten der Protagonisten das ganze Buch über miterlebt hat. Etwas gestört hat mich auch die teilweise derbe Ausdrucksweise, die ich nicht immer passend für die Person oder Situation empfand. Teilweise wirkte sie aufgesetzt.


    Es ist nicht so, dass ich das Buch nur schlecht fand, es hat mich schon unterhalten und ich habe es nicht bereut, es gelesen zu haben, aber die übertriebene Art hätte ich dann doch lieber wirklich für einen lustigen Roman gehabt, denn da passt es und macht auch mal richtig Spaß. Aber diese negativen Schicksale im Mehrpack waren mir einfach etwas zu viel des „Guten“


    2ratten

  • Titel und Covergestaltung lassen auf oberflächlich-alberne Chicklit schließen. Wie angenehm, während des Lesens feststellen zu dürfen, das das Buch deutlich mehr Tiefgang hat, als die Äußerlichkeiten vermuten lassen. Ich fürchte nur, dass der Verlag damit einige Fehlkäufe heraufbeschwört. Der Originaltitel "Brunstkalender" wäre auch im Deutschen passender und witziger gewesen, immerhin geht es um einen Bauernhof mit Milchwirtschaft und Kälberzucht sowie um eine kinderlose Frau, die quasi auch einen Brunstkalender führt.
    Vom Inhalt her ist es ein netter Familienroman: Die drei erwachsenen Töchter des Bauernehepaars Irene und Rolf leben ihr eigenes Leben fernab des elterlichen Hofs. Sie sind in ihren Charakterzügen so unterschiedlich, dass sie sich wohl nie kennen gelernt hätten, wenn sie nicht in derselben Familie aufgewachsen wären. Jede hat ihre eigenen Sorgen und Probleme, die erstmals bei einem Kindergeburtstag aufeinander prallen, mit dem Tod des Vaters aber bei allen Frauen (Mutter Irene und Töchter Åsa, Lena und Marie) zu einer Lebenskrise mutieren.
    Der Stil ist flüssig und zeitgemäß, auch wenn ich mich wirklich nicht mit der Gegenwartsform bei Romanen anfreunden kann. Die Autorin wechselt je nach im Mittelpunkt der Handlung stehenden Personen das Tempo und die Formulierungen, nette Idee! Beispiel aus den ersten Kapiteln: Das Kapitel zu Lena ist eine typische Familiensituation mit gestresster Mutter, abwesendem Vater, chaotischen Kindern und vielen Haustieren. Entsprechend durcheinander ist auch der Schreibstil. Marie ist Bardame, sie ist nur an Äußerlichkeiten wie Lippenstift und Zurschaustellung ihrer Brüste interessiert. So oberflächlich und kurz angebunden Gespräche in einem solchen Umfeld sind, so abgehackt und kurzatmig ist auch der Schreibstil dieses Kapitels. Langweilig fand ich besonders die Beschreibung von Åsa. Was interessiert mich das Leben einer stinkreichen, schüchternen, ungewollt kinderlosen IT-Spezialistin?
    Dieser Familienroman ist weit von "Friede, Freude, Eierkuchen" oder "Bullerbü für Erwachsene" entfernt, wie es der Waschzetteltext vermuten lässt. Die handelnden Personen sich realistisch gezeichnet, jedes Verhalten ist so gut nachvollziehbar, dass ich mitunter bei einem Streit großes Verständnis für beide Parteien hatte oder sogar dachte, die Autorin beschreibe mich selbst. Bei allen tragischen, traurigen und turbulenten Vorgängen gibt es auch urkomische Elemente. Ich denke da an eine Szene, in der Robert nach einer heißen Sexnacht mit heruntergelassener Hose auf dem Teppich einschläft und in eben diesem Zustand am nächsten Morgen beim Aufwachen in die neugierigen Gesichter seiner drei Kinder blickt, die wissen wollen, ob er in der Nacht den Weg zur Toilette nicht mehr gefunden hat. Angenehm ist das offene Ende in Bezug auf die Liebesbeziehungen der drei Schwestern, alles andere wäre mir zu kitschig gewesen.


    Mein Fazit aus dem Buch: Auf der Suche nach dem Glück muss man erst ganz tief fallen oder einen schweren Verlust erleiden, um die Kraft zu haben, neu anzufangen und das Leben zu meistern.


    Mein Fazit zum Buch: Nette Lektüre für Leute, die gerne humor- und gefühlvolle Familienromane lesen.


    3ratten

  • "Landliebe gesucht" - ein langweiliges Buch? Keinesfalls!
    Auch wenn man sich das Landleben eher langweilig und einschläfernd findet, so ist es dieser Roman nicht.
    Frisch und fröhlich wird von drei Schwestern erzählt, die alle ganz anders sind. Während Lena mit ihren vier Kindern und dem Haushalt völlig überfordert ist und auch in ihrem Mann keine Hilfe sieht, bleibt der Kindeswunsch der ruhigen und unscheinbaren Schwester Asa eher unerfüllt. Sie wohnt in einer viel zu großen Wohnung, da sie über Nacht durch Aktien reich geworden ist, und die Älteste der dreien, Marie, jobbt sich als Barkeeperin den Rücken krumm.
    Das einzige was sie zusammen hält: Die Familie. Zusammen sind sie alle auf einem großen Bauernhof aufgewachsen, den sie aber nacheinander verlassen haben, um ihr eigenes Leben zu leben.
    Mit kurzen und einfachen Sätzen schreibt Emma Hamberg humorvoll, aber trotzdem einfühlsam. In jede Person konnte ich mich ohne weiteres einfühlen, war auf der einen Seite enttäuscht über Lena, aber schon auf der nächsten Seite hatte ich vollstes Verständnis. Auch wenn manche Klischees völlig ausgekostet wurden, hat mich dies gar nicht gestört, denn so haben die Figuren mehr Farbe und Leben bekommen.
    Auch das Land Schweden ist mir durch dieses Buch noch näher gebracht wurden. Die himmlische Atmosphäre, die man mit diesem Land verbindet, könnte ich förmlich spüren und auch die ganzen süßen Ortsnamen oder auch die typischen schwedischen Namen, die ich so toll finde, tauchen immer wieder auf. Und die Übersetzung hat auch schöne Arbeit geleistet, denn so haben auch sie kein förmliches "Sie", was es im Schwedischen nicht gibt, eingeführt. Natürlich ist es ein wenig verwirrend, wenn von 1 000 000 Kronen die Rede ist, wo es doch in Euro umgerechnet ein bisschen weniger ist, aber auch das führte letztendlich hinzu, sich voll und ganz "schwedisch zu fühlen".
    Auf jeden Fall ein schönes Buch, das Kurzweile bringt, und ich jedem empfehlen würde, der Frauenliteratur mag und vor allen Dingen die ganzen typischen Merkmale, wie Schuhe und shoppen, mal ausnahmsweise nicht auftauchen.


    4ratten

  • Anders als erwartet!


    Das Buch handelt von den drei Schwestern Lena, Marie und Asa.
    Lena die überfordert mit ihren Kindern und dem Haushalt ist, Asa die verzweifelt versucht ein Kind zu bekommen und Marie eine Barkeeperin ohne Mann und Kind. Als der Vater stirbt werden die Schwestern zwangsläufig zusammen geführt und dann gehen die Verwirrungen richtig los. Alle drei sind mit ihrem Leben unglücklich und denken das gerade sie selbst am schlimmsten dran sind.


    Manche Handlungen sind gut nachzuvollziehen, aber manches wirkt an den Haaren herbeigezogen. Vor allem mit Lena konnte ich mich anfangs gar nicht anfreunden.
    Die kurzen Sätze waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Laufe des Buches wird das eigentlich ganz angenehm und es lässt sich sehr flüssig lesen. Die Inhaltsangabe und das Cover sind leider etwas unglücklich gewählt, denn man erwartet aufgrunddessen eigentlich einen lustigen, unterhaltsamen Frauenroman. Was auf dieses Buch überhaupt nicht zutrifft.


    Ich fand die Geschichte teilweise sehr traurig, schwermütig und dramatisch. Doch war ich sehr froh das es kein kitschiger Frauenroman war. Im Großen und Ganzen hat mir der Roman gut gefallen, er hatte von allem ein bißchen was. Ich musste schmunzeln, ich war traurig, ich war wütend und manchmal genervt. Das Buch hat viele verschiedene Gefühlsausbrüche in mir ausgelöst und das auf nur knapp 350 Seiten.


    Fazit:Mir hat das Buch gut gefallen, so für zwischendurch zur Unterhaltung. Aber nur weil ich mich nicht auf das Cover, den Titel und die Inhaltsangabe versteift habe. Manche werden aber deswegen bestimmt enttäuscht sein.


    Von mir gibt es: 3ratten

  • Emma Hamberg - Landliebe gesucht

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    Klappentext:


    Lenas Alltag ist mehr als nervig - mit einem Mann, der nie zu Hause ist, vier Kindern und jeder Menge Haustiere. Der einzige Lichtblick ist Conny, der einmal wöchentlich mit seinem Eisauto vorbeikommt... Lenas ältere Schwester, die coole Marie, ist Geschäftsführerin einer Bar, doch ihr sonstiges Leben ist - abgesehen von ihrem Rottweiler Otto - ziemlich leer. Und auch Åsa, die dritte im Bunde, ist unglücklich: Das ersehnte Kind will sich einfach nicht einstellen. Als die Mutter von Lena, Marie und Åsa durch einen Schicksalsschlag mit dem Bauernhof und zweihundert Kühen alleine dasteht, ändert sich alles von einem Tag auf den anderen. Mit viel Humor und Herz erzählt Emma Hamberg in ihrem wunderbaren neuen Roman von Liebe, Eifersucht, Leidenschaft und von der großen Kraft der Familienbande.


    Meine Meinung:


    Die drei Schwestern Lena, Marie und Åsa führen alle sehr unterschiedliche Leben und haben nicht viel miteinander zu tun. Außer dass sie sich an Geburtstagen und anderen wenigen Feiern sehen. Eigentlich würde man kaum denken, dass die drei einer Familie angehören.
    Lena hat vier Kinder und fühlt sich total überfordert, selbst ihr Mann ist zu beschäftigt um zu realisieren, wie schlecht es ihr geht. Åsa und ihr Mann Adam versuchen verzweifelt ein Kind zu zeugen, doch ohne Erfolg und allmählich spiegelt sich das auch in ihrer Beziehung wider. Und Marie. Marie arbeitet in einer Bar und, bis auf ihren Hund, hat sie niemanden.
    Durch den Tod ihres Vaters und einer schwerwiegenden Entscheidung von Lena verknüpfen sich langsam diese verschieden Leben wieder miteinander...


    Nach Beendigung dieses Romans stehe ich zweigespalten da.
    Von der Leseprobe war ich positiv angetan und habe mich schon auf das Lesen dieses Romans gefreut, doch ich wurde leider enttäuscht. Es hat auf keinen Fall das gehalten, was ich erwartet habe. Und überhaupt passt alles nicht so ganz zusammen. Das Cover lässt zwar darauf schließen, dass es um einen Bauernhof geht, aber der Titel war ein absoluter Fehlgriff.
    Wenn ich den Titel "Landliebe gesucht" höre, dann erwarte ich, dass es eine kleine Romanze geben wird, umgeben von Kühen, Heu, etc.
    Doch das ist nicht der Fall. Zwar kann man nach dem Lesen darauf schließen, dass damit einfach nur die Liebe, auf das Land, einen Bauernhof, zu ziehen gemeint ist, aber dennoch schürt das falsche Hoffnungen und Erwartungen.
    Der Klappentext lässt zwar erwarten, dass es nicht nur gute Zeiten gibt, aber so viele Schicksalsschläge auf einmal wirken doch etwas zu gewollt.


    Die Sprache ist locker und sehr einfach. Die Sätze waren anfangs noch recht kurz, aber im Laufe des Buches hat es sich gebessert. Aber was mich sehr gestört hatte, war das manchmal zu viel in Klammern geschrieben wurde. Grundsätzlich stören mich keine Klammern, wenn es vielleicht bei zwei oder drei im gesamten Buch handelt und nur wenige Wörter drin stehen. Hier kamen sehr oft Klammern vor, oft mit mind. einem Satz. Das hat meinen Lesefluss etwas gebremst.


    Aber es gab auch positive Sachen an dem Buch, z.B. nachdem der Vater gestorben war, war die Atmosphäre nicht mehr so fröhlich wie anfangs, sondern ich empfand es durchgehend als traurig und melancholisch. Auch fand ich die Reaktionen der Schwestern und ihre Gedankengänge authentisch.


    Insgesamt fand ich das Buch eher als befriedigend, aber hatte das Potential zu viel mehr.
    3ratten

    Books are the ultimate Dumpees: put them down and they’ll wait for you forever; pay attention to them and they always love you back.<br />John Green - An Abundance of Katherines<br /><br />:lesewetter: Caprice

    Einmal editiert, zuletzt von kathchen ()

  • Hinter "Landliebe gesucht" verbirgt sich die melancholisch-heitere Geschichte von drei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
    Die rebellische Marie, Barfrau in einer Rockkneipe, Asa, zurückhaltend, erfolgreich aber mit unerfülltem Kinderwunsch, und Lena, die zwischen Job, Haushalt und Kindern aufgerieben wird.
    Durch den plötzlichen Tod des Vaters tun sich tiefe Abgründe auf und jede der drei wird auf die ein oder andere Weise in eine Krise gestürzt...


    Den Titel des Buches finde ich äußerst unpassend gewählt, erinnert er doch zu stark an "Bauer sucht Frau", womit die Geschichte rein gar nichts zu tun hat. Auch sucht eigentlich niemand eine Landliebe. Nett fand ich dagegen den Originaltitel "Brunstkalendern", was ja auch in der Handlung des Buches das ein oder andere Mal vorkommt.
    Insgesamt war ich sehr positiv überrascht, denn ich hatte mehr einen 0815 Liebes-Groschenroman erwartet. Jedoch konnte ich in die Drei wirklich hineinversetzen (wer würde nicht manchmal genervt am liebsten alles hinwerfen?), sehr einfühlsam bringt die Autorin die Probleme der Schwestern nahe ohne kitschig oder übertrieben zu wirken.
    Auch das Ende fand ich gelungen, eine wirklich kurzweilige Unterhaltung!
    4ratten