Warum Thalia so erfolgreich ist

Es gibt 110 Antworten in diesem Thema, welches 39.774 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von nimue.

  • Barti. Wir meinen im Grunde dasselbe, reden aber aneinander vorbei. Du solltest nur nicht ausschließlich dem Kunden die Schuld in die Schuhe schieben.


    Zitat von "Bartlebooth"

    Wie kannst du etwas kritisieren, was dir nicht bekannt ist?


    Indem ich etwas unterstelle, weil es naiv wäre, etwas anderes anzunehmen.

  • ich bin der meinung, dass man sich bei so einer debatte mal fragen müsste, wie ein bestseller ein solcher wird. das geschiet durch massives werben auf der ganzen medien-breite. schön und gut. nur jetzt frage ich mich, wer entscheidet denn, dass für ein bestimmtes buch so massiv geworben wird? klar, bei harry potter ist das mittlerweile eine eingefahrene kiste, ebenso bei dan brown u.ä. aber wie fängt das? kommt da ein buch auf den markt von einem unbekannten autor und es verkauft sich überdurchschnittlich gut und wird demzufolge extrem beworben und überall in dem medien erwähnt? demzufolge wäre der leser selber schuld, was ihm vorgesetzt wird, da er ja quasi mit dem kaufen angefangen hat.
    wäre es jetzt aber so, dass der verlag ein buch für massentauglich befindet und es von vornherein bewirbt (auch hier wieder etwas bisher nicht-etabliertes), dann ist mir unklar, auf welcher basis solche entscheidungen getroffen werden und ob der leser bzw die masse der leser nicht grundsätzlich unterschätzt wird.


    zurück zu thalia:
    ich bin einen prinzipienreiter, was buchkäufe betrifft, das hatte ich auch schonmal in einem anderen thread erwähnt. also kaufe ich immer in kleineren private-geführten läden. jedoch habe ich zb mit dem thalia in münster gut erfahrungen gemacht. der hat eine wirklich gute auswahl und ein schönes ambiente.
    man kann übrigens in einigen städten die beobachtungmachen, dass die lokal-politik bzw. eine intakte alianz der mittelständischen einzelhandelskaufläute dazu führen kann, dass sich keine großen ketten breit machen. DAS wäre doch letztendlich anzustreben, um eine vielfalt für den käufer bieten zu können.

  • Zitat von "julhenne"

    ich bin der meinung, dass man sich bei so einer debatte mal fragen müsste, wie ein bestseller ein solcher wird.


    Wenn du diese Frage zweifelsfrei beantworten kannst, dann kannst du dieses Rezept wahrscheinlich für viel Geld an einen beliebigen Verlag verkaufen.


    Zitat von "Steffi"

    Noch etwas zur breiten Masse. Ich kapiere nicht, warum man sich heutzutage immer noch für seinen Lesestoff rechtfertigen muss.


    Falls das eine Bemerkung an meine Adresse war: Das musst du nicht, das muss keine/r. Aber ich finde dann Pauschalaussagen à la "Die Verlage bieten nur Ramsch an, wecken außerdem das Bedürfnis nach Ramsch, und die Leser finden deshalb nicht Anständiges zum lesen" nicht ganz fair.


    Herzlich, B.

  • Hallo,


    Zitat von "julhenne"

    ich bin der meinung, dass man sich bei so einer debatte mal fragen müsste, wie ein bestseller ein solcher wird. [...].


    es wäre wirklich sehr nett, wenn du Groß- und Kleinschreibung beachten könntest. Dann würden sich deine Beitrage einfacher lesen lassen. Für Dich sind es nur wenige Sekunden mehr Arbeit, für Deine (hoffentlich) Tausend Leser sind es jedoch 1000 x einige Sekunden, die man länger zum Lesen benötigt.


    Vielen Dank,
    Thomas

  • Zitat von "julhenne"

    ich bin der meinung, dass man sich bei so einer debatte mal fragen müsste, wie ein bestseller ein solcher wird. das geschiet durch massives werben auf der ganzen medien-breite. schön und gut. nur jetzt frage ich mich, wer entscheidet denn, dass für ein bestimmtes buch so massiv geworben wird? klar, bei harry potter ist das mittlerweile eine eingefahrene kiste, ebenso bei dan brown u.ä. aber wie fängt das? kommt da ein buch auf den markt von einem unbekannten autor und es verkauft sich überdurchschnittlich gut und wird demzufolge extrem beworben und überall in dem medien erwähnt? demzufolge wäre der leser selber schuld, was ihm vorgesetzt wird, da er ja quasi mit dem kaufen angefangen hat.
    wäre es jetzt aber so, dass der verlag ein buch für massentauglich befindet und es von vornherein bewirbt (auch hier wieder etwas bisher nicht-etabliertes), dann ist mir unklar, auf welcher basis solche entscheidungen getroffen werden und ob der leser bzw die masse der leser nicht grundsätzlich unterschätzt wird.


    Ich denke das ist ziemlich einfach. Die Verlage kaufen im Normalfall Lizenzen von ausländischen Autoren und haben da bereits das ausländische Feedback, das sie hier für ihre Werbung nutzen können.


    Selbstverständlich gibt es immer wieder Bestseller, mit denen keiner gerechnet hat. Eben wie bei Rowling und Dan Brown. Das läuft dann einfach über Mundpropaganda und irgendwie treffen diese Autoren dann gerade richtig den Nerv der Leser. Das ist etwas, das niemand vorher sagen kann. Ist meines Erachtens auch gut so. Nicht alles im Leben ist planbar - auch nicht im Verlagswesen! *G*


    Zitat von "julhenne"


    man kann übrigens in einigen städten die beobachtungmachen, dass die lokal-politik bzw. eine intakte alianz der mittelständischen einzelhandelskaufläute dazu führen kann, dass sich keine großen ketten breit machen. DAS wäre doch letztendlich anzustreben, um eine vielfalt für den käufer bieten zu können.


    Hm...das klingt für mich irgendwie wie Märchenland. Das kann doch keiner verhindernd. Ich habe das zufällig gerade erst letztes Jahr mitbekommen. Da haben sich viele Leute beschwert und auch an die Lokalpolitik appeliert und die konnten absolut nichts machen. Im Gegenteil. Stattdessen bekam man so Sprüche: "Wir sagen ja auch nichts gegen den 10. Friseur". :rollen: Und auch die Unternehmen können nichts machen. Im Falle meiner kleinen Buchhandlung - die versuchen jetzt so lange es geht durchzuhalten und hoffen darauf, das auch die Laufkundschaft teilweise wieder kommt. Aber machen kannst Du eigentlich nichts. Wenn ein geeignetes Ladenlokal leer steht, dann kann jeder da rein. Fertig!


    Liebe Grüße,
    Steffi

  • Hallo!


    Zitat von "Bartlebooth"


    Falls das eine Bemerkung an meine Adresse war: Das musst du nicht, das muss keine/r. Aber ich finde dann Pauschalaussagen à la "Die Verlage bieten nur Ramsch an, wecken außerdem das Bedürfnis nach Ramsch, und die Leser finden deshalb nicht Anständiges zum lesen" nicht ganz fair.
    .


    Das bezog sich auf niemanden speziell. Ich finde auch, dass es für jeden Leser genug Stoff auf dem Markt gibt. Egal ob es nun fünfzig oder hundert Bestseller gibt. Die Leute, die sich für spezielle Dinge interessieren haben denke ich auch oft einen anderen Bezug zum Buch. Gerade diese Leute gehen vielleicht in kleinere Buchläden. Aber an sich, wenn man sich informiert (Internet, Buchhändler, Zeitungen, etc.) findet glaube ich jeder, was er mag.


    Liebe Grüße,
    Steffi

  • Hallo zusammen!


    Ich glaube, der Massengeschmack und dessen Befriedigung durch die Industrie bedingen sich gegenseitig. Weder kann auf lange Dauer die Werbung dem Konsumenten irgendwas einreden, noch wird die Industrie - ausser sie spezialisiert sich in Nischenprodukten - bewusst am Massengeschmack vorbeiproduzieren. Selbst Riesen des Massengeschmacks wie C. Cola oder McD. fliegen immer mal wieder mit neuen Produkten auf die Schnauze.


    Da wir als Konsumenten nur durch unser Kaufverhalten auf die Entwicklung Einfluss nehmen könne, ist es m.E. unsinnig, der Industrie irgendwelche Vorwürfe machen zu wollen.


    Und "Massengeschmack" bei Büchern - und jetzt mache ich mich gleich mal wieder unbeliebt - heisst nicht, immer und alle Bestseller kaufen. Aber es heisst (z.B.), den Trends zu folgen und (z.B.) sich über die grossen Buchhandelsketten zu freuen, weil sie so viel von diesem oder jenem Genre (im Moment ist, soweit ich sehe, Fäntäsi im Trend ... ) anzubieten haben.


    (Ich weiss, dass Buchhandlungen von mir nicht leben könnten. Sie werden selten bis nie Lagerexemplare an mich los, sondern müssen immer extra bestellen. Selbst so: Die paar Klassiker im Jahr machen weder Buchhandlungen noch Verleger reich. Und die Autoren, da sie meist schon tot sind, natürlich auch nicht.)


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

  • Zitat von "Arjuna"

    @ Wendy im Linzer war ich schon ewig nicht mehr, also das war sicher schon 2 - 3 Jahre vor dem Umbau das letzte Mal...
    Der Linzer Amadeus da war ich als Kind manchmal wenn ich meine Godi besucht habe und das war immer wie ... keine Ahnung einfach unbeschreiblich, ich so klein und überall nur Bücher, Bücher, Bücher ...


    Dann musst du uns unbedingt wieder mal besuchen kommen. Die Fliesen im Erdgeschoß sind zwar potthässlich, aber ansonsten bin ich entzückt. In der Kinderabteilung steht sogar ein Minikarussell, mit dem man (bis vor kurzem) gratis fahren durfte. :breitgrins: Und überall diese Computer mit Kopfhörern, wo man sämtliche Hörbücher probehören kann. Ich finde sowas schon toll!
    Jetzt müssten nur noch die dort Angestellten wissen, wovon sie reden bzw. sollte einer, der in der Russischabteilung steht, einen nicht komplett verdattert ansehen, wenn man ihm einen russischen Autor nennt. :zwinker: Das ist einer Freundin von mir passiert und im Endeffekt hat sie den Namen dann selbst in den Computer eingetippt. :rollen:

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • Zitat von "Steffi"

    Ich denke das ist ziemlich einfach. Die Verlage kaufen im Normalfall Lizenzen von ausländischen Autoren und haben da bereits das ausländische Feedback, das sie hier für ihre Werbung nutzen können.


    Auch Lizenzen laufen lange nicht in jedem Land gleich gut. Insofern ist auch jede Lizenz ein Risiko, manchmal sicher ein überschaubares, manchmal aber auch nicht wirklich. Außerdem gibt es Lizenzverträge, wo sehenden Auges Garantiesummen gezahlt werden, von denen man eigentlich weiß, dass sie niemals wieder hereingeholt werden.

    Zitat

    aber die Verlage müssten eigentlich ihre Neuerscheinungen ein wenig reduzieren


    Hier stimme ich vorbehaltlos zu. Mir ist auch noch nicht ganz klar, worin eigentlich der Sinn bei der immer weiteren Aufblähung der Programme mit Zweit- und Drittklassigem liegt.


    Zitat von "sandhofer"

    Und "Massengeschmack" bei Büchern - und jetzt mache ich mich gleich mal wieder unbeliebt - heisst nicht, immer und alle Bestseller kaufen. Aber es heisst (z.B.), den Trends zu folgen und (z.B.) sich über die grossen Buchhandelsketten zu freuen, weil sie so viel von diesem oder jenem Genre (im Moment ist, soweit ich sehe, Fäntäsi im Trend ... ) anzubieten haben.


    Und diese großen Buchhandelsketten vereinseitigen aufgrund ihrer Struktur eben auch das Angebot. Hier gibt es nämlich keinen individuellen Kontakt zwischen Verlagsvertreter/in und Buchhändler/in mehr, sondern die Einkäufe laufen (wenigstens von Thalia weiß ich das sicher) über sogenannte "Börsen", bei denen durchaus auch mal die Innendienstler antanzen und einer unüberblickbaren Masse von Leuten das Verlagsprogramm "vorstellen". Ich kenne mich zu wenig im Vertrieb aus, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass auf solchen Veranstaltungen irgendein individuelles Gespräch über das eigene Angebot einer bestimmten Filiale geführt werden kann. Vielmehr werden die ganzen Thalia-Filialen sagen wir mal Nordrhein-Westfalens nach dieser Veranstaltung die praktisch identische Produktpalette anbieten.


    Herzlich, B.

  • Zitat von "Steffi (Bücherkiste)"

    Für mich ist allerdings Bücherkauf auch etwas anderes, als nur in einen Laden zu gehen, mir ein Buch zu schnappen und zu bezahlen. In unserer kleinen Buchhandlung war es dermaßen schön. Du kennst die Kunden mit Namen, weißt wer gerade krank ist, schwanger ist, was weiß ich. Du kennst die Lesegewohnheiten. Ich hatte Kunden, für die habe ich ohne zu überlegen neu erschienende Bücher zurückgelegt, weil ich wußte, sie würden sie eh kaufen und die haben sich immer wie blöd gefreut, wenn sie kamen und ich ihnen den lang ersehnten neuen Patterson vor die Nase gehalten habe.
    Das alles habe ich in einer großen anonymen Buchhandlung absolut nicht. Von der Mayerschen weiß ich, das da fast nur Auszubildende rumrennen oder ganz junge Leute, die faktisch einfach noch nicht so viel gelesen haben können. Die Firmenphilosophie sagt - keinen einstellen über 30. Muss ich so was unterstützen?


    Exakt! k025.gif


    Zitat

    Man muss es sagen wie es ist, für die Mayersche und Thalia ist das Buch nur eine Ware, aber man muss sich doch mal fragen was ist ein Buch? Wieso haben wir bei Büchern nur 7 % Mehrwertsteuer? Eben - weil es Kulturgut ist.


    Und ich finde dass genau das den großen Ketten-Buchläden auch anzusehen ist: klar haben sie ein breites Sortiment und mit Sicherheit befindet sich das ein oder andere auch etwas ausgefallenere Buch darunter - aber dominiert wird der ganze Laden doch von Bestsellern und Mainstream-Titeln, die eben hohe Umschlagszahlen haben!
    Was aber jetzt nicht bedeuten soll, dass ich Menschen, die gerne Nora Roberts oder Dan Brown lesen, abwerten möchte. Ganz und gar nicht! Jede/r soll das lesen auf was er/sie Lust hat - aber deshalb muss man doch nicht gleich erdrückt werden von den Kassenrennern, oder?!
    In "meiner" Buchhandlung wird Werbung vor allem für Titel gemacht, die dies noch "benötigen" bzw. auch "verdienen"! Gerne wird auch ein abwechslungsreicher Feuilletontisch gemacht - und das kommt durchaus auch an. Auch die Beratungsgespräche laufen desöfteren in den nicht "üblichen" Bestsellerbrei, sondern in die Ecke der eigenen Herzenswärmer!
    Extrem beworbene Titel (wie z.B. Dan Brown, Cecilia Ahern, Stephen King, etc.) finden ihren Weg zum Leser/ zur Leserin meist von ganz alleine...


    Zitat

    In den Großstädten haben so große Buchhandlungen sicher ihre Berechtigung, warum sie allerdings die kleinen Buchhandlungen jetzt sogar aus den Vororten verjagen ist mir schleierhaft. Kapitalismus, ahoi! *G*


    Anders kann man es tatsächlich nicht sagen! Hierbei geht es nicht um friedliches Nebeneinander, sondern um klare Verdrängung zu den eigenen Gunsten - und das finde ich nicht unterstützenswert.
    Da lob ich mir treue KundInnen, die sich nicht von modernen Einrichtungen, riesigen Flächen und pittoresken Leseecken locken lassen, sondern dort bleiben wo sie schon immer gut beraten wurden und auch mal einen kleinen Plausch halten können! Auch wenn man dann vielleicht auch mal das ein oder andere Buch bestellen muss (das geht ja in Deutschland fast genauso schnell wie eine Apotheken-Bestellung!)...


    Zitat

    Was die Verlage angeht. Die meisten Verlage haben eine Mischkalkulation. [...] Fragt Euch doch mal, warum man auf Remitischen nie Diogenes-Bücher findet. Eben, weil sie ihre Backlist pflegen. Dort bekommen man nach Jahren noch ältere Bücher. Wenn man bei Blanvalet eine laufende Serie anfängt, muss man meist die älteren Titel mühsam antiquarisch suchen.


    Tja, bei manchen scheint es nicht um Qualität zu gehen, sondern um den Versuch, möglichst viele Titel auf den Markt zu werfen, um dann mit ein paar davon den grossen Erfolg zu landen.
    Diogenes ist allerdings ein Paradebeispiel für Titel-Pflege - wirklich toll, wie sie das handhaben!


    Und weniger ist auch in diesem Falle oft mehr - bei der Flut der Neuerscheinungen ist der Kunde/die Kundin total überfordert, kommt mit dem "Beschnuppern" gar nicht hinterher und damit geht ihm/ihr einiges durch die Lappen - sehr schade für all die Bücher die dann -nicht rechtzeitig entdeckt- auf die Ramschtische wandern!


    Zitat

    Ich denke, wir in den Bücherforen dürfen uns sowieso nicht als normale Käufer ansehen. Wir sind ohnehin besser informiert, lesen viel mehr als die meisten Deutschen und haben diese Foren hier zum Austausch.


    Oh ja, da hast Du vollkommen recht! So ein Forum ist eines der besten Mittel gegen sonst vielleicht verloren gehende Bücher! Hier wird all das Lob und all der Tadel für immer konserviert - und Bücher bleiben somit greifbar, auch wenn sie nicht mehr "on top" oder "in" sind... einfach wunderbar!



    Zitat

    P.S. Was mir gerade noch eingefallen ist. Die großen Buchhandelsketten üben extrem großen Druck auf die Verlage auf. Ich könnte Euch sagen von Vertretern erzählen...die verlangen teilweise über 50 % Rabatt. Man sieht ja auch am Beispiel von Diogenes und amazon wozu das führen kann!!!


    Von dreisten Forderungen großer Filialisten habe ich auch schon gehört (ebenso von deren bescheidenen Arbeitsbedingungen, die hier noch nicht wirklich erwähnt wurden) - aber was meinst Du mit der Diogenes/amazon.de-Geschichte?


    Liebe Grüße
    dubh

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Zitat von "Bartlebooth"


    Und diese großen Buchhandelsketten vereinseitigen aufgrund ihrer Struktur eben auch das Angebot. Hier gibt es nämlich keinen individuellen Kontakt zwischen Verlagsvertreter/in und Buchhändler/in mehr, sondern die Einkäufe laufen (wenigstens von Thalia weiß ich das sicher) über sogenannte "Börsen", bei denen durchaus auch mal die Innendienstler antanzen und einer unüberblickbaren Masse von Leuten das Verlagsprogramm "vorstellen". Ich kenne mich zu wenig im Vertrieb aus, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass auf solchen Veranstaltungen irgendein individuelles Gespräch über das eigene Angebot einer bestimmten Filiale geführt werden kann. Vielmehr werden die ganzen Thalia-Filialen sagen wir mal Nordrhein-Westfalens nach dieser Veranstaltung die praktisch identische Produktpalette anbieten.


    Ja, ich habe auch schon mehrfach gehört, dass große Buchketten auf Zentraleinkauf setzen, d.h. ein oder zwei Befugte kaufen für alle Filialen ein und bestimmen dann deren Zuteilungsmengen!
    Bei Thalia -so hab ich das zumindest schon mehrfach gehört- gibt es zwar teilweise noch den Direktkontakt Vertreter/in und Buchhändler/in in bestimmten Bereichen - allerdings klar reglementiert, z.B. mit vorgeschriebener Gesprächsdauer.
    Sog. Börsen sind aber bei kleineren Filialisten auch nicht unüblich - allerdings sind dann in der Regel aber die jeweiligen, zuständigen BuchhändlerInnen vor Ort (z.B. alle Belletristik-KollegInnen treffen sich mit einem Vertreter/einer Vertreterin um in der Runde informiert zu werden und gemeinsam zu beratschlagen und anschließend dann jede/r für sich zu bestellen). Das erspart eben einiges an (Anreise-)Zeit für den Vertreter/die Vertreterin und fördert besseren Austausch über Erfahrungswerte, etc bei gleicher Information.


    Liebe Grüße
    dubh

    Liebe Grüße

    Tabea

  • Da ich seit 5 Jahren in einer Großbuchhandlung arbeite und meine Bereiche wirklich mit Herzblut betreue, stehe ich diesem generellen Niedermachen von Großbuchhandlungen immer etwas zwiespätig gegenüber.
    Nicht jede Großbuchhandlung hat einen zentralen Einkauf. Das ist die jeweilige Firmenpolitik. Oft wird auch nur der Anteil der wichtigsten Titel zentral eingekauft, den Rest bestimmen die Buchhändler vor Ort.
    Auch in einer Großbuchhandlung arbeiten gelernte Buchhändler, die gerne und viel lesen und ein großes Wissen haben.
    Ich möchte das einfach nur anmerken, weil ich die Vorurteile gegen Buchhändler aus einer großen Buchhandlung selbst immer wieder zu spüren bekomme. Da ist man schnell die dumme Verkäuferin, die in dem bösen Laden arbeitet, der alle kleinen Buchhandlungen kaputt macht. Und wird dann auch so behandelt.
    Ich liebe kleine Buchhandlungen, aber ich bereue es nicht mich für eine große Buchhandlung als Lehrstelle entschieden zu haben.
    Ich bereue es höchstens so lange dort geblieben zu sein...aber das paßt eher ins Thema Arbeitsbedingungen... :rollen:

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Hier wurde so viel zu dem Thema geschrieben, dass ich gar nicht auf einzelne Aspekte eingehen kann und möchte. Meine Erfahrungen teile ich euch trotzdem mit:


    Ich bin kein Freund von großen Ketten, egal ob Buchhandlungen, Discounter, etc. Ganz kann aber auch ich nicht auf sie verzichten, na das ist ein anderes Thema.


    Das Thalia kleine Buchhandlungen aufkauft(?) und sich in den Städten breitmacht ist auch nicht unbedingt mein Fall, aber es gibt genügend Konkurrenten die nicht weniger groß sind.


    Ich bin Kundin bei einer anderen Kette und kann nicht alle negativen Argumente nachvollziehen.
    Als Stammkundin und werde ich als solche erkannt und behandelt, das Personal besteht aus gelernten Buchhändlern und ist auch bei ausgefallenen Fragen und Wünschen kompetent zur Stelle.


    Es findet sich immer wieder ein unbekanntes kleines Buch eines nicht bekannten Verlages, mit unbekanntem Autor, zwischen den ganzen Verlagsriesen. Der Wille nicht nur die Massen zu bedienen ist also (zumindest in "meiner" Filiale) vorhanden.


    Die kleineren Buchhandlungen die ich kenne haben das gleiche Angebot wie die großen Geschäfte.
    Hier ist m.E. der Schwachpunkt der kleinen Geschäfte: man könnte sich spezialisieren und kleinere Verlage, unbekanntere aber gute Bücher anbieten, etc. (ähnlich wie z.B. Feinkostgeschäfte. o.ä.) aber das tun sie nicht und bleiben irgendwann natürlich auf der Strecke.

    Dass es sich in kleinen Buchhandlungen ausschließlich um Fachpersonal handelt wage ich auch zu bezweifeln.
    Mir ist vor einigen Jahren die nun folgende Geschichte passiert:


    Ich gehe in die kleine Buchhandlung und frage eine Buchhändlerin nach einem Buch von/über Antoine de Saint-Exupéry.
    Die Antwort lautete, wer ist das, kenne ich nicht. Als ich antwortete, er habe "der kleine Prinz" geschrieben, kam wieder diese Aussage, von dem Buch hätte sie noch nie gehört.


    Entschuldigung, das Buch muß man nicht mögen, aber Titel und Autor sollten doch wohl bekannt sein. Soviel zur Kompetenz in kleinen Geschäften.


    Ansonsten vertrete ich auch die Meinung, dass der Konsument, in diesem Falle der Leser, Macht besitzt durch seine Kaufkraft das Angebot zu verändern.
    Allerdings bin ich mit der Auswahl zufrieden (manche hier mögen es anspruchslos oder mainstream nennen), und wenn ich unsere Auswahl mit der in anderen Ländern vergleiche, sogar mehr als zufrieden.


    Davon abgesehen mag ich die großen Buchhandlungen, da es dort viel mehr Auswahl an Kochbüchern gibt :breitgrins: und da bin ich nun mal ein Nimmersatt.

  • @ Wendy


    ja, da lohnt sich ein Ausflug in die große Stadt :breitgrins: wieder mal .....


    lg
    Arjuna


    PS: Ich dachte immer du bist auch Wien :rollen:

    Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.<br />Jean Anouilh

  • Zitat von "Arjuna"

    PS: Ich dachte immer du bist auch Wien :rollen:


    *hüstel* Ich hab dort nur ein kurzes Semester verbracht, jetzt wohne ich in Graz, aber im Herzen bin ich noch Linzerin. :breitgrins: Wobei der Wiener-Thalia ja auch nicht zu verachten ist.

    Jahresziel: 2/52<br />SLW 2018: 1/10<br />Mein Blog

  • Moin, Moin!


    Zitat von "Steffi (Bücherkiste)"

    Wieso haben wir bei Büchern nur 7 % Mehrwertsteuer? Eben - weil es Kulturgut ist.


    Bleibt es eigentlich bei diesen 7%, oder steigt dieser Satz proportional zur Erhöhung der allgemeinen Mehrwertsteuer auf 19% ab nächstem Jahr?

  • Moin, Moin!


    Zitat von "julhenne"

    frage ich mich, wer entscheidet denn, dass für ein bestimmtes buch so massiv geworben wird? (...) wäre es jetzt aber so, dass der verlag ein buch für massentauglich befindet und es von vornherein bewirbt (auch hier wieder etwas bisher nicht-etabliertes), dann ist mir unklar, auf welcher basis solche entscheidungen getroffen werden und ob der leser bzw die masse der leser nicht grundsätzlich unterschätzt wird.


    Soweit ich weiß, entscheiden sich Verlage bei ihren Programmen für Schwerpunktitel, in die dann ein Großteil des PR fließt. Hier entscheidet durchaus der "Bauch" der Verantwortlichen. Mit Gewalt lassen sich Bestseller nur bedingt erzeugen; jedenfalls gibt es kein totsicheres Vorgehen, kein Geheimrezept, das immer funktioniert. Massiv beworbene Titel floppen, kaum beworbene werden zum Hit. Aber prinzipiell ist klar, daß die Chancen für gut beworbene Titel steigen, so daß es Ziel jedes Autor sein muß, als Schwerpunkt gehandelt zu werden.


    Andrerseits kann man sich das alles sparen und muß nur erreichen, daß Elke Heidenreich mit dem betreffenden Buch vor der Kamera herumwedelt. Eine Lizenz zum Geld drucken.

  • Moin, Moin!


    Zitat von "sandhofer"

    Da wir als Konsumenten nur durch unser Kaufverhalten auf die Entwicklung Einfluss nehmen könne, ist es m.E. unsinnig, der Industrie irgendwelche Vorwürfe machen zu wollen.


    Wenn einem aber nichts anderes übrig bleibt? Wenn mir der Käse einer Firma nicht gefällt, kaufe ich den einer anderen. Aber was tun bei gewissen Büchern? Ich habe dtv damals jahrlang gezürnt, als sie Mitte der Neunziger das Design geändert hatten. Meine geliebten dtv-Bücher! Was konnte man tun? Nichts. Überhaupt, daß die Taschenbücher seit 10 bis 15 Jahren großformatiger geworden sind, ist eine so doofe Entwicklung, daß ich dabei immer wieder in Rage gerate. Was für eine Diskrepanz zwischen einem manesse-Hardcover und einem dtv-Taschenbuchband! Und überhaupt diese ausgedünnten Bücher. Da werden durch großzügigstem Druck aus Texten ganze Bücher gemacht, die in anderen, früheren Ausgaben nicht mal den Bruchteil des Inhaltes ausmachten. Geldschneiderei!


    Was ich sagen will: Man kann nur bedingt Einfluß nehmen - nur dann, wenn Alternativen existieren.

  • Zitat von "Pandora"

    Da ich seit 5 Jahren in einer Großbuchhandlung arbeite und meine Bereiche wirklich mit Herzblut betreue, stehe ich diesem generellen Niedermachen von Großbuchhandlungen immer etwas zwiespätig gegenüber.


    Das sollte auch nicht so erscheinen, aber man muss das schon kritisch sehen. Aber ich denke, es ist nur menschlich, dass Du Deinen Arbeitgeber verteidigst. Genauso wie ich es ja mit unserer kleinen Buchhandlung mache!


    Zitat von "Pandora"


    Auch in einer Großbuchhandlung arbeiten gelernte Buchhändler, die gerne und viel lesen und ein großes Wissen haben.


    Hm...ich möchte Dir jetzt nicht auf den Schlipps treten. In Deinem Fall stimmt das sicherlich. Aber als ich meine Ausbildung gemacht habe (da war ich ja schon 25) habe ich mit jede Menge Leuten von der Mayerschen Berufsschule gehabt (die ich irgendwann geschmissen habe, da ich über 21 war, ging das) und das waren so unglaublich naive Leute. Ich finde einfach, Buchhändler ist ein Job, den man erst ab einem bestimmten Alter richtig gut machen kann. Deswegen werden ja zum Beispiel auch gerne Studienabbrecher genommen, weil sie eben schon älter sind. Mit 18 kannst Du de facto einfach noch nicht so viel gelesen haben.[/quote]


    Und ich höre von vielen Leuten, die in die Dortmunder Mayersche gehen, dass sie eben nicht beraten werden, weil die Leute dort keine Ahnung haben.


    Das Problem ist übrigens, wenn man sowieso viel beraten muss, wie ich in einer kleinen Buchhandlung, dann lernt man auch relativ schnell etwas über Lesestoff, den man selbst eigentlich nicht liest. Ich kann mittlerweile Leuten etwas empfehlen, von dem ich selbst eigentlich nicht so viel Ahnung habe. Einfach weil ich weiß, welche Titel vergleichbar sind.


    Zitat von "Pandora"


    Ich möchte das einfach nur anmerken, weil ich die Vorurteile gegen Buchhändler aus einer großen Buchhandlung selbst immer wieder zu spüren bekomme. Da ist man schnell die dumme Verkäuferin, die in dem bösen Laden arbeitet, der alle kleinen Buchhandlungen kaputt macht. Und wird dann auch so behandelt.


    Das kann ich gut nachvollziehen und das ist sicherlich nicht schön. Dagegen würde ich mich auch wehren. Im Übrigen können die Leute, die eben keine Ahnung ja auch nix dafür. Sie sind eben auch schlecht ausgebildet bzw. wenn man eine ungelernte Kraft in eine Buchhandlung setzt, dann kann die ungerlernte Kraft ja nichts dazu, sondern die Buchhandlung.


    Zitat von "Pandora"


    Ich liebe kleine Buchhandlungen, aber ich bereue es nicht mich für eine große Buchhandlung als Lehrstelle entschieden zu haben.


    Das ist doch total schön. Und nur das zählt doch auch. Allerdings habe ich eben von allen Lehrlingen der Mayersche genau das Gegenteil gehört.


    Liebe Grüße,
    Steffi

  • Zitat von "Dostoevskij"

    Moin, Moin!


    Was für eine Diskrepanz zwischen einem manesse-Hardcover und einem dtv-Taschenbuchband! Und überhaupt diese ausgedünnten Bücher. Da werden durch großzügigstem Druck aus Texten ganze Bücher gemacht, die in anderen, früheren Ausgaben nicht mal den Bruchteil des Inhaltes ausmachten. Geldschneiderei!


    Das machen die ja nicht einfach nur so. Im Prinzip müssten sie Romane, die als großes Paperback erscheinen als HC veröffentlichen. Da diese aber nicht so viel gekauft werden, nehmen sie das große Paperback, damit sich die Lizenz überhaupt nur halbwegs rechnet.


    Ich finde diese großen TB zwar auch oft ärgerlich (oft aber auch sehr schön - wie im Fall von Christoph Marzi, Markus Heitz und Bernhard Hennen), aber es gibt schon einen Grund für ihre Existenz.


    Liebe Grüße,
    Steffi